Bohrer

Der Zahnbohrer ist eines der wichtigsten Werkzeuge eines Zahnarztes und ein fester Bestandteil in der heutigen Dentalmedizin. Die vielen verschiedenen Varianten dieses Geräts kommen in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz und erfordern bei der Arbeit Sorgfalt, Konzentration und Präzision.

Was sind Bohrer?

Bei einem Bohrer handelt es sich um ein Instrument aus der Dentalmedizin. Der Name kommt daher, da dieser Bohrer in seinem Wirkungsprinzip wie eine richtige Bohrmaschine funktioniert und in erster Linie zum Einsatz kommt, um Schäden an den Zähnen zu entfernen. Entwickelt wurde der erste Bohrer von einem Zahnarzt aus Frankreich, Dr. Pierre Fauchard. Er hatte im 18. Jahrhundert den Einfall, Löcher in Zähnen mit einem Bohrer zu bearbeiten und danach zu füllen. Seitdem haben sich die ersten Bohrer natürlich
sehr weiterentwickelt, denn damals funktionierten die Geräte über einen Fußantrieb, was längst nicht mehr der Fall ist. Sogenannte Tretbohrer konnten damals nicht halb so präzise arbeiten wie heute und wiesen eine deutlich geringere Drehgeschwindigkeit auf.
Die ersten mit Luftdruck und elektrisch betriebenen Geräte kamen dann um 1950 auf den Markt. Sie erreichten eine Geschwindigkeit von bis zu 5.000 Umdrehungen in der Minute, was für den Patienten viel angenehmer war, da der Zahnarzt mit einem solcher auch deutlich präziser arbeiten konnte.

Typisch für den Bohrer ist das surrende Geräusch, welches von vielen Patienten als unangenehm und oft sogar angsteinflößend empfunden wird. Einer der wichtigsten Bestandteile eines Bohrers ist die sogenannte Turbine, welche eine besonders große Rolle für das Fräsen und Bohren darstellt.

Formen, Arten & Typen

In der heutigen Zeit gibt es viele verschiedenen Arten von Zahnbohrern. Diese werden über eine Turbine angetrieben – eine Gemeinsamkeit, die heutzutage eigentlich alle Geräte aufweisen. Unterschiede zeigen sich allerdings hinsichtlich der Kugellager der einzelnen Bohrer. Die meisten modernen Bohrer sind mit einem Turbine ausgestattet, die wiederum über ein Kugellager aus stabilem Keramik verfügen. Dieses Material bietet den Vorteil, dass dadurch der Bohrer sehr leiste läuft. Für den Patienten ist dies deutlich angenehmer, da das Gerät auch deutlich weniger vibriert als ein lauter Bohrer und damit auch ein geringeres Schmerzempfinden mit sich bringt. Moderne Bohrer arbeiten in der heutigen Zeit besonders sensibel, deshalb sind sie auch zur Behandlung von Zahnersatz nutzbar.

Vergleicht man verschiedene Bohrer miteinander, zeigt sich außerdem, dass die Materialien, der Umfang, die Form, der Schaft und auch der Verwendungszweck bei den einzelnen Varianten verschieden sind. So kann ein Bohrer zum Beispiel aus Diamant, Keramik, Metall oder auch Stahl bestehen. Darüber hinaus gibt es spezielle elastische Polierer, die auch als Gummipolierer bezeichnet werden.

Eine Sonderform ist der sogenannte Rosenbohrer, der unter anderem auch als Winkelstück oder Fissurenbohrer bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um einen abgewinkelten Bohrer, der über einen elektrischen Motor sowie über einen Aufsatz aus hartem Stahl besteht. Der Name rührt daher, da die Form des Bohrers optisch an eine Rose erinnert. Mit einer Umdrehungszahl von 1.000 bis 220.000 pro Minute ist er gleichzeitig einer der leistungsstärksten Bohrer überhaupt. Tatsächlich ist der Rosenbohrer ein sehr schonend arbeitender Bohrer, obgleich er stärker vibriert als andere Varianten. Für manche Patienten ist diese Vibration nicht angenehm oder sogar schmerzhaft.

