Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten

KeuchhustenBeim Keuchhusten, den man im Fachjargon auch als „Pertussis“ bezeichnet, handelt es sich um eine durch Bakterien ausgelöste Erkrankung des Atemapparates, speziell der Lungen. Er dauert meist sehr lange, darum auch die landläufige Bezeichnung „100 Tage Husten“.

Dank moderner Impfstoffe sind heutzutage kaum mehr Kinder oder Erwachsene von dieser Erkrankung betroffen. Zumindest nicht in unseren Breitengraden. Es ist daher wichtig, den Status Quo zu erhalten und seinen Nachwuchs zur Impfung zu schicken.

Selbst bei einem Ausbruch, kann man dieses Leiden jedoch sehr gut und effektiv behandeln.

Steckbrief: Keuchhusten

  • Name(n): Keuchhusten; Pertussis
  • Art der Krankheit: Infektionskrankheit
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Bakterien (Bordetella pertussis)
  • Wieviele Erkrankte: Ca
  • 50 Millionen Personen jährlich
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Kinderarzt; Pneumologe; Internist
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – A00-B99 – A30-A49 – A37

Was ist Keuchhusten?

Nach wie vor glauben die meisten Menschen, Keuchhusten würde nur Kinder treffen. Doch das ist definitiv falsch. Immer häufiger erkranken auch Erwachsene an den krampfartigen Hustenanfällen, die durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst werden und hochansteckend sind.
Noch vor gut 100 Jahren war Keuchhusten neben Diphtherie, Scharlach und Masern häufige Ursache für Kinder- und Säuglingssterblichkeit, Impfungen gegen Keuchhusten gab es noch nicht. Viele Kleinkinder und Babys starben an den Folgen der Erkrankung, die Lungenentzündungen, Schäden am Gehirn und Atemstillständen nach sich ziehen kann.

Nachdem flächendeckende Impfungen gegen Pertussis, so der medizinische Fachbegriff für Keuchhusten, eingeführt wurden, ging die Zahl der erkrankten Kinder stark zurück. Allerdings erkranken in den letzten Jahren wieder mehr Kinder, da die Impfbereitschaft vieler Eltern nachlässt. Erwachsene können sich mit Keuchhusten anstecken, wenn sie ihren Impfschutz nicht auffrischen lassen, da die Wirkung der Impfung nach ca. 5 bis 15 Jahren deutlich verringert ist. Gefährlich ist die Krankheit auch, weil selbst Geimpfte sie weitergeben können. Sie erkranken zwar nicht selbst, können die Erreger aber weiter geben.

Keuchhusten ist nach wie vor für nicht geimpfte Kinder und Babys gefährlich, weshalb sich Erwachsene impfen lassen sollten, vor allem, wenn ein Baby mit im Haus wohnt. Säuglinge haben keinen Nestschutz gegen Keuchhusten, und vor dem dritten Lebensmonat können sie nicht dagegen geimpft werden.

Unbehandelt kann Keuchhusten mehrere Wochen dauern und ist nicht nur unangenehm für die Betroffenen, sondern auch gefährlich und schmerzhaft. Keuchhusten zählt zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Behörden wie das Gesundheitsamt müssen bei einem Verdacht und einer konkreten Diagnose unterrichtet werden, genauso wie Kindergarten und/oder Schule, wenn ein Kind erkrankt ist.
Besonders wenn Kinder betroffen sind und typische Symptome zeigen, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.


Welche Ursachen führen zu Keuchhusten?

Wie die meisten Infektionskrankheiten wird Keuchhusten durch eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Personen, die den Erreger in sich tragen, können durch Händeschütteln, anderen körperlichen Kontakt oder durch ein Husten und/oder Niesen das Bakterium Bordetella pertussis übertragen. Seltener wird Keuchhusten auch durch das Bakterium Bordetella parapertussis weitergegeben.

Der Erreger setzt sich bei einer Übertragung im oberen Teil der Atemwege fest. Es befällt die Luftröhre und die Bronchien und vermehrt sich dort. Dabei werden Zellgifte gebildet, die von den Körperzellen aufgenommen werden. Diese Pertussis-Exotoxine sind schädlich für die Flimmerhärchen und die Schleimhäute und lösen Entzündungen aus, was wiederum zu Hustenanfällen und den anderen typischen Reaktionen einer Keuchhustenerkrankung führt.

Die höchste Gefahr für eine Ansteckung ist in der ersten Phase der Erkrankung, dem Stadium catarrhale mit seinen typischen Symptomen einer Erkältung.

Keuchhusten ist hoch ansteckend. In 70 bis 80% der Fälle stecken sich Menschen an, die mit einem Erkrankten in Kontakt kommen. Nach Abklingen der Krankheit entwickeln die wieder gesunden Patienten eine Immunität gegen eine Neuerkrankung mit Keuchhusten. Diese hält allerdings nur 10 Jahre an, danach können sie erneut erkranken, weshalb sie ein Risikofaktor insbesondere für ungeimpfte Kinder sind.

Neben Säuglingen und Kleinkindern sind auch Erwachsene mit schweren Grunderkrankungen wie Herzkrankheiten oder Tumoren gefährdet, sich mit Keuchhusten anzustecken. Senioren sind ebenfalls einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt, insbesondere, wenn sie einen schlechten Gesundheitszustand haben.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (104 Stimmen, Durchschnitt: 4,71 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise