Pilzvergiftung


PilzvergiftungDie Herbstzeit ist normalerweise auch die Zeit der Pilzsammler für das Sammeln von Pilzen und deren anschließenden Zubereitung sowie dem genüsslichen Verzehr der zubereiteten Pilzgerichte.

In einigen Fällen erleidet der Sammler der Pilze oder auch Dritte eine Pilzvergiftung nach dem Verzehr der Pilzgerichte aufgrund der gefährlichen Verwechslung zwischen normalen Speisepilzen und Giftpilzen.

Die nachfolgenden Informationen bieten dem interessierten Leser die wesentlichen Aspekte über die Ursachen, Symptome und Anzeichen, Diagnose und Krankheitsverlauf, Behandlung und Therapie der Pilzvergiftung plus auch Hinweise der Vorbeugung zur Vermeidung einer gefährlichen Pilzvergiftung.


Krankheitsbild der Pilzvergiftung (Myzetismus)

Eine Pilzvergiftung (lat. Myzetismus) ist eine Vergiftung durch den oralen Verzehr von Pilzen. Hierbei wird differenziert zwischen einer echten und einer unechten Pilzvergiftung.

Eine echte Pilzvergiftung ist jede Vergiftung durch den oralen Verzehr durch Giftpilze samt unterschiedlichen Graden der jeweiligen Vergiftung in Abhängigkeit der Menge der Giftstoffe im Pilz.

Die unechte Pilzvergiftung ist eine normale Lebensmittelvergiftung aufgrund vom oralen Verzehr von verdorbenen Speisepilzen oder auch dem Aufwärmen von Pilzgerichten nach einer längeren Aufbewahrungszeit.


Ursachen der Pilzvergiftung

Die wesentliche Ursache einer echten Pilzvergiftung ist stets der orale Verzehr von Giftpilzen samt den Pilzgiften. Oftmals ist der Verzehr der giftigen Pilze lediglich eine Verwechslung mit normalen Speisepilzen. Allerdings kann eine echte Pilzvergiftung auch aufgrund des absichtlichen Verzehrs von Giftpilzen samt den Giftstoffen wegen den halluzinogenen Wirkungen verwirklicht werden.

Eine unechte Pilzvergiftung entsteht stets durch den oralen Verzehr von Speisepilzen. Hierbei werden die essbaren Speisepilze unter bestimmten Bedingungen zu Pilzen mit Giftstoffen. So kann der Verzehr von rohen Speisepilzen normalerweise unproblematisch sein, jedoch bei einigen Speisepilzen verwirklicht der rohe Verzehr des Pilzes stets eine Pilzvergiftung.

Die häufigste Ursache der unechten Pilzvergiftung ist der orale Verzehr von verdorbenen Speisepilzen oder von aufgewärmten Pilzgerichten nach einer längeren Aufbewahrungszeit.

Symptome der Pilzvergiftung

Das Auftreten von Symptomen einer echten Pilzvergiftung ist stets abhängig von der Art des Giftpilzes und der genommenen Menge des Giftpilzes.

Die häufigsten Symptome der echten Pilzvergiftung sind vor allem:

Die gegenwärtige medizinische Forschung unterteilt die echte Pilzvergiftung in vier unterschiedliche Schweregrade der Vergiftung samt den jeweiligen Symptomen:

  • Schweregrad 1 (leichte echte Pilzvergiftung): Magen – DarmSchmerzen samt Erbrechen und Durchfall ohne spätere Leber- / Nierenschädigung
  • Schweregrad 2 (mittelschwere echte Pilzvergiftung): Magen – Darm – Schmerzen samt Erbrechen und Durchfall mit einer leichten Leber- / Nierenschädigung sowie einer geringen Transaminasen – Konzentration.
  • Schweregrad 3 (schwere echte Pilzvergiftung): Magen – Darm – Schmerzen samt Erbrechen und Durchfall plus schwerer Leber- / Nierenschädigung und einer hohen Transaminasen – Konzentration sowie Störungen der Blutgerinnungsfähigkeit.
  • Schweregrad 4 (sehr schwere echte Pilzvergiftung): Leberzerfall sowie Nierenschädigung plus sehr hohe Transaminasen – Konzentration sowie eine Erhöhung der Bilirubin – Werte und einer starken Störung der Blutgerinnungsfähigkeit.

Die bekanntesten Krankheitsbilder der echten Pilzvergiftung sind vor allem:

  • Amatoxin – Syndrom: Nach 8 bis zu 12 Stunden nach dem oralen Verzehr der Pilze bekommt die betreffende Person starken Durchfall und heftiges Erbrechen sowie nach einem Zeitraum von 1 bis zu 2 Tagen einen Leberschaden oder auch ein Leberzerfall.
  • Gyromitra – Syndrom: Nach 6 bis zu 12 Stunden nach dem oralen Verzehr der Pilzen bekommt die betreffende Person krampfartige Blähungen samt Übelkeit sowie Durchfall und Erbrechen, Schwindel und Krampfanfälle. Nach nur 24 Stunden entsteht ein Leberschäden sowie Nervenstörungen.
  • Orellanus – Syndrom: nach 24 Stunden nach dem oralen Verzehr der Pilze bekommt die betreffende Person vermehrt Übelkeit samt Erbrechen und Durchfall. Nach 36 Stunden entsteht eine schwere Nierenschädigung oder auch ein Nierenversagen.

