Gonarthrose

Die Gonarthrose ist ein Leiden das die Menschen schon seit frühester Zeit heimsucht. Es handelt sich hierbei um den Verschleiß und die Abnutzung des Kniegelenkes.

Jeder Mensch, der sich viel bewegt und ein aktives Leben führt, steigert auch gleichzeitig seine Chance darauf, eines Tages eine Kniegelenkarthrose zu entwickeln. Vielleicht ist sie sogar so stark, dass das verschlissene Gelenk gegen ein neues ausgetauscht werden muss.

Alles in allem ist die Gonarthrose sicherlich nicht angenehm, lässt sich aber manchmal nicht vermeiden. Besonders einige Berufsgruppen können sich kaum vor dieser Krankheit schützen. Nicht zuletzt deswegen wurde Gonarthrose auch im Jahre 2009 als offizielle Berufskrankheit anerkannt.

Was genau versteht man unter einer Gonarthrose?

Der Begriff „Gonarthrose“ löst bei vielen Menschen zunächst keine Assoziationen aus. Dafür können mehr Personen etwas mit dem Begriff „Kniegelenkarthrose“ anfangen. Beide sind synonym für ein und dieselbe Krankheit zu verwenden.

Man bezeichnet mit diesen begriffen den Verschleiß der Kniegelenke. Oder vielmehr den Verschleiß von deren knorpeligen Teilen. Dies kann vielerlei Gründe haben. Schwere körperliche Arbeit, sportliche Belastungen, Alter oder allgemeine Schwäche der Gelenke sind nur einige dieser möglichen Faktoren.

Um diese Erkrankung jedoch genauer verstehen zu können, muss man sich zunächst darüber klar werden, dass das Kniegelenk des Menschen aus drei einzelnen Elementen besteht. Diese drei Elemente oder Einzelteile des Kniegelenks können entweder einzeln oder alle gleichzeitig von Verschleiß heimgesucht werden. Je nachdem wieviele einzelne Komponenten betroffen sind und wie stark, gestaltet sich die Schwere der Krankheit.

Die besagten drei Komponenten des Kniegelenks sind:

  1. Femoropatellargelenk
  2. Mediales Kompartment
  3. Laterales Kompartment

Manchmal reichen Medikamente zur Heilung aus, manchmal sind chirurgische Eingriffe notwendig und in besonders schweren Fällen muss ein künstliches Kniegelenk eingesetzt werden. Ist letzteres der Fall, wird darüber hinaus Physiotherapie zu einem essentiellen Bestandteil der Behandlung, die sich oftmals über Jahre ziehen kann.

Insgesamt ist diese aus Verschleiß resultierende Krankheit sehr unangenehm und schränkt Betroffene in ihrer Mobilität teils sehr stark ein. Darum ist es wichtig, dass man selbst bei kleinen Beschwerden medizinische Beratung in Anspruch nimmt. Dies dient nicht nur der Früherkennung, sondern der Arzt kann dem Patienten auch nützliche Tipps und Tricks vermitteln, wie er den Verschleiß zukünftig minimieren und reduzieren kann.

Welche Ursachen liegen einer Gonarthrose zugrunde?

Die Ursachen für eine Kniegelenkarthrose sind vergleichsweise vielfältig. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Verschleiß ein wichtiger Faktor im Entwickeln dieser Krankheit ist und dieser durch eine enorma bandbreite von Aktivitäten ausgelöst werden kann.

Im Folgenden nur einige der gängigsten Auslöser für eine Gonarthrose:

  • Körperliche Arbeit im Knien: Hierzu gehören bspw. Fließenleger, Waldarbeiter, Werftarbeiter, Bergleute, Landwirte, Ernethelfer, Reinigungskräfte uvm.
  • Extremsportler: Besonders belastet sind hierbei Personen, die laufintensive Sportarten ausüben, aber auch Weitspringer sind aufgrund der starken Kräfte beim Aufkommen erhöht von Kniegelenkarthrose betroffen. Typische Sportarten mit hohem Verschleiß sind z.B.: Marathonlaufen, Sprint, Weitsprung, Stabhochsprung, Triathlon, Fahrradfahren uvm
  • Alter: Gerade alte Menschen, die ein moderat aktives leben geführt haben, sind oftmals von dieser Erkrankung betroffen. Alte Menschen, die weniger aktiv waren oder sind, werden dementsprechend seltener mit einem Verschleiß des Kniegelenkes zu kämpfen haben.
  • Unfälle: Manche Unfälle belasten die Knie sehr stark und fördern damit einen Verschleiß oder zerstören die Gelenke direkt, wie bspw. schwere Autozusammenstöße und dergleichen mehr.

Rein natürliche Ursachen für die Entwicklung einer Gonarthrose sind also eher selten bis nicht vorhanden. Obgleich es bisweilen vorkommen kann, dass die Kniegelenke mancher Personen schlicht von Geburt an sehr schwach sind. Dennoch bedarf es auch hier einer gewissen Bewegung, um genügend Verschleiß zu erzeugen, dass dieser sich merklich negativ auf die Mobilität der Betroffenen niederschlüge.

