Grippe


Grippe - Influenza

Jedes Jahr werden wir von der sogenannten Grippewelle überrollt.

Gerade bei nasskalktem Wetter können sich die Grippeviren schnell vermehren. Wird eine Grippe (Influenza) auf die leichte Schulter genommen, kann sie sogar lebensbedrohlich werden.

Doch wo liegt der Unterschied zwischen einer richtigen Grippe und einer Erkältung? Wie vermeidet man eine Ansteckung und wie sollte man eine Grippe richtig behandeln?

Ist eine Schutzimpfung wirklich wirksam? Dieser Fachartikel über die sogenannte Influenza gibt Antwort auf alle Fragen.


Was ist eine Grippe (Influenza)?

Im Gegensatz zu einem grippalen Infekt handelt es sich bei der Grippe um eine Infektion mit den Influenza-Viren. Hier leitet sich der fachmedizinische Begriff Influenza ab.

Bei einem grippalen Infekt handelt es sich nur um eine Erkältung, mit einfachem Krankheitsverlauf. Auch eine Magen-Darm-Grippe hat nichts mit der Influenza zu tun. Hier sorgen verschiedene andere Erreger für Erbrechen und Durchfall.

Grippeviren sind sehr klein und befallen z. B. die Schleimhaut in der Nase. In dem feuchten Milieu vermehren sie sich rasend schnell. Eine Ansteckung mit den Viren erfolgt meistens über eine Tröpfcheninfektion. Werden die Tröpfchen über die Luft eingeatmet kann es zu einer Ansteckung kommen.

Außerdem können die Viren über Stunden außerhalb eines Wirts überleben, gerade bei niedrigen Außentemperaturen. Befinden sich die Viren auf anderen Gegenständen (z. B. Türklinken), kann es leicht zu einer Übertragung mit den Händen kommen. Laut der WHO (Weltgesundheitsorganisation) erkranken jährlich zwischen 10 bis 20% der Weltbevölkerung an einer Influenza.


Ursachen einer Grippe

Weltweit sind verschiedene Formen der Influenza-Viren bekannt. Diese lösen verschiedene Formen einer Grippe aus. Am gefährlichsten kann der Influenza-Virus Typ A werden, da er sich ständig verändert. Somit wird es immer schwieriger einer Infektion mit den Viren vorzubeugen. Gerade in dicht besiedelten Gegenden können sich die Grippe-Viren über die Luft leicht verbreiten. Aber auch bestimmte Risikofaktoren können eine Infektion mit den Viren begünstigen. Ebenfalls gibt es verschiedene Risikogruppen der Menschen, die sich schneller mit den Grippen-Viren anstecken können.

Risikofaktoren:

 

Risikogruppen:

 

  • ältere Menschen (über 65 Jahren)
  • Kinder
  • Schwangere Frauen
  • unterernährte Menschen

Symptome und erste Anzeichen bei einer Grippe

Meist werden die ersten Anzeichen einer Grippe nicht rechtzeitig erkannt. Laut wissenschaftlichen Statistiken, verläuft in 80% der Fälle, eine Grippe unbemerkt bzw. ALS leichte Erkältung. In nur 20% der Influenzafälle kommt es zu schwerwiegenden Symptomen. Diese können unerwartet und plötzlich auftreten.

Der Krankheitsverlauf beginnt mit einem extremen Krankheitsgefühl und starken Frösteln. Hinzu können Fieber (bis zu 40 Grad), trockener Husten, Halsschmerzen, Nasensekret, Übelkeit, tränende Augen sowie Kopf– und Gliederschmerzen kommen. Kommt es zu sogenannten Sekundärerkrankungen (meist bakterielle Erkrankungen) können zusätzlich Symptome auftreten, wie z. B. Ohrenschmerzen.

Diagnose und Krankheitsverlauf bei einer Grippe

Da sich die ersten Anzeichen einer Grippe nur schwer von einem grippalen Infekt unterscheiden lassen, ist eine konkrete Diagnose wichtig. Ähnliche Symptome sind z. B. Husten, Kopfschmerzen oder eine erhöhte Körpertemperatur. Unterschiede werden erst im Verlauf der Erkrankung sichtbar. Grippale Infekte werden nur selten von Fieber begleitet und zeichnen sich meist mit einer kurzfristigen Abgeschlagenheit aus. Hier bedarf es meist nur ausreichend Erholung.

Diagnostikmöglichkeiten bei Verdacht auf eine Grippe:

 

  • Nasenabstrich
  • Rachenabstrich

Zu Beginn wird von dem behandelnden Arzt das klinische Erscheinungsbild (Summe aller Krankheitsanzeichen) betrachtet. Oft reicht dieses aus, um eine Influenza-Infektion festzustellen. Des Weiteren kann meist von einer Grippe ausgegangen werden, wenn eine Influenza-Epidemie in der Region vorliegt.