Die Symptome der unechten Pilzvergiftung umfasst überwiegend die allgemeinen Symptome der normalen Lebensmittelvergiftung, daher bekommt die betroffene Person bei einer unechten Pilzvergiftung oftmals die Symptome von Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Fieber sowie auch Bauchkrämpfe. Die Symptome des Durchfalls und des Erbrechens verwirklicht Elektrolyt- und Wasserverlust und daher auch die Gefahr eines Kreislaufkollapses. Der starke Flüssigkeitsverlust führt bei Säuglingen und Kleinkindern sowie alten und abwehrgeschwächten Menschen oftmals zu einen lebensbedrohlichen Zustand.


Diagnose der Pilzvergiftung

Die Diagnose einer echten Pilzvergiftung umfasst stets die Deutung der erkennbaren Symptome der echten Pilzvergiftung und deren bekannten Krankheitsbildern nach dem oralen Verzehr der Pilze. Hierbei ist vor allem wichtig, dem Rettungsdienst oder auch dem Arzt umfangreich zu berichten, welche Art von Pilzen sowie die Menge der Pilze und vor allem die zeitliche Dauer zwischen dem oralen Verzehr und den ersten Auftreten der Symptome.

Idealerweise bringt die betroffene Person die Reste der Pilze oder der Pilzmahlzeit oder auch eine Probe von dem Erbrochenen mit. Damit kann der Arzt oder der Rettungsdienst eine Untersuchung der giftigen Pilzreste verwirklichen und dadurch die Diagnose der Pilzvergiftung sichern und anschließend eine Therapie und / oder eine Behandlung realisieren.

Therapie und Behandlung der Pilzvergiftung

Unabhängig von dem Schweregrad der echten Pilzvergiftung sollte die betroffene Person stets umgehend notärztlich behandelt werden. Hierbei wird wiederum differenziert zwischen der Therapie und der Behandlung zwischen der leichten und der schweren Pilzvergiftung.

Leichte echte Pilzvergiftungen

Bei einer leichten echten Pilzvergiftung kann die betroffene Person bereits Gegenmaßnahme im Sinne des Erbrechens unmittelbar verwirklichen. Danach sollte unbedingt der Arzt oder der Rettungsdienst angerufen werden. Normalerweise wird der Arzt zunächst eine Magenspülung sowie die Verabreichung von Aktivkohle anordnen, um so die Pilzgifte aus dem menschlichen Körper zu transportieren.

Der vollkommene Genesungsprozess nach einer leichten echten Pilzvergiftung umfasst ein paar Tage ohne jegliche dauerhafte Schädigung des menschlichen Körpers.

Schwere echte Pilzvergiftungen

Eine schwere echte Pilzvergiftung muss stets stationär behandelt werden. Hierbei wird immer eine Magenspülung angeordnet und anschließend eine Behandlung mit einen speziellen Gegengift in Abhängigkeit der Pilzstoffe des Giftpilzes. Allerdings haben zahlreiche giftige Pilze kein spezielles Gegengift, dadurch werden die Therapie und die Behandlung extrem erschwert.

Oftmals erleiden die betroffenen Personen trotz der Magenspülung und Behandlung mit Gegengiften stets dauerhafte Schädigungen, vor allem einen Leberschäden.

Die Behandlung einer unechten Lebensvergiftung, also die Behandlung einer normalen Lebensmittelvergiftung umfasst stets den Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes durch die Aufnahme von Trinkwasser. Des Weiteren hilft der Verzehr von leicht verdaulichen Speisen, wie zum Beispiel Zwieback, Salzstangen oder Weißbrot, zur Aktivierung und Regeneration der angegriffenen und gereizten Darmschleimhaut.


Vorbeugung zur Vermeidung der Pilzvergiftung

  • Der Pilzsammler sollte keine unbekannten Pilze sammeln.
  • Der Pilzsammler sollte keine schimmligen und verdorbenen Pilze sammeln.
  • Der Pilzsammler sollte die gesammelten Pilze bei Zweifel unbedingt durch einen Experten begutachten lassen.
  • Der Pilzsammler sollte die gesammelten Pilze unbedingt am selben Tag noch zubereiten und verzehren.
  • Der Pilzsammler sollte unbedingt beachten, dass die meisten Speisepilze einen schwer verdaulichen Charakter haben.
  • Der Pilzsammler sollte die gesammelten Pilze unbedingt ausreichend garen (Garzeit 15 bis 20 Minuten), um so die Toxine vollkommen zu vernichten.
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