BakerZyste

Wer Schmerzen an einer ungewöhnlichen Stelle verspürt, nämlich in seiner Kniekehle, der könnte möglicherweise eine Baker-Zyste haben!

Diese meist als Folge- oder Begleiterkrankung auftretende Zyste erschwert es den Betroffenen zu laufen und schränkt dadurch deren Mobilität ein. Aber eine große Herausforderung für die moderne Schulmedizin ist sie nicht! Behandlungen gehen meist sehr schnell und kosten wenig Zeit und Nerven.

Was genau versteht man unter einer Bakerzyste?

Die sogenannte Bakerzyste, die auch unter dem allmählich veraltenden Namen „Poplitealzyste“ ist, stellt sich in Form einer mit Flüssigkeit gefüllten Zyste oder Blase in der Kniekehle dar, die dort das Gefühl von Enge und Ungemach verbreitet. Befindet sich das Knie in einer ausgeruhten Position, so bemerkt man die Zyste meist nicht und sie zeigt sich nicht schmerzend. Bewegt man sein Bein jedoch, indem man auftritt, geht, oder das Knie durchstreckt, so bemerkt man auch auch die Zyste und nimmt sie als schmerzenden Fremdkörper wahr.

Des Weiteren ist die Baker-Zyste oftmals keine eigenständige Krankheit, sondern vielmehr das Resultat einer beispielsweise vorliegenden Arthritis oder ähnlichem. Diese Krankheit ist u.a. dafür bekannt, dass sie zur Ablagerungen von Flüssigkeiten im Knie führt und somit das Entstehen der Baker-Zyste massiv begünstigt.

Nichtsdestoweniger handelt es sich bei der vorliegenden Krankheit um ein durchaus leicht behandelbares Phänomen, das in aller Regel mit wenig Aufwand beseitigt werden kann. Es ist zwar unangenehm, aber glücklicherweise nicht lebensbedrohlich. Deshalb sind von einer Bakerzyste betroffene Personen dazu angehalten schnellstmöglich medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um dem Leiden möglichst schnell und effizient entkommen zu können.

Welche Ursachen liegen einer Baker-Zyste zugrunde?

Etwaige Ursachen für die Baker-Zyste sind zahlreich. Jedwede Verletzung des Knies kann das Entstehen einer solchen begünstigen. Insbesondere Krankheiten wie Arthritis, Gonarthrose, Muskel- und Bänderrisse oder sonstiges. Dies gilt allerdings nur für Erwachsene. Interessanterweise sind Kinder betroffene Kinder meistens ohne Vorbelastungen und eine Entstehung dieser Zyste kommt bei ihnen spontan zustande. Die hierfür vorliegenden Gründe sind der Wissenschaft und der Forschung noch nicht vollkommen klar.

Darüber hinaus können Baker-Zysten aber auch mehr oder weniger spontan in Erwachsenen auftreten. Gleichwohl dies sehr selten ist.

Risikogruppen sind insbesondere Sportler oder Personen die in stark das Knie belastenden Berufen tätig sind. Dazu gehören bspw. Fließenleger, Landwirte, Reinigungskräfte usw.

Aber auch das Alter kann ein Risikofaktor sein. So sind ältere Personen häufiger betroffen als jüngere. Des Weiteren gilt zu beachten, dass besonders übergewichtige Menschen große Probleme mit ihren Knien haben können und diese darum auch gleichzeitig anfälliger für die Entwicklung einer Bakerzyste sind. Darum gilt es besonders für Personen, die gleichzeitig in mehrere Risikogruppen fallen, darauf zu achten, ob sie eine Baker-Zyste entwickelt haben oder nicht. Gerade im Anfangsstadium sind sie manchmal schwer zu erkennen und wirken eher wie ein Muskelkater.

Darum sollte man bereits bei einem Verdacht medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Welche Symptome können auftreten?

Wie bereits erwähnt, kann es durchaus im Rahmen des Möglichen sein, dass eine Bakerzyste keinerlei Schmerzen verursacht. Dennoch ist sie trotzdem meistens zu erfühlen.

