Amylase

Auch bekannt als:

Pankreas-Amylase
Bezeichnung: alpha-Amylase
Ähnliche Tests: Lipase


Auf einen Blick

Warum wird die Amylase untersucht?

Um Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) oder andere Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zu diagnostizieren.

Wann sollte die Amylase untersucht werden?
Sobald klinische Symptome einer pankreatischen Erkrankung auftreten, z. B. starke Bauchschmerzen, Fieber, Appetitverlust oder Übelkeit.

Aus welchem Probenmaterial wird die Untersuchung durchgeführt?
Blut wird aus einer Armvene entnommen.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Die Blutprobe wird auf Amylase getestet, ein Enzym, das vornehmlich vom Pankreas produziert wird. Amylase wird in den Verdauungstrakt sezerniert, um Stärke und Glykogen zu verdauen.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Amylase wir aus Serum oder Heparinplasma bestimmt. Dazu wird Blut aus einer Armvene abgenommen


Der Test

Wofür wird er benutzt?

Die Blutuntersuchung der Amylase wird angeordnet, um Pankreatitis (entzündliche Schwellung des Pankreas) und andere Erkrankungen des Pankreas zu diagnostizieren. Der fast sofortige Anstieg von Amylase zu Beginn einer Pankreatitis, sowie der Abfall nach ca. 2 Tagen, helfen, die Diagnose zu festigen.

Die Amylase wird auch (jedoch viel seltener) zur Diagnose und Verlaufskontrolle eines Karzinoms von Pankreas, Ovar oder Lunge; einer Gallenblasenentzündung oder einer Entzündung der Speicheldrüsen, z.B. bei Mumps, untersucht.

Wann wird er angeordnet?
Die Bestimmung der Amylase wird notwendig, sobald der Patient Symptome einer Pankreasschädigung vorweist, z. B. starke Bauchschmerzen, Fieber, Appetitverlust oder Übelkeit.

Was bedeutet das Ergebnis?
Bemerkung: Es gibt für diesen Test standardisierte Referenzwerte. Da solche Referenzwerte von vielen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Population und darüber hinaus Methode- bzw. Verfahrensabhängig sind, haben numerische Testergebnisse verschiedene Bedeutungen. Ihr Laborbericht sollte die spezifischen Referenzwerte für ihren Test beinhalten. Lab Tests Online empfiehlt daher ausdrücklich, die jeweiligen Testergebnisse mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren. Weitere Informationen zu Referenzbereichen können der Rubrik „Referenzbereiche und ihre Bedeutung“ entnommen werden.

Bei einer Pankreatitis sind die Amylase-Werte sehr hoch, oftmals bis zu 5-10 Mal höher als gewöhnlich. Allerdings können hohe Amylasewerte auch auf ein Karzinom von Pankreas, Ovarien oder Lunge hinweisen, auf eine Tubenschwangerschaft, Gallenkolik, Mumps, Obstipation oder gar ein perforiertes Ulkus. Zu niedrige Werte können auf Pankreasschädigung oder Pankreastumor, eine Nierenerkrankung oder Schwangerschaftstoxikose hinweisen.

Gibt es noch etwas, was ich wissen sollte?
Bei einer akuten Panktreatitis steigen die Amylase Werte paralell zu denen eines anderen Enzyms; der Lipase. Meist werden beide Enzyme, Amylase und Lipase bei Verdacht auf eine akute Pankreatitis bestimmt.

Chronische Pankreatitis wird sehr oft durch Alkoholismus verursacht, kann allerdings auch durch Trauma, Verlegung des Ausführungsganges des Pankreas und bei Erkrankungen genetischer Ursache wie der Mukoviszidose (zystische Fibrose) auftreten.
Die Werte der Amylase können folglich bei chronischer Pankreatitis erhöht, aber auch erniedrigt sein, wenn die Amylase-produzierenden Zellen beschädigt oder zerstört werden.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Bei Raumtemperatur und bei 4°C ist die Serumprobe für 7 Tage stabil, während dieser Zeit kann es zu einer geringen, diagnostisch nicht relevanten Abnahme der Aktiviät kommen. Bei Lagerung bei  -20°C ist die Probe für 1 Jahr stabil.

Referenzbereich
Neue vorläufige Referenzbereiche nach Vorschlag der deutschen Fachgesellschaften (ohne internationale Standardisierung):

Frauen/Männer U/ml (

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Amylase wir bevorzugt aus Serum oder Heparinplasma bestimmt. Die Verwendung von Citratplasma ist möglich, bei Citratplasma ist i.d.R. ein Verdünnungfaktor zu berücksichtigen. EDTA-Plasma kann verwendet werden, wird jedoch nicht empfohlen, da die Werte durch Bindung von Mg- und Ca-Ionen durch EDTA erniedrigt sein können.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Die Methode ist nicht nach IFCC normiert und standardisiert. Trotzdem gehört die Amylase zu den RILIBÄK-pflichtigen Parametern. Die Qualitätskontrolle muß daher entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) durchgeführt werden, die Teilnahme an externen Ringversuchen ist Pflicht. Die analytischen Qualitätskriterinen für die maximal zulässige Unpräzision und Unrichtigkeit sowie für die maximal zulässige Abweichung des Einzelwerts müssen daher den Richtlinien der Bundesärztekammer entsprechen.


Häufige Fragen

1. Wie wird die Pankreatitis behandelt?

Die Behandlung hängt zunächst von den Symptomen ab. Liegt keine oder nur eine milde Symptomatik vor, muss unter Umständen gar nicht behandelt werden. Sind die Symptome schwerwiegender, ist es sinnvoll, das Pankreas durch eine Vielzahl von Maßnamen zu schonen. Diese reichen vom Vermeiden fester Nahrung bis hin zu Fastenkuren mit i.v. Flüssigkeitssubstitution über einige Tage bis mehrere Wochen (stationär).
Medikamentöse Therapie und eventuell auch eine Operation kommen für Patienten mit stark ausgeprägter Symptomatik in Frage. In manchen Fällen wird Schmerztherapie von Nöten sein. Auch ernährungswissenschaftlich, z.B. durch fettarme Ernährung, viele kleine Mahlzeiten u.Ä., können die Symptome gebessert werden. Auch die orale Gabe pankreatischer Enzyme ist eine Option.

2. Können meine Medikamente die Amylase Werte beeinflussen?
Ja. Einige Medikamente können zu einem Anstieg der Amylase Konzentration führen, z.B. Aspirin, Diuretika, orale Kontrazeptiva, Kortikosteroide, Indomethacin und Opiate.

3. Was macht Amylase im Körper?
Amylase ist ein Enzym, das man in Pflanzen und Tieren finden kann. Man findet sie im Pankreassekret im Dünndarm, wo sie beim Verdau einer Vielzahl von Zuckern und Stärke beteiligt ist. Ist der Pankreas erkrankt oder entzündet, gelangt Amylase ins Blut.

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