Keuchhusten

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Keuchhusten

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Keuchhusten – nicht nur eine Kinderkrankheit

KeuchhustenNach wie vor glauben die meisten Menschen, Keuchhusten würde nur Kinder treffen. Doch das ist definitiv falsch. Immer häufiger erkranken auch Erwachsene an den krampfartigen Hustenanfällen, die durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst werden und hochansteckend sind.

Noch vor gut 100 Jahren war Keuchhusten neben Diphterie, Scharlach und Masern häufige Ursache für Kinder- und Säuglingssterblichkeit, Impfungen gegen Keuchhusten gab es noch nicht. Viele Kleinkinder und Babys starben an den Folgen der Erkrankung, die Lungenentzündungen, Schäden am Gehirn und Atemstillständen nach sich ziehen kann.

Nachdem flächendeckende Impfungen gegen Pertussis, so der medizinische Fachbegriff für Keuchhusten, eingeführt wurden, ging die Zahl der erkrankten Kinder stark zurück. Allerdings erkranken in den letzten Jahren wieder mehr Kinder, da die Impfbereitschaft vieler Eltern nachlässt. Erwachsene können sich mit Keuchhusten anstecken, wenn sie ihren Impfschutz nicht auffrischen lassen, da die Wirkung der Impfung nach ca. 5 bis 15 Jahren deutlich verringert ist. Gefährlich ist die Krankheit auch, weil selbst Geimpfte sie weitergeben können. Sie erkranken zwar nicht selbst, können die Erreger aber weiter geben.

Keuchhusten ist nach wie vor für nicht geimpfte Kinder und Babys gefährlich, weshalb sich Erwachsene impfen lassen sollten, vor allem, wenn ein Baby mit im Haus wohnt. Säuglinge haben keinen Nestschutz gegen Keuchhusten, und vor dem dritten Lebensmonat können sie nicht dagegen geimpft werden.

Unbehandelt kann Keuchhusten mehrere Wochen dauern und ist nicht nur unangenehm für die Betroffenen, sondern auch gefährlich und schmerzhaft. Keuchhusten zählt zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Behörden wie das Gesundheitsamt müssen bei einem Verdacht und einer konkreten Diagnose unterrichtet werden, genauso wie Kindergarten und/oder Schule, wenn ein Kind erkrankt ist.

Besonders wenn Kinder betroffen sind und typische Symptome zeigen, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Verschiedene Symptome in den drei Stadien der Krankheit

Keuchhusten verläuft in drei Stadien, wobei die erste Phase mit einer Inkubationszeit von 7 bis 20 Tagen die größte Ansteckungsgefahr bietet. Unbehandelt treten diverse Symptome auf.

Im ersten Stadium, dem sogenannten Stadium catarrhale, kann man grippeähnliche Symptome beobachten. Man fühlt sich matt, fiebrig und müde. Husten ist in dieser Phase noch nicht ausgeprägt, Schnupfen kommt häufig vor. Dieses erste Stadium dauert eine bis zwei Wochen.

Danach tritt die Krankheit in das zweite Stadium ein, das Stadium convulsivum. Hier bekommen Patienten kein Fieber mehr, dafür setzen die Hustenanfälle ein, die typisch für Keuchhusten sind. Hustenanfälle mit trockenem Husten, oft bis zu Erstickungsanfällen, treten mehrmals auf, vor allem nachts. Die Kranken husten, bis sie blau und rot anlaufen, bekommen fast keine Luft mehr. Schließlich husten sie Schleim aus, oft erbrechen sie auch. Danach hört der Husten für eine längere Zeit auf. Durch diese Anstrengungen können Kopfschmerzen, Muskelkater und Bauchschmerzen auftreten. Diese zweite Phase kann zwischen 4 und 6 Wochen anhalten.

In der dritten Phase, dem Stadium decrementi, lassen die Hustenattacken nach, was sich unbehandelt nochmals bis zu 4 Wochen hinziehen kann. Besonders erkrankte Säuglinge sind gefährdet, da ihre Atemwege noch eng sind und so schneller zuschwellen können. Außerdem können sie sich nicht selbst aufsetzen oder bewegen, um leichter atmen zu können. Es kann zu Erstickungsanfällen und Atemaussetzern kommen. Auch Lungenerkrankungen und Dauerschäden von Gehör, Atmung oder Gehirn können als Spätfolgen auftreten. Deshalb sollten Eltern unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn ihr Baby oder Kleinkind grippeähnliche Symptome zeigt.

Kinder mit Keuchhusten leiden oft unter Schlaflosigkeit und geringem Appetit. Bei Erwachsenen treten diese Symptome meist nicht auf. Allerdings kann bei ihnen eine Keuchhustenerkrankung auch wie eine Bronchitis aussehen, weshalb lang anhaltende Hustenanfälle mit einer Dauer über mehrere Wochen ärztlich untersucht werden sollten.