Gonarthrose als Diagnose häuft sich immer mehr. Viele Forscher vermuten dahinter, dass Menschen zu alt für ihren Körper werden. Durch das schnelle Voranschreiten der Medizin werden Menschen heutzutage viel Älter als ihre Vorfahren. Das ist auch schön und gut. Nichtsdestotrotz ist der Körper meist nicht für eine solche Dauer konzipiert und gibt nach einer gewissen Zeit nach. Das ist belastend, aber nicht weiter bedenklich. Da auch in diesen Fällen meist sehr schnell und gut Abhilfe geleistet werden kann.

Darüber hinaus trifft dieser Verschleiß nicht jeden, was durchaus ein Zeichen dafür sein kann, dass sich der menschliche Körper langsam aber sicher dem potentiell höheren Durchschnittsalter, das er zu erreichen imstande ist, anpasst.

Welche Symptome können auftreten?

Die Symptome einer Gonarthrose sind bei Betrachtung des Krankheitsbildes nicht näher verwunderlich. Gerade zu Beginn, wenn der Verschleiß und seine Begleiterscheinungen nur in Maßen vorhanden sind, unterschätzt man die Situation gerne einmal. Dabei ist gerade die erste Zeit, in der sich Symptome bemerkbar machen, entscheidend. Schließlich können dann noch Maßnahmen ergriffen werden, die zumindest das Gröbste noch verhindern oder verlangsamen können. Doch leider gehen Betroffene in der Frühphase nur selten zum Arzt.

Schwierigkeiten beim Gehen, beim Stehen, beim Sitzen und beim Knien sind allesamt Indikatoren für eine Kniegelenkarthrose. Dabei kann es sein, dass Betroffene den Schmerz nicht immer am stärksten im Knie selbst fühlen. Bisweilen strahlt er auch auf Hüfte und die untere Wirbelsäulenpartie aus. Das trägt nicht selten zur Verwirrung des Patienten sowie des Arztes bei.

Ebenfalls sollte man auf die Geräusche achten, die das Knie beim Gehen erzeugt. Ein dauerhaftes, dumpfes Knirschen des Gelenks ist möglicherweise ein Symptom, dass direkt auf eine Gonarthrose hinweist.

Je weiter die vorliegende Krankheit voranschreitet, desto stärker werden die Symptome, insofern keine medizinische Behandlung seitens des Patienten in Anspruch genommen wurde. In extremen Fällen kann es zur vollkommenen Immobilität des Patienten kommen, da dessen Kniegelenke schlicht über eine Rettung hinaus verschlissen sind. In diesen Fällen helfen nur noch künstliche Gelenke oder ein Rollstuhl. Man sollte es darum erst gar nicht so weit kommen lassen und direkt einen Arzt aufsuchen. Selbst bei nur geringem Verdacht auf eine Gonarthrose.

Wie diagnostiziert man eine Gonarthrose und wie verläuft sie?

Das primäre diagnostische Mittel, das bei Verdacht auf eine Kniegelenkarthrose eingesetzt wird, ist logischerweise das Scanning-Prinzip. Das heißt, es werden mithilfe bildgebender Verfahren, wie Röntgen und Kernspin, Aufnahmen des Inneren des Körpers angefertigt. Diese sind ausschlaggebend für eine erfolgreiche Diagnose.

Es fällt selbst erfahrenen Orthopäden bisweilen recht schwer, eine Gonarthrose nur mittels Abtasten festzustellen. Glücklicherweise müssen sie sich nicht (mehr) nur auf dieses Mittel verlassen. Röntgenaufnahmen oder Bilder aus dem Computertomographen bieten oftmals alle Informationen auf einen Blick, die benötigt werden, damit der behandelnde Arzt eine solide Diagnose stellen kann.

Um den genauen Schweregrad der Abnutzung festzustellen sind allerdings häufig noch weitere Diagnoseverfahren nötig. Beispielsweise ist die medizinische Geschichte des Patienten für den behandelnden Arzt interessant. Darüber hinaus spielt der Beruf des Betroffenen, wie bereits erwähnt, eine wichtige Rolle. Deshalb sollte der zuständige Mediziner auch darüber ausreichend informiert werden.

Der Verlauf einer Gonarthrose ist meistens typisch. Das heißt, es kommt nur selten zu Abweichungen in der Darstellung der Krankheit von Fall zu Fall.

Der beginn zeichnet sich durch leichte Beschwerden beim Gehen aus. Diese werden immer schlimmer und gravierender, bis der Betroffene seine Knie überhaupt nicht mehr nutzen kann.

Es ist sozusagen ein sich stets steigernder Prozess, der mit dem Verlust der Mobilität endet, insofern man keine medizinische Behandlung in Anspruch nimmt.

Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Je nach schwere des individuellen Falles, stehen dem Arzt verschiedene Ansätze einer möglichen Behandlung offen. Darunter sind sowohl konservative als auch progressive Methoden, d.h. dass er die Auswahl zwischen einer medikamentösen oder einer chirurgischen Behandlung hat. Erstere empfiehlt sich jedoch meist nur in sehr frühen Stadien, wenn der Verschleiß des Knies noch nicht allzu weit vorangeschritten ist.

Bei einer medikamentösen Behandlung werden zumeist Schmerzmittel gereicht. Diese helfen zwar nicht gegen die eigentliche Ursache der Gonarthrose, aber sie machen es für die Betroffenen erträglicher und ermöglichen es ihnen, ihren Beruf ggf. trotzdem weiterhin ausüben zu können.

Die operativen Methoden, um einer Kniegelenkarthrose entgegenzuwirken sind im direkten Vergleich dazu eher ursachenorientiert. Es stehen diverse Techniken zur Verfügung, die sich erprobt und bewährt haben. Welche Operationstechnik einzusetzen ist, muss der Arzt oder Chirurg fallspezifisch entscheiden.

Häufigste Formen sind:

  • Umstellungsosteotomie: Hierbei werden eventuell schief- und / oder fehlstehende Knochen mittels eines chirurgischen Eingriffes begradigt oder deren Position wieder korrigiert. So geschieht es im Falle der vorliegenden Krankheit dann auch mit dem Kniegelenk. Dieses wird nach Möglichkeit so weit berichtigt, dass es wieder anstandslos funktionert. Diese Technik ist allerdings nur in leichten Fällen zu benutzen und bringt bei großem Verschleiß kaum Erfolg mit sich.
  • Arthroskopisches Gelenkdébridement: Bei diesem verfahren wird die durch den Verschleiß aufgeraute Oberfläche des betroffenen Kniegelenkes wieder geglättet. Dadurch fällt es den Betroffenen wesentlich leichter, sich zu bewegen und die Schmerzen bei laufintensiven Tätigkeiten lassen spürbar nach
  • Einsetzen eines künstlichen Gelenks: Ist das Knie nicht mehr zu retten, setzt man in letzter Instanz oft ein künstliches Kniegelenk ein. Diese sind zumeist aus Platin oder bestimmten langlebigen Kunststoffen und müssen in der Regel nicht erneuert werden. Dennoch kann es geschehen, dass auch diese sich mit der Zeit abnutzen.

Gibt es Alternativen?

Ja. Es gibt sie aber nicht nur, sie werden zum Teil auch von Medizinern empfohlen und von den Kassen bezahlt. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn das Leiden als Berufskrankheit anzusprechen ist.

Häufige Anwendung finden beispielsweise folgende Methoden:

  • Orthopädische Schuhe: Spezielle Schuhe mit einer dämpfenden und / oder den Gang abfedernden Sohle, werden bisweilen verschrieben und schaffen darüber hinaus tatsächlich Linderung. Sie sind insbesondere dann sinnig, wenn der Betroffene trotz eines Entlastungsgebotes nicht auf seine Beine verzichten kann.
  • Gehhilfen: Gehstock, Krücke, Rollstuhl Rollator und Co. sehen zwar nicht schick aus, können Betroffenen das Leben aber oftmals sehr erleichtern. In der Regel übernimmt die Kasse diese Anschaffungen.
  • Massagen: Auch Massagen können Linderung bringen. Jedoch sollte man dabei nicht vergessen, dass das Hauptproblem dabei nicht in angreifbar ist.

Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl anderer Methoden, diese sind jedoch teilweise sehr befremdlich oder fallspezifisch und sind daher direkt beim Arzt oder bei einem Heilpraktiker zu erfragen.

Gibt es Hausmittel

Auch die gibt es. Zu empfehlen ist alles, was den Schmerz lindert und die Beine stärkt. Viele Menschen schwören diesbezüglich auf den Einsatz von Nelkenöl, das einen beinahe betäubenden Effekt hat.

Aber wie für alles gilt: Nicht übertreiben! Viele Hausmittel verursachen allergische Reaktionen, deshalb sollte man vor einer Anwendung eines solchen stets darauf achten, Rücksprache mit seinem Arzt zu halten.

Vorbeugung und Prophylaxe

Sicherlich könnte man empfehlen, dass Knie nicht zu belasten. Dies wäre ein prophylaktisches Mittel, das 99% aller Gonarthrosen verhindern könnte. Manche Berufsgruppen haben den Luxus einer knieschonenden Tätigkeit aber leider nicht. Daher bleibt nur zu raten, dass man auch dann, wenn man zu einer Risikogruppe gehört, sein Bestes versucht, die Knie so wenig wie möglich zu belasten.

Das ist leichter gesagt als getan, sollte aber dennoch im Fokus eines jeden Menschen stehen, der nicht beabsichtigt, mit 60 ein neues Kniegelenk zu brauchen.

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