Muskelkater

Der Muskel-Kater

Jeder, der Sport treibt kennt sie, die manchmal echt fiesen Schmerzen ein oder zwei Tage nach der sportlichen Betätigung. Bei der kleinsten Bewegung zieht es, sticht und krampft in Armen, Beinen und Bauch. Sport soll doch so gesund sein! Aber muss es hinterher immer so weh tun?

Muskelkater kennt jeder: das unverkennbare, unangenehme bis schmerzhafte Ziehen in den Muskeln, das oftmals nach den verschiedensten, körperlichen Bewegungen auftritt. Ob bei Kindern oder Erwachsene: Unter Muskelkater kann man in nahezu jedem Alter leiden.

Woher kommt der Muskelkater?

MuskelkaterMuskelkater

tritt oftmals nach starkem, ungewohntem Sport oder nach weiteren körperlichen Bewegungen auf.

Typisch sind hier vor allem Waden- und Oberschenkelschmerzen.

Allerdings kann es durchaus auch zu Muskelkater in den Armen oder an weiteren Körperstellen kommen.

Zu den charakteristischen Anzeichen von Muskelkater gehört auch, dass der Schmerz zumeist erst nach mehreren Stunden und nicht sofort, nach der auslösenden Bewegung einsetzt.

Bei einem Muskelkater löst zumeist die Bewegung der jeweiligen Muskeln starke Schmerzen aus.

Des Weiteren fühlen sich den beanspruchten Muskeln oftmals hart und geschwollen an. Zudem sind sie kraftlos und druckempfindlich. Der Betroffenen leidet unter einer Muskelschwäche. Die maximale, vorhandene Muskelkraft kann hier bis zu 30 Prozent reduziert werden, wobei die starken Schmerzen zudem die Beweglichkeit verringern.

Muskelkater erreicht in der Regel nach ein bis drei Tagen seine maximale Intensität. Bereits einige Tage später verschwindet der Schmerz dann normalerweise von selbst. Muskelkater heilt von selbst aus und hinterlässt keine bleibenden Schäden.

Bei starker, ungewohnter oder äußerst langer Belastung der Muskulatur, sei es im Fitnessstudio oder bei der Gartenarbeit, kann ein bis drei Tage später ein Muskelkater auftreten. Die beanspruchten Muskeln schmerzen bei der kleinsten Bewegung oder Berührung, sind nicht mehr so leistungsstark wie gewohnt und fühlen sich steif und verhärtet an.

Mit dieser Reaktion zeigen die Muskeln, dass sie zu stark belastet und nach der Anstrengung nicht entspannt wurden.

Ursachen

Die Ursache eines Muskelkater ist immer eine Überbeanspruchung der Muskulatur. Durch die zu große Belastung, beispielsweise beim starken Abfedern eines Sprungs oder Absetzten eines großen Gewichtes, entstehen in den Muskelfasern kleinste Risse, sogenannte Mikroverletzungen, die nach einigen Stunden zu Entzündungen im Muskel führen.

Dabei dehnt sich der arbeitende Muskel und die Muskelfasern reißen ein. Der Körper beginnt nun, die entstandenen Schäden zu reparieren. Es entstehen kleine Entzündungsherde, Wasser bildet sich in den Muskelfasern, der Muskel schwillt an und verhärtet. Durch diese Ausdehnung werden die typischen Muskelkaterschmerzen verursacht.

MuskelkaterDie Hauptursache für einen Muskelkater sind sehr kleine Risse, die im Allgemeinen als Mikroverletzungen bezeichnet werden, innerhalb der Muskelfibrillen.

Aus den Muskelfibrillen setzen sich die Muskelfasern zusammen. Diese Verletzungen treten aufgrund von ungewohnten Bewegungsmustern auf.

Sehr gefährlich sind hier beispielsweise starke, plötzliche Abbremsbewegungen. Hierbei dehnt sich der jeweils beanspruchte Muskel und die diversen Muskelfasern reißen ein.

