Lebensmittelvergiftung

Steckbrief: Lebensmittelvergiftung

  • Name(n): Lebensmittelvergiftung
  • Art der Krankheit: Lebensmittelunverträglichkeit
  • Verbreitung: weltweit
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: Bakterien; Schwermetalle; Pflanzentoxine; Pilztoxine
  • Wieviele Erkrankte: jeder zehnte Mensch jährlich
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Internist
  • ICD-10 Code(s): A05

Wenn Essen krank macht

Jeder hat sie entweder selber schon erlebt, oder kennt jemanden. Eine Lebensmittelvergiftung erwischt recht viele Menschen. Besonders in der warmen Jahreszeit vermehren sich die Erreger schnell und können zu einer Gefahr werden.

Diese Krankheit hat schon manchem den Sommerurlaub am Strand vermiest, wenn er eine tropische Frucht gegessen, das Inselwasser getrunken oder Meeresfrüchte verzehrt hat. Danach ist er im Bett gelandet und dort womöglich für den Rest des Urlaubes geblieben.

Wie man eine Lebensmittelvergiftung recht schnell erkennen kann und wie man am besten darauf reagiert, erfährt man hier in diesem Artikel.

 

Definition Lebensmittelvergiftung

 

Bei einer Lebensmittelvergiftung handelt es sich um eine Krankheit, die durch verseuchte, unreine oder giftige Lebensmittel verursacht wurde.

Ein Mitwirken von Viren ist also auszuschließen, was die Lebensmittelvergiftung von einer Magen-Darm-Grippe abgrenzt. Im Gegensatz dazu können unterschiedliche Keime, beispielsweise aufgrund von zu geringer Küchenhygiene zu einer solchen Vergiftung führen.

 

Eine andere Möglichkeit stellen lebende Erreger in Lebensmitteln dar, welche sich anschließend im Körper des Betroffenen vermehren. Auch gibt es die Möglichkeit, dass Erreger durch ihren Stoffwechsel erst im menschlichen Körper ihr Gift bilden.

Das alles sind Formen von Lebensmittelvergiftung. Die meisten Keime, die solche Vergiftungen verursachen können, brauchen warme Temperaturen um sich optimal vermehren zu können. Das stellt den Grund für die häufig auftretenden Lebensmittelvergiftungen im Sommer dar.

 


Was ist eine Lebensmittelvergiftung

 

Die Lebensmittelvergiftung stellt eine Sonderform der Lebensmittelunverträglichkeit dar. Was die Vergiftung durch Nahrungsmittel auszeichnet, ist die Anwesenheit von Toxinen, welche dem Körper Schaden zufügen, während es bei herkömmlichen Unverträglichkeiten meist um die Unfähigkeit des Körpers handelt bestimmte Esswaren zu verdauen.

Unsere Nahrung kann durch verschiedenste Toxine belastet sein, seien es Bakterien, Pilze, Schwermetalle, Parasiten oder Chemikalien, wie zum Beispiel Pestizide. Wie das Gift auf unser Essen kommt ist unterschiedlich. Allerdings kann dies bereits in der Produktion oder erst zu Hause durch unsachgemäße Lagerung passieren.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass jemand absichtlich ein bestimmtes Toxin in der Nahrung untergemischt hat, wovon wir hier aber nicht ausgehen möchten. Generell kann man drei Arten von Lebensmittelvergiftungen unterscheiden:

 

  • Lebenmittelintoxikation
  • Lebensmittelinfektion und
  • Toxi-Infektion.

Lebensmittelintoxikation

Diese Art der Erkrankung bezeichnet beispielsweise die Bildung von Schimmelpilzen auf Nahrungsmitteln. Allgemein gesprochen bilden Mikroorganismen in einem Lebensmittel durch ihren Stoffwechsel ein Toxin, welches, in recht hohen Mengen eingenommen, einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben. Beispiele für toxische Mikroorganismen:

 

  • Bacillus cereus
  • Clostridium botulinum
  • Staphylococcus aureus
  • Schimmelpilze

Toxi-Infektion

Eine Toxi-infektion unterscheidet sich zur Lebensmittelintoxikation hauptsächlich durch die Menge an Erregern, die bereits zu Schädigungen führen können. Im Falle einer Toxi-Infektion braucht es bei weitem nicht so viele Erreger von außen, da sich die aufgenommenen Keime im Körper drastisch vermehren und direkt dort ihr Gift bilden.

