Fragen & Antworten zu Impfungen

1. Auf welche Weise können Impfungen schützen?

Eine aktive Impfung basiert entweder auf einem Totimpfstoff oder auf einem Lebendimpfstoff. In beiden Fällen wird das Immunsystem veranlasst, gegen den jeweiligen Krankheitserreger Antikörper (Abwehrstoffe) zu produzieren. Hernach kann die Krankheit entweder gar nicht ausbrechen oder lediglich in stark abgeschwächter Form.

2. Wie werden Impfungen gegeben?

Der Hersteller eines Impfstoffes gibt in der zugehörigen Gebrauchsinformation stets an, wie dieser zu verabreichen ist. Üblicherweise gilt, dass alle Totimpfstoffe intramuskulär (Musculus deltoideus oder Musculus vastus lateralis) injiziert werden. Lebendimpfstoffe hingegen sind zumeist subkutan zu geben. Impfstoffe gegen Cholera und Rotaviren sind Beispiele für oral zu verabreichende Impfstoffe.

3. Kann eine Grippe-Schutzimpfung die Entstehung einer Grippe bewirken?

Im Fall von Totimpfstoffen kann ausgeschlossen werden, dass es nach erfolgter Impfung zu einer Grippeerkrankung kommt. Schließlich handelt es sich um keine lebenden Erreger. Allenfalls sind als Nebenwirkungen der Grippeimpfung eine erhöhte Körpertemperatur und leichtes Unwohlsein festzustellen. Der Lebendimpfstoff indes, der Kindern zwischen 2 und 17 Jahren in Form eines Nasensprays gegeben wird, kann bei Kontaktpersonen eine Übertragung des Impfvirus bedingen.

4. Impfung nach einer Verletzung mit möglich (Tetanus-Impfung)?

Grundsätzlich ist es nicht nur möglich, sondern sogar empfehlenswert, den Personen nach einer Verletzung eine Impfung gegen Wundstarrkrampf zu verabreichen, deren Tetanusschutz unzureichend ist. Üblicherweise erfolgt für Erwachsene die Auffrischimpfung in Kombination mit der Auffrischimpfung gegen Diphterie und Pertussis in Abständen von zehn Jahren. Bei größeren und/oder stark verschmutzten Wunden wird zumeist geimpft, wenn die letzte Tetanus-Impfung mehr als fünf Jahre zurückliegt.

5. Sollten auch Erwachsene sich gegen Masern impfen lassen?

Die Empfehlung der STIKO lautet, dass sich alle Personen, die nach 1970 geboren sind und deren Impfstatus unklar oder unzureichend ist, gegen Masern impfen lassen sollten. Alle vor 1970 Geborene hingegen haben die Masern höchstwahrscheinlich durchgemacht. Dies belegen Erhebungen, denen zufolge ein Großteil der vor 1970 Geborenen immun gegen Masern ist. Wer jedoch nicht sicher weiß, ob er einst die Masern hatte oder nicht, sollte sich vorsichtshalber auch gegen diese Krankheit impfen lassen.

6. Gibt es Vorbehalte oder gar Kontraindikationen gegen Impfungen?

Unabhängig davon, welche Impfung ansteht, muss der Termin verschoben werden, falls die zu impfende Person akut (behandlungsbedürftig) erkrankt ist. Sollte eine stärkere allergische Reaktion auf Bestandteile des Impfstoffes bekannt sein, gilt es, einen verträglicheren Impfstoff zu wählen oder aber gänzlich auf die Impfung zu verzichten. Alle hierzulande zugelassenen Impfstoffe sind so gut getestet, dass üblicherweise nur mit leichten Nebenwirkungen wie vorübergehendes Unwohlsein und eine Hautreizung im Bereich der Einstichstelle zu rechnen sind.

7. Wie ist die Sicherheit von Impfstoffen zu gewährleisten?

Alle Medikamente, auch Impfstoffe, müssen hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit sehr gründlich getestet werden, bevor sie vertrieben werden dürfen. Für das nationale Zulassungsverfahren ist das Paul-Ehrlich-Institut zuständig, auf EU-Ebene ist die EMA (European Medicines Agency) verantwortlich. Auch nach der Einführung von Impfstoffen werden diese in regelmäßigen Abständen untersucht.

8. Kinderkrankheiten durchgemacht, besser geschützt als dagegen geimpfte?

Es lässt sich weder belegen, dass Impfungen das Immunsystem schwächen, noch ist bislang nachgewiesen, dass es vorteilhaft ist, bestimmte Krankheiten durchgemacht zu haben. Festzuhalten ist: Einer Krankheitserfahrung entsprechend trainiert auch jede Impfung das Immunsystem und bewirkt letztlich bessere Abwehrkräfte. Der Vorteil von Impfungen gegenüber Erkrankungen ist das Vermeiden möglicher schwerwiegender Komplikationen.

9. Mit der Muttermilch erhält das Baby Abwehrstoffe. Trotzdem Impfen?

Stillen hat in der Tat den Effekt, dass das Immunsystem des Säuglings durch Übertragen von mütterlichen Antikörpern gestärkt wird. Zu empfehlen ist deshalb eine wenigstens sechsmonatige Stillzeit. Da es aber mehrere nicht ungefährliche Infektionskrankheiten gibt, gegen die keine oder kaum Antikörper weitergegeben werden, sind die Impfempfehlungen der STIKO absolut sinnvoll. Sicherer Infektionsschutz vor Erkrankungen wie Masern, Röteln und Polio sind nur nach der Impfung gegeben.