Eine andere Bauart ist die Turbine, die mit einer Geschwindigkeit von maximal 450.000 Umdrehungen in der Minute arbeitet. Die Vibration ist bei diesen Modellen äußerst gering, auch kann eine Überhitzung kaum entstehen. Ein kaum vibrierender Bohrer sorgt außerdem dafür, dass der Patient bei der Behandlung weniger Schmerzen empfindet. Turbinen werden grundsätzlich mit Druckluft betrieben. Diese sorgt dafür, dass das Rädchen an der Turbine rotiert. Unangenehm ist für einige Patienten vor allem der surrende Klang des Geräts, während der Bohrer arbeitet.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Arten des Bohrers, wie zum Beispiel den Radbohrer, den Stahl-, den Hartmetall- oder den Fissurenbohrer. Mit einigen dieser Bohrer lassen sich sogar nicht nur Zähne und Zahnersatz, sondern auch Metalle und Kunststoffe gezielt bearbeiten, da sie eine hohe Präzision bieten. Weiterhin stellt der Laserbohrer eine Sonderform des Dentalbohrers dar. Er arbeitet auf eine besonders sanfte Art und Weise und ist hervorragend dazu geeignet, um kleinere Kariesprobleme behandeln zu können. Der große Vorteil ist, dass er kaum gesunde Zahnsubstanz von der Oberfläche abträgt. Allerdings kann ein solcher Bohrer nicht für jeden Zweck genutzt werden, so dass er nur als Alternative zum herkömmlichen Zahnbohrer in Praxen zum Einsatz kommt.

Aufbau, Funktion & Wirkungsweise

Zahnbohrer setzen sich grundsätzlich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen, wie zum Beispiel dem Schaft, dem Kopf und dem Hals. Die Hauptaufgabe übernimmt dabei der Kopf des Dentalbohrers, während der Schaft eine ausreichende Fixierung des Antriebs sichert.
Bei einem Zahnbohrer ist Qualität von besonders großer Bedeutung: Er muss sehr exakt Laufen und gleichzeitig aus einem extrem harten und widerstandsfähigen Material bestehen.
Eine Besonderheit sind die verschiedenen Farbmarkierungen an einem Bohrer, die Informationen zur Diamantkörnung am jeweiligen gerät geben.
Der Zahnbohrer ist ein Instrument, welches mit höchster Präzision arbeitet und daher auch eine gewisse Sorgfalt bei der Nutzung erfordert. Weil die Turbine mit einer sehr hohen Zahl an Umdrehungen arbeitet, kann der Bohrer selbst enge Winkel erreichen und feine Arbeiten verrichten, ohne dass dabei benachbarte Zähne zu Schaden kommen.

Dreht sich die Turbine, dann kommt es vor, dass für den Patienten etwas Wärme entsteht. Dies kann am entsprechenden Zahn für Schmerzen sorgen – insbesondere dann, wenn der Nerv getroffen wird. Allerdings hat der Zahnarzt hier die Möglichkeit, den Bohrer mit Wasser zu kühlen, so dass die Behandlung für den Patienten nicht allzu unangenehm ist.
Um beispielsweise Karies gezielt behandeln zu können, muss ein Zahnbohrer aus äußerst hartem Material gefertigt sein, wie zum Beispiel Diamant oder auch Stahl. In den meisten Fällen entscheidet sich der Patient vor der Behandlung für eine lokale Betäubung, so dass das Schmerzempfinden während der Arbeit des Zahnarzts gehemmt ist.

