Tuberkulose (Tbc / Schwindsucht)

Steckbrief: Tuberkulose

Die Geißel der Lunge

LungenentzündungBei einer Tuberkulose (tbc) handelt es sich um eine ernstzunehmende infektiöse Erkrankung, die primär die Lungen des Betroffenen befällt. Die Weg der Ansteckung von einer Person zur andern ist zumeist der der sog. „Tröpfcheninfektion“. Andere Arten der Übertragung sind faktisch auszuschließen.

Man findet diese Krankheit vornehmlich in weniger entwickelten Teilen der Erden. Nichtsdestotrotz bricht sie bisweilen auch in unseren Breiten aus. Insbesondere in solchen Personen, die zusätzlich bereits mit hiv infiziert sind.

Eine eher besorgniserregende Entwicklung ist diese, dass viele der für die Krankheit verantwortlichen Bakterien Resistenzen gegen die gängigen Medikamente entwickeln konnten. Hierdurch kommt es zu teils schwerwiegenden Problemen bei der Behandlung von Betroffenen und es dauert teilweise Monate, bis man imstande dazu ist, die Krankheit halbwegs gut in den Griff zu bekommen.

Definition: Tuberkulose

Tuberkulose (früher Schwindsucht) wird abgekürzt auch als Tbc bezeichnet, ist eine durch Bakterien hervorgerufene Infektionskrankheit. Da die Übertragung von Tuberkulose vornehmlich auf dem Luftweg erfolgt, ist zumeist die Lunge befallen. Es handelt sich um eine weltweit auftretende Erkrankung, und nahezu ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung steckt sich irgendwann einmal im Leben durch eine Tröpfcheninfektion mit Tbc an. Faktoren, die eine Infizierung begünstigen, sind vor allem ein mangelhafter Ernährungszustand sowie ein geschwächtes Immunsystem. Folgerichtig zählt die Tuberkulose zu den Infektionskrankheiten, die in Entwicklungsländern besonders häufig vorkommen. Nach wie vor tritt Tbc aber auch in Industrieländern auf.

In Deutschland findet das Infektionsschutzgesetz Anwendung für die Tuberkulose: Sämtliche Erkrankungs- und Todesfälle, die auf Tbc zurückzuführen sind, sind meldepflichtig. Die industrielle Revolution um die Mitte des 19. Jahrhunderts brachte nicht nur eine rasch wachsende Bevölkerungsdichte in den deutschen Städten mit sich, sondern auch eine große Zahl an Tuberkulosefällen. Hauptsächlich waren die unteren Bevölkerungsschichten betroffen, sodass alsbald ein Zusammenhang zwischen ungünstigen Lebensbedingungen und der Ausbreitung von Tbc erkannt wurde. Nach wie vor wird Tuberkulose manchmal noch zu der Kategorie der sozialen Krankheiten gezählt.

1882 entdeckte Robert Koch das Tuberkel-Bakterium; seit 1921 ist dank der Forschungsarbeit der beiden Franzosen Albert Camette und Camille Guérin ein Lebendimpfstoff gegen Tuberkulose verfügbar: Die Bacille-Calmette-Guérin-Impfung, die auf abgeschwächten Mykobakterien basiert. In Deutschland wurde die Impfung nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt.

Seit dem Jahr 1998 allerdings empfiehlt die zum Robert-Koch-Institut gehörende Ständige Impfkommission (STIKO) diese Impfung nicht mehr. Einerseits ist der Schutz sehr begrenzt und es treten oftmals Nebenwirkungen auf. Andererseits ist die epidemiologische Situation bezüglich Tbc in Deutschland positiv zu bewerten. Fakt ist indes, dass zunehmend Tuberkel-Bakterien identifiziert werden, die Resistenzen gegen Antibiotika aufweisen. Zu etwa 80 Prozent befallen die Bakterien die Lunge. Grundsätzlich sind eine geschlossene und eine offene Tuberkulose zu unterscheiden: Bei einer geschlossenen Tuberkulose liegt ein abgekapselter Entzündungsherd vor, eine offene Tuberkulose hingegen birgt eine Ansteckungsgefahr für Kontaktpersonen.

Beschreibung
Die Tuberkulose (TB) ist eine Infektionskrankheit, die durch Mycobacterium tuberculosis verursacht wird. Es können dabei verschiedenste Organsysteme betroffen sein, insbesondere manifestiert sich die Erkrankung aber in der Lunge. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt aerogen durch Tröpfcheninfektion oder andere Sekrete wie Speichel, Schleim oder Sputum. Die Verbreitung der Erreger in der Luft erfolgt hierbei in erster Linie durch Niesen, Husten oder Schneutzen. Bei einem Großteil der Infizierten ist das Immunsystem in der Lage, die Infektion durch Abschottung der Mykobakterien mit einem Schutzwall aus Leukozyten lokal einzudämmen. In diesen sog. Tuberkulomen können die Bakterien in inaktiver Form mehrere Jahre überdauern. Diese latente TB-Infektion geht normalerweise nicht mit stärkeren Krankheitserscheinungen einher, so dass sie auch lange Zeit unbemerkt bleiben kann. In dieser Latenzphase ist der Patient nur wenig oder gar nicht infektiös und in den meisten Fällen bleibt auch die Reaktivierung der TB aus.

Allerdings kann es besonders bei immunsupprimierten Patienten unmittelbar nach der Primärinfektion zu einer aktiven Tuberkulose mit starken Krankheitserscheinungen kommen. In weiteren 10 % der Fälle kann es auch noch nach einer längeren Latenzphase zu einer Reaktivierung und systemischen Streuung der Mykobakterien kommen.

Die Tb rangierte für mehrere tausend Jahre an erster Stelle der Todesursachen. Vor Einführung der antibiotischen Therapie wurde sie auch als Schwindsucht bezeichnet, weil die Betroffenen im Krankheitsverlauf regelrecht aufgezehrt wurden. Um die Infektionsraten zu senken, wurden die Patienten dann u. a. lebenslang in spezialisierten klinischen Einrichtungen, sog. Sanatorien untergebracht. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts waren in einzelnen Ländern wie z.B. den USA mehr als 80 % der US-amerikanischen Bevölkerung infiziert. Nach der Etablierung der antibiotischen Therapie ist die Inzidenz dann deutlich rückläufig gewesen. Heute steigt sie allerdings weltweit wieder an, mehr als 8 Millionen neue Fälle treten pro Jahr auf und mehr als 3 Millionen Betroffene versterben pro Jahr an der Erkrankung.

Derzeit treten in Deutschland den USA etwa 15.000 neue Fälle von Tuberkuloseinfektionen auf. Experten waren der Meinung, dass die aktiven Verlaufsformen weitgehend ausgerottet waren, bis es mit Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts die Raten plötzlich wieder zu steigen begannen. Die überwiegende Mehrheit der Fälle wurde dabei in überbevölkerten Einrichtungen oder Arealen wie Gefängnissen, Pflegeheimen oder Aussiedlerwohnheimen beobachtet.

Am leichtesten empfänglich für eine Infektion erwesen sich dabei Menschen, die medizinisch unterversorgt waren, oder solche mit einer Suppression des Immunsystems, wie hiv/aids chronische Leber- bzw. Niereninsuffizienz oder auch Diabetes mellitus. Oftmals sind in diesen Fällen die beteiligten Errgerstämme multi-resistent gegen die eingesetzten Antibiotika. Man spricht deshalb auch von einer MDR (Multi-drug resistance). Dies ist ein Umstand, der die Therapie der TB deutlich erschweren kann. Obwohl urch entsprechende Maßnahmen seitens der Gesundheitsbehörden die hohe Rate an Neuinfektionen wieder etwas gesenkt werden konnte, bleibt die TB weiterhin ein ernsthaftes Problem für die nationale und internationale öffentliche Gesundheitsfürsorge.


Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose ist allein schon vom Namen her wohl den meisten Leuten ein Begriff. Gleichwohl die Verbreitung dieses Leidens seit Jahrzehnten zurückgeht, so zumindest in unseren Breiten, können sich immer noch viele Menschen etwas unter der Tuberkulose vorstellen. Dieser Umstand dürfte wohl auf die einistige enorme Prävalenz dieser Erkrankung zurückzuführen sein. Vor nicht allzu langer Zeit handelte es sich bei der Tuberkulose, die allgemein hin auch als tbc / Tbc oder TB / Tb abgekürzt wird, um eine nicht nur sehr häufig vorkommende Erkrankung, sondern um ein regelrechtes Volksleiden. Dies galt insbesondere für die niederen Stände und ärmeren Bevölkerungsschichten. Bis lange ins 20. Jahrhundert hinein kam es in den Armenvierteln Europas und Nordamerikas immer wieder zu epidemieartigen Ausbrüchen dieses Lungenleidens. Diese zeiten sind jedoch vorbei und es es hat schon lange keine großen tbc Wellen mehr gegeben. Zumindest nicht in den Ländern der EU.

Dieser glückliche Umstand lässt sich wohl auf einige Fakoren zurückführen. Zum einen haben sich die zur Verfügung stehenden Methoden der Behandlung in den letzten Jahrzehnten massiv verbessert – ein erfreulicher Trend, der für viele Krankheiten wahr ist, zum anderen konnte durch große Anstrengungen und Mühen erreicht werden, die teilweise flächendeckende Ausbreitung der Tuberkulose zurückzudrängen und zu minimieren, sodass sie nur noch, wenn überhaupt, vereinzelt auftritt. Um dies zu erreichen strengte man im gesamten Verlauf des 20. Jahrhundert große Quarantänemaßnahmen an, die darauf abzielten, Betroffene gezielt von Nicht-Betroffenen zu isolieren und die gesunde Bevölkerung auf diese Art vor einer Ansteckung zu schützen, während man den Erkrankten Ruhe und eine gute und zielgerichtete Therapie zukommen lassen konnte.

Wie man an der heutigen in Europa und dem Rest der ersten Welt vorherrschenden Situation unschwer erkennen kann, haben diese Bemühungen große Früchte getragen, schließlich und endlich dürften die wenigstens Leute unserer Breiten tatsächlich schon einmal mit der Tuberkulose in Berührung gekommen. Weder passiv noch aktiv. Auch prägen Blut hustende Menschen auch nicht mehr das Stadtbild ärmerer Siedlungen. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Auch heute noch handelt es sich bei der TB um eine meldepflichtige Erkrankung – das heißt, dass der behandelnde Arzt gesetzlich dazu verpflichtet ist, eine Tuberkulose zu melden, wenn er eine solche bei einem Patienten feststellt. Ist dies geschehen, so wird das betroffene Individuum in einem Krankenhaus isoliert und in Quarantäne behandelt. Hieran hat sich nichts geändert. Und Änderungen an dieser Vorgehensweise sind auch auf keinen Fall notwendig – diese Herangehensweise hat sich bewährt und konnte immer wieder mit den überwältigenden Erfolgen, die sie leistete, überzeugen.

Nichtsdestominder handelt es sich beider durchweg als positiv zu bewertenden Entwicklung primär um ein europäisches und nordamerikanisches Phänomen – Entwicklungsländer sowie Schwellenländer haben immer noch sehr mit der Eindämmung dieses Übels zu kämpfen. Vorallem in einigen afrikanischen und asiatischen Krisenregionen sieht die Situation nicht viel besser aus als in Europa vor über einem Jahrhundert. Eine tendenziell beunruhigende Situation. Denn man sollte niemals aus den Augen verlieren, dass es sich bei der Tuberkulose um eine hochgradig ansteckende Krankheit handelt, die sich blitzschnell verbreiten kann, wenn man ihr nicht mit den nötigen Mitteln einhalt gebietet. Darüber hinaus ist prinzipiell auch jeder Mensch gefährdet such mit den auslösenden Erregern zu infizieren. Sicherlich sind Personen, die über ein grundsätzlich gut ausgeprägtes Immunsystem verfügen besser gegen die TB geschützt, aber sicher sind auch diese nicht.

Das auslösende Bakterium, Mycobacter tuberculosis, greift für gewöhnlich die Lungen an. Darum ordnen die meisten Menschen, wenn man sie fragt, was genau eine Tuberkulose sei, die vorliegenden Krankheit korrekterweise in das Spektrum der Lungenkrankheiten ein. Dies ist aber nur bedingt richtig. Das auslösende Bakterium kann durchaus auch andere Organe befallen.

Eine latente Tuberkulose ist hierbei besonders gefährlich. Diese kann über Jahre, teilweise sogar Jahrzehnte hinweg bestehen, ohne dass das betroffene Individuum etwas davon bemerkt. Die Krankheit manifestiert sich gradual und somit nimmt man die sehr langsam einstehenden Symptome nicht wirklich als solche wahr, sondern hält sie schlicht, aufgrund der Gewöhnung, für normale körperliche Vorgänge, bis es schließlich zu spät ist.

Dann, wenn das Immunsystem des Körpers, warum auch immer, besonders geschwächt ist, bricht die Krankheit plötzlich in vollem Maße aus. Es kommt sehr schnell zu den klassischen Symptomen wie starkem Husten, Blut im Sputum, unfreiwilligem Gewichtsverlust und so weiter. Aufgrund des letzten sich einstellenden Symptoms bezeichnete man die TB in früheren Jahrhunderten auch als „Schwindsucht“. Das „Verschwinden“ des Körpers, sprich die sich unvermeidbar einstellende Unterernährung, galt vielen Menschen als das ausschlaggebendste Merkmal dieses Leidens. Dabei ist es tatsächlich relativ gleich, wieviel und welche Nahrung man tatsächlich zu sich nimmt. Der geschädigte Organismus ist schlicht nicht mehr dazu in der Lage, diese korrekt zu verwerten und scheidet einen Großteil davon ungenutzt wieder aus. Auch sollte man bedenken, dass dieses kräftezehrende Leiden dafür sorgt, dass der Energiebedarf des betroffenen Individuums so oder so wesentlich höher liegt. Auch dieser Umstand trägt zu einem immensen Gewichtsverlust bei. Nach nur kurzer Zeit sehen Erkrankte oftmals geradezu ausgemergelt und mangelernährt aus.

Die Verbreitung dieses Leidens ist relativ einseitig. Zwar kann es in sehr sehr seltenen Fällen durchaus zu einer Übertragung des korrespondierenden Erregers mittels einer Schmierinfektion kommen, zumeist aber ist davon auszugehen, dass eine Ansteckung durch die Atemluft stattfindet. Wenn ein bereits Erkrankter in direktem Kontakt zu einer (noch) gesunden Person steht, ist also immer eine Gefahr gegeben, dass diese sich ansteckt. Dies geschieht durch die sogenannte „Tröpfcheninfektion“. Sollte der Tuberkulosekranke in Anwesenheit der gesunden Person husten, spucken, niesen oder auch einfach nur sprechen, so ist es nicht grundsätzlich auszuschließen, dass die andere Person sich ansteckt.

Aus diesem Umstand wird ersichtlich, wie schnell und einfach es ist, sich mit TB anzustecken. Gerade darum ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass sich das vorliegende Leiden in den beengten Wohnverhältnissen der sozialen Unterschicht der Vergangenheit besonders schnell verbreiten konnte. Den Menschen war es schlicht nicht möglich, sich aus dem Wege zu gehen. Oftmals lebten fünf und mehr Personen in nur einem winzigen Raum und teilten sich von Bett, über Nachttopf und Handtüchern alles. Dass die Tuberkulose also oftmals ganze Familienverbände niederraffte ist kein allzu schwer nachzuvollziehendes Phänomen. Ähnliche Umstände herrschen heutzutage auch noch in einigen afrikanischen sowie asiatischen Regionen – weswegen die Tuberkulose sich dort als alltäglich anzutreffendes Leiden bis heute halten konnte. Zwar hat sich die allgemeine Situation auch dort merklich verbessern können, europäische Standards aber sind noch nicht in greifbarer Nähe.

Auch sollte man an dieser Stelle noch einmal ganz klar und ohne Umschweife anführen, dass sich das vorliegende Leiden besonders solche Opfer aussucht, die ein ohnehin stark geschwächtes Immunsystem aufweisen oder eine geschwächte Lunge. Folglich sind also Personen, die an hiv oder aids besonders häufig betroffen. Dasselbe gilt darüber hinaus auch für Raucher und Personen, die im Untertagebau oder in Chemiewerken beschäftigt sind. Aber auch andere Immunschwächen können dafür sorgen, dass ein Individuum anfälliger für eine TB ist, als eines mit ausreichend gut funktionierendem Immunsystem.

Eine Diagnose ist nicht immer leicht zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um eine latente Tuberkulose handelt. Diese kann bisweilen vollkommen ohne Symptome verlaufen und der Betroffene merkt nichts von seiner Infektion, bis es zu spät ist. Aber damit nicht genug, selbst Ärzten bleibt eine latente TB oftmals verborgen, da sie nicht aktiv danach suchen und sich eine solche kaum im Rahmen einer Routineuntersuchung feststellen lässt. Dennoch sollte man sich nun nicht fürchten, man könne an einer latenten Form der Tuberkulose leiden und sofort bei einem Arzt vorstellig werden. Wer in letzter Zeit nicht mit Tuberkulosekranken zu tun hatte, was für die meisten Menschen der Fall sein dürfte, hat im Grunde rein gar nichts zu befürchten. Allerdings sind Personen, die unlängst eine Krisenregion besuchten dazu aufgerufen, sich sicherheitshalber einmal testen zu lassen. Besonders wenn sie die ärmeren Regionen Afrikas oder Asiens bereist haben. Vorsicht ist an dieser Stelle besser als Nachsicht.

Sollte seitens der Ärzte oder des etwaig betroffenen Individuums ein wie auch immer gearteter Verdacht darauf bestehen, man könne an einer Tuberkulose leiden, so ist es nicht nur von äußerster Wichtigkeit, sich postwendend eine Diagnose einzuholen, sondern auch eine eventuell notwendige Therapie sofort zu beginnen. Normalerweise fertigt der behandelnde Arzt zunächst Röntgenaufnahmen der Lunge an. Sollten diese darauf hinweisen, dass eine TB vorliegen könnte, werden im weiteren Verlauf der Diagnose Kulturen aus diversen Körperflüssigkeiten gezogen und diese im Anschluss mikroskopisch untersucht. Blutuntersuchungen kommen allgemein nur im Rahmen der Ermittlung einer etwaig vorliegenden latenten Tuberkulose zum Einsatz und sind bei einer mehr oder weniger evidenten TB nicht vonnöten oder gar sinnig.

Eine allgemeine Prävention gegen Tuberkulose ist zwar theoretisch möglich, aber nicht immer leicht und vorallem nicht besonders schnell vorzunehmen. Es brauchte Jahrhunderte in Europa, bis die immer wieder von neuem postulierten und angewandten prophylaktischen Maßnahmen endlich griffen und schließlich dazu führten, dass die Tuberkulose in unseren Breiten beinahe ausgestorben ist. Hierfür waren ungeahnte Kräfte notwendig. Aber auch Organisation, Logistik und Aufklärung spielten eine ausschlaggebende Rolle – die Prämissen dafür sind in vielen Regionen Afrikas und Asiens schlicht nicht gegeben, weswegen auch fürderhin damit zu rechnen ist, dass die tbc dort bis auf Weiteres ein mehr oder weniger alltägliches Übel darstellt.

Ansonsten ist es ratsam, sich regelmäßig gezielt auf TB untersuchen zu lassen. Insbesondere Ärzte und Pflegepersonal sind hierzu aufgerufen. Denn beispielsweise eine Krankenschwester, die unbemerkt an einer latenten Tuberkulose leidet, stellt ein nicht zu unterschätzendes Risiko für Leib und Leben der von ihr betreuten Patienten dar. Darüber hinaus gibt es einen recht Wirksamen Impfstoff. Dieser allerdings bietet, wie kein Impfstoff, eine 100% Sicherheit vor einer Ansteckung. Dennoch fährt man wesentlich besser damit, sich dieses Mittels zu bedienen als es nicht zu tun. Hierbei sind abermals im besonderen Maße jene Menschen angesprochen, die im Pflegesektor tätig sind.

Die Behandlung einer TB erfolgt in aller Regel rein und ausschließlich medikamentös. Zu Operationen kommt es nicht. Lediglich kann es notwendig sein, bei allzu großer Zerstörung eines Lungenflügels, dass dieser entfernt werden muss. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen Eingriff, der primär dazu dient, die Tuberkulose als solches zu bekämpfen, sondern dazu, die Spätfolgen für den bereits genesenen Patienten zu minimieren oder ganz auszumerzen. Bei besagten Medikamenten handelt es sich diverse Antibiotika, die je nach vorliegender Art der Erkrankung gereicht werden. Hierbei sollte man nicht außer Acht lassen, dass die Einnahme dieser Wirkstoffe oftmals über einen immens langen Zeitraum zu erfolgen hat und man also auch über nämlichen Zeitraum mit den Nebenwirkungen kämpfen muss, sollten sich diese denn einstellen. Aber es dürfte in aller Regel weniger anstrengend sein, sich mit diesen auseinandersetzen, als mit der Erkrankung an sich.

Ein riesiges und relativ rezentes Problem stellen hierbei die sogenannten multiresistenten Keime dar. Bei diesen handelt es sich um Erreger, die gegen eine Behandlung mit Antibiotika immun sind. Diese Art von Erregern findet man immer häufiger. Das erschwert nicht nur eine Behandlung, sondern kann unter anderem auch zur Folge haben, dass überhaupt keine Medikamente, die irgendeine Aussicht auf Erfolg liefern, zur Verfügung stehen. Ein Graus für die medizinische Fachwelt. Somit ist es nämlich durchaus möglich, dass dieses beinahe totgeglaubte Leiden auch in unseren Breiten eines Tages wieder eine Renaissance erleben kann. Wissenschaft und Forschung sind aber glücklicherweise stets darum bemüht, dieser Entwicklung nach allen Kräften vorzubeugen und arbeiten stets und stetig an verbesserten Behandlungsmethoden gegen Tuberkulose und auch andere Krankheiten.