10. Wirken sich Impfungen bei älteren Personen anders aus als bei jüngeren?

Mit zunehmendem Alter (zumindest ab 60 Jahren) ist mit weniger guten Impferfolgen zu rechnen – dies betrifft sowohl den Umfang als auch den Bestand des Impfschutzes. Unter anderem kann es erforderlich sein, die Auffrischimpfungen in kürzeren Intervallen als bei jüngeren Personen durchzuführen.

11. Müssen Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten gemeldet werden?

Auch in Bezug auf Impfstoffe ist die Ärzteschaft verpflichtet, bislang noch unbekannte Nebenwirkungen, Unverträglichkeiten und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten behördlich zu melden. Das für derartige Mitteilungen an das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) erforderliche Meldeformular steht mittlerweile auch online zur Verfügung.

12. Wie verlässlich schützt die Grippeschutzimpfung?

Gerade im Fall der Grippeschutzimpfung ist kein hundertprozentiger Schutz vor der Erkrankung zuzusichern. Obgleich der Impfstoff Jahr für Jahr vor einer Grippewelle den veränderten Grippeerregern angepasst wird, ist es nahezu unmöglich, alle existierenden Grippevirenstämme effektiv zu bekämpfen. Durchschnittlich ist davon auszugehen, dass ungefähr 60 Prozent der geimpften Personen zuverlässig gegen Grippe geschützt sind.

13. Welche Personengruppen sollten sich gegen Pneumokokken Impfen?

Einerseits sind es Kinder bis zu einem Alter von 2 Jahren und andererseits Menschen ab etwa 60 Jahren, für die Pneumokokken mit erheblichen Risiken einhergehen. Eine weitere Gruppe, der die Impfung gegen Pneumokokken zu empfehlen ist, sind chronisch Kranke. Pneumokokken können schwere Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und Hirnhautentzündungen hervorrufen.

14. In welchem Alter sollte man sich gegen Diphterie impfen lassen?

Die Impfung gegen Diphterie zählt zu den Standardimpfungen. Üblicherweise wird mit der Grundimmunisierung im Alter von zwei Monaten begonnen. Die erste Auffrischung wird 5- bis 6-jährigen Kindern und die zweite im Alter zwischen 9 und 17 Jahren verabreicht. Jeder Erwachsene, der eine komplette Grundimmunisierung erhalten hat, muss sich alle zehn Jahre gegen Diphterie impfen lassen.

15. Gibt es eine passive Impfung nach Zeckenbiss bei ungeimpften Personen?

Gegen fsme war bis 2003 noch eine passive Impfung erhältlich. Nachdem es jedoch einzelne sehr schwer verlaufene fsme-Erkrankungen nach der passiven Impfung gab, wurde diese Impfung abgeschafft. Personen, die sich in Risikogebieten häufig und lange draußen aufhalten, sollten nach der Grundimmunisierung gegen fsme auf regelmäßige Auffrischimpfungen achten.

16. Auffrischimpfung verpasst, Grundimmunisierung erneuern?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt an, dass eine Grundimmunisierung gegen Tetanus, die einmal erfolgt ist, nicht noch einmal zu verabreichen ist. Dies gilt auch dann, wenn die letzte Tetanus-Impfung bereits mehr als zehn Jahre zurückliegen sollte. Ist allerdings eine schlechte Impfreaktion oder ein hohes Expositionsrisiko zu erwarten, ist eine Titerbestimmung (Feststellung des Antikörpervorrats) nach der verabreichten Auffrischimpfung angebracht.

17. Für wen empfiehlt sich die Impfung gegen humane Papillomaviren hpv?

Die hpv-Impfung ist als gutes Instrument zu betrachten, die Zahl der Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen erheblich zu verringern. Zu empfehlen ist die Impfung allen Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren, da vorzugsweise vor dem Sexualkontakt geimpft werden sollte. Wurde die Impfung in diesem Zeitraum nicht wahrgenommen, sollte sie es zumindest bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

18. Welche Vorschriften gelten bei einer Impfung gegen Gelbfieber?

Gelbfieber kommt in bestimmten Risikogebieten in Afrika und Südamerika vor. Jeder, der in ein solches Risikogebiet reist, sollte eine staatlich zugelassene Gelbfieberimpfstelle aufsuchen, um sich dort impfen zu lassen. Ebenso wie andere Impfungen wird auch die gegen Gelbfieber in den internationalen Impfausweis eingetragen.

19. Gibt es einen optimalen Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Da üblicherweise um die Jahreswende herum oder zu Anfang eines Jahres mit der jährlichen Influenzawelle zu rechnen ist, ist es zweckmäßig, sich bis spätestens bis Mitte Dezember gegen Grippe impfen zu lassen. Normalerweise stehen die Impfstoffe für die zu erwartende Grippewelle spätestens ab Oktober zur Verfügung.

20. Zählt die Tuberkulose-Impfung in Deutschland zu Standardimpfungen?

Bereits seit dem Jahr 1998 zählt die Tuberkulose-Impfung nicht mehr zu den der STIKO empfohlenen Impfungen. Einerseits brachte der Impfstoff teilweise unerwünschte Nebenwirkungen mit sich, und andererseits ist die epidemiologische Situation für Deutschland hinsichtlich tbc als sehr günstig zu bezeichnen. Länder, in denen das Infektionsrisiko für Tuberkulose nach wie vor relativ groß ist, verfügen über entsprechende Impfstoffe.

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