Hier stellen sowohl der Keim selbst durch seine Anwesenheit und Vermehrung, wie auch seine ausgeschiedenen Gifte ein Problem dar. Die Toxi-Infektion kann also gewissermaßen als Zwischenstufe zwischen den beiden anderen Lebensmittelvergiftungstypen gesehen werden.

Lebensmittelinfektion

Salmonellose und Typhus sind beides Formen von Lebensmittelvergiftungen, da sie über Lebensmittel übertragen werden können. Sie gehören zu den Lebensmittelinfektionen. Diese weisen sich dadurch aus, dass lebende toxische Erreger über Wasser oder eben Nahrung in unseren Körper gelangen und sich dort ausbreiten und Beschwerden verursachen. Hier werden die Symptome also durch die bloße Anwesenheit der toxischen Erreger ausgelöst.

 

Beispiele für Lebensmittelinfektionen:

 

  • Campylobacteriose
  • Salmonellose
  • Typhus
  • Cholera
  • Yersiniose

Welche Ursachen gibt es?

 

Zu den Ursachen zählen bei dieser Krankheit die unterschiedlichen Erreger, die ihre Toxine im Körper vermehren und so zu den Beschwerden führen. Es handelt sich um Bakterien, Keime, Pilze, aber auch Schwermetalle können zu ernsthaften Schwierigkeiten für den Patienten führen.

 

Salmonellen stellen eine Bakteriengattung dar, zu der 2.000 Stämme zugehörig sind. Zu finden sind Salmonellen in rohen tierischen Lebensmitteln, wie beispielsweise in rohen Eiern. Die verursachten Krankheiten dieser Gattung werden im Überbegriff Salmonellose genannt.

Am geläufigsten sind uns Typhus, Paratyphus und der Magen-Darm-Katarrh. Es dauert 12-36 Stunden nach dem Verzehr bis die ersten Anzeichen auftauchen. Nach einem bis sieben Tagen später sollte die Krankheit überstanden sein. Sie geht mit Durchfällen, Fieber, Schüttelfrost und Bauchkrämpfen einher. Im Normalfall reicht zusätzliche Flüssigkeitszufuhr als Behandlung völlig aus.

 

Infektionen mit dem Bakterium Campylobacter treten in der Regel oft auf Reisen in Form von Durchfall auf. Vorzubeugen ist eine sogenannte Campylobacteriose durch Pasteurisieren der Lebensmittel. Insbesondere tierische Produkte sind auch hier die Falle, in die die meisten Betroffenen treten. Davon bilden Geflügel und rohe Eier, beziehungsweise Produkte aus ihnen die Hauptursache.

Zwei bis sieben Tage nach der Einnahme des betroffenen Nahrungsmittels treten die Symptome typischerweise auf und halten für ungefähr zwei bis elf Tage an. Antibiotika wird allerdings meist nicht verschrieben.

 

Shigellen zählen bereits zu einem ganz anderen Kaliber von Bakterien. Sie können für den Menschen lebensbedrohlich sein. Ihr Vorkommen ist häufig in wärmeren Gebieten, wo niedrige Hygienebedingungen herrschen. Übertragen werden sie über fäkal verunreinigte Toiletten, Trinkwasser und Lebensmittel.

Das Anzeichen einer Shigellose ist eine bakterielle Ruhr mit ausgeprägten Durchfällen. Vier Stunden bis vier Tage beträgt die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem ersten Auftreten von Symptomen.

 

Yersinien sind überall auf dem Erdball zu finden. Sie werden in der Regel über Tiere übertragen. Die Krankheit erstreckt sich über ein bis zwei Wochen, wenngleich sie zwölf bis 72 Stunden nach der Infektion auf sich warten lässt.

 

Eine häufig in Kindergärten und anderen öffentlichen Einrichtungen vorkommende Bakteriengattung nennt sich Escherichia coli. Manche Stämme dieses Bakteriums sind im menschlichen Darm zu finden. Andere lösen starken Durchfall aus. Dabei ist der Stuhl anfangs meist wirklich flüssig und im weiteren Verlauf kann er sogar Blut enthalten. Rohmilch und rohes Rinderfleisch können die Überträger sein, sowie andere Menschen, was die Häufig dieser Bakterien in öffentlichen Einrichtungen klärt. Dieser Erreger verstärkt die Giftproduktion, wenn Antibiotika eingenommen werden.