Einige Schätzungen gehen davon aus, dass ein Drittel der Weltbevölkerung mit Tuberkuloseerregern infiziert sind. Darüber hinaus wird aus Statistiken ersichtlich, dass in etwa 1% der Weltbevölkerung sich Jahr für Jahr neu mit TB anstecken, bzw. infizieren. Im Jahre 2014 kam konnten beispielsweise rund 10 Millionen Fälle von aktiver Tuberkulose nachgewiesen werden, wovon rund 2 Millionen zum Tode führten. 95% dieser Todesfälle ereigneten sich dabei in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Industrienationen weisen nur eine vergleichsweise geringe Ansteckungs- und Mortalitätsrate auf. Tatsächlich ist die vorliegende Krankheit in einigen Staaten und Regionen Afrikas und Asiens so stark ausgeprägt, dass bis zu 80% der Gesamtbevölkerung an einer Form der Tuberkulose leiden. Besonders der Süden Chinas und die Küstenstaaten Ostafrikas sind hierbei als Negativbeispiele zu nennen. In Europa dagegen ist nicht einmal 1% der Bevölkerung von diesem Leiden betroffen.

Zusammenfassend lässt sich also erwähnen, dass es sich bei der Tuberkulose, obgleich sie in unseren Breiten beinahe ausgestorben ist, um ein Leiden handelt, das man allzu leichtfertig behandeln sollte. Gewissen Formen dieses Übels können, auch in Europa, sehr schnell wieder zu einem großen Problem werden. Gerade aufgrund der sich immer weiter etablierenden Multiresistenz einiger Erregerstränge. Eine allgemein sehr beunruhigende und bedenkeliche Entwicklung, der man als Individuum jedoch etwas entgegenzuwirken imstande ist, indem man soweit es geht, auf Antibiotika verzichten. Menschen, die zu schnell zu diesen Mitteln der Medikation greifen, tragen nicht unwesentlich dazu bei, dass Erreger Resistenzen dagegen ausbilden. Es liegt also nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch im Interesse der Allgemeinheit, nur in absolute Bedarfsfällen, Antibiotika einzunehmen.

Sollte man als Europäer wider Erwarten dennoch an der TB erkranken, so sollte man dennoch nicht gleich alle Hoffnung fahren lassen. Die moderne Schulmedizin ist durchaus dazu in der Lage, einem Abhilfe zu schaffen und des Weiteren dafür zu sorgen, dass man ohne allzu große permanente Schäden als geheilt entlassen werden kann.

Welche Ursachen gibt es?

Jegliche Tuberkulose ist auf Tuberkel-Bakterien zurückzuführen. Am häufigsten zählen die Erreger zum Stamm Mycobacterium tuberculosis. Es handelt sich hierbei um ein säurefestes Bakterium, das sich nicht selbstständig bewegen kann und stäbchenförmig ist. Typisch für diese Tuberkel-Bakterien ist ihr sehr langsames Wachstum (15-20 Stunden vergehen bis zum nächsten Teilungsprozess); außerdem können ihnen schwächere Desinfektionsmittel nicht schaden. Es kommt durchaus vor, dass sich Personen zwar mit dem Bakterium infizieren, es aber trotzdem nicht zum Ausbruch von Tbc kommt.

Davon abgesehen kann der Zeitraum zwischen Aufnahme des Bakteriums und dem Ausbruch der Krankheit Tuberkulose sehr unterschiedlich sein: zwischen wenigen Wochen und mehreren Jahren. Vor allem tritt Tbc bei Personen auf, die über unzureichende Abwehrkräfte verfügen. Das heißt, insbesondere Ältere und chronisch/schwer Erkrankte tragen ein größeres Risiko, an Tbc zu erkranken. Eine Primärtuberkulose bricht normalerweise binnen 6-8 Wochen nach der eigentlichen Ansteckung aus. Für den Zeitraum, in dem sich die Tuberkel-Bakterien mikroskopisch nachweisen lassen, gilt der Patient als hochgradig ansteckend.

Erfolgt jedoch beizeiten die Behandlung mit wirksamen Medikamenten, gelten die an Tuberkulose Erkrankten nach 2-3 Wochen nicht mehr als potentiell ansteckend. Da unter anderem auch Rinder an Tuberkulose erkranken können, ist als ein weiterer Weg der Ansteckung der des Genusses von nicht-pasteurisierter Milch zu nennen. In diesem Fall ist das Bakterium Mycobacterium bovis der Erreger. Glücklicherweise gilt der mitteleuropäische Rinderbestand als nahezu komplett tuberkulosefrei, sodass der Genuss von Milch nur in Ausnahmefällen eine Tuberkulose-Infektion mit sich bringt.

Der bedeutsamste Übertragungsweg von Tbc war und ist folglich die Tröpfcheninfektion, die die Weitergabe des Erregers Mycobacterium tuberculosis durch Einatmen beinhaltet. Sobald sich die Bakterien in der Lunge befinden, kümmern sich Makrophagen (Fresszellen) um die Eindringlinge. Gelingt es ihnen, die Krankheitserreger abzutöten, kann sich keine Tuberkulose entwickeln. Die Struktur der Mykobakterien ist jedoch eine besondere, und häufig gelingt es ihnen, die Abwehrreaktion zu überleben, um sich zu vermehren und Entzündungsherde hervorzurufen.


Symptome & Anzeichen

Im Fall einer Tuberkulose liegt die Inkubationszeit zwischen sechs und acht Wochen. Der Beginn einer Lungentuberkulose ist durch leicht erhöhte Temperatur, Nachtschweiß und Husten gekennzeichnet. Es gibt jedoch Fälle, in denen eine Tuberkulose über einen längeren Zeitraum keine Beschwerden bereitet. Gegebenenfalls bilden sich rotbläuliche, sehr druckempfindliche Knoten an den Unterschenkeln infolge einer Antwort des Abwehrsystems auf die Erreger.

Je weiter eine Primärtuberkulose fortschreitet, umso deutlichere Symptome sind festzustellen. Abhängig davon, ob die Bakterien über die Blut- oder Lymphbahnen in andere Organe transportiert werden, entwickelt sich nicht nur eine Entzündung der Lunge, sondern es können auch an anderen Stellen Entzündungsherde entstehen (Miliartuberkulose). Ist das Immunsystem intakt, entsteht üblicherweise eine Art tuberkulöser Rundherd, ein Tuberkulom.

Das von der Entzündung betroffene Gewebe wird als käsig bezeichnet: Eine Gewebsnekrose (Absterben des Gewebes) liegt vor. Gelingt die Abkapselung dieses Bereichs nicht, sondern das absterbende Gewebe hat womöglich Kontakt zu einem Bronchialast, ist eine offene Tuberkulose gegeben. Da die Betroffenen große Mengen an Bakterien abhusten, gelten sie als hochinfektiös. Sollten sich Tuberkulome in Nähe von Blutgefäßen entwickeln, resultieren Verletzungen der Blutgefäße. Die Folge ist blutiger Husten. Ein stärkeres Anschwellen von Lymphknoten im Bereich des Mediastinums (Mittelfell) hat möglicherweise das Abdrücken einer Bronchie und somit den Kollaps eines bestimmten Lungenareals zur Folge. Nicht selten tritt im Verlauf einer Tuberkulose eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) auf.

Anfangs kann es sich noch um eine trockene Variante der Pleuritis handeln, die dann in eine feuchte Rippenfellentzündung (Pleuritis exsudativa) übergeht. Die Schmerzen nehmen zwar ab, aber aufgrund eines Ergusses zwischen Lunge und Rippenfell resultiert Atemnot. Die Atemnot ist zu Beginn der Erkrankung nur unter Belastung festzustellen, nach einiger Zeit jedoch auch in Ruhesituationen. Eine postprimäre Tuberkulose liegt vor, wenn ruhende Erregerherde reaktiviert werden und noch lebende Tuberkulosebakterien wieder tätig werden. Auch die postprimäre Form betrifft üblicherweise die Lunge und es kann sich wiederum entweder eine offene oder eine geschlossene Tuberkulose entwickeln.

Symptome und Befunde
Eine latente TB-Infektion verursacht in der Regel keine Symptome, so dass ein Betroffener bereits jahrelang infiziert sein kann, ohne es selbst bemerkt zu haben. Die Diagnose wurde bisher meistens anhand der positiven Reaktion in den verfügbaren Tuberkulose-Hauttests gestellt. Heute stehen allerdings mit den Bluttests, die direkt die spezifische Immunität gegen Tuberkuloseerreger messen, wesentlich sensitivere, schnellere und bessere Methoden zur Verfügung, die den Patienten weniger belasten.

Die Symptome bei einer aktiven Verlaufsform der Tb hängen wesentlich davon ab, welche Organsysteme betroffen sind.

Die klassischen Symptome, die in erster Linie mit einer pulmonalen Manifestation assoziiert sind, umfassen:

  • Chronischer Husten,
    manchmal mit Blutbeimengungen im Auswurf
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Gewichtsverlust
  • Schwäche

Eine extrapulmonale Manifestation kann mit nur wenigen bis hin zu ausgeprägten Symptomen einhergehen. Dazu gehören:

  • Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen (spinale Tb)
  • Schwäche infolge einer Anämie
    (Tb-Infiltration des Knochenmarks)
  • Gelenkschmerzen
  • Schmerzen im Bereich der Genitalien oder
    der Fortpflanzungsorgane mit möglicher Infertilität
  • Abdominelle Schmerzen
  • Fieber und Dyspnoe bei Befall des Herzbeutels (Perikard)
    bei hämatogener Streuung im Rahmen einer Miliar-Tb
  • Verwirrung, mentale Veränderungen, Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen bis hin zu Koma (Tb-Befall des ZNS)

Es gilt allerdings zu berücksichtigen, dass all diese Symptome unspezifischen Charakter haben und somit auch mit anderen Erkrankungen assoziiert sein können. Die Diagnose einer aktiven Tb wird letztendlich nur durch einen positiven Erregernachweis aus Körperflüssigkeiten oder Gewebeproben gesichert.


Diagnose & Krankheitsverlauf

· Nachweis einer latenten Infektion:

Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Tb wurde bisher zunächst ein Hauttest (Tuberkulin-Test) durchgeführt. Dieser Hauttest wird nicht routinemäßig, sondern gezielt bei Risikopatienten oder Kontaktpersonen eingesetzt. Bisweilen ist der Tuberkulin-Test auch Bestandteil einer betriebs- oder amtsärztlichen Untersuchung vor Aufnahme einer neuen beruflichen Tätigkeit mit großem Publikumsverkehr oder auch bei Kindern vor Beginn der Schulzeit. Seit einigen Jahren steht ein Stimulationstest aus dem Blut zur Verfügung. Dieser hat sich mittlerweile in vielen Bereichen als überlegen erwiesen und löst mehr und mehr den Hauttest als Screeningmethode ab. Ein positiver Hauttest oder Stimulationstest kann dabei auf das mögliche Vorliegen einer latenten Tb hinweisen, erfordert allerdings die Bestätigung durch weitere Untersuchungen wie z. B. eine Röntgenaufnahme der Lunge.