Aber auch Bakerzysten, die keine Schmerzen bereiten, können potentiell gefährlich werden, indem sie anwächst und die Mobilität des betroffen damit einschränkt. Besonders häufig äußert sich die vorliegende Krankheit mit folgenden Symptomen:

  • Schwellungen des Knies. Sowohl die Rückseite, sprich die Kniekhele, als auch die Vorderseite können hierbei betroffen sein
  • Allgemeine ungewohnte Schmerzen im Knie. Besonders wenn der empfundene Schmerz atypisch zu sonstigen Beschwerden ist, sollte man ddarauf achten, ob man nicht möglicherweise eine Baker-Zyste ausgebildet hat
  • Versteifung des Knies und eingeschränkte Mobilität. Dies kann sich auch durch humpeln oder die Unfähigkeit aufzutreten äußern

Darüber hinaus verstärken sich die Symptome in ihrer Intensität oftmals, wenn man das Knie sportlich oder sonst irgendwie belastet. Dabei kann bereits leichtes Joggen oder sogar ein Spaziergang zu stärkeren Schmerzen führen. Darum sollte man bei Schmerzen in der Kniekehle nicht von einer allgemeinen Verstimmung ausgehen, sondern eher eine Baker-Zyste vermuten. Tatsächlich ist dies meistens der Fall. Insbesondere dann, wenn man ohnehin schon durch Krankheit und Verschleiß vorbelastete Knie hat.

Ebenso gilt für Eltern zu beachten, dass etwaige Knieschmerzen der Kinder durchaus eine solche Zyste bedeuten können. Daher ist es von besonderer Wichtigkeit, dass Eltern die Kniekehlen ihres Nachwuchses hin und wieder nach Schwellungen untersuchen und ggf. einen Mediziner einschalten.

Wie diagnostiziert man eine Bakerzyste und wie verläuft sie?

Oftmals reicht einem erfahrenen Arzt schon aus, den Patienten klassisch durch Abtasten zu examinieren. Baker-Zysten sind durch ihre prominente Position in der Kniekehle recht distinktiv von anderen Problemen mit dem Knie zu unterscheiden.

Nichtsdestoweniger kann der zuständige Mediziner, um auch Nummer sicher zu gehen, auch weitere tests einberaumen. Meistens bedient er sich hierfür sog. Scanning-Methoden. Diese schließen u.a. Röntgenbilder oder Aufnahmen aus dem Kernspintomographen mit ein.

Blutproben werden eher ungerne genommen. Die hängt nicht etwa damit zusammen, dass sie dem Arzt keine Hinweise auf die Baker-Zyste geben könnten, sondern vielmehr damit, dass sie ihm zu viele Hinweise geben. Das vorliegende Leiden imitiert mit seinen Symptomen oftmals wesentlich gravierendere Krankheiten. So sind die Blutergebnisse bei der Baker-Zyste gleich denen von Knochen- oder Blutkrebs. Das beunruhigt im Zweifelsfalle nur den Patienten und macht ihn nervöser als er sein müsste. Auch kann eine solche Zyste bisweilen als Blutgerinnsel fehldiagnostiziert werden. Aber auch das ist nicht allzu schlimm, wenngleich es wiederum ein erhöhtes Stresslevel im Patienten verursacht.

Aus diesem Grunde entscheiden sich die Ärzte bei Problemen in der Kniekehle zumeist nicht für eine Blutprobe, sondern eher für Scanning und Abtasten.

Der Verlauf der Erkrankung ist relativ stringent und zeigt von Fall zu Fall keine allzu großen Unterscheide auf. Meist beginnt sie mit leichten Schmerzen, die durchaus für einen Muskelkater gehalten werden können. Im laufe der zeit jedoch vergrößert sich die Bakerzyste zusehends und ebenso vergrößert sich auch der potentielle Schmerz. Nichtsdestoweniger kann es bisweilen sehr lange dauern, bis Betroffene sich zielgerichtet dahingehend untersuchen lassen.

Welche Behandlungsmethoden setzt man ein?