 

Botulismus wird durch das Bakterium Clostridium botulinum verursacht. Bereits im Supermarkt kann man einen Hinweis auf diesen Erreger in Konservendosen erhalten, denn die Verpackung bläht sich auf und macht die Kontaminierung auf diese Weise sichtbar. Erhitzen auf 100°C hilft nicht, denn diese Bakterien sterben erst bei noch höheren Temperaturen. Nicht nur Eingelegtes und Konserviertes aus dem Supermarkt kann betroffen sein, sondern genauso auch das selbst zu Hause eingelegte Obst und Gemüse.

 

Natürlich gibt es auch Lebensmittelvergiftungen, die nicht durch Bakterien, sondern durch Schwermetalle, wie Blei, Kupfer oder Zink verursacht werden. Außerdem spricht man von einer Lebensmittelvergiftung, wenn jemand giftige Pflanzen oder giftige Pilze zu sich nimmt.

 

  • Campyloacter
  • Salmonellen
  • Shigellen
  • Escherichia coli
  • Straphylokokken
  • Yersinien
  • Blei
  • Clostridium botulinum
  • Listerien
  • Fliegenpilz
  • Kupfer
  • Zink
  • Antimon
  • Arsen
  • Knollenblätterpilz
  • Amatoxine
  • Gyromitrin
  • Muskarin
  • Atropin
  • Orellanine
  • Solanin
  • Ciguatoxin
  • Saxitoxine
  • Tetrodotoxin

Listerien

 

Der Hauptgrund weshalb schwangeren Frauen rohe Lebensmittel wie Rohmilch, Rohmilchkäse oder rohes Fleisch, wie zB. Rohwürste untersagt werden, ist die Angst vor Listeriose. Diese Krankheit wird von Listerien verursacht, welche sich in Wirklichkeit überall, aber eben auch auf eben genannten Lebensmitteln befinden. Das Gemeine an diesen Bakterien ist ihre Fähigkeit sich auch bei niedrigen Temperaturen, wie sie im Kühlschrank herrschen zu vermehren.

 

Angst brauchen wir vor diesem Erreger keine haben, denn die Krankheit verläuft bei den meisten Menschen symptomfrei. Aufpassen müssen lediglich Schwangere, Alte, Säuglinge, Immungeschwächte, wie zum Beispiel Chemo-Patienten oder Kleinkinder. Für diese Menschengruppen können Listerien eine wirkliche Gefahr darstellen. Allerdings sind sie mit Antibiotika behandelbar.

 

Straphylokokken

 

Mit Straphylokokken sind wir alle schon in Berührung gekommen und tun dies genaugenommen tagtäglich. Da diese Bakterien gehäuft auf menschlichen Handflächen vorkommen, kann ein per Hand zubereitetes Lebensmittel leicht kontaminiert werden. Das alleine wäre noch nicht schlimm, aber wenn dieses Nahrungsmittel nun lange Zeit herumliegt ohne gegessen zu werden, vermehren sich die Erreger und scheiden giftige Exkrete aus.

 

Durch das Abkochen der Speisen sowie auch ohne Kochen durch die Magensäure wird zwar das Bakterium getötet, nicht aber das Gift neutralisiert. Die Krankheit, die diese Bakterien auslösen, ist unangenehm, vergeht aber in der Regel nach ein bis drei Tagen von alleine wieder.

 


Symptome & Anzeichen

 

Diese Symptome sind bei fast jeder Lebensmittelvergiftung anzutreffen:

 

Pilze und Pflanzen weisen sich in vielen Fällen durch die üblichen Symptome bis auf Durchfall aus. Zusätzlich kommen bei vielen Arten nach dem Verzehr Halluzinationen auf, wie zum Beispiel bei moderaten Mengen der Tollkirsche. Fischvergiftungen verursachen die gängigen Symptome bis auf das Fieber in vielen Fällen. Dafür kann das Gift Tetrodotoxin des Kugelfisches zu schweren Lähmungen führen, welche auch die Skelettmuskulatur mit einschließen. Deshalb können sie tödlich enden. Denn eine gelähmte Skelettmuskulatur verursacht in der Regel Atemlähmung.

 

Lebensmittelinfektionen weisen sich ebenfalls durch die meisten obligaten Anzeichen aus, wobei das Fieber wiederum nicht zwingend zu nennen ist. Lebensmittelvergiftungen können allerdings meistens auch zum Tod führen. Nachfolgend sind einige spezielle Fälle mit ihren Symptomen genauer charakterisiert.