Nachweis einer aktiven Infektion:
Zur Diagnose einer pulmonalen Tb-Manifestation wird versucht, die Erreger aus drei bis fünf Sputum-Proben (bevorzugt morgens) anzuzüchten. Bei einem extrapulmonalen Verlauf werden je nach Organlokalisation verschiedene Probenmaterialen verwendet, um den Erregernachweis zu führen. Diese können beispielsweise Magenspülungen oder mehrere aufeinander folgende Urinproben sein. Manchmal können auch eine Liquorpunktion oder eine Biopsie notwendig sein, wenn z. B. das ZNS oder die Haut befallen ist.

Ein erster Hinweis auf das Vorliegen einer Tb liefert das charakteristische Färbe-Verhalten der Mykobakterien im nach Ziel-Neelsen gefärbten Ausstrich. Da nämlich Mykobakterien eine sehr ausgeprägte Zellwand haben, können sich hier bestimmte Farbstoffe besonders gut eingelagert und werden nach dem Färbevorgang nur schwer wieder ausgewaschen – auch nicht durch „saure“ Waschlösungen, deshalb die Bezeichnung „säure-fest“. Allerdings kann mit dieser Methode nicht zwischen den einzelnen Mykobakterien-Spezies unterschieden werden. Eine sensitivere Färbung ist mit einem Fluoreszenzfarbstoff (Auramin) möglich. Für die Auswertung wird dann allerdings ein Fluoreszenzmikroskop benötigt, das nicht in jedem Labor zur Verfügung steht.

Mittels einer PCR (Polymerase chain reaction) kann darüber hinaus das genetische Material der Mykobakterien durch Amplifiaktion der DNA nachgewiesen werden. Mit dieser Methode kann auch genauer die vorliegende Unterart der Mykobakterien (M. tuberculosis ist die häufigste Variante) identifiziert werden. Sowohl eine positive PCR, als auch eine positive Histologie müssen durch eine Anzucht (Kultur) der Mykobakterien bestätigt werden, bevor die Diagnose einer Tb als sicher gelten kann.

Die Anzucht der langsam-wachsenden Mykobakterien gestaltet sich schwierig und gelingt normalerweise nur auf angereicherten Nährböden. Gelingt sie allerdings, so ist die Diagnose definitiv gesichert und nach einer zusätzlichen Resistenztestung kann auch einer Aussage darüber gemacht werden, gegenüber welche Antibiotika der voliegende Stamm sensibel ist oder ob evtl. sogar eine MDR vorliegt. Die Problematik der Anzüchtung von Mykobakterien besteht darin, dass sie sehr lange Zeit (bis zu mehreren Wochen) in Anspruch nimmt.

Bei einer bereits bekannten Tb werden die kulturelle Anzucht und die Mikroskopie häufig auch zur Therapie- und/oder Verrlaufskontrolle herangezogen.

Bildgebende Verfahren
Sowohl die aktive als auch die latente Verlaufsform der Tb weisen bestimmte röntgenologische Charakteristika insbesondere im Röntgen-Thorax auf. Dazu gehören z. B. Kavernen (Hohlräume im Lungengewebe), Rundherde und auch Kalzifikationen in Organen ausserhalb des Skelettsystems wie Lunge oder Nieren.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Grob geschätzt ist davon auszugehen, dass etwa 1% der Weltbevölkerung mit den für die Tuberkulose verantwortlichen Bakterien infiziert ist. Hierbei gilt jedoch im Auge zu behalten, dass die meisten Infektionen mit diesen Bakterien nicht zu einem Ausbruch der Tuberkulose führen, sondern gänzlich asymptomatisch bleiben. Insgesamt verbleiben tatsächlich 90 bis 95% aller Ansteckungen ohne weitere Symptome. Für das Jahr 2012 ließen sich auf einer weltweiten Skala etwa 8.6 Millionen chronische Fälle von Tuberkulose nachweisen. Darüber hinaus konnte man ca. zwischen 1 Million und 1,5 Millionen Todesfälle registrieren, die direkt auf eine Tuberkulose zurückzuführen waren. Davon fanden die meisten in Entwicklungsländern statt. Zudem litten etwa 300.000 der gestorbenen Menschen zusätzlich zur tbc noch an hiv oder aids.

Hierdurch ist die Tuberkulose statistisch gesehen die am zweithäufigsten auftretende Todesursache, der eine infektiöse Krankheit zugrunde liegt. Allein hiv und aids überholen sie noch. Glücklicherweise jedoch kann man seit Beginn diesen Jahrtausends einen stetigen Rückgang der Erkrankten und der Todesfälle in Bezug auf Tuberkulose beobachten. Allein in China war es dank einer Reform der medizinischen Versorgung möglich, den Quotienten an Erkrankten im letzten Jahrzehnt um immense 80% zu reduzieren. Nichtsdestotrotz gibt es noch einige Staaten und Länder, in denen die Zahlen von Erkrankten ansteigen oder zumindest konstant bleiben. Hierbei sind insbesondere afrikanische Staaten zu nennen. Eine potentielle Verbesserung der Lage ist dort zusätzlich dadurch erschwert, dass viele der Tuberkulosekranken ebenso an aids leiden. Eine Heilung oder eine Therapie, die darauf abzielt, die Symptome zu lindern, ist damit faktisch ausgeschlossen.

Das Geschlecht scheint bei der Erkrankung keinerlei Rolle zu spielen. Zumindest waren keine signifikanten Häufungen dahingehend zu beobachten. Das Alter dagegen ist ein wesentlich wichtigerer Faktor. Potentiell kann die Erkrankung zwar jeden betreffen, ein vorangeschrittenes Alter jedoch erhöht das allgemeine Risiko daran zu erkranken teilweise sehr stark.

Diagnosedaten
Wie bereits erwähnt, ist die gewissenhafte Auswertung der aus einer Diagnose gewonnenen Daten von äußerster Wichtigkeit in Bezug auf die Behandlung. Mit dem stetigen Voranschreiten der modernen Schulmedizin, kommt es zwar immer seltener zu fehlerhaften Diagnosen, aber dennoch sind selbige nicht auszuschließen. Eine Fehlinterpretation der gesammelten Daten kann im Zweifel für große Probleme sorgen. Hierunter fallen vorallem Verzögerungen in der Therapie selbst und damit einhergehende allgemeine Verschlechterungen des Wohlbefindens des Patienten.

Dennoch ist die Chance auf eine Fehldiagnose sehr gering. Dies sollte man stets im Hinterkopfe behalten. Es ist also durchaus unwahrscheinlich, Opfer einer fehlerhaften Diagnose zu sein und dadurch Einbußen während der Behandlung und der Therapie hinnehmen zu müssen.


Komplikationen bei der Krankheit

Im Laufe einer Tuberkulose kann es durchaus zu Komplikationen kommen, diese drücken sich zumeist in einer die Hautpkrankheit begleitenden Erkrankung aus. Solche können u.a. sein:

  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Abszesse und Ödeme in der Lunge
  • Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS)
  • Pneumatozele (Lungenvorfall)
  • Empyem (Eiteransammlung)
  • Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS)
  • Pleuraerguss Flüssigkeitsansammlung im bereich des Brustfelles (Pleura))
  • Bakteriämie (Bakterien können von der Lunge ins Blut gelangen)

In aller Regel bedeuten diese ungewollten Begleiterscheinungen ein erhöhtes Leiden für den Patienten und verlangsamen den Prozess der Heilung teils sehr stark. Nichtsdestotrotz ist den meisten Komplikationen gut und sicher entgegenzuwirken, wenngleich sie auch nicht immer zu verhindern sind.

Weitere Komplikationen sind unter anderem auch:

  • Schädigungen des Zahnfleisches
  • Ausfallen der Zähne
  • Geschwüre und Blasen auf der Zunge und generell im Innern des Mundes
  • Geschwüre und Blasen im Rachen
  • Bildung eines Emphysems
  • Hoher Blutdruck
  • Chronische Schwächung des Immunsystems
  • Durchfälle
  • Erkrankungen des Darms
  • Häufige Entzündungen der Nase, des Halses oder der Lunge
  • Minderleistungen der Augen, teilweise partielle oder komplette Blindheit
  • Taubheit der Glieder, insbesondere der Beine
  • Schwächung der männlichen Potenz
  • Atemnot und generelle stark verringerte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Bildung von Falten, Pickeln und allgemein unreiner Haut
  • Haarausfall
  • Schwarzer / roter Auswurf (Sputum) beim Husten
  • Blutarmut (Anämie)
  • Vergiftungen

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Man sollte einen Arzt konsultieren, wenn man Beschwerden beim Atmen verspürt, Schmerzen im Bereich der Brust hat, unter dauerhaftem Fieber von mehr als 39C° leidet oder konstant hustet, insbesondere dann, wenn dem Husten Sputum mit Blut oder Eiter beigemischt ist.

Darüber hinaus gibt es auch Risikogruppen, die selbst beim geringsten Verdacht einen Arzt aufsuchen sollten. Zu diesen gehören:

  • Menschen jenseits der 65
  • Kinder unter dem 10. Lebensjahr, die Anzeichen und Symptome einer Lungenentzündung aufweisen
  • Personen mit bereits vorhandenen Erkrankungen der Lunge oder Atemwege
  • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem
  • Personen die mit hiv infiziert sind

Besonders ältere Personen erliegen der Schwindsucht relativ häufig. Darum sollten gerade diese Personen nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen.

Lässt sich eine direkt rauchbedingte Tuberkulose feststellen, kann einem ein Arzt zumeist helfen. Hierzu bedarf es zuvörderst dem Willen, dass man mit seinem Laster bricht. Hat man diesen, dann ist es kaum mehr vonnöten, dass man deswegen einen Mediziner konsultiert. Dann hört man nämlich einfach auf. Hört sich überspitzt an, trifft den Nagel aber auf den Kopf.

Ansonsten sollte man regelmäßig einen Mediziner aufsuchen und den selben auch davon unterrichten, dass man Raucher ist. Das erleichtert im zweifel die Diagnose um einiges und erspart dem Arzt sowie dem Patienten bisweilen sehr viel Zeit. Darüber hinaus kann es sinnig sein, wenn man sich gezielt und auf Nachfrage auf die Funktion der Lunge testen lässt und ob diese überhaupt noch in ausreichendem Maße gegeben ist. Dazu bedient sich der behandelnde Arzt zumeist der sog. „Peak Flow“- Methode. Der Patient pustet in eine spezielle Maschine und diese misst darauf hin den durch die entströmende Luft erzeugten Druck und darüber hinaus auch noch die Inhaltsstoffe des Atems. Sind die hieraus resultierenden Werte zu niedrig, kann es notwendig sein, dass der Arzt weitere Tests einleitet.

Alles in allem besteht für Raucher, die sich wohlfühlen, kein erhöhter Bedarf, einen Arzt aufzusuchen, insofern man sie mit einem Nicht-Raucher vergleicht.

Behandlungsmethoden & Therapie

Unabhängig davon, ob eine offene oder eine geschlossene Tuberkulose vorliegt, ist eine Therapie unabdingbar. Im Fall einer offenen Tuberkulose wird die erforderliche Behandlung stationär durchgeführt. Ergibt die Untersuchung des Patienten eine unkomplizierte Tuberkulose, wird standardmäßig sechs Monate lang mit Antibiotika behandelt, die die Erreger abtöten. Während der ersten zwei Monate der Therapie erhält der Patient vier Arzneimittel (Ethambutol, Isoniazid, Pyrazinamid und Rifampicin) in den anschließenden vier Monaten müssen nur noch zwei unterschiedliche Wirkstoffe (Isoniazid und Rifampicin) eingenommen werden.

