Windpocken

Steckbrief: Windpocken

  • Name(n): Windpocken; Varizellen; Wasspocken; Blattern uvm.
  • Art der Krankheit: Virusinfektion
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Varizella-Zoster-Virus (VZV)
  • Wieviele Erkrankte: Beinahe jeder leidet im Laufe seines Lebens an den Windpocken
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Kinderarzt; Gynäkologe; Immunologe
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – a00-b99 – b00-b09 – B01

Windpocken
WindpockenWindpocken sind vor allem bei Kindern bekannt, können jedoch auch Erwachsene treffen. Dann gelten sie als besonders gefährlich und komplikationsreich. Da die Viruserkrankung jedoch hochgradig ansteckend ist und über Tröpfcheninfektion leicht auf von einem Menschen auf den anderen übertragen werden kann, bleiben nur wenige Menschen von diesem Leiden während ihrer Kindheit verschont.

Vor allem im Winter und in der Frühjahrszeit treten Windpocken besonders häufig auf und machen sich überwiegend durch einen stark juckenden Hautausschlag am ganzen Körper bemerkbar, der in aller Regel im Gesicht beginnt und sich hernach überwiegend auf die Gliedmaßen, den Rumpf sowie die Geschlechtsteile und den After ausbreitet.

Im Falle einer Tröpfchen- oder Schmierinfektion breitet sich der Erreger, das Varizella-Zoster-Virus, im Blut des Betroffenen aus und erreicht nicht nur die Haut und die Schleimhäute, sondern auch die Nervenzellen. Vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem stecken sich sehr schnell an, aber auch bei gesunden Menschen besteht ein hohes Risiko einer Übertragung.
Nach der Erstinfektion besteht dann eine lebenslange Immunität gegen das Virus, wodurch es zu keiner weiteren Windpockenerkrankung kommen kann. Da diese spezielle Erkrankung im Kindesalter häufig milder verläuft als bei Erwachsenen, ist eine frühzeitige Erkrankung günstig. Seit einigen Jahren gehört die Impfung gegen Varizellen jedoch auch zur Grundimmunisierung.

Definition Windpocken?

Die sogenannten Windpocken, kleine rote und juckende Knötchen, sind im Grunde genommen das Symptom einer Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV). Entgegen der landläufigen Meinung, die Windpocken seien mit den Pocken verwand oder eine milde Verlaufsform der Pocken, ist diese Krankheit also nicht durch das Variolavirus ausgelöst. Varizella-Zoster gehört vielmehr zu den Herpesviren und bildet nach Herpes simplex Typ 1 (Lippenherpes) und Typ 2 (Genitalherpes) den dritte humane Herpesvirus. Genauso wie die anderen Viren dieser Gruppe ist VZV hochinfektiös und wird entweder via Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt mit den hervorgerufenen Bläschen übertragen. Eine Besonderheit dieses Virustyps liegt in der enormen Reichweite, die er in der Luft zurücklegen kann. Mitunter erfolgt eine Ansteckung, obgleich zwei Menschen mehrere Meter weit auseinander stehen. Hiervon leitet sich im Übrigen der Name “Windpocken” ab. Immunologen gehen davon aus, dass es ausreicht sich circa eine Stunde gemeinsam mit einem Erkrankten im gleichen Raum aufzuhalten, um ebenfalls infiziert zu werden. Bei immunsupprimierten Menschen genügen sogar nur einige Minuten.

Hat der Varizella-Zoster-Virus einmal den Weg in den Körper gefunden, zeigen sich nach einer Inkubationszeit von ungefähr zwei Wochen die typischen Symptome der Windpockenerkrankung: Fieber, allgemeines Unwohlsein und nicht zuletzt die typischen juckenden Pusteln, die sich vom Gesicht über den Körper erstrecken können. In der Regel klingt die symptomatische Krankheit selbst nach einer Woche wieder ab und der Körper hat entsprechende Antikörper gebildet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Viren vollkommen aus dem menschlichen Organismus verschwunden sind. Sie verhalten sich ähnlich dem Lippenherpes und wandern in die Ganglien der Nervenzellen, wo sie inaktiv bis ans Lebensende des Menschen verweilen. Unter ungünstigen Umständen, beispielsweise bei einem Komplettversagen des Immunsystems, können sie jedoch reaktiviert werden und sich dann in einer Gürtelrose manifestieren.