 

Shigellose zeichnet sich durch Fieber, Durchfall, Erbrechen, Bauchkrämpfe und schmerzhaften Stuhlgang aus. Diese Erkrankung weist also alle allgemeinen Symptome einer Lebensmittelvergiftung auf und ist vor allem durch die schmerzhaften Stuhlgänge von Vergiftungen anderer Erreger abzugrenzen.

 

Ein in Rohmilch und rohem Rindfleisch enthaltener Erreger, der Escherichia coli genannt wird, verursacht neben Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen ganz spezifischen Durchfall. Der Stuhl ist zuerst wässrig und kann nach einiger Zeit sogar Blut enthalten.

 

Straphylokokken verursachen ebenfalls Übelkeit und Durchfall, allerdings tritt hier kein Fieber auf. Ganz im Gegenteil weist sich eine Infektion mit Straphylokokken eher durch eine deutlich zu niedrige Temperatur und damit einher gehende Kreislaufprobleme aus.

 

Listeriose zeigt sich auf eine ziemlich andere Art und Weise als die meisten Lebensmittelvergiftungen. Sie äußert sich zwar auch durch Fieber. Allerdings wird man nicht so schnell die Verbindung zu Lebensmitteln ziehen, da man keine Symptome am Magen-Darm-Trakt spüren wird. Dafür zeigt sich Listeriose oft in Form von starken Kopfschmerzen, welche mit einer Gehirnhautentzündung und einer Blutvergiftung einher gehen können.

 

Bei schwangeren Frauen kann die Listeriose außerdem zu einer Früh- oder gar Totgeburt führen. 20% der Säuglinge, die diese Krankheit bereits in den ersten Lebenstagen haben, sterben daran. 20-30% haben schwere Folgeschäden, die sich auch neurologisch äußern können.

 

Bei einer Kontaminierung mit Botulismus Erregern erfährt man wie bei den meisten anderen Vergiftungen Übelkeit. Allerdings ist das nur der Anfang, denn es folgen Müdigkeit mit Kopfschmerzen, es kann zu Lähmungen kommen und außerdem zu Seh-, Schluck- und Sprachproblemen. Weist man einige dieser Symptome auf, braucht man unbedingt sofort eine Behandlung!

 


Diagnose & Krankheitsverlauf

 

  • Krankengeschichte
  • Symptomkonstellation
  • Stuhlproben
  • Serumproben
  • Erbrochenenproben
  • Diagnose

Die Diagnose ist oft leicht gestellt. Generell sind häufig die ersten Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung Bauchkrämpfe, gekoppelt mit Durchfall. Ein weiteres Anzeichen kann sein, dass es Leuten, die das gleiche gegessen haben, zu ähnlichem Zeitpunkt ähnlich ergeht. Das bedeutet, dass ein Diagnostiker grundsätzlich die Krankengeschichte und die Symptome wissen muss um einen ersten Verdacht zu hegen.

 

Hat der Kranke mehr als zehn Durchfälle am Tag zu verzeichnen, wird eine Stuhlprobe genommen um im Labor den genauen Erreger zu ermitteln. Sollte der Patient selbst einen Verdacht auf ein bestimmtes Lebensmittel haben, welches seltsam geschmeckt hat, oder schon recht alt war, so kann auch davon eine Probe an ein Labor geschickt werden um den Erreger zu entlarven.

 

Das Gift, welches Botulismus so gefährlich macht, kann ebenfalls in Proben von Stuhl und Erbrochenem nachgewiesen oder widerlegt werden. Besteht allerdings ein Verdacht auf diese krasse Krankheit, so wird normalerweise nicht einmal das Laborergebnis abgewartet, sondern auf der Stelle die Therapie begonnen. Das Testergebnis kann im Nachhinein die Behandlung verifizieren oder falsifizieren und damit abbrechen. Pilztoxine erfordern das sichere Wissen des behandelnden Arztes über die genaue Pilzart, welche verzehrt wurde.

 

Eine recht harmlose Form, und gleichzeitig sind das auch die häufigsten Fälle, von Lebensmittelvergiftungen verläuft mit Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfen und flaut alles in allem nach einigen Tagen von alleine wieder ab.

Gefährlich wird eine Vergiftung ohne außergewöhnlich besorgniserregenden Symptomen erst, wenn das überdurchschnittlich ausgeschiedene Wasser nicht ausreichend ersetzt wird.

 

Alte, sehr junge oder immungeschwächte Menschen sind die ersten, deren Körper auf eine zu kleine Zurückfuhr von Flüssigkeit reagiert. Es kann sogar vorkommen, dass ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig wird, wo durch Gabe von Infusionen der Körper wieder stabilisiert werden soll.