Da die meisten Patienten in der Anfangsphase die Erreger weitergeben können, ist eine isolierte Unterbringung erforderlich. Obgleich die gegen Tbc eingesetzten Wirkstoffe als gut verträglich gelten, kann es natürlich auch zu Nebenwirkungen kommen. Über solche Nebenwirkungen ist der behandelnde Arzt schnellstmöglich zu informieren, um gegebenenfalls ein Medikament durch ein anderes ersetzen zu können. Ohnehin sind regelmäßige ärztliche Kontrollen hinsichtlich der Genesung angezeigt. Da Tbc zu den Erkrankungen zählt, für die an hiv Erkrankte anfällig sind, empfehlen Experten die Durchführung eines hiv-Tests bei Tuberkulosepatienten.

Sollte der Test positiv ausfallen, ist diese Erkrankung gleich mitzubehandeln. An Tuberkulose erkrankte Kinder werden nur mit drei Wirkstoffen behandelt: Ethambutol wird ausgelassen. Sollten Patienten Unverträglichkeiten aufweisen, kann auf den Wirkstoff Streptomycin zurückgegriffen werden. Kompliziert ist die Behandlung von Tbc dann, wenn Bakterien gefunden werden, die gegen die normalerweise eingesetzten Antibiotika resistent sind. Dementsprechend ist die Verordnung anderer Antibiotika erforderlich. Allerdings sind für eine Überprüfung der Resistenzen wenigstens zehn Tage einzuplanen. Um eine multiresistente Tuberkulose erfolgreich behandeln zu können, muss der Patient etwa 21 Monate lang mehrere Medikamente einnehmen. Inzwischen ist es üblich, multiresistente Tuberkulosen auch mit neueren Präparaten zu behandeln.

Ebenso wie für eine multiresistente Tuberkulose sind auch für komplizierte Tuberkulosen längere Behandlungszeiträume erforderlich. Beispiele sind eine Miliartuberkulose und eine Meningitis. Unter anderem muss die Gesamtbehandlungsdauer auf bis zu 12 Monate verlängert werden und es sind zusätzliche Medikamente (wie Prednisolon oder Dexamethason) einzunehmen.

Therapie einer latenten Infektion
Die Entscheidung, eine latente Infektion zu behandeln trifft der Betroffene gemeinsam mit dem behandelnden Arzt. Wenn die nachgehenden Untersuchungen keinerlei Hinweis auf eine Reaktivierung geben und das Risiko des Patienten für eine solche nicht stark erhöht, besteht nicht unbedingt eine Therapie-Indikation. Es reicht dann aus, in bestimmten Abständen den Gesundheitszustand des Patienten zu kontrollieren, da ca. 90 % der latent Infizierten nie eine Reaktivierung erfahren.

Besteht allerdings aus oben genannten Gründen die Indikation zur Einleitung einer antibiotischen Therapie, so ist es erforderlich eine Kombination von mehreren Antibiotika über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten einzunehmen. Fester Bestandteil dieser Kombination sollte das Antibiotikum Isoniazid sein. Es ist besonders wichtig, die Medikamente regelmäßig und zuverlässig einzunehmen, um sicherzustellen, dass alle latent vorhandenen Mykobakterien abgetötet werden. Da diese Medikamente zu einer toxischen Leberschädigung führen können, müssen darüber hinaus in regelmäßigen Abständen die Leberwerte kontrolliert werden, um dies frühzeitig zu erkennen.

Therapie einer aktiven Tuberkulose
Eine aktive Tb bedarf in jedem Fall einer antibiotischen Kombinationstherapie über mindestens 6 Monate. Die Therapiedauer richtet sich dabei nach den Ergebnissen der zur Kontrolle des Therapieerfolgs durchgeführten Untersuchungen wie z. B. bakterieller Anzucht mittels Kultur.

In der Regel verschwinden die Symptome einige Wochen nach Therapiebeginn. Dennoch ist es essenziell wichtig, die Medikamente über einen längeren Zeitraum einzunehmen, da nur dann die Abtötung sämtlicher Bakterien gewährleistet und ein Wiederaufflammen der Infektion in stärkerem Ausmaß als zuvor verhindert werden kann. Der Mykobakterien-Stamm kann dann gegen die ursprüngliche Antibiotika-Kombination resistent geworden sein, so dass die Einnahme von Medikamenten mit stärkeren Nebenwirkungen erforderlich wird.

Das öffentliche Gesundheitswesen fordert, dass bei Personen mit nachgewiesener Tb die zuverlässige Medikamenteneinnahme und Mitarbeit seitens des Patienten strikt überwacht werden sollte z. B. im Rahmen einer DOT (Directly observed chemotherapy), um die Rezidivrate zu senken.

Nikotinentzug im Rahmen einer Tuberkulosetherapie
Raucher, die mit dem Rauchen Schluss machen wollen, können Nikotinersatzprodukte als Unterstützung verwenden, also Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi und Nikotin-Nasenspray.

Die Nikotinersatzprodukte verhindern das Auftreten von Nikotin Entzugserscheinungen. Außerdem gibt es die Anti-Raucher-Pille, d.h. Medikamente, die entweder Bupropion oder Vareniclin enthalten. Die Anti-Raucher-Pille verringert das Verlangen zu Rauchen und verringert auch die Entzugserscheinungen. Allerdings kann die Anti-Raucher-Pille selbst Nebenwirkungen hervorrufen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlaflosigkeit. Bupropion wurde ursprünglich gegen Depressionen eingesetzt.

Weitere Therapiemethoden sind psychotherapeutische Methoden wie die Verhaltenstherapie, bei der die Motivation gesteigert wird, mit dem Rauchen aufzuhören und Situationen analysiert werden, in denen man zur Zigarette greift. Bei der Aversionstherapie soll man soviel rauchen, bis einem davon übel wird, damit das Rauchen mit negativen Gefühlen verknüpft wird.

Gegen Rauchen wird auch häufig Hypnose mit unterschiedlichem Erfolg eingesetzt; dabei soll Nichtrauchen mit positiven Gefühlen verknüpft werden. Viele Raucher versuchen auch mit Akupunktur zum Nichtraucher zu werden. Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kann ebenfalls sehr hilfreich sein.

Alle diese Methoden sind aber mehr oder weniger nutzlos. Tatsächlich ist nach wie vor der beste Weg mit dem Rauchen aufzuhören, ein kalter Entzug. Mit Sicherheit hört man diesen Ratschlag selten und viele raten gar davon ab und behaupten, dass dieses Vorhaben so gut wie nie gelingt. Das sind alles schreiende Lügen. Das einzige Problem, dass ein kalter Entzug mit sich bringt, ist die Tatsache, dass niemand daran etwas verdient. Also weder die Produzenten von Nikotinprodukten, noch die Ärzte oder Kurkliniken.

Wer wirklich mit dem Rauchen aufhören will, muss sich lediglich den Willen aneignen es auch wirklich durchziehen zu wollen. Verwaschene und halbseidene Versuche enden mit und ohne „Wundermittel“ in der Tonne und führen zu weiter keinem Erfolg. Ein eiserner Willen, Durchhaltevermögen und die Einsicht, wie schlecht Rauchen für den Organismus ist, reichen hierbei mehr als aus. Nicht von Werbung und Co. blenden lassen – einfach aufhören.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die Prävention der Tb orientiert sich in erster Linie daran, die Ansteckungsgefahr für gesunde Personen, die von Infizierten ausgeht zu minimieren.

Außerdem steht hinsichtlich der Prävention ein Lebendimpfstoff (BCG: Bacille Calmette-Guerin) zur Verfügung, der in Teilen der Welt, in denen die Tb noch häufiger vorkommt, routine-mäßig eingesetzt wird. Mit diesem Impfstoff kann eine Infektion allerdings nicht 100 %ig verhindert werden. Darüber hinaus muss berücksichtigt werden, dass nach einer Impfung die Ergebnisse des Tuberkulin-Hauttests nicht mehr verwertet werden können, da sie falsch-positiv ausfallen können. Deshalb wird der Impfstoff in den USA nicht mehr großflächig eingesetzt.

Eine weiteres Medium der Vorbeugung besteht in der präventiven Isolation von Personen, die im verdacht stehen, an einer Tuberkulose zu leiden. Eine solche Isolation, bzw. Quarantäne trägt zwar nichts zur Behandlung selbst bei, sorgt aber dafür, dass nicht erkrankten Individuen prophylaktisch gegen eine Ansteckung geschützt werden. Ein Vorgehen von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit zur Eindämmung der vorliegenden Erkrankung.

Ansonsten ist es zu empfehlen, sich von Betroffenen nach aller Möglichkeit und so gut als irgend möglich fernzuhalten. Sollte es nicht zwingend notwendig sein, sich auch nur im selben Raum mit einem Tuberkulose-Patienten aufzuhalten, so ist dies tunlichst zu unterlassen. Wer sich keiner Person mit TB nähert, kann sich auch grundsätzlich nicht anstecken. Eine Infektion erfolgt in aller Regel direkt von einem betroffenen auf ein nicht-betroffenes Individuum. Andere Arten der Infektion sind sehr selten. Sollte es sich dennoch nicht vermeiden lassen, sich einer Person mit tbc zu nähern, so ist es von allergrößter Wichtigkeit, die nötigen Schutzmaßnahmen zu treffen und nicht auf Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel zu verzichten. Insbesondere Pflegepersonal ist an dieser Stelle dazu aufgerufen, ihrer Verantwortung gegenüber allen Patienten gerecht zu werden und sich nicht leichtfertig einer Gefahr auszusetzen. Denn beispielsweise eine infizierte Krankenschwester ein enormes Zerstörungspotential in sich tragen, wenn sie mit den Tuberkulose-Erregern infiziert ist und diese unbewusst an weitere, ohnehin meist geschwächte, Patienten weitergibt.

Auch sollte man im Hinterkopf behalten, dass eine selektive Schwächung der Lunge, beispielsweise durch exzessives Rauchen dazu beitragen kann, die Chance, an einer Tuberkulose zu erkranken, massiv erhöht. Sicherlich bedarf es dennoch der auslösenden Erreger, diese haben aber ein weitaus leichteres Spiel, insofern die Lunge bereits durch (jahrelanges) Rauchen vorbelastet ist. Ein Entzug ist darum nicht nur anzuraten, sondern kann im Zweifelsfalle lebensrettend sein. Die Prognose, ob man es schafft mit dem Rauchen aufzuhören oder nicht hängt ganz klar davon ab, ob man wirklich aufhören will oder nicht. Wie bereits schon erwähnt, helfen Produkte, die damit werben einen Entzug zu erleichtern so gut wie nie. Es kommt hier alleine auf den Willen des Individuums an, auch wirklich mit diesem Laster brechen zu wollen und auf sonst gar nichts. Der teuerste Nikotinkaugummi hilft einem nichts, wenn man während man ihn kaut schon die nächste Zigarette anzündet.