Hin und wieder kann es vorkommen, dass eine Baker-Zyste ganz von alleine verschwindet. Die Chancen einer vollständigen Selbstheilung jedoch sind eher gering. Darum wird der Arzt vermutlich eine der drei folgenden Methoden zur Behandlung empfehlen:

  1. Medikamente: Hierfür werden die Medikamenten, meist eine Mischung aus Cortison und Steroiden, direkt in die Zyste gespritzt. Aber auch salben und Cremes mit denselben Wirkstoffen sind mögliche Ansätze, um eine Baker-Zyste erfolgreich medikamentös zu behandeln oder vielmehr zu kurieren.
  2. Trocken legen: Der behandelnde Arzt kann sich ebenso dazu entschließen, die Flüssigkeit aus der Schwellung abzuleiten, bzw. austropfen zu lassen. Das bringt oftmals eine direkte Linderung mit sich und führt darüber hinaus auch oftmals zum vollständigen Verschwinden der Zyste. Um dies zu bewerkstelligen, führt er lediglich eine Nadel in das Wundgewebe ein und entfernt die Flüssigkeit ähnlich einer Spritze.
  3. Physiotherapie: Ebenso kann Physiotherapie ein guter Ansatz sein, um die vorliegende Krankheit erfolgreich auszumerzen. Dazu wird das Knie zunächst dadurch entlastet, dass man den Patienten auf Krücken gehen lässt. Darüber hinaus sollen täglich Eispackungen auf die betroffene Stelle gelegt werden. Auch spezielle Übungen sind unter Aufsicht von Fachpersonal auszuführen.

Operationen oder chirurgische Eingriffe sind in aller Regel keine Option für die Behandlung dieses Leidens. Dies liegt daran, dass der Aufwand-Nutzen-Faktor schlicht in keinem Verhältnis zueinander steht. Allein in besonders schweren Fällen, können kleine Eingriffe manchmal notwendig werden. Diese sind aber äußerst selten.

Gibt es Hausmittel und Alternativen?

Ja, die gibt es. Alle bekannten Hausmittel, die die Knie stärken und gegen Zysten einsetzbar sind, können hier verwendet werden. Allerdings sollte man natürlich darauf achten, dass es nicht zu allergischen Reaktionen oder ähnlichem kommt. Auch wenn man bereits medikamentös eingestellt wurde, sollte man eine kurze Rücksprache mit dem behandelnden Arzt führen, bevor man mit den Kräutern und Aufgüssen loslegt. Dies kann im Zweifelsfalle Fehlreaktion verhindern.

Aber auch Heilpraktiker und Masseure bieten gute Beratung und helfen zudem bei der Nachbehandlung, wenn die Baker-Zyste auskuriert ist.

Kann man gegen eine Baker-Zyste vorbeugen?

Es ist nicht wirklich möglich, gegen diese Erkrankung vorzubeugen. Zum einen nicht, da sie spontan auftreten kann, wie beispielsweise bei Kindern und zum anderen weil sie meist infolge einer vorhergehenden Erkrankung auftritt und es diese zu verhindern gegolten hätte. Darum wäre die Nennung gezielte prophylaktischer Maßnahmen hier irreführend und falsch.

Häufige Fragen

Ist viel Sport ein möglicher Auslöser?
– Definitiv kann häufiger Sport zu Problemen mit en Knien führen und diese Wiederum das Entstehen einer Baker-Zyste begünstigen. Also ist Sport tatsächlich ein indirekter Auslöser für diese Krankheit.

Kann ich die Zyste selbst aufstechen?
– Können schon … die Frage ist, ob man danach noch viel kann. Bei einer laienhaften Behandlung von Zysten, Pickeln, Geschwulsten und Beulen kann es sehr schnell sehr gefährlich werden. Das liegt daran, dass bei unsachgemäßer Öffnung von Zysten die hochinfektiöse Wundflüssigkeit oftmals ungehindert ins Blut gelangt und somit weitaus schlimmere Infektionen hervorrufen kann. Darum gilt: Hände weg von der Eigenbehandlung!

Hat mein Kind eine Baker-Zyste?
– durchaus möglich. Viele Kinder entwickeln, wie bereits erwähnt, dieses Phänomen eher spontan. Sollte der Nachwuchs häufig über seltsame Schmerzen im Bereich der Knie klagen, so empfiehlt es sich, wenn man die Kniekehlen einmal gründlich abtastet. Bemerkt man dabei etwas Irreguläres, sollte man einen Arzttermin vereinbaren. Es muss nicht gleich am nächsten Tag sein, aber man sollte sich auch nicht allzu viel Zeit dabei lassen.

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