Bakterien sind die Ursache für eine Erkrankung mit Keuchhusten

Wie die meisten Infektionskrankheiten wird Keuchhusten durch eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Personen, die den Erreger in sich tragen, können durch Händeschütteln, anderen körperlichen Kontakt oder durch ein Husten und/oder Niesen das Bakterium Bordetella pertussis übertragen. Seltener wird Keuchhusten auch durch das Bakterium Bordetella parapertussis weitergegeben.

Der Erreger setzt sich bei einer Übertragung im oberen Teil der Atemwege fest. Es befällt die Luftröhre und die Bronchien und vermehrt sich dort. Dabei werden Zellgifte gebildet, die von den Körperzellen aufgenommen werden. Diese Pertussis-Exotoxine sind schädlich für die Flimmerhärchen und die Schleimhäute und lösen Entzündungen aus, was wiederum zu Hustenanfällen und den anderen typischen Reaktionen einer Keuchhustenerkrankung führt.

Die höchste Gefahr für eine Ansteckung ist in der ersten Phase der Erkrankung, dem Stadium catarrhale mit seinen typischen Symptomen einer Erkältung.

Keuchhusten ist hoch ansteckend. In 70 bis 80% der Fälle stecken sich Menschen an, die mit einem Erkrankten in Kontakt kommen. Nach Abklingen der Krankheit entwickeln die wieder gesunden Patienten eine Immunität gegen eine Neuerkrankung mit Keuchhusten. Diese hält allerdings nur 10 Jahre an, danach können sie erneut erkranken, weshalb sie ein Risikofaktor insbesondere für ungeimpfte Kinder sind.

Neben Säuglingen und Kleinkindern sind auch Erwachsene mit schweren Grunderkrankungen wie Herzkrankheiten oder Tumoren gefährdet, sich mit Keuchhusten anzustecken. Senioren sind ebenfalls einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt, insbesondere, wenn sie einen schlechten Gesundheitszustand haben.

Vorbeugung und Antibiotika sind die effektivsten Therapien gegen Keuchhusten

Am besten und sinnvollsten schützt man sich und seine Kinder mit einer Impfung gegen Pertussis. Die ständige Impfkommission STIKO empfiehlt eine Impfung für Säuglinge im Alter zwischen 2 und 14 Monaten, die viermal während dieses Zeitraums im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt durchgeführt werden sollten.

Kinder und Jugendliche sollten ihren Impfschutz im Alter von ca. 6 Jahren und dann noch einmal im Alter zwischen 9 und 17 Jahren auffrischen lassen.

Für Erwachsene ist es sinnvoll, bei einer kombinierten Impfung gegen Diphterie und Tetanus die Keuchhustenimpfung gleich mit erledigen zu lassen. Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten oder in sozialen Einrichtungen, müssen sich impfen lassen, wenn die letzte Impfung gegen Keuchhusten 10 Jahre und länger zurückliegt. Auch für Eltern, Großeltern oder Betreuungspersonal von Säuglingen und Kleinkindern wie Kinderpflegern oder Tagesmüttern ist eine Impfung sinnvoll.

Neben einer Impfung als vorbeugende Maßnahme gibt es auch akute Behandlungsmethoden, die im Fall einer Erkrankung vorgenommen werden. Meist werden Antibiotika verschrieben, die die Symptome, die zu Beginn der Erkrankung auftreten, mildern oder sogar die Krankheit abwehren können. Das funktioniert allerdings nur, wenn sie in einem frühen Stadium eingenommen werden. Ist die Krankheit fortgeschritten, können Antibiotika nur eine weitere Ansteckung anderer Personen verhindern, die Symptome aber nicht mildern oder die Krankheit verkürzen.

Um den Husten zu mildern, empfiehlt es sich, auf frische Luft und eine gewisse Luftfeuchtigkeit zu achten und viel zu trinken. Da viele Patienten mit Erbrechen und Übelkeit reagieren, sollten sie eher kleine Snacks und Imbisse über den Tag verteilt essen statt großer Mahlzeiten.

Kommt es zu einem Hustenanfall, sollte man sich aufrecht hinsetzen bzw. Kindern und Bettlägerigen aufhelfen und ihnen so das Atmen erleichtern.

Keuchhusten hat zwar seinen tödlichen Schrecken verloren, dennoch ist die Krankheit sehr ernst zu nehmen. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern sollte ein Arztbesuch bzw. eine stationäre Aufnahme ins Krankenhaus bei Verdacht und Diagnose unbedingt durchgeführt werden.

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