Arbeitet ein Bohrer mit einem elektrischen Motor, dann überträgt er die Kraft mit der Hilfe von Wellen in den Kopf. Dies ist bei der Turbine etwas anders, denn hier wird die Rotation am Kopf des Bohrers durch einen Luftstrom generiert. Eine Umdrehungszahl von 450.000 pro Minute klingt für die meisten Menschen erst einmal beachtlich, doch diese Geschwindigkeit ist nicht für alle Zwecke geeignet: Soll mit dem Bohrer zum Beispiel Karies entfernt werden, wird dies für den Patienten schnell als unangenehm empfunden, da relativ viel Wärme beim Bohren entsteht. Damit die Behandlung aber erfolgreich verlaufen kann, darf sich ein Zahn nicht zu stark erwärmen. Wenn es beim Bohren unangenehm warm wird, schädigt dies auch das Zahngewebe und es kann dadurch zu einer Entzündung des Zahnnervs kommen. Zahnärzte arbeiten zur Beseitigung von Karies daher für gewöhnlich mit einem Rosenbohrer, der mit einer Geschwindigkeit von 1.000 Umdrehungen arbeiten kann, was ideal dafür geeignet ist. Darüber hinaus leitet der Zahnarzt Wasser zur Kühlung des Geräts in den Mundraum.

Die meisten Bohrer arbeiten heutzutage mit einer relativ geringen Lautstärke, die maximal 60 dB beträgt. Wenn man als Patient allerdings selbst behandelt wird, empfindet man das Geräusch des Bohrers allerdings deutlich lauter als Personen in der Umgebung. Einerseits befindet sich der Bohrer im eigenen Mund und damit näher am Ohr, andererseits ist der Mund gleichzeitig ein Resonanzraum, welcher das Bohrgeräusch deutlich lauter für einen selbst wiedergibt als für die Umgebung. Glücklicherweise gibt es jedoch immer mehr innovative Geräte auf dem Markt, die so leise arbeiten, dass der Patient das Bohrgeräusch selbst immer weniger wahrnimmt und daher während der Behandlung entspannter sein kann.

Derzeit werden vermehrt Bohrer entwickelt, die mit einem Laser ausgestattet sind. Sie sorgen für eine fast schmerzfreie Zahnbehandlung, die zudem noch sehr geräuscharm erfolgt. Zwar sind solche Geräte bislang noch nicht auf dem Markt erhältlich, allerdings darf damit gerechnet werden, dass sich diese Funktionsweise in naher Zukunft durchsetzen wird. Um wirksam Karies zu entfernen, muss ein anderer, leistungsstärkerer Laser zum Einsatz kommen als ein herkömmlicher Laser. Schon jetzt sind Wissenschaftlicher damit beschäftigt, Laser-Bohrer herzustellen, die zu beidem in der Lage sind und damit künftig den gewöhnlichen Zahnbohrer vollständig ablösen können.

Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Obgleich der klassische Zahnbohrer für einen Großteil der Patienten beim Zahnarzt nicht unbedingt als angenehm empfunden wird, bringt er doch einen großen gesundheitlichen Vorteil mit sich. Er ist dazu in der Lage, sämtliche von Karies befallene Bereiche wirksam und schnell zu entfernen. Auf diese Weise lassen sich weitere Erkrankungen der Zähne vermeiden. Bevor der Bohrer vor rund 250 Jahren erfunden wurde, waren Zahnbehandlungen noch deutlich schmerzhafter: Es gab weder eine Betäubung noch schmerzstillende Medikamente während der Behandlung – hier wurde im Falle von Karies gleich der komplette Zahn entfernt. Um die Blutung zu Stillen, verwendete der Zahnarzt ein heißes Brenneisen. Erst später entwickelte man einen Bohrer, der mit einem Tretmechanisnus angetrieben werden konnte und so den Grundstein für die heute gängigen Bohrer legte.

Der erste elektrische Bohrer wurde vom amerikanischen Zahnarzt und Forscher George Green erfunden. Bis heute gilt dasselbe Grundprinzip bei Zahnbohrern, die zur Behandlung von Karies in Praxen eingesetzt werden. Nicht nur Kariesbefall, sondern auch alte Füllungen und Zahnersatz lassen sich mit diesem Bohrer wirksam behandeln. Sämtliche mit Karies befallene Stellen können mit dem Bohrer gesäubert und schonend behandelt werden, was in der Regel nur wenige Minuten in Anspruch nimmt. Der Zahnarzt muss hier mit besonderer Vorsicht arbeiten, damit nur die von Karies befallenen Stellen erreicht werden. Sollte der Patient sich dennoch unwohl fühlen oder zu große Angst vor der Behandlung mit dem Bohrer verspüren, ist es möglich, eine lokale Betäubung oder ein Medikament zur Beruhigung zu erhalten.

Fragen & Antworten zu BohrernWofür werden Zahnarztbohrer heutzutage eingesetzt?

In erster Linie kommt der Zahnarztbohrer zum Einsatz, um damit Läsionen, welche durch Parodontose bzw. Karies an den Zähnen entstanden sind, wirksam und schnell zu entfernen. Dafür ist es erforderlich, dass der Bohrer hart genug ist, um die Substanz des Zahns durchdringen zu können. Hierfür benötigt er einen stabilen Bohrkopf aus Metall oder auch Diamant sowie einen scharfen Schliff. Der Zahnarzt muss äußerst präzise mit dem Gerät arbeiten, um nicht versehentlich gesunde Zahnsubstanz zu entfernen – denn diese kann hinterher nicht mehr wiederhergestellt werden. Doch ebenso kann der Bohrer beim Zahnarzt zum Einsatz kommen, um alten Zahnersatz oder kaputte Füllungen zu entfernen. Aus einer gut ausgestatteten Zahnarztpraxis lässt sich der Bohrer in der heutigen Zeit nicht mehr wegdenken, er ist für die tägliche Arbeit des Zahnarztes ein essenzieller Bestandteil.

Wie ist ein Zahnbohrer aufgebaut?
Der Zahnbohrer besteht hauptsächlich aus drei Bauteilen, dies sind der Kopf, der Schaft und der Hals. Am Schaft des Bohrers befindet sich ein Kabel, das an den Antrieb des Geräts gekoppelt ist. Tatsächlich gearbeitet wird allerdings mit dem Kopf. Er lässt sich mit unterschiedlichen Aufsätzen für den Bohrer ausstatten, die entsprechend des Zwecks vom Zahnarzt ausgewählt werden. Während der Behandlung kann der Zahnarzt diesen Aufsatz mehrfach wechseln, falls dies erforderlich ist. Sobald die Füllung in den Zahn gesetzt wurde, lässt sich der Bohraufsatz wiederum austauschen und gegen einen Polierer aus Gummi oder ein Schleifgerät austauschen. So erhält der behandelte Zahn seinen Glanz zurück.

Unser Fazit zu Bohrern

In der heutigen Zeit ist der Zahnbohrer nicht mehr aus Zahnarztpraxen wegzudenken. Das sehr harte Material eines Bohrers durchbohrt die Zahnsubstanz schnell und gezielt, so dass einmal abgetragenes Material sich nicht wiederherstellen lässt und maximal durch eine Füllung ersetzt werden kann. Für die wirksame Beseitigung von Karies, für das Entfernen von alten Füllungen oder auch zum Lösen von Zahnersatz kommt der Bohrer somit ebenfalls zum Tragen. Trotz neuester Technologien lässt sich dennoch nicht verhindern, dass sich noch immer viele Patienten vor dem Einsatz des Bohrers beim Zahnarzt fürchten. Hier hat man auch künftig weiterhin die Möglichkeit, sich im Vorfeld lokal betäuben zu lassen, damit die Behandlung nicht allzu unangenehm für den Patienten wird.

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