Windpocken (Varizellen)

Windpocken (Varizellen) – allgemeine Informationen über die Viruserkrankung

 

Windpocken (Varizellen) Impfung für Kinder

Windpocken sind eine Erkrankung, die durch bestimmte Viren ausgelöst wird und ein sehr hohes Ansteckungsrisiko birgt. Die Viren, die eine Infektion mit Windpocken verursachen können, werden als Varizella Zoster bezeichnet. Aus diesem Fachbegriff resultiert auch die Bezeichnung Varizellen für Windpocken.

Das Virus Varizella Zoster zählt zur gleichen Virengruppe wie der bekannte Herpes-Virus und kann, selbst nach erfolgtem Ausbruch im Kindesalter, immer wieder zu Erkrankungen führen. Meist kommt es dann zu einer Gürtelrose.

 

Typisch für eine Infektion mit Windpocken ist ein großflächiger Hautausschlag, der sich in extrem juckenden Bläschen am ganzen Körper äußert. Gerade im Herbst oder Frühling zeigt sich oftmals ein Anstieg der Infektionszahlen einer Windpocken-Erkrankung. Die Übertragung durch die Varizella-Zoster-Viren erfolgt durch die klassische Tröpfcheninfektion. Auch eine Schmierinfektion ist möglich, beispielsweise wenn es zu einem Kontakt mit den infizierten Hautbläschen kommt.

 

Eine Ansteckung mit Windpocken ist sehr leicht möglich und fast bei jedem Kontakt mit einem Infizierten kommt es bei der Kontaktperson zu einer Infektion. Eine Impfung gegen Windpocken kann einen optimalen Schutz vor der Virus-Infektion bieten und eventuell Folgeerkrankungen vermeiden.

 

Infektion mit Windpocken – wie sieht das Krankheitsbild aus?

 

Die Symptome einer Infektion mit Varizellen lassen sich sehr gut erkennen. Eines der Hauptsymptome ist der bereits erwähnte, stark juckende Ausschlag auf der Haut. Meist nimmt der Ausschlag seinen Anfang im Bereich des Gesichts und wandert von dort aus über den ganzen Körper. In der Regel dauert es nach Ansteckung mit dem Virus Varizella Zoster rund drei Tage, bis die ersten Flecken kommen. Diese werden innerhalb von einigen Stunden zu Bläschen, die einen starken Juckreiz hervorrufen. Allerdings sollte ein Kratzen unterlassen werden, da es sonst zu unschönen Narben kommen könnte.

 

Vor dem Hautausschlag kann es auch zu Fieber und einer starken Mattigkeit kommen. Zeigen sich die Flecken, so kann es zu einem erneuten Anstieg der Körpertemperatur kommen. Hohes Fieber über 39° ist bei einer Varizellen-Infektion keine Seltenheit. In der Folgezeit können noch weitere Begleiterscheinungen hinzukommen, wie etwa Kurzatmigkeit oder eine Unsicherheit im Gangbild.

 

Während der Hautausschlag zu sehen ist, sollte die Körperpflege nicht vernachlässigt werden. Ansonsten könnte es dazu kommen, dass sich eventuell geplatzte Bläschen infizieren und es zu einer unschönen Narbenbildung nach Abklingen des Ausschlags kommt.

 

Bei einem ungünstigen Verlauf kann es passieren, dass die Varizella-Zoster-Viren sich an bestimmten Nervenenden festsetzen. So kann in der Folge eine Gürtelrose entstehen, die wiederum einer Behandlung bedarf. Schwerwiegende Komplikationen sind eher selten, dennoch ist eine Impfung gegen Varizellen sinnvoll.

 

Impfung gegen Windpocken – wie sehen die Empfehlungen aus?

 

Eine Impfung gegen Windpocken sollte zweimal durchgeführt werden, um einen effektiven und umfassenden Impfschutz gewährleisten zu können. Sollte die Impfung gegen Windpocken nur einmal erfolgen, so ist nur ein unzureichender Impfschutz gegeben. Die zweite Impfung kann auch nach Jahren noch nachgeholt werden, um einen effektiven Schutz vor Varizellen zu erhalten. Folgende Empfehlungen gelten im Zusammenhang mit einer Varizellen-Impfung:

 

  1. Impfung zwischen 11 und 14 Monaten
  2. Impfung zwischen 15 und 23 Monaten

 

Generell wird eine Impfung gegen Windpocken eigenständig durchgeführt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sie als Kombinationsimpfung zu machen. Dann wird von einer MMRV-Impfung gesprochen, einer Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken.

 

Bei einer Impfung gegen Windpocken wird ein Lebendimpfstoff verwendet, der eine abgeschwächte Variante des Erregers beinhaltet. Eine Infektion ist durch die abgeschwächten Viren nicht möglich. Der Körper soll lediglich dazu angeregt werden, Antikörper zu produzieren. Nach zwei Impfungen, zwischen denen mindestens ein zeitlicher Abstand von 28 Tagen liegen sollte, besteht ein Impfschutz zwischen 70 und 90 Prozent.

 

Grundsätzlich kann jedes Kind gegen Windpocken geimpft werden. Einzige Ausnahme ist, wenn eine akute Krankheit vorliegt, die zuerst behandelt werden muss. Kinder, die bereits an Windpocken erkrankt waren, müssen nicht geimpft werden.

 

Impfreaktion und mögliche Nebenwirkungen einer Impfung gegen Varizellen

 

Eine Impfung gegen Windpocken gilt generell als sehr gut verträglich und ist mit minimalen Nebenwirkungen verbunden. Wie bei vielen anderen Impfungen auch kann es bei einer Windpocken-Impfung zu einer Reaktion rundum die Einstichstelle kommen. Möglich sind Schwellungen oder Rötungen, aber auch eine sehr schmerzhafte Verhärtung. Diese Nebenwirkungen lassen nach ein paar Tagen von alleine wieder nach. Am ersten und zweiten Tag nach der Impfung kann es auch schmerzhaft sein, den Arm mit der Injektionsstelle zu bewegen. Bei Bedarf kann der Einstichbereich auch gekühlt werden, was für eine Linderung der Schwellungen und Verhärtung führt.

 

In einem Zeitraum von 1 bis 4 Wochen kann auch leichtes Fieber auftreten. Schließlich muss der Körper Abwehrstoffe gegen Varizellen bilden, was sich im Allgemeinbefinden bemerkbar machen kann. In manchen Fällen kann es auch zu einem ganz leichten Ausbruch von Windpocken kommen. Ein abgeschwächter Hautausschlag kann auftreten, wobei die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen ausbleiben. Nach einiger Zeit klingen die genannten Begleiterscheinungen einer Windpocken-Impfung wieder ab. Schwere Komplikationen sind zwar möglich (Hirnhautentzündung oder eine Entzündung des Rückenmarks), treten aber nur ganz selten auf. Ebenfalls in sehr seltenen Fällen kann eine Gürtelrose als Begleiterscheinung auftreten.

 

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