 


Häufigkeit & Diagnosedaten

 

  • Weltweit ist jeder zehnte Mensch einmal im Jahr von dieser Krankheit betroffen.
  • Die Dunkelziffer an Lebensmittelvergiftungen ist weit höher!
  • Es gibt keine besonders hervorzuhebende Risikogruppe bei dieser Erkrankung.
  • Die Hälfte aller an Botulismus Erkrankten versterben binnen drei bis sechs Tagen, wen sie keine Behandlung erfahren.
  • 200.000 Fälle Lebensmittelvergiftungen werden jährlich allein in Deutschland gemeldet.
  • In Deutschland bilden Lebensmittelvergiftungen des Straphylokokken Erregers die häufigsten Fälle.
  • An Botulismus dagegen werden in Deutschland jährlich mittlerweile bloß zehn bis 30 Fälle registriert.

Komplikationen bei der Krankheit

 

Da man bei einer Lebensmittelvergiftung sehr häufig viel Wasser verliert, sei es durch Erbrechen, Durchfall oder beides, besteht rasch die Gefahr eines Kreislaufkollapses. Denn der Elektolyt- als auch der Wasserhaushalt geraten ins Strudeln, wenn die Vergiftung den Körper zu lange dazu anhält, sich durch Selbstschutzmaßnahmen, wie Erbrechen oder Durchfall zu entgiften. Bei alten Menschen, Säuglingen oder immunschwachen Personen kann so eine Wasserknappheit lebensbedrohlich ausarten.

 

  • Kreislaufkollaps
  • Dehydration
  • Lähmungen

Wann sollte man zum Arzt gehen?

 

Besteht die Möglichkeit einer bakteriellen Ruhr sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Denn so etwas kann lebensbedrohlich sein. Ebenfalls wenn man den Verdacht auf Botulismus hat, sprich wenn man weiß etwas gegessen zu haben, dessen Verpackung aufgebläht war. Generell sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn die Krankheitsanzeichen über die einer üblichen Lebensmittelvergiftung hinausgehen. Dies gilt speziell bei Muskel- oder Atemlähmungen, sowie Atemnot. Denn dies sind allemal ernst zu nehmende Symptome.

 


Behandlungsmethoden & Therapie

 

Viele Lebensmittelvergiftungen gehen ohne große medikamentöse Behandlung problemlos nach einiger Zeit wieder vorbei. Allerdings gibt es immer Ausnahmen. Insbesondere bei immunschwachen, alten Menschen oder bei Kinder ist generell erhöhte Vorsicht geboten. Hier kann es schneller passieren, dass Antibiotika vom Arzt verschrieben werden.

 

Außerdem werden meist bei schwereren Verläufen als gewöhnlich Antibiotika gegeben, was allerdings nur Sinn macht, sofern eine bakterielle Infektion vorliegt. Ansonsten kann mit isotonischen Getränken die verlorene Flüssigkeit ausgeglichen werden, wobei in manchen Fällen dem Stuhlgang auch durch Abführmittel nachgeholfen werden kann. Auf jeden Fall sollten weder Stuhlgang noch Erbrechen verhindert werden, da sie einen körperinternen Schutzmechanismus darstellen, der zum Ziel hat das im Körper befindliche Gift möglichst schnell auszuscheiden.

 

  • Antibiotika
  • Ausgleich des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes
  • zusätzliche Wasserzufuhr
  • ev. Abführmittel
  • Isotonische Getränke

Vorbeugung & Prävention

 

In den meisten Fällen hilft Pasteurisieren oder das Abkochen von Lebensmitteln die Keime, die dem Menschen gefährlich werden könnten zu töten. Nicht so im Falle der Straphylokokken! Denn diese Bakteriengattung überlebt auch heiße Temperaturen. Sie gehört allerdings auch nicht zu den schlimmsten Erregern.

 

Allgemein sollte Wert auf keimarme Rohware gelegt werden. Die Kühlkette sollte möglichst nicht unterbrochen werden, was besonders im Sommer ein heißes Thema ist.

Verderbliche Nahrungsmittel sollten nicht auf Vorrat gekauft werden, da sie sich vermutlich nicht so lange halten. Besser ist, öfter einkaufen gehen und dafür zeitgerecht aufbrauchen.

Verderbliche Lebensmittel sollten unbedingt im Kühlschrank gelagert werden und dieser darf nicht zu warm sein. Ansonsten ist auf allgemeine Hygiene, sowie Küchenhygiene zu achten.