Liegt der Verdacht auf eine Influenza-Infektion vor, kann der Arzt einen Nasen- oder Rachenabstrich durchführen. Dabei wird mittels Wattestäbchen Sekret aus der Nase oder dem Nasenrachenraum gewonnen. Mit dem Influenza A/B-Schnelltest kann eine Infektion innerhalb von 15 Minuten festgestellt werden. Dieser Test ist aber in vielen Fällen nicht sicher. Konkreter ist ein sogenannter PCR-Test, bei welchem das Erbgut des Influenza-Virus, im Blut festgestellt wird. Dieser Test ist jedoch etwas zeitaufwendiger. Das Ergebnis liegt meist erst nach einigen Stunden vor.

Dauer und Krankheitsverlauf einer Grippe hängt natürlich von der Schwere und den Symptomen ab. Die Inkubationszeit einer Grippe liegt zwischen einigen Stunden und drei Tagen. Mit einer frühzeitigen und konsequenten Behandlung heilt eine Grippe jedoch meist innerhalb weniger Tage bis zu einer Woche vollständig aus. Treten jedoch Komplikationen auf, kann es durchaus zu einem langen Heilungsprozess kommen.

Eine Grippe macht den Körper sehr anfällig gegenüber Bakterien und Einflüssen von außen. Ist das Immunsystem einmal geschwächt, haben andere Krankheitserreger leichtes Spiel. Folglich können schwerwiegende Infektionen im Körper entstehen. Werden diese nicht behandelt, kann es sogar zum Tod kommen. Die meisten Todesfälle Gehen nicht auf den Influenza-Virus zurüCK, sondern auf eine Folgeerkrankung.

Mögliche Komplikationen und Folgeerkrankungen:

 


Behandlung und Therapie bei einer Grippe

Für eine erfolgreiche Behandlung, bilden natürlich körperliche Schonung und absolute Ruhe, die entscheidende Grundlage. Weitere Behandlungsansätze richten sich nach den verschiedenen Symptomen und dem Schweregrad des Verlaufs. Inhalationen können Hustenreiz lindern und die Bildung von Sekret in der Nase vermindern. Mit Schmerzmitteln können Kopf- und Gliederschmerzen behandelt werden.

Vorsicht ist hier bei Kindern unter 14 Jahren geboten, da diese keine Medikamente mit Acetylsalicylsäure einnehmen sollten. Dieser Stoff kann bei einem geschwächten Immunsystem, zu schweren Leber– und Gehirnschäden führen. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (2 bis 2,5 Liter pro Tag) unterstützt die Heilung und füllt die ausgeschwitzten Reserven im Körper wieder auf. Bei konsequenter Therapie und ausreichend Ruhe, heilt die Grippe vollständig aus. Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen durch den Hausarzt. Aber auch ein Naturheilpraktiker kann, in leichten Fällen der Grippe, mit Rat und alternativen Behandlungsmöglichkeiten zur Seite stehen.

Bei der medikamentösen Behandlung einer Grippe kommt es zum gezielten Einsatz von antiviralen Stoffen. Diese wirken gegen die Viren im Körper und hemmen die sogenannte Neuraminidase (ein Oberflächenmolekül des Virus). Die Neuraminidase ist für die Freisetzung der Viren in infizierten Zellen zuständig. Stoff zur antiviralen Behandlung sind z. B. Oseltamivir oder Zanamivir.

Aber auch Amantadin (ein älteres Medikament) verhindert, dass der Virus in den Kern der betroffenen Zelle eindringt. Doch dieses Medikament birgt einige Nachteile. Zumal wird es oft schlecht vertragen und des Weiteren sind bereits viele Influenza-Viren resistent gegen diesen Stoff. Antivirale Medikamente entfalten bereits 48 Stunden nach der Einnahme ihre Wirkung. Sie verhindern die Vermehrung der Viren und erzielen zu Krankheitsbeginn die besten Erfolge. Bei rechtzeitiger Einnahme kann der weitere Krankheitsverlauf gekürzt und schwere Symptome eingedämmt werden. Außerdem sinkt das Risiko einer bakteriellen Folgeerkrankung (z. B. Lungenentzündung).

Wichtig: Meist werden diese Medikamente nur bei Grippe-Komplikationen oder bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z. B. in Kombination mit einer chronischen Erkrankung) verschrieben. Ohne Vorerkrankungen ist in der Regel keine Einnahme notwendig. Besteht der Verdacht auf eine Folgeerkrankung, sollte die Behandlung von einem Facharzt weitergeführt werden.

Fachärzte sind hier z. B. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte oder Kardiologen.

Hausmittel welche bei einer Grippe Anwendung finden können

 

Tees mit Heilkräften:

In vielen Tees stecken ungeahnte Kräfte, die sich positiv auf den Krankheitsverlauf einer Grippe auswirken können. In Rotbusch-Tee ist z. B. das Flavanoid Asphalatin enthalten. Dieses stärkt das körpereigene Abwehrsystem. Auch Lindenblütentee kann bei einer Grippe helfen. Für die nötige Süße im Tee kann Honig verwendet werden. Auch Honig liefert viele Stoffe, die das Immunsystem stärken. Täglich können bis zu fünf Tassen dieser Tees getrunken werden.

Inhalationen mit Hausmitteln:

Inhalieren befreit die Atemwege und lindert Reizungen der Schleimhäute. Hierfür eignen sich Thymian, Eukalyptus, Teebaumöl, Pfefferminzöl oder japanisches Minzöl.

Heiße Hühnerbrühe:

Als eines der besten Hausmittel bei Grippe gilt der Verzehr von heißer Hühnerbrühe. Diese ist nahrhaft, leicht zu trinken (empfehlenswert bei Halsschmerzen) und wärmt den Körper von innen heraus.

Obst und Gemüse:

Viele verschiedene Obst- und Gemüsesorten liefern wichtiges Vitamin C. Dieses unterstützt das Immunsystem. Lebensmittel mit hohem Vitamin C-Gehalt sind z.B. Kiwis, rote Beete, Sauerkraut und Orangen.

Wassereis:

Bei sehr starken Halsschmerzen kann Wassereis für Linderung sorgen. Am besten sollte das Eis selber hergestellt werden, da herkömmliches Wassereis zu viel Zucker enthält (Zucker verklebt den Schleim, der gelöst werden soll). Zur Herstellung eignen sich ungesüßte Fruchtsäfte.

Salzlösung:

Zum Spülen der Nase eignet sich eine sogenannte Salzlösung. Diese sind in jeder Apotheke erhältlich, lassen sich aber auch leicht selber herstellen.

Wadenwickel:

Dafür sollten Handtücher in lauwarmes Wasser getaucht und anschließend um die Waden gewickelt werden. So werden die Waden für ca. 15 Minuten gekühlt. Zwei bis dreimal täglich angewendet, können diese Wadenwickel das Fieber senken.

Erkältungsbäder:

Ein angenehmes Erkältungsbad kann Wunder wirken. Hier werden z. B. ein paar Tropfen Fichtennadelöl in das Vollbad gegeben. Nach dem Baden sollte man gleich ins Bett gehen um mit dem wohligen Körpergefühl einen erholsamen Schlaf zu finden.

Zwiebel- oder Fenchelhonig:

Zur Herstellung werden eine aufgeschnittene Zwiebel oder eine aufgeschnittene Fenchelknolle, zusammen mit ein paar Esslöffeln Honig, in ein geschlossenes Glas gefüllt. Durch die chemischen Verbindungen lösen sich die Säfte aus der Zwiebel oder dem Fenchel. Das Glas sollte über Nacht dunkel und kühl aufbewahrt werden. Am nächsten Tag können mehrere Löffel des Gemischs verzehrt werden (über den Tag verteilt). Die verschiedenen Inhaltsstoffe stärken die natürliche Abwehr.


Vorbeugen einer Grippe

Heutzutage gibt es sehr wirksame Impfstoffe gegen Influenza. Jedoch ist eine jährliche Impfung erforderlich, da die Wirksamkeit nicht lange anhält. Die verschiedenen Virustypen entwickeln sich stets weiter. Daher werden die Impfungen regelmäßig angepasst (saisonal). Empfehlenswert ist eine Impfung für Menschen der sogenannten Risikogruppen. Darunter zählen ältere Menschen, schwangere Frauen und Personen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Herzschwäche oder Atemwegserkrankungen). Aber auch für Personen, die in regelmäßigen Kontakt mit Erkrankten kommen können, ist eine Schutzimpfung empfehlenswert. Dazu zählen z. B. Ärzte, Krankenhauspersonal oder Personal im Bereich der Altenpflege.

Jedoch kann auch eine Impfung nie einen hundertprozentigen Schutz bieten. Auf Grund resistenter Viren gestaltet sich die Entwicklung der Impfung immer schwieriger.

Mit einer Verringerung des Infektionsrisikos kann zusätzlich für Schutz vor einer Ansteckung gesorgt werden. Dazu zählen regelmäßige Hygiene der Hände und eine gesunde Lebensweise. Der Verzehr von Obst und Gemüse versorgt den Körper mit wichtigen Vitaminen, die das Abwehrsystem stärken.

Wichtig: Über eine Schutzimpfung sollte man sich immer von seinem Hausarzt (bei schwangeren Frauen auch der Frauenarzt) beraten lassen.

Fragen zur Grippe

Kann eine Grippe immer lebensgefährlich werden?

Prinzipiell kann eine Influenza dann lebensbedrohlich sein, wenn ein neuartiger Virustyp, besonders gefährlich ist (z. B. im Rahmen einer Seuche). Diese Fälle werden aber immer seltener.

Für Menschen außerhalb der Risikogruppe stellt eine Influenza keine lebensbedrohende Gefahr dar. Meist ist die Erkrankung nach einigen Tagen ausgeheilt. Für Menschen innerhalb der Risikogruppe (ältere Menschen, schwangere Frauen, Personen mit geschwächtem Immunsystem und Vorerkrankungen) kann eine Influenza jedoch durchaus zum Problem werden. Gerade beim Verdacht auf eine Folgeerkrankung sollte definitiv ärztliche Überwachung stattfinden, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

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