Wer nicht wirklich von sich aus aufhören will zu rauchen, der hat keinen Erfolg damit. Weder auf kurze noch auf lange Sicht. Darum sollte man sich nicht von der Werbung oder von den leeren Versprechungen irgendwelcher Kurpfuscher blenden lassen und überteuerte und nutzlose Produkte kaufen. Diese helfen nichts, wenn man keinen Willen zum Aufhören hat. Der Wille zum Aufhören jedoch ist ganz umsonst.

Besteht also ein ausreichend großer Wille und verfügt man über genügend Durchhaltevermögen, so sieht die Prognose sehr gut aus. Ansonsten ist sie eher düster und man kämpft ein leben lang mit der Sucht.

Allgemeine Tipps zur Vorbeugung von Lungenerkrankungen

    • Mit dem Rauchen aufhören – Raucher gehören zu der wohl größten Risikogruppe, wenn es um Lungenkrankheiten geht. Dabei kann der Verzicht auf diese Angewohnheit binnen weniger Jahre das Risiko einer Ansteckung mit der vorliegenden Krankheit merklich senken, teilweise um bis zu 40%. Das sollte es einem durchaus wert sein. Darüber hinaus ist ebenso zu bedenken, dass nicht nur Konsumenten von Zigaretten verstärkt gefährdet sind, sondern auch die Raucher von Zigarren, Pfeifen, Shishas, Vapes und Zigarillos.
    • Pneumokokken-ImpfungPneumokokken sind für bis zu 40% aller erworbenen Lungenentzündungen verantwortlich. Darum kann eine Impfung gegen dieselben einen gewaltigen Vorteil bringen und als mächtiges präventives Instrument gelten. Generell zu empfehlen ist dieser Typ der Impfung allen über 60-Jährigen oder besonders stark gefährdeten Personen.
    • Impfung gegen Grippe – Da eine Lungenkrankheit durchaus auch aus einer Grippe heraus entstehen kann, ist es bisweilen förderlich, wenn man sich gegen eben jene impfen lässt. Der Impfstoff bietet eine gute Sicherheit und hilft in vielen Fällen das schlimmste zu vermeiden. Insbesondere Kinder und ältere Menschen sollten von dieser Impfung Gebrauch machen, um sich bereits Präventiv gegen die Pneumonie zu schützen.
    • Nötige Schutzmaßnahmen treffen – In vielen Handwerksberufen lässt es sich nicht vermeiden, dass man gewisse Arten von Staub einatmet. Hiervon besonders betroffen sind Steinmetze, Schreiner, Minenarbeiter uvm. Diesen Berufsgruppen ist es nahezulegen, dass sie konstant und ohne Ausnahme Masken zum Schutz des Atemapparates tragen. Diese mindern den durch die Luft aufgenommenen Staub oft immens und wirken damit präventiv auf eine Lungenkrankheit ein.

Wie aus den oben genannten Beispielen klar hervorgeht, ist es möglich, dem Entstehen einer Lungenkrankheit auf vielerlei Arten vorzubeugen. Dennoch sollte man sich niemals in kompletter Sicherheit wägen. Es kann theoretisch jederzeit jeden treffen. Eine 100%ige Sicherheit gibt es nicht und kann es nicht geben. Selbst dann nicht, wenn man sich strikt an alle präventiven Maßnahmen hält. Dennoch sollte man nicht unterschätzen, wie wertvoll und effektiv es ist, seinen gesunden Menschenverstand zu gebrauchen und sich nicht unnötigerweise in potentiell gefährliche Situationen zu begeben. Das gilt im übrigen nicht nur für Lungenkrankheiten, sondern auch für alle anderen Leiden und Krankheiten.


Prognose zur Heilung

Die Prognose auf Heilung ist, was Tuberkulose angeht, in aller Regel eher mau. Die Sterblichkeitsrate in Deutschland liegt zwar bei unter einem Prozent, damit ist die Krankheit aber auf einem globalen Niveau nicht ebenso gut behandelbar.

Darüber hinaus kommt es bisweilen vor, dass gewisse ungewollte Begleiterscheinungen auftreten, die die Chancen auf Heilung verschlechtern. Auch die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe kann die Prognose deutlich verschlimmern. Starke Raucher, ältere Menschen und Personen mit allgemein schlechtem Gesundheitszustand sterben statistisch gesehen wesentlich häufiger an der Schwindsucht, als gesunde Menschen.

Die Prognose auf Heilung ist also sehr stark davon abhängig zu machen, wo man sich befindet und wie es abgesehen von der Tuberkulose im die Gesundheit bestellt ist. Eine sehr gesunde Person, die mehr aus Zufall an diesem Leiden erkrankt ist, muss sich tendenziell weitaus weniger Sorgen machen, als ein Mensch, der ohnehin sehr kränklich und geschwächt ist. An dieser Stelle sind insbesondere Personen zu nennen, die an hiv oder aids leiden.

Die Kombination von TB und hiv endet in beinahe allen Fällen tödlich. Gerade in den Ländern Afrikas gibt es viele solcher Fälle. Gerade angeborenes hiv plus eine erworbene Tuberkulose im Kindesalter treiben die Mortalitätsrate von Kindern immens in die Höhe. Ein sehr bedauernswerter Umstand. Für diese Menschen kommt zwar nicht jede Hilfe zu spät, aber selbst eine schulmedizinisch solide Behandlung kann nicht über den Fakt hinwegtäuschen, dass das Immunsystem angeschlagen bleibt, selbst wenn eine vollständige Heilung der TB zu bewerkstelligen ist. Es kann also jederzeit wieder zu einem Ausbruch derselben kommen.

Auch sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass eine Tuberkulose sehr oft von anderen Leiden der Lunge und des Atemapparates begleitet wird. Diese sind nicht selten ebenso so gefährlich, wie das vorliegenden Leiden selbst und treiben die Sterblichkeitsrate zusätzlich in die Höhe. Hierzu im folgenden eine kurze Übersicht:

      • Lungenentzündungen: Von einer Lungenentzündung sprechen Mediziner, wenn die Lungenbläschen und/oder das zwischen ihnen befindliche Lungengewebe Schädigungen aufweist. Sowohl Eiter als auch Wassereinlagerungen bewirken eine Verdichtung des Gewebes. Die Hohlräume, die eigentlich eine wichtige Voraussetzung für den Gasaustausch sind, können ihre Aufgabe nur noch mangelhaft erfüllen. Grundsätzlich sind die primäre und die sekundäre Pneumonie sowie die infektiöse und die nichtinfektiöse Pneumonie zu unterscheiden. Sofern ein bis dato gesunder Mensch an einer Lungenentzündung erkrankt, liegt eine primäre Lungenentzündung vor. Eine sekundäre Lungenentzündung setzt begünstigende Faktoren wie Asthma und copd voraus. Es handelt sich um eine ambulant erworbene (infektiöse) Lungenentzündung, wenn der Patient sich in seinem alltäglichen Umfeld angesteckt hat. Auslöser sind in diesen Fällen zumeist Bakterien.Jedoch können auch Viren oder Pilze eine Lungenentzündung verursachen. De facto kommen viele der Erreger, die eine Pneumonie verursachen können, selbst im Mundraum gesunder Personen vor. Aber nur dann, wenn diese Keime auch die Atemwege erreichen, kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Die Bezeichnung nosokomial wird für Ansteckungen verwendet, die im Krankenhaus geschehen. Da oftmals recht antibiotikaresistente Erreger für die Entstehung einer nosokomialen Pneumonie verantwortlich sind, ist die Behandlung sehr schwierig. Sofern eine Pneumonie nicht auf einer Infektion basiert, kommen beispielsweise Gase, Dämpfe oder Stäube als verursachend in Betracht. Eine spezielle Form der Lungenentzündung ist die Aspirationspneumonie. Eine Aspirationspneumonie kann sich entwickeln, wenn entweder Mageninhalt oder Nahrungsbrei in die Luftröhre und anschließend in die Lunge gelangt. Folgen können eine direkte Schädigung des Lungengewebes oder eine Begünstigung von Infektionen sein.
      • Erworbenes Asthma: Das Wort Asthma stammt aus den Griechischen und bedeutet in loser Übersetzung etwa „Atemnot“. Hierunter versteht man eine chronische Erkrankung der Bronchien, daher auch der Fachbegriff „Asthma bronchiale“. Selbige drückt sich durch dauerhafte Entzündungen und eine Hypersensibilität des Apparatus respiratorius (Atemapparat) aus.Alles in allem ist diese Art der Atemwegserkrankung vergleichsweise häufig. Darüber hinaus manifestiert sie sich durch ein Zuschwellen der Atemwege und erschwert somit dem Betroffenen die Atmung. Dieser meint zu ersticken und leidet unter Atemnot.

        Des Weiteren werden Asthmaanfälle oftmals von einem Pfeifton begleitet, der typisch für dieses Leiden ist. Er erinnert an eine dumpf klingende Flöte.

        Die Ausprägungen dieses Leidens sind fallspezifisch sehr unterschiedlich. Für manche Asthmatiker ist die Krankheit nicht viel mehr als eine nebensächliche Störung, für schwerer Betroffene kann diese Erkrankung jedoch teilweise lebensbedrohliche Folgen haben. Darum gilt es individuell zu klären, inwieweit die vorliegende Erkrankung den Patienten betrifft. Fehleinschätzungen oder fehlerhafte Diagnosen diesbezüglich könnten fatale Folgen haben.

        Insbesondere physische Anstrengungen lösen oftmals asthmatische Schübe aus. Damit ist das Betätigungsfeld von Betroffenen von vornherein bereits massiv eingeschränkt. Das senkt die Lebensqualität und die persönliche Freiheit.

        Zwar ist dieses Leiden nicht heilbar, aber dennoch können die einzelnen Symptome maßgeblich reduziert werden. Somit können Patienten trotz alledem ein recht angenehmes Leben führen.

      • Erhöhte Chancen auf Lungenkrebs: Unter Lungenkrebs versteht man eine Krebserkrankung, die zunächst in den Lungen der betroffenen Person beginnt. Die Lungen sind schwammartige Organe, die dafür sorgen, dass der Sauerstoff der eingeatmeten Luft ins Blut gelangt und das der verbrauchte Sauerstoff mittels Ausatmen wieder ausgeschieden wird. Lungenkrebs kann diese Prozesse nicht nur empfindlich stören, sondern auch ganz zum Erliegen bringen. Somit ist es nicht selten der Fall, dass erkrankte Personen diesem Leiden erliegen.In vielen Nationen der Erde ist Lungenkrebs die am häufigsten zum Tode führende Art von Krebs. Dabei spielt weder das Geschlecht noch das Alter eine ausschlaggebende Rolle. Auf einer weltweiten Skala sterben jährlich mehr Menschen an Lungenkrebs als an Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs und Eierstockkrebs zusammen. Diese Zahlen sind nicht nur immens, sondern sollten auch zum Nachdenken anregen. Schließlich und endlich handelt es sich bei dieser Form des Krebses zumeist um eine einfach zu vermeidende Krankheit.