 

  • kurzfristiger Verbrauch
  • Pasteurisieren
  • Wert auf keimarme Rohware legen
  • ausreichende Kühlung
  • saubere Arbeitsplatte
  • sauberes Werkzeug
  • Kühlkette einhalten
  • persönliche Hygiene

Prognose zur Heilung

 

Tritt nichts Ungewöhnliches auf, wie Blutungen im Stuhl, Halluzinationen oder Lähmungserscheinungen, ist die Krankheit in der Regel nach kurzer Zeit wieder vorüber. Oft verläuft eine Lebensmittelvergiftung sogar frei von Fieber, auch wenn sie natürlich nie angenehm zu nennen ist. Gefährlich wird eine Vergiftung ohne besorgniserregenden Symptomen erst, wenn das überdurchschnittlich ausgeschiedene Wasser nicht ausreichend ersetzt wird.

 

Botulismus ist eine der gefährlichen Arten von Lebensmittelvergiftungen, die mit Lähmungen einher gehen, welche auch die unbewusste Muskulatur betreffen und damit Atemlähmung und Tod innerhalb kurzer Zeit zur Folge haben können.

 


Meldepflicht

 

Ist jemand von einer Lebensmittelvergiftung betroffen, ist es sehr wichtig herauszufinden, welches Lebensmittel die Vergiftung verursacht hat, da man stets versucht dieses Nahrungsmittel aus dem Verkehr zu nehmen um weitere Infektionen bei Konsumenten zu vermeiden. Deshalb muss eine bakterielle oder virale Lebensmittelvergiftung unbedingt gemeldet werden.

 

Dies erfolgt in Österreich meist über den Arzt, der den Erkrankten untersucht hat, das Labor, welches die Lebensmittelproben untersucht hat oder den Leiter des Krankenhauses, wo der Kranke aufgenommen wurde. Der Fall wird an die Bezirksverwaltungsbehörde weitergeleitet, wo er in einem elektronischen Melderegister erfasst wird.

 

Dort wird zwischen einem Verdacht, einer Diagnose und einem Todesfall unterschieden. Nach diesem Schritt kann entweder das Nahrungsmittel aus dem Verkehr gezogen, eine Warnung an die Konsumenten erteilt oder sogar rechtlich eingeschritten werden.

 

In Deutschland ist die Meldepflicht laut Infektionsschutzgesetz nur in bestimmten Fällen gültig. Diese sind vorhanden, wenn der Betroffene in einem Lebensmittelunternehmen beschäftigt ist oder mehrere Leute von vermutlich der selben Ursache betroffen sind. Dies gilt allerdings nur für Vergiftungen, die keine bakterielle Ursache haben, denn solche müssen auch in Deutschland jedenfalls gemeldet werden. Die Meldung hat dem Gesundheitsamt gegenüber zu geschehen.

 


Alternative Behandlungsmethoden

 

Bei der Behandlung einer Lebensmittelvergiftung geht es vorrangig darum den Körper dabei zu unterstützen mit dem Gift, das sich nun in ihm befindet, fertig zu werden. Früher oder später würde der Körper die Erreger in den meisten Fällen von selbst ausscheiden. Wichtig ist es vorrangig ein innerliches Austrocknen zu verhindern und den Magen-Darm-Trakt, welcher durch die Toxine, die sich in ihm befinden, grundsätzlich schon geschwächt ist, zu schonen.

 

Deshalb wird eine kurzfristige Anpassung der Ernährung notwendig sein, während beispielsweise Tees, die ebenfalls bei einer Magen-Darm-Grippe behilflich sind, wohl tun können. Massagen am Bauch helfen ebenso gegen die Vergiftung, wie sie der Verdauung helfen.

 

Nachfolgend sind einige Hausmittel und andere alternativmedizinische Behandlungsmethoden und -mittel aufgeführt und in aller Kürze erläutert.

Es geht um folgende Themen:

 

Welche Hausmittel können helfen?

 

Selbst wenn der Patient nichts bei sich behalten kann, weil er ständig erbrechen muss, kann es ihm unter Umständen möglich sein langsam kleine Schlucke an Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dies ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Nicht nur an Flüssigkeit, sondern auch an Nährstoffen und Elektrolyten mangelt es den meisten Kranken. Deshalb ist eine Elektrolytlösung zu empfehlen, welche dem Betroffenen die so dringend benötigten Nährstoffe wieder zuführt.

