Pilzvergiftung

Pilzvergiftung (Myzetismus)

Pilzvergiftung

als Pilzvergiftung, auch Myzetismus genannt, bezeichnet man eine Vergiftung, die durch den Verzehr eines giftigen Pilzes verursacht wurde. Das passiert vor allem, wenn man selbst ohne Fachkenntnisse im Wald Pilze sammelt und diese dann zubereitet.

Man unterscheidet eine Pilzvergiftung von einer Lebensmittelvergiftung und einer Lebensmittelallergie, da beide durch ein Nahrungsmittel ausgelöst werden, welches (sofern es frisch ist) unbedenklich für den menschlichen Körper ist. Ein Myzetismus liegt also tatsächlich ausschließlich nachdem Verzehr eines giftigen Pilzes vor.

Da sich viele Giftpilze optisch kaum von verzehrbaren Pilzen unterscheiden, sollte man beim Sammeln der Pilze gut aufpassen und bei Verdacht einer Erkrankung eine Probe des Pilzgerichts oder des Erbrochenen mit zum Arzt nehmen. Diese Probe kann auf Giftpilze untersucht werden. Der Arzt kann anschließend eine Pilzvergiftung bestätigen oder ausschließen.

Erste Hilfe und Sofortmaßnahmen bei Pilzvergiftung

Um bei einer Pilzvergiftung Erste Hilfe leisten zu können, muss man diese auch als solche erkennen.

Folgende Symptome können auftreten.

Leidet eine Person nach dem Verzehr eines Pilzgerichts unter diesen Symptomen, sollte der Ersthelfer versuchen einen größeren Schaden durch Schwindel oder Erbrechen zu verhindern und den Erkrankten sofort ins Krankenhaus bringen. Eine Probe des Pilzgerichts oder des Erbrochenen ermöglicht den Ärzten eine Untersuchung dieser Probe auf Giftpilze. Alternativ kann eine Giftnotrufzentrale angerufen werden. Diese empfehlen einem im Normalfall allerdings sich auf dem schnellsten Weg in eine Klinik zu begeben.

Erkennt der Ersthelfer Symptome einer Pilzvergiftung, sollte den Betroffenen nicht aus den Augen lassen. Die Vitalzeichen sollten regelmäßig überprüft werden. Der Vergiftete sollte immer wieder angesprochen werden, um zu überprüfen, ob er halluziniert oder unter Wahrnehmungsstörungen leidet. Man sollte sicherstellen, dass sich der Erkrankte nicht an seinem Erbrochenen verschlucken kann. Bei Atembeschwerden können beengende Kleidungsstücke, wie Schals, entfernt werden. Auch das Öffnen eines Fensters kann bei Luftnot zu mindestens etwas helfen. Spätestens bei solche Symptomen sollte der Notruf gewählt werden. Verhindern Sie als Ersthelfer, dass der Patient sich bei einer Schwindelattacke und dem damit zusammenhängenden Sturz verletzen kann. Im Idealfall sorgt man dafür, dass der Betroffene sitzt oder liegt.

Der Arzt sollte durch den Ersthelfer über den Verlauf der Symptome unterrichtet werden, falls der Patient selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.

Ab wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Auch bei leichteren Anzeichen einer Pilzvergiftung sollte zügig ein Arzt aufgesucht werden, da eine Vergiftung im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Ein Rest des Pilzgerichts oder eine Probe des Erbrochenen kann von einem Arzt auf giftige Pilze untersucht werden. Im besten Fall kann der Arzt ein Gegengift verabreichen. Sollte das nicht der Fall sein, kann man sich trotzdem auf einen längeren Krankenhausaufenthalt einstellen, da die Symptome eines Patienten nach einer Vergiftung weiterhin beobachtet oder bei Bedarf eine Magenspülung durchgeführt werden müssen.

Häufige Ursachen einer Pilzvergiftung

Der Verzehr von Giftpilzen ist die einzige Ursache für eine Pilzvergiftung. Verspürt man nach dem Verzehr nicht giftiger Pilze ähnliche Symptome liegt vermutlich eine Lebensmittelvergiftung vor. Viele Giftpilze sind von Speisepilzen kaum zu unterscheiden. Daher sollte man beim Sammeln der Pilze gut aufpassen. Fliegenpilze oder Knollenblätterpilze können sogar tödlich für den Menschen sein.

Weiterhin sind nur wenige Arten roh verzehrbar, wie etwa der Zuchtchampignon oder der Steinpilz. Ein Pilz sollte daher vor dem Verzehr mindestens 20 Minuten gegart werden. Eine nicht ausreichende Garzeit und die falsche Lagerung von Speisepilzen führen sonst zu einer Lebensmittelvergiftung. Ebenso aufgewärmte Pilzspeisen können sich so auf den menschlichen Körper auswirken.

Prävention

Man sollte in jedem Fall darauf achten, dass man keine all zu großen Mengen an Pilzen zu sich nimmt, da Pilze im Allgemeinen nicht gut verdaulich sind. Man sollte die Pilze immer mindestens 20 Minuten garen, um sicherzustellen, dass alle Bakterien abgetötet sind.

Sollte man sich entscheiden, die Pilze selbst im Wald zu sammeln, dann sollte man am besten Rat durch einen zertifizierten Experten einholen. Auch ein gutes und detailliertes Pilz-Bestimmungsbuch ist unabdingbar, da oft nur ein kleines Detail einen Giftpilz von einem Speisepilz unterscheidet. Pilze dürfen nicht zu lange gelagert werden. Ähnlich wie Schnittblumen werden Pilze schnell schlecht. Bei dem Transport ist ein luftiger Behälter zu empfehlen, um ein überfrühtes Verderben des Fundes zu verhindern.

Grundsätzlich gilt beim Sammeln und Sortieren der Pilze: Ist man sich unsicher, ob es sich um einen frischen Speisepilz, einen verdorbenen Pilz oder einen Giftpilz handel, sollte man die Finger davon lassen. So verhindert man sowohl eine Lebensmittel– als auch eine Pilzvergiftung.

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