        Das wohl größte Risiko an einem Lungenkarzinom zu erkranken haben Raucher. Das dürfte allgemein hin bekannt sein. Dennoch sollte man sich als Nicht-Raucher nicht vollkommen auf der sicheren Seite wähnen. Auch Personen, die Zeit ihres Lebens keine einzige Zigarette konsumiert haben, laufen durchaus Gefahr, an diesem Leiden zu kranken. Dennoch sei an dieser Stelle angeführt, dass besagte Gefahr weitaus geringer ist, als die Rauchern. Nichtsdestotrotz ist sie vorhanden. Darum kann es von großem Vorteil sein, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Bereits nach ein bis drei Jahren nach der Aufgabe von Tabak hat sich das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken um bis zu 30% reduziert. Das sollte es einem durchaus wert sein.

        Die Behandlungsmethoden für das vorliegende Leiden sind zwar heutzutage weitaus effektiver als noch vor einigen Jahrzehnten, dennoch ist die Mortalitätsrate relativ hoch. Tatsächlich besteht bei der überwiegenden Mehrheit der Fälle nur eine Überlebensrate von knapp unter 50%. Das ist im direkten Vergleich zu anderen Krebserkrankung nicht sonderlich viel. Darum sollte man sich, bekommt man die Diagnose Lungenkrebs gestellt, darauf vorbereiten, dass einem eventuell nicht zu helfen ist und man diesem Leiden früher oder später erliegen wird.


Tuberkulose und ihre Geschichte

Die Tuberkulose ist bei weitem keine neue Erkrankung. Es handelt sich um ein Leiden, das die Menschheit schon seit Jahrtausenden heimsucht. Bereits die ersten und aller frühsten Schriftstücke künden von Erkrankungen, die in ihrer Beschreibung sehr stark an eine Tuberkulose erinnern. Darüber ist weiterdings anzunehmen, dass dieses leiden auch bereits schon in prähistorischer Zeit, also vor Einsetzen der Schriftkultur, ein Problem für die Menschen darstellte. Allerdings wohl ein weitaus geringeres als in den frühen urbanen Kulturen.

Überhaupt ist und war die TB am liebsten ist Städten oder stadtähnlichen Gebieten zuhause. Als die Menschen noch als Nomaden oder Halbnomaden in relativ kleinen Verbänden lebten, dürften sie kaum Probleme mit Krankheiten wie Tuberkulose und Co. gehabt haben. Vollends auszuschließen, dass es innerhalb einiger Verbände dennoch zu einer Ansteckung kam, ist es natürlich nicht. Leider hinterlässt eine TB nur sehr wenige oder gar keine archäologisch fassbaren Spuren an Skeletten oder Grabbeigaben, sodass es äußert kompliziert ist, die Existenz derselben für die Prähistorie nachzuweisen.

Meidzinhistoriker gehen davon aus, dass sich das vorliegende Leiden mit der Sesshaftwerdung der Menschen nahezu explosionsartig vermehrte und es gerade in den frühen urbanen oder dörflichen Kulturen zu regelrechten Epidemien gekommen sein dürfte. Zunächst einmal begünstigte das enge Zusammenleben der Menschen die Übertragung der Krankheit. Lebten sie zuvor primär in Zelten und selten auch in Höhlen, so lebten sie nun in selbstgebauten Hütten und Häusern und das permanent. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass zumeist ganze Familienclans eine einzige Hütte, bzw. ein einziges Langhaus bewohnten. Das heißt, dass eine Belegung mit 10 oder mehr Personen wohl eher die Regel als die Ausnahme war. Dieses enge Miteinander führte dazu, dass man sich nur sehr schwer aus dem Wege gehen konnte und sich Krankheiten rasend schnell verbreiteten. So wohl auch die Tuberkulose. Auch ist nicht davon auszugehen, dass das medizinische Fachwissen der Hausgemeinschaften dazu ausreichte einzusehen, dass es das beste wäre, die erkrankte Person vom Rest der Familie zu isolieren. Zwar gibt es keine Quellen, die das belegten, aber aufgrund des Unbekanntheit dieser einfachen Praxis bis weit ins 19. Jahrhundert hinein, ist davon auszugehen, dass auch unsere Altvorderen diese Technik nur sehr selten anwandten.

Aber auch in dieser Periode menschlicher Kulturgeschichte dürfte die Tuberkulose noch relativ spärlich vorhanden gewesen sein. Erst die massive Verstädterung Europas und Kleinasiens führte dazu, dass es zu immer mehr Fällen kam. Besonders Autoren der Antike beschäftigten sich sehr eingehenden mit diesem Thema und sahen in dieser Krankheit eine dem Pöbel und der Unterschicht vorenthaltende Erkrankung. Eine Sichtweise, die sich bis in die Neuzeit herein nur bedingt änderte.

Sicherlich erkrankten auch Mitglieder der Oberschicht an der Tuberkulose und selbst Könige und Kaiser blieben von diesem Leiden nicht verschont, aber hauptsächlich waren es die Ärmsten der Armen, die über Jahrtausende hinweg am schwersten an diesem Übel zu tragen hatten. Dieser Umstand wurde durch diverse Faktoren begünstigt, die auch heute noch sehr oft dazu beitragen, das die Tuberkulose sich rasend schnell verbreitet: Eine beengte Wohnsituation.

Das effektivste Mittel, um der Verbreitung einer Tuberkulose vorzubeugen ist die Quarantäne. Das ist heutzutage ein bekannter Fakt. In vergangenen Zeiten war die Quarantäne als präventives Modell jedoch eher unbekannt und die Menschen bedienten sich dieses Mittels vergleichsweise selten bis nie. Ähnliche Phänomene lassen sich auch heute noch in Ländern mit einer hohen Prävalenz von TB beobachten. Insbesondere afrikanische Völker, in denen die Tuberkulose sehr weit verbreitet ist, handeln oftmals wider jedes bessere Wissen und Verständnis und befördern die Ausbreitung des vorliegendne Leidens damit massiv.

Sicherlich haben viele Arme Afrikaner nicht die Möglichkeit, einen erkrankten verwandten und / oder Hausgenossen für die Dauer der Krankheit auszuquartieren – hierzu mangelt es schlicht an Wohnraum und auch an den finanziellen Mitteln. Dennoch sehen auch viele dieser Personen davon ab, Erkrankte in ein Krankenhaus zu bringen. Das hat nur bedingt etwas mit der finanziellen Situation zu tun. Tatsächlich sind viele „moderne“ Afrikaner der festen Überzeugung, dass eine Tuberkulose allein durch liegen auszukurieren sei und überhaupt nur diejenigen befalle, die alt und gebrechlich seien. Dass um sie herum auch junge Menschen immer wieder der Tuberkulose zum Opfer fallen ignorieren sie einfach oder halten deren Leiden für andere Erkrankungen. Überhaupt ist die mangelnde Aufklärung über TB gepaart mit der Engstirnigkeit der afrikanischen Bevölkerung ein sehr großes Problem, an dem nicht zuletzt immer wieder Versuche scheitern, dem vorliegendne Leiden Herr zu werden und es einzudämmen.

Ähnlich verhielt es sich dereinst auch in Europa. Die europäische Bevölkerung jedoch war nach jahrhundertelangen Anstrengungen dazu in der Lage, die Zusammenhänge zwischen der Wohnsituation der Unterschicht und der rapiden Ausbreitung der Tuberkulose zu erkennen und dementsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ein Entwicklungsprozess, der sich in Afrika noch einige Jahre hinziehen dürfte.

Die stark betroffenen asiatischen Regionen dagegen punkten schon seit Jahren mit einem merklichen Rückgang von TB-Fällen. Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und begonnen, Personen nicht nur aufzuklären, sondern auch durch Bauvorhaben und andere staatliche Maßnahmen dafür zu sorgen, dass es zu immer weniger Fällen von Tuberkulose kommt. Zwar ist die Prävalenz auch in den Regionen Südchinas usw. immer noch sehr hoch, aber im direkten Vergleich von vor 20 Jahre sind die jährlichen Neuansteckungen um beinahe 40% gesunken. Eine durchweg positive Entwicklung.

Besonders das europäische Mittelalter war eine Zeit, die sehr stark von der Tuberkulose geprägt war. Ganze Stadtviertel litten an dieser Krankheit und niemand war davor gefeit. Auch die soziale Oberschicht nicht. Dies lag daran, dass selbst die reichen Bürger und adligen in relativ beengten Verhältnissen lebten. Vorallem zur Winterzeit lebten, arbeiteten und schliefen die Herrschaften oftmals zusammen mit allen Dienstboten in dem einzigen Beheizbaren Raum, der Kemenate. Hierdurch kam es besonders häufig zu Tuberkulose-Wellen während der kalten Jahreszeit. Dennoch waren die Menschen des europäischen Mittelalters bereits mit dem Konzept der Quarantäne vertraut und setzten dieses, wenngleich sehr zögerlich, ein.

Im Grunde fand von der Antike bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine nennenswerte Verbesserung der Lebenssituation der niederen Stände statt. Auch das medizinische Fachwissen erreichte niemals einen Standard, der hoch genug gewesen wäre, Menschen mit ausreichenden Hinweisen und Maßregeln zu versorgen, die einer TB präventiv hätten vorbeugen können. Selbst nach dem ersten Weltkrieg gab es immer noch ganze Stadtviertel, in denen, wie heutzutage in einigen Staaten und Städten Afrikas, 80% und mehr an Tuberkulose litten. Erschwerend kam außerdem noch der Umstand dazu, dass viele Menschen angefangen hatten zu rauchen. Diese zusätzöliche Belastung für den Atamapparat machte die Lungen der Menschen angreifbarer für Erreger aller Arten und schwächte zusätzlich deren Immunsysteme.

Erst zwischen 1930 und 1950 gingen die registrierten Fälle von TB immer weiter zurück. Die allgemeine medizinische Versorgung verbesserte sich merklich und darüber hinaus fand auch eine sehr strenge staatliche Überwachung statt, die dafür sorgte, dass Epidemien bereits im Keim erstickt wurden. Eine durch und durch positive Entwicklung, die schließlich zu der der überaus begrüßenswerten Situation führte, in der wir uns heute befinden. Europa ist zu größten Teilen frei von TB und dies dürfte auch bis auf Weiteres so bleiben. Ein kolossaler kultureller Erfolg.


Alternative Behandlungsmethoden

Ebenso wie Hausmittel, gibt es auch eine große Bandbreite an erprobten und angesehenen alternativen Heilansätzen für die Schwindsucht, die unterstützend zu einer medizinischen Behandlung anzuwenden sind. Diese können unter anderem sein:
Übersicht

      • Inhalation – Das Inhalieren von Wasserdampf kann dem Betroffenen das Leben mit Schwindsucht sehr stark erleichtern. Hierzu erhitzt man einfach Wasser in einem Topf, wartet bis es beginnt zu verdampfen und atmet den aufsteigenden Dampf ein. Bisweilen ist es ratsam, wenn man Kopf und Topf mit einem Handtuch abdeckt, um möglichst viel Dampf nutzen zu können. Dabei kann man verschiedenste Zusätze in das Wasser geben. Inzwischen gibt es auch spezielle Geräte zum Inhalieren in der Apotheke zu kaufen. Diese wirken ähnlich wie der klassische Topf mit Wasser. Es bleibt hier der Präferenz des Patienten zu überlassen, für welche Methode er sich entscheidet.
      • Terpentin – Das Einreiben der Brust mit geringen Mengen von Terpentin gilt manchen Heilpraktikern als hilfreiche Methode bei der Behandlung von Tuberkulose. Obwohl manche Patienten auf diese Methode schwören, raten wiederum viele andere Personen davon ab. Eine Evaluation des möglichen Nutzens mit dem Heilpraktiker des Vertrauens ist deshalb dieses Mittel betreffend unerlässlich.
      • Gurgeln mit Salzwasser – Hierzu fülle man ein großes Glas mit lauwarmem Wasser, gebe einen Teelöffel Salz dazu, lasse das Salz sich auflösen und gurgle damit. Bei dieser Anwendung kommt es besonders bei Neueinsteigern Häufig zu starkem Würgereiz. Hat man diesen jedoch unter Kontrolle gebracht, so hilft diese Methode dabei, den durch Husten belasteten hals zu beruhigen. darüber hinaus ist dies auch ein gutes prophylaktisches Mittel bei Halsentzündungen im Allgemeinen.
      • Eukalyptus-Kuren – Das Eukalyptus gut für die Lunge ist, sollte keine Überraschung mehr sein. Darum gibt es vielerlei Präparate und Anwendungen zur Heilung der Lunge, die sich auf Eukalyptus verlassen. Diese können sowohl äußerlich als auch innerlich Anwendung finden und überraschen stets durch ihre Wirksamkeit.

Etwaige alternative Behandlungsmethoden sind unter anderem:

      • Atemübungen
      • Blasrohrschießen
      • Auflagen und Aufgüsse
      • Dampfbäder

Welche Hausmittel können helfen?

Es gibt einige einfache und doch sehr wirkungsvolle Hausmittel, die zusätzlich zu einer medizinischen Behandlung der Tuberkulose oder vorbeugend gegen eine solche anzuwenden sind:

      • Ruhe: Sich selbst Ruhe zu gönnen ist gerade bei einer Tuberkulose das A und O. Man sollte nichts tun, was einen aufregt oder Stress verursacht. Der Körper braucht viel Zeit und Entspannung, um mit einer Tuberkulose fertig zu werden. Selbst wenn man denkt, dass sich die Symptome abschwächen, sollte man nicht gleich wieder voll in den Alltag einsteigen, sondern sich immer noch Zeit nehmen. Die Schwindsucht kann jederzeit erneut ausbrechen, wenn man sie nicht komplett ausheilen lässt. Im Zweifelsfalle sollte man sich vertrauensvoll an einen Doktor wenden, um Informationen darüber zu erhalten, ob man gesund genug ist, um wieder am Leben teilhaben zu können.
      • Ausreichend viel Flüssigkeit: Es ist ein generell guter Ratschlag, immer genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Doch gerade bei einer Tuberkulose-Erkrankung fördert ausreichender Konsum von klarem Wasser das Abhusten des Sputums und ist darum in seiner therapeutischen Funktion nicht zu unterschätzen.
      • Das Immunsystem stark halten: Spaziergänge, eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und vieles mehr helfen dabei, dass das Immunsystem konstant auf hohem Niveau arbeitet. Hierdurch beugt man automatisch der vorliegenden und vielen anderen Krankheiten vor.
      • Ausreichende Hygiene: Eine ausreichende Hygiene kann in Bezug auf Tuberkulose sehr wichtig sein, insbesondere die ausreichend gründliche Reinigung der Hände ist hierbei sehr wichtig. Darüber hinaus sollte man auf gesteigerte Reinlichkeit achten, wenn man Personen mit einer Tuberkulose pflegt oder sich in einem Krankenhaus aufhält.

Heilkräuter & Heilpflanzen

      • Eukalyptus
      • Fichte
      • Kamille
      • Kiefer
      • Pfefferminze
      • Thymian

Die hier genannten Heilkräuter sind entweder als Tee oder Aufguss zu konsumieren oder getrocknet, bzw. frisch zu nehmen. Auch ein Duftbeutel, der im Bedarfsfall unter die Nase zu halten ist, kann ein gutes Mittel der Medikation sein.

Über die genauen Mengenangaben sollte man sich mit einem Heilpraktiker auseinandersetzen. Diese wissen oft genau, welche Mengen zum Erreichen welchen Effekts notwendig sind. Zudem haben sie häufig bereits fertige Produkte in ihrem Repertoire, die sie gegen ein Entgelt zur Verfügung stellen.

Ätherische Öle

      • Eukalyptus
      • Melisse
      • Zitrone
      • Salbei
      • Zimt
      • Myrtenheide

Ätherische Öle dienen primär der Benutzung im Rahmen einer sog. Aromatherapie. Sprich der Verwendung in einer dafür vorgesehenen Duftlampe. Bisweilen sind sie aber auch äußerlich anzuwenden. Hier sollte man unbedingt Rücksprache mit einem Sachverständigen halten, was Dosierung und Art der Anwendung angeht. Teils wirken ätherische Öle stärker als man glaubt und können die ohnehin belastete Lunge somit leicht überfordern.

Des Weiteren kann man im Falle der Tuberkulose oder auch sonstiger Atembeschwerden, einen Tropfen Eukalyptus Öl auf ein Taschentuch geben und direkt einatmen. Das schafft in vielen Fällen direkte und effektive Linderung der Symptome, wie Husten usw.

Homöopathie & Globuli

      • Antimonium tartaricum
      • Aralia racemosa
      • Grindelia
      • Senega
      • Kalium carbonicum
      • Sambucus nigra

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Eine allgemeine gesunde Ernährungsweise ist oftmals ausreichend, um den Körper zu stärken. Spezielle Diäten für Betroffene dieser Krankheit gibt es keine. Dennoch empfiehlt sich alles, was Übergewicht reduziert. Nicht zuletzt deswegen, weil zusätzliches Gewicht Erkrankungen der Lunge oftmals erschwert.

Hierfür sollte man zur Nachsorge eventuell einen Diätologen oder Ernährungswissenschaftler aufsuchen und einen Langzeitplan erstellen.

Allgemeine Tipps sind daher:
Bedenkenlos konsumieren kann man:

      • Obst und Gemüse (insofern keine Allergien vorliegen)
      • Meeresfrüchte
      • Milchprodukte (jedoch auf den Fettgehalt achten)
      • Hülsenfrüchte
      • Klares Wasser und Kräutertee (Limonaden usw. sind zu vermeiden)
      • Vollkornprodukte

Bei folgenden Lebensmitteln, sollte man eher aufpassen:

      • Rotes Fleisch
      • Tabakwaren
      • Raffinierter Zucker
      • Stark fetthaltige Speisen
      • Fertiggerichte
      • Alkoholika
      • Weißes Mehl
      • Fast Food

Man sollte außerdem stets im Hinterkopfe behalten, dass Übergewicht eine immense Belastung für die Lunge darstellt. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie durch Krankheit belastet ist oder nicht. Darum ist es wichtig darauf zu achten, stets ein angemessenes Gewicht zu halten, um seine Lunge keinen überflüssigen Strapazen auszusetzen. Wer sich zudem an eine solche Ernährung hält, kann nicht nur sein Immunsystem dadurch stärken, sondern wirkt auch noch prophylaktisch auf eine ganze Reihe potentieller Krankheiten ein, die aufgrund der gesunden Ernährung erst gar nicht ausbrechen.

Ein Diätologe oder ein Ernährungswissenschaftler können einem zusätzlich dabei helfen, einen perfekten und individuell maßgeschneiderten Ernährungsplan für einen zu erstellen. Es lohnt sich daher immer, einen solchen zu konsultieren, wenn man dauerhaft etwas an seiner Ernährung verändern will.


FAQ – Fragen & Antworten

Wie kann ich als Infizierter dazu beitragen, die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern?

Zunächst sollte man damit beginnen, alle verschriebenen Medikamente exakt so einzunehmen, wie Doktor und medizinisches Pflegepersonal es angewiesen haben. Darüber hinaus sollte man auch, insofern man nicht stationär behandelt wird, alle Termine zur Nachuntersuchung wahrnehmen und keinen davon auslassen aus welchen Gründen auch immer. Auch sollte man darauf achten, dass man den Kontakt zu anderen Personen möglichst minimiert. Besonders direkter Kontakt zu potentiell gefährdeten Menschen wie Kindern und älteren Personen sollte man nach Möglichkeit unterbringen. Im Zweifelsfalle ist es überdies förderlich, wenn man sich in ein Krankenhaus begibt, um sich dort für die Dauer der Ansteckungsfähigkeit der Krankheit isolieren zu lassen. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Und es dürfte niemandem daran gelegen sein, als Patient X einer tbc-Epidemie in die Geschichte einzugehen.

Was versteht man unter „Multiresistenten Erregern“ in Bezug auf eine Tuberkulose?
Hierbei handelt es sich um Bakterien, die eine Tuberkulose auslösen können, aber nicht mit den herkömmlichen Medikamenten behandelbar sind. Diese Resistenz gegenüber gängiger Arzneien ist als eine Art Evolution des betreffenden Bakteriums selbst zu verstehen. Es ist ihm im laufe der Jahre gelungen, sich dergestalt zu verändern, dass die üblich verabreichten Medikamente kein Hindernis mehr für es darstellen. Das erschwert natürlich nicht nur die Behandlung, sondern erhöht auch das Risiko schneller und flächendeckender Ausbreitungen des korrespondierenden Leidens.

Wie kann man sich überhaupt mit einer Tuberkulose anstecken?
Glücklicherweise ist es kein allzu leichtes unterfangen, sich mit der Tuberkulose zu infizieren. Es bedarf hierfür eines direkten Umgangs mit einer bereits infizierten Person. Das heißt kurzum, dass im Grunde nur die Personen tatsächlich gefährdet sind, die entweder Schwindsüchtige Pflegen oder mit ihnen zusammen wohnen. Eine Übertragung der iren durch die Luft über größere Distanzen hinweg ist faktisch ausgeschlossen. Damit zählen normale Bürger nicht zu der besonders ansteckungsgefährdeten Gruppe.

Verursacht eine Tuberkulose Langzeitschäden?
Nicht immer, aber in den meisten Fällen schon. Bisweilen kann es vorkommen, dass sich die Leistung der Lunge nach einer Tb dauerhaft und massiv reduziert. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn eine Behandlung nicht früh genug beginnt oder man sich nicht genügend Zeit zur Heilung gelassen hat und zu früh wieder voll in den Alltag eingestiegen ist.

Kann man während einer Tuberkulose rauchen?
Können schon … natürlich ist dieses Verhalten sich selbst und seinem Umfeld gegenüber unverantwortlich. Zudem verringern sich hierdurch die Heilungschancen sehr stark und Langzeitschäden sind nicht auszuschließen. Man sollte eine TB eher als Sprungbrett für einen Entzug ansehen, als eine Herausforderung auch trotz dieser Krankheit weiterzurauchen. Aber wer dennoch meint, er könne trotz dieser lebensgefährlichen Situation nicht mit seiner Sucht brechen, muss dementsprechend gravierende Konsequenzen erwarten.

Wie lange dauert eine Tuberkulose?
Hierzu lassen sich keine Angaben machen. Eine solche kann von zwei Monaten bis hin zu mehreren Jahren dauern. Es kommt immer ganz auf den Einzelfall, das betroffene Individuum sowie die begleitenden Umstände an.

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