 

Wie bei einer Darmgrippe kann eine unterstützende Bauchmassage im Uhrzeigersinn hilfreich sein. Der Druck soll dabei beständig und recht kräftig sein. Ein warmes Vollbad kann ebenfalls entspannen und eine echte Wohltat für Körper und Seele in einer solch belastenden Situation darstellen.

 

Der schlecht verträgliche Speisebrei kann im Magen durch Heilerde und Wasser gebunden werden. Dazu nehme man einen Teelöffel Heilerde, vermische diese mit etwas Wasser zu einem Brei. Nun werden bei ständigem Rühren kochendes 500 ml Wasser beigefügt und dieses Getränk über einen Tag verteilt getrunken. Man kann es zur leichteren Auf- und Annahme mit Zitronensaft oder Honig abschmecken.

 

Die Ingwerwurzel hilft wunderbar mit der Übelkeit, die die meisten Betroffenen belastet, fertig zu werden. Dazu kann man ein Stück der Wurzel kauen, es kann aber auch ein Tee aus dem frisch geriebenen Ingwer bereitet werden.

 

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Fenchel-Anis
  • Ingwer
  • Kamille
  • Oregano
  • Pfefferminz
  • Thymian

Tees aus Thymian, Pfefferminz, Fenchel, Ingwer, Kamille, Anis oder Oregano können durchaus beruhigend und wohltuend auf den Magen wirken. Sie wirken außerdem den krampfartigen Bauchschmerzen entgegen.

 

Ätherische Öle

 

  • Pfefferminzöl
  • Sandelholz
  • Teebaumöl
  • Fichtenöl
  • Ingweröl

Sandelholz- und Teebaumöl können wunderbar als Massageöle verwendet werden um die Verdauung zu unterstützen. Vor der Anwendung sollten die Öle auf Körpertemperatur angewärmt werden. Eine andere Möglichkeit ist mit Fichten-, Ingwer- oder Pfefferminzöl sein Badewasser zu beträufeln.

 

Homöopathie & Globuli

 

  • Aconitum napellus
  • Arsenicum album
  • Ipecacuanha
  • Nux vomica

Wird die Lebensmittelvergiftung von Erbrechen mit Schweißausbrüchen begleitet, so kann Aconitum napellus verabreicht werden, welches sich als effektives Mittel gegen Schock erwiesen hat, aber auch bei Erkältungen verabreicht wird. Wenn anstatt der Schweißausbrüche hauptsächlich Schwäche, Erschöpfung und Übelkeit mit Erbrechen einhergehen, der Betroffene sehr blass ist und nichts bei sich behalten kann, sondern ihm im Gegenteil bereits beim bloßen Anblick von Nahrung übel wird, ist Arsenicum album ein passendes homöopathisches Mittel.

 

Beständige Übelkeit gekoppelt mit andauerndem Erbrechen, nach welchem sich der Kranke nicht besser fühlt, sind Anzeichen dafür, dass bei der vorliegenden Vergiftung Ipecacuanha helfen kann. Es kommt bei Übelkeit und Erbrechen, Magen-Darm Grippe, aber auch bei Salmonellen zu Anwendung. Schmerzende Koliken, Übelkeit ohne möglichem Erbrechen und ein unangenehmes Völlegefühl, welches lange anhält, bringt Alternativmediziner dazu Nux vomica zu verschreiben.

 

Schüssler-Salze

 

Das Schüssler Salz Nummer vier, welches bekannt für seine Wirkung auf Schleimhäute und Heilungskräfte zweiten Entzündungsstadien gegenüber ist, kann auch bei Lebensmittelvergiftung eingenommen werden. Es kann ohne Obergrenze eingenommen werden, besteht aus Kaliumchlorid, ist also ein salzsaures Kali. Es wirkt entgiftend, da es chemische Gifte binden kann. Deshalb wird es nicht nur bei Lebensmittelvergiftungen gegeben, sondern auch nach Operationen und gehäufter Einnahme von Medikamenten, sowie nach Amalgam-Entfernungen.

 

Diät & Ernährung

 

Mit aller Vorsicht kann man versuchen dem Kranken einen geriebenen Apfel in jeweils sehr kleinen Mengen zuzuführen. Ein altes Rezept, welches den Körper wieder kräftigen soll, ist ein ausgewogenes Getränk aus dem Saft zweier Orangen, einem halben Teelöffel Salz, zwei Teelöffeln Honig, und 300 ml Wasser. Dieser Trunk bietet dem Kranken, alles, was er in diesem Moment so bitter nötig hat: Flüssigkeit, Zucker, Elektrolyte und Vitamine.

