Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten – auch für Erwachsene ernstzunehmende Erkrankung

Keuchhusten (Pertussis) Impfung für Erwachsene

Das lateinische Wort Pertussis heißt zu Deutsch starker Husten. Mediziner Sprechen von einem Keuchhusten, umgangssprachlich auch Stickhusten genannt. Die Ernsthaftigkeit dieser Erkrankung wird dadurch betont, dass Keuchhusten nach dem IfSG, dem deutschen Infektionsschutzgesetz aus Januar 2001 meldepflichtig ist.

Diese Meldepflicht bezieht sich auf die drei Bereiche Krankheitsverdacht, Erkrankung sowie labordiagnostischer Nachweis. Seit Mitte der 1990er Jahre sind vermehrt auch Erwachsene von Pertussis betroffen. als solche gelten Frauen und Männer ab dem 17. Lebensjahr. Die Krankheitsverläufe reichen in jedem Lebensalter von einfach und harmlos bis hin zu lebensbedrohlich bei Säuglingen und Babys.

Keuchhusten ist eine bakterielle Infektion. Ausgelöst wird sie durch ein Bakterium aus der Gattung Bordetella. Es produziert eine Vielfalt an Proteinen. Die sind ihrerseits die Ursache für Toxine, also giftige Krankheitserreger, die buchstäblich an die Schleimhäute der Atemwege andocken. Kommt es so weit, dann ist der Betroffene mit Pertussis infiziert. Der einfachere Krankheitsverlauf führt zu einer akuten Bronchitis, anderenfalls wird daraus ein Keuchhusten.

 

Vom erkältungsartigen Husten bis hin zum Keuchhusten

 

Der erkrankte Erwachsene kann im Anfangsstadium einen Keuchhusten kaum oder nur schwerlich zwischen einer leichteren Bronchitis unterscheiden. Keuchhusten ist eine typische Tröpfchenkrankheit. Der bereits Erkrankte hustet und atmet kleinste Tröpfchen aus. Die bleiben in der Luft und werden dort von den Mitmenschen im unmittelbaren oder im näheren Umfeld eingeatmet.

Die Infektiosität der Bordetellen beträgt 80 Prozent und mehr. Demnach infiziert sich die ganz überwiegende Zahl an Personen, die sich im direkten Umfeld eines bereits an Keuchhusten Erkrankten aufhalten. Das geradezu Tückische daran ist die lange Inkubationszeit zwischen ein und drei Wochen. Im ungünstigsten Fall „schleppt der Infizierte wochenlang die Bakterien mit sich rum, ohne davon zu wissen“. Er selbst spürt noch recht wenig und schätzt deswegen das Krankheitsbild falsch ein.

Zum Ende der Inkubationszeit hin ist die Ansteckungsfähigkeit am größten. Um Klarheit zu bekommen, ist eine möglichst frühzeitige Laboruntersuchung die einzige Möglichkeit. In der Regel verläuft der Keuchhusten im Laufe mehrerer Wochen oder auch Monate in drei unterschiedlich intensiven Stadien. Das erste dauert ein bis zwei Wochen, das zweite anschließend zwei bis zu sechs, und das letzte Stadium weitere zwei, drei bis hin zu sechs Wochen. Das zeigt, wie langwierig ein Keuchhusten selbst ist, und wie lange es bis zur endgültigen Heilung dauert.

 

Vom Hüsteln über Husten bis zum Keuchhusten

 

Der hustende Erwachsene kann gar nicht früh genug damit beginnen, schon erste Symptome ernst zu nehmen und einen niedergelassenen Arzt aufzusuchen. Eine sofortige Laboruntersuchung bringt frühzeitig Klarheit, ob es sich um ein reines Erkältungshüsteln handelt, um einen chronischen Husten oder einen Keuchhusten. Die Erkenntnis sorgt schnell für Klarheit zur einen wie zur anderen Seite hin.

Je früher ein Keuchhusten erkannt wird, umso schneller kann er behandelt werden, und desto geringer ist die Ansteckungsgefahr gegenüber Dritten. Erwachsene neigen aus unterschiedlichen Gründen dazu durchzuhalten, ihre Arbeit nicht zu vernachlässigen und den gewohnten Alltag möglichst nicht zu vernachlässigen. Eins ist in dieser Situation so falsch wie das andere.

Ein Keuchhusten sollte möglichst früh erkannt, und er muss bis ins Letzte ausgeheilt werden. Da ist eine Arbeitswoche schnell rum. Der Erkrankte sollte sich auch die Komplikationen sowie Folgeerkrankungen vor Augen führen. Zu denen gehören recht oft Lungen– und Mittelohrentzündung sowie eine Sekundärinfektion mit Pneumokokken. Durch ein wochenlanges starkes, dauerhaftes Husten können Blutungen in den Bindehäuten der Augen, ebenso wie Leisten- bis hin zu Rippenbrüchen auftreten.

Dazu muss es nicht kommen; der Erkrankte kann jedoch kaum beeinflussen, wie sein Körper auf den ständigen Keuchhusten reagiert. Zum typischen Krankheitsbild bei Erwachsenen gehört Erbrechen, Würgen sowie eine damit einhergehende allgemeine Übelkeit.

 

STIKO-Impfempfehlung mit Grundimmunisierung und Auffrischung

 

Die Ständige Impfkommission STIKO am RKI, dem Robert-Koch-Institut mit Sitz in Berlin empfiehlt auch Erwachsenen eine Pertussis-Impfe. Sofern die Grundimmunisierung nicht bereits im Kindes- oder Jugendalter erfolgt ist, kann sie in jedem Erwachsenenalter mit der einmaligen Impfe problemlos nachgeholt werden.

Im Anschluss an die Grundimmunisierung genügt eine einzige Auffrischungsimpfe. Der dafür vorgesehene oder bestgeeignete Termin wird anlässlich der Grundimmunisierung bestimmt. Doch für Erwachsene gelten einige Besonderheiten. So sollten Frauen im gebärfähigen Alter darauf achten, dass ihre letzte Impfe gegen Keuchhusten nicht länger als zehn Jahre zurückliegt.

Gleiches gilt für jegliches Personal im Gesundheitswesen wie Hebammen, Ärzte sowie Bedienstete in Gemeinschaftseinrichtungen von der Kita bis hin zum Altersheim. Hier geht es um den Schutz des ungeborenen beziehungsweise neugeborenen Kleinkindes. Diese Impfnotwendigkeit gilt ebenso für sämtliche Kontaktpersonen des Säuglings im privaten Bereich. Zu denen zählen Groß- und Urgroßeltern, Tagesmütter, Pflegeeltern, Babysitter und andere.

All diese Personen müssen sicherstellen, innerhalb der vergangenen zehn Jahre gegen Keuchhusten geimpft worden zu sein. Bei Erwachsenen wird diese Auffrischung mit den Impfen gegen Tetanus, Polio sowie Diphterie kombiniert. Ein Pertussis-Impfstoff ist nicht separat erhältlich, sondern immer nur als Kombiimpfstoff. Was wie aus welchem Anlass kombiniert wird, das entscheidet der behandelnde Hausarzt.

Anhand von Langzeitstudien wird geprüft, ob der bisherige Zeitraum von angenommenen zehn Jahren als Impfschutz noch ausreichend, oder aber zu kurz ist. STIKO und RKI aktualisieren  ihre Impfempfehlungen in regelmäßigen Abständen. Das betrifft auch zukünftige Änderungen bei der Keuchhustenimpfe.

 

Problemhäufigkeit mit Reaktion und Nebenwirkung äußerst gering

 

Die Pertussis-Impfung ist für Erwachsene insgesamt gut verträglich. Reaktionen wie Hautrötung, Hautschwellung oder leichte Schmerzen rund um die Einstichstelle sind keine Eigenart dieser Impfe, sondern bei Impfungen ganz allgemein üblich. In den Tagen nach dem Impfen können Reaktionen wie leichtes Frösteln, Müdigkeit oder leicht Erhöhte Temperatur auftreten.

All das ist nicht besorgniserregend, zumal diese Reaktionen innerhalb weniger Tage nachlassen. Beachtenswerter sind, wenn auch selten auftretend, Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, bis hin zur Erkrankung des Nervensystems außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Da der Kombiimpfstoff für die Keuchhustenimpfe auf den Körper und die Gesundheit des Erwachsenen ganz individuell abgestimmt wird, bleiben Nebenwirkungen in aller Regel aus.

Die Impfung selbst kann keine Keuchhustenerkrankung auslösen. Der Impfstoff enthält unschädlich gemachte Gifte der Erreger sowie andere ausgewählte Teile des Bakteriums. Gegen die soll die körpereigene Abwehr aktiviert werden. Eine dadurch bedingte Keuchhustenerkrankung ist ausgeschlossen. Nach neuesten Studien kann bereits ab einem Monat, ganz sicher jedoch ab anderthalb Jahren nach der letzten Kombiimpfe erneut aufgefrischt werden, ohne das abweichende Impfreaktionen oder Nebenwirkungen zu befürchten sind.

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