Da der Körper versucht, die Schäden zu reparieren, treten kleinste Entzündungsherde auf. Zudem tritt Wasser in den Fasern ein und bildet so kleinere Wasseransammlungen, die als Ödeme bezeichnet werden. Die Ödeme lassen daraufhin den betreffenden Muskel anschwellen und durch die eben genannte Dehnung tritt der Muskelkater auf.

Sportarten, bei deren Ausführung es sehr oft zu Muskelkater kommt, sind beispielsweise Fußball, Tennis und Kraftsport. Häufige Stopp- sowie Antrittsbewegungen sind sehr kritisch im Hinblick auf Muskelkater. Bei einem gleichmäßigen Laufen kommt es dagegen seltener zu Muskelkater.

Je untrainiert der Betroffene ist, umso größer ist die Gefahr eines Muskelkaters. Doch auch bei gut trainierten Athleten sind neue Bewegungsabläufe ein Risiko. Des Weiteren können Ermüdungserscheinungen, wie etwa bei einem langen Wettkampf, dafür sorgen, dass sich die Muskelkoordination verschlechtert und auf diese Weise zu einem Muskelkater führt.

Seltener gründet ein Muskelkater auf Erschöpfung. Hier entsteht nach einem intensiven, lang anhaltenden Stoffwechsel, wie etwa durch einen Marathon, Muskelkater. Aufgrund des hier entstehenden Energiemangels treten Zell-Schäden auf. Während der Reparaturen dieser Schäden kommt es zu Entzündungen. Allerdings ist es ebenfalls möglich, dass ein Muskelkater durch epileptische Krämpfe entsteht.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Treten ein bis drei Tage nach einer körperlichen Anstrengung Schmerzen in den betroffenen Muskelpartien auf, handelt es sich meist um einen Muskelkater. Die Muskeln fühlen sich steif an, sind eventuell verhärtet und druckempfindlich. Ebenso ist ein Kraftverlust üblich. Ein Muskelkater ist eine vollkommen ungefährliche Erkrankung, die betroffenen Muskeln erholen sich relativ schnell von den Anstrengungen. Schmerzen und Missempfindungen werden täglich geringer und etwa nach einer Woche ist der Muskelkater verschwunden. Die Muskulatur ist wieder so leistungsfähig wie zuvor.

Jedoch kann der Muskelkater bei der nächsten Anstrengung erneut auftreten. Trainiert man seine Muskulatur regelmäßig und sorgt anschließend für entsprechende Entspannung und Dehnung, verringert sich die Gefahr, einen Muskelkater zu bekommen.

Komplikationen sind bei einem Muskelkater selten. Lassen die Schmerzen nicht im Laufe von einigen Tagen nach, könnte jedoch eine ernsthafte Verletzung des Muskels, wie ein Muskelfaserriss oder eine Zerrung, vorliegen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Im Normalfall ist bei einem Muskelkater kein Arztbesuch erforderlich. Das Schmerzen der Muskulatur lässt von allein nach und ist in der Regel nach einer Woche verschwunden.

Sollte dies nicht der Fall sein oder die Schmerzen sich verschlimmern, kann eine andere, schwerwiegendere Erkrankung vorliegen. Es besteht die Möglichkeit eines Muskelrisses, einer starken Zerrung oder gar einer Knochenverletzung. Auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten kann Muskelschmerzen zur Folge haben.

Der Arzt wird zunächst in einem Gespräch herausfinden, ob extreme sportliche Belastung als Auslöser für die Muskelschmerzen in Frage kommt. Ist die nicht der Fall, wird eine körperliche Untersuchung der betroffenen Muskulatur Aufschluss bringen. Besteht der Verdacht einer Muskel- oder Knochenverletzung, wird der Arzt sich mit einer Ultraschalluntersuchung oder einem Röntgenbild Klarheit verschaffen. Bestätigt sich der Verdacht, leitet der Arzt eine entsprechende Behandlung ein.

Behandlung & Therapie

Beim Muskelkater handelt es sich um eine Verletzung der Muskulatur. Demnach ist in erster Linie körperiche Schonung zu empfehlen. Das heißt aber nicht, dass jegliche Belastung zu vermeiden ist. Ein Muskelkater heilt erfahrungsgemäß schneller aus, wenn ein leichtes Training, wie zum Beispiel Walken, absolviert wird.

Bei starken Schmerzen können Schmerzmittel zur Linderung eingenommen werden. Den Muskelkater selbst heilen sie nicht.

Als heilungsfördernd hat sich Wärme erwiesen. Warme Bäder oder ein Saunabesuch steigern die Durchblutung der Muskeln und fördern so die Heilung.

Passives Dehnen und leichte Lockerungsübungen führen zu einer Entkrampfung der Muskulatur und lindern ebenfalls den Schmerz.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Muskelkater

Wenn man unter Muskelkater leidet, sollten die jeweiligen Stellen nicht durchgeknetet werden, denn Massagen tragen hier nicht zu einer Heilung oder Linderung der Schmerzen bei.

Ganz im Gegenteil: Wenn zu stark massiert wird, sind Massagen eine zusätzliche Irritation der bereits geschundenen Muskel dar. Dadurch käme es zu einer Verzögerung des Heilungsprozesses. Bei Muskelkater hilfreich ist Entspannung.

So ist nach dem Sport beispielsweise ein heißes Bad mit etwa Fichtennadeln, Eukalyptus oder Arnika beziehungsweise ein Saunabesuch empfehlenswert. Hier wirkt sich die Verknüpfung aus Wärme und Heilpflanzen anregend auf die Durchblutung aus.

Zudem ist es ratsam, im Laufe der Ausheilungsphase weitere große Belastungen zu vermeiden, da der beanspruchte Muskel Erholung benötigt. Dagegen können leichte Aktivitäten mit angenehmen, sanften Bewegungen, wie etwa Gymnastik, Spazierengehen und Schwimmen die Durchblutung fördern und auf diese Weise die Regeneration unterstützen.

Im Allgemeinen werden homöopathische Anwendungen mit Arnika, etwa als Gel oder Globuli, empfohlen. Deren Wirksamkeit konnte in Studien jedoch noch nicht nachgewiesen werden.

Sollten die Muskelkater-Beschwerden zu stark werden, ist es zur kurzfristigen Anwendung auch möglich, entzündungshemmende Schmerzmittel einzunehmen. Diese helfen zwar nicht dabei, den Muskelkater zu überwinden aber dafür können die Schmerzmittel eine vorübergehende Linderung erwirken.

Sollte der Muskelkater nach mehreren Tagen immer noch nicht abgeklungen sein oder kommen sogar weitere Beschwerden dazu, dann ist es ratsam, einen Arzt hinzuziehen. Der Arzt ist in der Lage, festzustellen, ob andere Auslöser für den Muskelkater verantwortlich sind, wie etwa eine Zerrung oder auch ein Muskelfaserriss.

Zudem ist es ebenfalls möglich, einem Muskelkater vorzubeugen. Hier gilt es vor allem, sich selbst nicht zu überschätzen. Zwar sind die Muskeln in der Lage, starke Kräfte auszuhalten aber oftmals mutet man sich eine ungewohnte oder auch zu starke körperliche Betätigung zu beziehungsweise es wird die eigene Belastbarkeit überschätzt.

So sollte man untrainierte Muskeln nicht gleich zu Beginn zu lange und zu stark belasten. Wesentlich besser ist dagegen ein regelmäßiges Ausdauertraining, das eventuell mehrmals in der Woche durchgeführt wird. Das hilft dabei, einem Muskelkater vorzubeugen.

Außerdem sollte man die eigenen, sportlichen Leistungen lediglich langsam steigern. Mithilfe von einem Trainingsplan gelingt das normalerweise sehr gut, da man hiermit einen guten Überblick über das eigene Training behält.

Des Weiteren ist es hilfreich, die Muskulatur noch vor dem Sport mithilfe von durchblutungsfördernden Lotionen oder Ölen einzureiben. Zudem verbessert ein gutes Aufwärmprogramm die Funktionsfähigkeit der Muskeln sowie die Koordination und fördert ebenso die Durchblutung. Hier empfiehlt es sich, ebenfalls Dehnungsübungen in das Aufwärmprogramm mit einzubauen.

Dehnungsübungen minimieren nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung, sondern ebenfalls die Gefahr eines Muskelkaters. Wer jedoch langsam Walken oder Joggen möchte, der kann getrost auf das Aufwärmtraining verzichten.

Ein weiterer Tipp, um Muskelkater vorzubeugen, ist, wieder langsam mit dem Training aufzuhören und mithilfe von weiteren Dehnungsübungen den Muskeltonus zu senken. Außerdem soll es zur Prävention ebenfalls helfen, sich sofort nach der jeweiligen sportlichen Betätigung für einige Minuten in kaltes Wasser zu begeben. Die ideale Wasser-Temperatur liegt hier bei etwa zehn bis 15 Grad. Allerdings muss hierbei darauf geachtet werden, sich nicht zu erkälten.

Da es sich bei einem Muskelkater um eine Verletzung der Muskeln handelt, wird in der Regel zu einer vorübergehenden Schonung geraten. Hohe Kraftbelastungen sind dann zu vermeiden. Wer dennoch nicht auf sein Training verzichten möchte, der sollte es jedoch langsam angehen. Hier müssen die sportlichen Belastungen dann deutlich geringer ausfallen, als diejenigen, die den derzeitigen Muskelkater ausgelöst haben.

Empfehlenswert sind unter anderem leichtes Radfahren oder auch verschiedene Bewegungsübungen im Wasser. Eine leichte sportliche Betätigung kann unter Umständen sogar dazu beitragen, die beschädigten Muskeln schneller zu reparieren. Möglich wird das durch die Anregung des Stoffwechsels.

 

Alternative Medizin & Hausmittel

Hausmittel

Wer einem Muskelkater vorbeugen möchte, beginnt sein Training mit einer Aufwärmphase. So werden alle für die kommende Belastung erforderlichen Körperfunktionen auf Betriebstemperatur gebracht. Sportlich Ungeübte oder Sportler, die nach einer längeren Pause wieder mit dem Training beginnen, sollten ihr Programm stufenweise steigern und regelmäßig trainieren. So werden die Muskeln nicht überfordert, der Muskelkater bleibt aus oder tritt nur gemäßigt auf.
Auch die Ernährung spielt für die optimale Funktion der Muskeln eine Rolle. Produkte, die reichlich Kalzium, Kalium und Magnesium enthalten, unterstützen den Muskelstoffwechsel und können einem Muskelkater vorbeugen. Also sollten bei sportlicher und körperlicher Anstrengung immer Getreide- und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen.

Kommt es doch einmal zu einem Muskelkater, helfen Hausmittel über die ersten, schlimmen Tage hinweg.

  • nach dem Sport erst warm, dann kalt abduschen, löst Muskelverspannungen
  • sanfte Bürstenmassagen entspannen
  • ein Sud aus Oregano als Zusatz im Bad nach dem Sport entspannt
  • die Einreibung mit Latschenkiefernöl wirkt durchblutungsfördernd
  • Senfmehl im Bad löst Verspannungen und regt an
  • Johanniskrautöl löst Muskelverspannungen
  • Einreibungen mit Arnikatinktur wirken schmerzlindernd
  • ein Wickel mit Apfelessig lindert die Verspannung
  • Pferdesalbe kühlt erst und wärmt dann die Muskulatur

Alternative Behandlungsmethoden

  • Schwedenkräuter
  • Jonen-Salbe

Behandlungen

 


Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Angelika
  • Arnika
  • Fichte
  • Johanniskraut
  • Kampfer
  • Kiefer
  • Lavendel
  • Rosmarin
  • Wacholder

Ätherische Öle

  • Cajeput
  • Eukalyptus
  • Fichte
  • Kampfer
  • Kiefer
  • Minze
  • Rosmarin
  • Wacholder
  • Zypresse

Homöopathie


Schüssler-Salze


Diät & Ernährung

 


Alternative Behandlungen

FAQ – Fragen & Antworten

 

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