 

Am Weg der Besserung können langsam verschiedene Lebensmittel wieder eingeführt werden. Der Anfang ist am besten mit klarer Hühnerbrühe und später Joghurt gemacht. Danach können ebenfalls Reis und Toast probiert werden.

 


FAQ – Fragen & Antworten

Was unterscheidet die Lebensmittelvergiftung von einer Grippe oder einer Unverträglichkeit?

Im wesentlichen handelt es sich bei der Lebensmittelvergiftung um eine Sonderform der Unverträglichkeit. Die Grippe ist also deutlich leichter abzugrenzen, da sie durch Viren verursacht wird, was bei der Lebensmittelvergiftung nicht der Fall ist. Stattdessen sind Bakterien und Mikroorganismen die Übeltäter der Vergiftung. Eine Unverträglichkeit sagt allgemein aus, dass ein Mensch, der etwas zu sich nimmt, was er nicht verträgt, Beschwerden daraus zieht.

 

Bei herkömmlichen Unverträglichkeiten fehlt dem Körper meistens ein bestimmtes Enzym, um die Nährstoffe verarbeiten zu können. Die Lebensmittelvergiftung wird durch Bakterien und deren Stoffwechselprodukte, sowie Metallverbindungen und dergleichen verursacht, für welche unser Verdauungssystem gar nicht ausgelegt ist. Diesen Stoffen gegenüber sind also die meisten Menschen (je nach Dosis) einer Unverträglichkeit erlegen, die Lebensmittelvergiftung genannt wird.

Gibt es „anfällige“ Lebensmittel?

Ja, großteils tierische Produkte sind eher die Keimträger. Also ist Vorsicht bei Fleisch, Fisch, Geflügel, Eiern, Rohmilch und Produkten daraus geboten. Vor allem rohe tierische Produkte sind mit Vorsicht zu genießen. Aber auch Salate können befallen sein. Worauf man außerdem aufpassen muss, sind Konserven und vakuumverpackte Lebensmittel, wenn sie aufgebläht sind. Dies passiert zwar sehr selten, aber wenn, können Erreger von Botulismus dahinter stecken, die wirklich gefährlich werden können.

Was hilft bei einer Lebensmittelvergiftung?

Hilfe bei Lebensmittelvergiftungen ist meist bereits durch den Ausgleich des überschüssigen Wasserverlustes gewährleistet. Ansonsten sollte man es dem Patienten so angenehm wie möglich machen, denn durch einige unangenehmen Tage muss er wahrscheinlich nun durch. Ist die Vergiftung bakteriell bedingt, kann Antibiotika Abhilfe schaffen. Ansonsten ist Symptombehandlung und unter Umständen ein Arztbesuch anzuraten.

Wie lange nach dem Essen bemerkt man die ersten Beschwerden?

Diese Frage kann man unmöglich pauschal beantworten. Denn die Inkubationszeit hängt wesentlich vom Erreger ab. 12-36 Stunden lassen die ersten Anzeichen von Salmonellose nach dem Verzehr des kontaminierten Lebensmittels auf sich warten. Das Bakterium Campylobacter kann zwei Tage bis eine Woche brauchen, bis man die Vergiftung feststellt, was die Verknüpfung zu dem verursachenden Lebensmittel schwierig macht.

 

Recht schnell zeigen sich Vergiftungen, die von Pilz-, oder Pflanzengiften und nicht durch Bakterien verursacht werden. Sie können unmittelbar nach oder bereits während der Mahlzeit auftreten. Bakterielle Lebensmittelvergiftungen brauchen generell etwas länger um offensichtlich zu werden.

Wer muss Lebensmittelvergiftungen melden und wo?

Das ist auch innerhalb Europas sehr vom Staat abhängig. In Österreich unterliegen Ärzte, Pflegepersonal, Labors und dergleichen der Meldepflicht der Bezirksverwaltungsbehörde gegenüber. Dies trifft bereits bei einem Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung zu. In Deutschland werden lediglich gehäufte Fälle registriert. Ansonsten muss in Deutschland noch jeder Fall registriert werden, bei dem der Betroffene beruflich mit Lebensmitteln in Verbindung steht. Die Meldung erfolgt hier direkt dem Gesundheitsamt gegenüber.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (39 Stimmen, Durchschnitt: 4,47 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise