Brucellen

Was sind Brucellen?

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Brucellen können den Menschen z. B. über die Milch infizieren

Brucellen sind der Erreger der Brucellose. Sie befinden sich in erster Linie im Harn- und Geschlechtsapparat von Nutztieren, wie Kühen, Schafen und Schweinen vor. Dadurch gelangen sie in die Milch, über welche sich der Mensch infizieren kann. Da Milch in Deutschland aber pasteurisiert wird, befinden sich keine Brucellen in unseren Milchprodukten. Brucellen können beim Menschen eine generalisierte Infektion verursachen, welche als Brucellose bezeichnet wird.

Sie wurden nach ihrem Entdecker benannt. David Bruce war ein australisch-englischer Militärarzt und Mikrobiologe und isolierte 1887 den Erreger aus der Milz eines verstorbenen Soldaten. Bei der Gattung der Brucellen handelt sich um Bakterien, die über die Geschlechtsapparat der Kuh auch in Milchprodukte gelangen können. Aus diesem Grund wird Milch pasteurisiert. Das tötet Brucellen ab.

Pasteurisierung

Bei der Pasteurisierung wir die Milch etwa 15-30 Sekunden auf ca. 75°C erhitzt und anschließend wieder heruntergekühlt. Dadurch sterben die Keime in der Milch, wie auch die Brucellen, ab. Erhitzt man die Milch auf bis 134°C erzeugt meine fast komplett keimfreie Milch, die sogenannte H-Milch. Diese ist dann mehrere Wochen haltbar.

Vorkommen

Brucellen kommen weltweit in den Harnwegen und Eutern, bzw. Zitzen von Kühen, Schafen und Schweinen vor. Über nicht pasteurisierte Milchprodukte nimmt der Mensch Brucellen auf. Die Bakterien dringen durch die Schleimhäute und nisten in den Phagozyten(Fresszellen).

Von dort aus werden sie hämatogen (über den Blutkreislauf) auf verschiedene Stellen des Körpers verteilt. Sie befallen Lymphknoten, Leber, Milz, Knochenmark und anderes Gewebe.


Eigenschaften

Bei den Brucellen handelt es sich um kurze, stäbchenförmige Bakterien der Gattung Brucella. Sie sind in unpasteurisierter Milch und daraus hergestellten Milchprodukten über mehrere Wochen überlebensfähig. Brucellen können regulär nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Eine Ansteckung kann lediglich beim Stillen vom Kind auf die Mutter erfolgen(vertikale Transmission). Sie leben aerob(benötigen Suaerstoff) und sind völlig unbeweglich. Bisher gibt es keinen Impfstoff, um sich vor einer Erkrankung durch Brucellen zu schützen.


Krankheiten & Beschwerden

Brucellen lösen Brucellose aus. Diese wird meistens von Tier zu Tier oder vom Mensch zum Tier übertragen. In seltenen Fällen geht man davon aus, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch auch über den Geschlechtsverkehr oder beim Stillen möglich ist. Das ist aber nicht die Regel.

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Bei einer Brucellose kommt es zu Grippe-ähnlichen Beschwerden

Der Erkrankte leidet unter Grippeähnlichen Symptomen, wie

Diese Beschwerden werden begleitet von Übelkeit und in seltenen Fällen Erbrechen.

Die Inkubationszeit bei einer Brucellose beträgt etwa 1-4 Wochen. Danach befallen die Brucellen die Darmschleimhaut und breiten sich über die Makrophagen (Fresszellen) auf das Lymphsystem aus. Dann kann es zu einer Lymphadentitis (Anschwellen der Lymphknoten) führen.

Von dort aus werden die Bakterien über das Blut (hämatogen) gestreut. So können auch weitere Organe befallen werden, wo schließlich Granulome gebildet werden. Granulome sind entzündungsbedingte, knotenartige Gewebeneubildungen am Organ.


Ansteckungsrisiko

Allerdings geschieht eine Brucelloseerkrankung in Europa und vor allem in Deutschland eher selten, da eine Pasteurisierung der Milch vorgeschrieben wird. Es gibt für den Verbraucher fast keinen anderen Weg mit Brucellose infiziert zu werden als unpasteurisierte Milchprodukte zu verzehren.

Die einzige Möglichkeit sich vor einer Brucellose zu schützen, ist ein Verzicht auf diese Produkte. In Deutschland werden sie jedoch ohnehin nicht verkauft.

Für Landwirte und Tierärzte besteht das Risiko einer Infektion jedoch auch durch Kot und Urin erkrankter Tiere. Stellt ein Landwirt Anzeichen für eine Brucellose fest, muss er das Tier durch einen Arzt untersuchen lassen, welcher verpflichtend ist den Ausbruch einer Brucellose umgehend zu melden.

Arten der Brucellose

Eine Brucellose kann viele Namen tragen. Die Namen richten sich nach der Brucellenart, die für die Erkrankung verantwortlich ist. Brucellose kommt meistens nur bei bestimmten Tieren vor und stellen kein Risiko für den Menschen dar. Die aufgelisteten Brucellen sind jedoch humanpathogen. Das bedeutet, dass sie auch auf den Menschen übertragen werden und dort zur einer Erkrankung führen können.


Brucella melitensis

  • Mittelmeerfieber
  • Maltafieber
  • undulierendes Fieber

Diese Bezeichnungen werden einer Brucellose, die durch Brucella melitensis verursacht ist, zugeschrieben. Die Erkrankung tritt in erster Linie bei Schafen, Kamelen und Ziegen auf. 2-15% aller Kamele im Iran, Somalia und Tunesien weisen Antikörper auf, was bedeutet, dass eine Brucelloseerkrankung durchgemacht wurde oder wird. Auch Kamelmilch kann Brucellen übertragen, wenn sie nicht pasteurisiert wurde.


Brucella abortus

Bei einer Infektion mit dem Bakterium Brucella abortus, spricht man im Rahmen der Brucellose von:

  • Morbus Bang,
  • Bang-Krankheit oder
  • Abortus Bang.

Sie ist auch als Rinderbrucellose bekannt.


Brucella suis & canis

Brucella suis verursacht eine Brucellose beim Schwein, auch Schweinebrucellose genannt. Die Brucella canis ist der Erreger des Hundependants zur Brucellose.

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