Zwischen Mausarm und Handy-Daumen

Moderne Krankheitsbilder

Trends, Innovationen und ständiger Fortschritt – nichts ändert sich heutzutage so schnell, wie die Technik. Doch welche Auswirkungen hat dies konkret auf unsere Gesundheit?

Auch Krankheitssymptome modifizieren sich mit fortschreitendem Zeitalter.

Wurde der typische Mausarm gestern noch belächelt, klagt die neue Generation bereits über den Smartphonedaumen. Ein ernst zu nehmendes Phänomen? Ja! Denn Krankheitsbilder entwickeln sich mit dem Fortschritt.

Stundenlanges vor dem PC hocken und auf einen Bildschirm starren schadet nicht nur langfristig den Augen oder der Körperhaltung. Von möglicher Vernachlässigung des sozialen Umfeldes ganz zu schweigen. Die beständig verkrampfte Positur der Hand, welche anfangs bequem auf der PC-Maus abgelegt wird, kann schnell zu Taubheitsgefühlen führen. Eine andauernde Überbelastung der Hand wirkt sich letztlich auch auf die Muskeln, Sehnen oder Nerven des Unterarms bis hin zu Schulter und Nacken aus.

Es sind die kleinen, schnellen und oft ruckartigen Bewegungen. Ein bisschen Klicken hier, ein paar Mal Ziehen dort – auf Dauer entstehen auf diese Weise winzige Geweberisse, die sich ausbreiten und die Krankheit chronisch verlaufen lassen können. Das schmerzhafte Krankheitsbild: Der Mausarm – auch RSI-Syndrom genannt. Betroffen sind mittlerweile etliche Menschen – sind Job oder Studium doch heute kaum noch ohne Computer zu bewältigen. Und auch die Freizeitaktivitäten verlagern sich oftmals vor den flimmernden Bildschirm.

Kaum wirken wir diesem unbarmherzigen Problem mit ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen entgegen, hält das moderne Zeitalter bereits eine neue Tücke bereit. Mobile Tastentelefone findet man nur noch als Raritäten in den Hosentaschen der ständig erreichbaren Menschen. Alles, was noch von Nöten ist, um der allzeit bereiten Kommunikation standzuhalten, sind ein Display und ein Daumen. Ob Schreiben, Wischen, Schieben oder Spielen – der Daumen ist am Smartphone im Dauereinsatz. E-Mails werden tagtäglich verschickt, Fotos hin und her geschickt und Whatsapp wenigstens stündlich geöffnet.

Die schnellen und häufigen Bewegungen führen im Daumen zu Dauerstress und langfristig zu unangenehmen Schmerzsymptomen. Wer am Handy überwiegend nur seinen Daumen beansprucht und Warnsignale nicht ernst nimmt, riskiert auf lange Sicht auch andere alltägliche Situationen nicht mehr schmerzfrei bewerkstelligen zu können. Pocht und zieht es selbst beim Schuhe binden oder entpuppt sich der Hosenknopf als Herausforderung, wird es höchste Zeit, das empfindliche Daumengelenk zu schonen. Hält die erhöhte Belastung jedoch kontinuierlich an, können Entzündungen chronisch werden und über Monate hinweg unliebsame Schmerzen bereiten.

So unumgänglich uns die moderne Technik auch im Alltag oft scheint, es lohnt sich in jedem Fall seinen Körper genau zu beobachten und auf Symptome frühzeitig zu reagieren. Und sollten Computer oder Handy doch einmal im Dauereinsatz sein, empfiehlt es sich sicher die eine oder andere Dehnübung oder Lockerungspause einzulegen, damit Gelenke und Sehnen nicht langfristig geschädigt werden.

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