Die enorme Infektiösität sorgt dafür, dass sich Menschen bereits im Kindesalter mit der Krankheit anstecken und hernach eine lebenslange Immunisierung besteht. Eher selten sind Erwachsene betroffen. Dann kann die Krankheit jedoch weitaus drastischer verlaufen als im Normalfall. Problematisch wird sie darüber hinaus, wenn Schwangere sich infizieren. Manchmal kommt es aber auch zu Komplikationen bei Kindern. Aus diesem Grund wurde in einigen Ländern beschlossen, die Varizella-Viren in die Grundimmunisierung aufzunehmen, zu der ferner unter anderem Röteln, Masern und Mumps gehören. Zumeist werden die entsprechenden Impfsera dem kombinierten MMR-Impfstoff hinzugefügt.

Was ist Windpocken?

Windpocken sind unter sehr vielen Namen bekannt. Darunter unter anderem Wasserpocken, Spitzblattern, Spitze Blattern, Wilde Blattern und Schafblattern. Alle diese Namen weisen bereits auf das hervorstechendste Merkmal dieser Erkrankung hin, nämlich den typischen Hauterscheinungen. Betroffene bilden nach der zweiwöchigen Inkubationszeit nach der Ansteckung kleine rote Pusteln, die, ähnlich den anderen Herpesbläschen, mit infektiöser Flüssigkeit gefüllt sind und einen starken Juckreiz auslösen. Die individuelle Ausprägung der Bläschenbildung kann dabei sehr verschieden sein. Einige Patienten bilden lediglich ein bis zwei winzige Blasen im Gesicht. Bei anderen Menschen breiten sich die juckenden Blattern über das gesamte Gesicht aus. In schlimmeren Fällen sind darüber hinaus auch Rumpf, Gliedmaßen und sogar der gesamte Körper betroffen. In den fettreichen Körperregionen können dann sehr tiefe Narben entstehen, die ein Leben lang sichtbar bleiben.

Die Krankheit ist hochgradig ansteckend. Darum müssen sich insbesondere Personen vorsehen, die diese Krankheit noch nicht hatten oder nicht dagegen geimpft sind. In der Bevölkerung hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass nur Kinder an Varizellen erkranken könnten. Das ist schlichtweg falsch. Auch Erwachsene kann es betreffen, insofern diese nicht bereits während ihrer Kindheit an dieser Krankheit litten. Denn glücklicherweise kann man allgemein hin nur ein einziges Mal während seines Lebens an den Windpocken erkranken.

Zudem verläuft die Krankheit oftmals recht mild. Besonders Kinder haben kaum Probleme mit diesem Leiden und gehen nicht merklich geschwächt oder geschädigt aus einer Phase der Erkrankung hervor. Erwachsene dagegen trifft diese Virusinfektion meist wesentlich härter. Die hierdurch entstehenden Komplikationen sind teilweise gravierend und sind überdies nicht selten intensivmedizinisch in einem Krankenhaus zu behandeln. Noch gravierender gestaltet sich die Infektion mit dem Varizellavirus bei immunschwachen Personen.

Um die Kinder möglichst früh durch die Erkrankung zu schicken und ihnen damit späteres Leid zu ersparen, gibt es inzwischen sogar sogenannte „Windpocken-Partys“. Im Rahmen einer solchen führt man gesunde Kinder mit einem infizierten Kind zusammen und lässt sie miteinander spielen, damit die gesunden Kinder sich anstecken. Hierdurch sollen die Eltern in der Lage sein, den Zeitraum des Ausbruchs der Erkrankung zu planen und eine gute und zeitnahe Versorgung derselben zu gewährleisten. Dieses Vorgehen wird jedoch von Medizinern eher kritisch betrachtet, da hierdurch eine Ausbreitung des Virus gewährleistet wird, der vor allem für die schwächsten Mitglieder einer Gemeinschaft wie Babys und immunsupprimierte Menschen gefährlich werden kann. Aus diesem Grund raten Ärzte vielmehr dazu, sich entsprechend durch eine Impfung zu immunisieren. Hierdurch können zudem mögliche Komplikationen, die hin und wieder mit der Krankheit einhergehen, vermieden werden.

Welche Ursachen gibt es?

Die einer Erkrankung mit den Blattern zugrunde liegenden Ursachen sind allesamt auf eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV) zurückzuführen. Damit sind die Ursachen per se durchaus überschaubar. Fälle von Windpocken, bei denen das VZV keine Rolle gespielt hätte, sind unbekannt und gibt es vermutlich auch zukünftig nicht.

Darüber hinaus konnte man Beobachten, dass die Varizella-Zoster-Viren alleine auf den Menschen übergehen und sich in keinem anderen Säugetier nachweisen lassen können. Die Ursachen für die Spezialisierung auf den Menschen ist unbekannt, scheint aber auch alles in allem nicht weiter von Interesse für die Forschung zu sein. Hernach stellt Varizella-Zoster, neben den Herpes simplex Varianten, eben eine der drei humanen Herpesvirenarten dar.

Die Ursachen oder vielmehr die Ursache mag also schnell zu nennen sein, dennoch gibt es einige Risikofaktoren, die unter Umständen dazu beitragen können, dass sich die Chance einer Infektion erhöht. Eine Infektion jedoch, besonders im frühen Kindesalter ist allerdings nicht das schlechteste. Es ist wesentlich besser, früh an den Windpocken zu leiden und den Rest seines Lebens immun zu sein, als sich als Erwachsener zu infizieren. Nicht zuletzt deswegen, weil die Krankheit ausgewachsene Menschen viel stärker trifft als Kinder.
Die potentiellen Risikofaktoren sind unter anderem:

  • Keine Immunität – Man kann nur einmal an dieser Krankheit leiden, danach ist man immun. War man also nicht als Kind davon betroffen, kann es einen immer noch als Erwachsenen oder Jugendlichen erwischen.
  • Keinen Schutz durch Impfung – Zwar bietet eine Impfung gegen die Varizella auch keinen 100%igen Schutz, aber dennoch senkt eine solche das Risiko einer Ansteckung ungemein.
  • Häufiges Aufhalten in einem Kindergarten oder einer Schule – Lehrer oder Schüler sowie Kindergartenkinder laufen erhöhte Gefahr, an den Windpocken zu erkranken.
  • Mit Kindern in einem Haushalt leben – Wer mit Kindern unter einem Dach wohnt, erhöht ebenso sein Risiko, sich mit den Wasserpocken anzustecken.
  • Drogenmissbrauch – Die aus einem Drogenmissbrauch hervorgehende Schwächung des Immunsystems kann dazu führen, dass der Körper wesentlich anfälliger für Windpocken und andere Krankheit ist.

Varizella-Zoster gehören zu den hochinfektiösen Viren. Ihre Übertragung ist wie bei allen Herpesviren sehr leicht. Bei Windpocken kommt hinzu, dass sie leicht über die Luft von einer an die nächste Person weitergegeben werden können. Sie legen dabei auch größere Strecken zurück. Der normale Abstand im Umgang mit anderen Menschen kann von diesem Virus folglich problemlos zurückgelegt werden. Darüber hinaus kann die Krankheit bereits verbreitet werden, während sie sich noch in der Inkubationsphase befindet. Aus diesem Grund bemerkt der Überträger zum Teil gar nicht, dass er den Virus in sich trägt und an andere weitergibt. Hieraus ergibt sich die enorme Durchseuchung der Bevölkerung mit Varizellaviren. In jüngster Zeit wird daher eine kontrollierte Herdenimmunität mittels Impfungen angestrebt. Hierdurch können auch Menschen geschützt werden, deren Immunsystem einer Windpockeninfektion erliegen könnte.


Prognose zur Heilung

Die Prognose bei Windpocken hängt sehr stark davon ab, wer von ihnen betroffen ist. Kinder beispielsweise werden in der Regel innerhalb einer Woche genügend Antikörper gebildet haben, sodass die Windpocken schnell vom Körper selbst bekämpft und abgeheilt werden. Erwachsene Patienten müssen hingegen mit deutlich mehr Komplikationen rechnen. Bei ihnen kann auch die Heilungszeit einen längeren Zeitraum umfassen. In selteneren Fällen kann es zudem vorkommen, dass die Windpocken zu Langzeitschäden führen. Unter besonders ungünstigen Umständen nimmt die Erkrankung sogar einen tödlichen Verlauf. Die Gefahr ist jedoch nur bei gewissen Risikogruppen gegeben. Hierzu gehören unter anderem Schwangere oder Neugeborene. Dank moderner Medizin ist in den meisten Fällen jedoch nicht mit gravierenden Langzeitschäden zu rechnen.

Wer sich also rechtzeitige medizinische Hilfe sucht, sollte keinerlei Probleme damit haben, diese Erkrankung gut zu überstehen. Vor allem Kinder sind selten länger als eine Woche betroffen und springen danach wieder fröhlich in der Gegend herum.


Symptome & Anzeichen

Das eindeutigste Zeichen für Windpocken sind die typischen kleinen roten Flecken und / oder Bläschen, die sich nicht nur im Gesicht und am gesamten Körper, sondern auch an und in den Schleimhäuten in Mund und Nase befinden können. Die Größe einer einzelnen Pustel ist bei jedem Betroffenen verschieden. Das Ausmaß reicht dabei von einer winzigen Erhebung bis hin zu flächendeckenden großen Pusteln, die reichlich mit infektiösen Sekret gefüllt sind. Je nach Schwere der Infektion kann auch die Anzahl der Pocken variieren. In jedem Fall lösen die Hautveränderungen jedoch einen starken Juckreiz aus, der vor allem bei Kindern schwer zu unterbinden ist. Denn zum einen bewirkt das Kratzen ein Verschmieren der Blasenflüssigkeit auf andere Hautbereiche, die hernach ebenfalls infiziert sind. Zum anderen kann das Kratzen eine Narbenbildung nach sich ziehen, unter der Betroffene später in ästhetischer Hinsicht zu leiden haben.

Neben den genannten optischen Markern einer Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, treten auch diverse Grippeähnliche Symptome auf. Dazu zählen par Exampel leichtes Fieber und Kopfschmerzen sowie Gliederschmerzen. In der Regel klingen die Beschwerden nach etwa einer Woche wieder ab, besonders bei Erwachsenen ist jedoch darauf zu achten, dass keine Komplikationen, wie eine Lungenentzündung oder eine Meningitis, entstehen.

Insgesamt können folgende Symptome bei Windpocken auftreten:

  • Leichtes bis mittelschweres Fieber
  • Verlust des Appetits
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Bildung der typischen roten Pusteln (Pocken)
  • Starker Juckreiz
  • Nässende Wunden
  • Durchfall (eher selten)
  • Ausschläge

Diagnose & Krankheitsverlauf

Allgemein lässt sich sagen, dass eine Diagnose im Falle von Windpocken nicht sonderlich schwer. Nicht einmal die Tatsache, dass die meisten Erkrankten, nämliche kleine Kinder, selbst oftmals noch überhaupt nicht oder nur sehr beschränkt ausdrücken können, was ihnen eigentlichen fehlt oder nicht. Dies verdankt man dem Umstand, dass die Art und Weise, auf der sich diese Krankheit äußert, sehr distinktiv ist. Die berühmten roten oder rosa Flecken und Pusteln im Gesicht und am Körper des Patienten verraten einem oftmals sofort, welche Krankheit vorliegt. Damit spart der Arzt sich in den meisten Fällen eine tiefer gehende Untersuchung und spricht die Krankheit sofort korrekt an.

Nichtsdestoweniger ist es natürlich trotzdem möglich und bisweilen sogar notwendig, dass man klinische Tests durchführt, um die genaue Krankheit determinieren zu können. Ist dies der Fall entnimmt man in aller Regel eine Blutprobe und lässt diese in einem Labor untersuchen. Hierbei achten die Laboranten besonders auf etwaige Anzeichen für eine Infektion. Darüber hinaus ist es ebenso möglich, Abstriche anzufertigen. Hierzu entnimmt man eine kleine Hautprobe von einer der Pusteln und lässt dieselbe analysieren. Dies dient in aller Regel dazu genau und exakt feststellen zu können, um welches Gebrechen es sich handelt.

Dennoch sind klinische Tests, wie bereits erwähnt, in aller Regel vollkommen unnötig und überflüssig. Die Blickdiagnose reicht einem erfahrenen Arzt in aller Regel aus. Bisweilen bietet es zudem an, eine Anamnese, also ein Patientengespräch durchzuführen. Da dieses aber aufgrund des Alters der meisten Patienten nur in sehr eingeschränktem Maße möglich ist, müssen an dieser Stelle die Eltern als Substitut herhalten. Insbesondere Fälle von Windpocken im Kreise der Bekannten, Freunde oder der Familie sind dabei von großem Interesse für den behandelnden Arzt. Auch wellenartige Ausbrüche im Kindergarten oder in der Schule können ein klarer Indikator dafür sein, dass es sich unmissverständlich um Windpocken und um sonst keine Krankheit handelt.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Es wurde bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass der Varizellen-Zoster-Virus ebenso wie die anderen humanen Herpesviren hochgradig infektiös ist und sich sehr leicht verbreiten kann. Daher sind Windpocken ein globales Phänomen. Es gibt keine Länder oder Volksstämme, denen diese Krankheit unbekannt wäre. Das war allerdings nicht immer so. Besonders frühe europäische Siedler in „neue Welt“ schleppten diese Krankheit, neben weiteren Seuchen und Leiden, in selbige mit ein. Die dort ansässige indianische Bevölkerung hatte jedoch keinerlei natürliche Abwehrstoffe gegen die Windpocken. In Folge dessen erlagen Millionen und aber Millionen von Menschen diesem und anderen Leiden, die von den Europäern mitgebracht wurden. Heutzutage jedoch haben alle Menschen schon von Windpocken gehört und es gibt keine unberührten Volksstämme mehr. Dies stellt dahingehend einen Vorteil dar, dass es auf diese Weise nicht mehr zu ungewollten Massensterben von ganzen Personengruppen kommt.

Tatsächlich sind die weltweit auftretenden Todesfälle, die direkt auf eine Erkrankung mit Windpocken zurückzuführen sind verschwindend gering. Man konnte beispielsweise für das Jahr 2013 insgesamt nicht mehr als 7.000 diesbezügliche Todesfälle ausmachen. Mit direktem Bezug auf die Weltbevölkerung ist das ein Wert von beinahe nicht mehr festzustellender und zu vernachlässigender Nichtigkeit. Diese geringen Werte sind jedoch nicht zuletzt der Immunisierung mittels Impfung zu verdanken. Jene Fälle, in denen Menschen durch den Virus heftige Komplikationen erleiden oder sogar sterben, betreffen in der Regel Risikogruppen. Hierzu gehören werdende Mütter und immunschwache Personen.

Darüber hinaus sind, wie allgemein bekannt, primär Kinder von dieser Krankheit betroffen. Insbesondere Kinder der Altersstufen 4 bis 10 erkranken am häufigsten. Sie stellen jährlich insgesamt etwa 98% aller Windpocken-Opfer. Die restlichen 2% sind erwachsene Personen oder Jugendliche. Das Geschlecht wiederum spielt einer Infektion anscheinend keine signifikante Rolle. Zumindest konnte man diesbezüglich keinerlei Beobachtungen anstellen. Jungen und Mädchen sind also gleich oft Opfer dieser von Viren ausgelösten Erkrankung.

Alles in allem lässt sich zudem beobachten, dass die Zahlen von Ansteckungen weltweit zurückgehen. Dieser Umstand ist wahrscheinlich ebenfalls auf eine häufigere Impfung zurückzuführen.

Die aus der Diagnose gewonnenen Daten sind in aller Regel sehr eindeutig. Hierdurch kommt es glücklicherweise nur sehr selten bis nie zu einer fehlerhaften Interpretation der vorliegenden Krankheit. Davon profitieren Arzt und Patient gleichermaßen.

Gerade bedingt durch den Umstand, dass zumeist eine klinischen Tests anzuwenden sind, erübrigt sich die Frage nach den daraus gewonnenen diagnostischen Daten ohnehin vollends. Alles in allem kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Fehldiagnosen bei einer Erkrankung mit Windpocken faktisch ausgeschlossen sind.


Komplikationen bei der Krankheit

Glücklicherweise für die Betroffenen und deren Umfeld, verläuft eine Erkrankung mit Windpocken in aller Regel sehr mild. Die Symptome ähneln einer leichten bis mittelschweren Grippe und sind mittels einfacher Medikamente leicht im Zaum zu halten. Dennoch sollte man den Umstand nicht aus den Augen verlieren, dass diese Krankheit durchaus auch mit dem Tode des Betroffenen enden kann. Dies ist zwar nur äußerst selten der Fall, aber es kann dennoch geschehen. Insbesondere dann, wenn es sich bei den Erkrankten um Risikopatienten handelt. Hierunter fallen vor allem Diabetiker, hiv-Erkrankte, Personen mit schwerwiegenden Autoimmunerkrankungen, Neugeborene sowie frisch gebackene beziehungsweise werdende Mütter usw.

Besonders häufig zu beobachtende Komplikationen sind unter anderem:

  • Bakterielle Infektionen der Haut, der Knochen, der Weichteile, der Gelenke und des Blutes (Sepsis)
  • Dehydration (Mangel an Flüssigkeit)
  • Lungenentzündungen oder sehr schwere Grippen
  • Entzündungen der Hirnhaut (Encephalitis)
  • Reye Syndrom (Multiorganentzündung)
  • Toxisches Schocksyndrom, auch TSS genannt (Kreislaufversagen oder Multiorganversagen)

Nichtsdestoweniger handelt es sich bei den gerade genannten potentiellen Komplikationen nur um sehr seltene Phänomene. Die Wahrscheinlichkeit, dass die tatsächlich auftreten tendiert faktisch gegen null. Sie steigt aber signifikant an, wenn man einer der erwähnten Risikogruppen angehört oder wenn man bereits erwachsen ist. Darum sollte man auf jeden Fall sofort einen Mediziner konsultieren, wenn man als erwachsener Mensch an den Windpocken leidet. Jedes Zögern kann in diesem Falle den Verlauf der Krankheit signifikant verschlimmern.

Eine weitere Komplikation ist auch nach dem Abheilen der Windpocken möglich. Dann liegen die verantwortlichen Viren inaktiv in den Ganglien der Nervenzellen und werden eigentlich vom Immunsystem in Schach gehalten. Es kann jedoch vorkommen, dass unter bestimmten Umständen das Immunsystem dieser Funktion nicht mehr nachkommen kann. Dann entwickelt das Virus eine sekundäre Erkrankung, nämlich die sogenannte Gürtelrose (Herpes Zoster). Diese äußert sich in der Bildung kleiner, infektiöser Bläschen rund um die jeweils befallene Nervengegend. Besonders bedeutsam ist diese Komplikation vor allem deswegen, weil durch sie wiederum die Windpocken auf nicht immunisierte Personen übertragen werden können.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Der Weg zum Arzt sollte auf keinen Fall zu unterlassen sein. Das gilt gleichermaßen für erwachsene Patienten, die selbst darüber entscheiden können und ebenso für Kleinkinder, deren Eltern die Entscheidung darüber zu treffen haben.

Bereits der leiseste Verdacht sollte ausreichen, um sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen oder sein Kind zu einem Arzt zu bringen und es dort untersuchen zu lassen. Vorsicht ist im Falle von Windpocken besser als Nachsicht. Dies gilt natürlich auch für andere Krankheiten.

Wer sich unsicher ist, ob er selbst oder ob der Nachwuchs ggf. an Windpocken leidet, sollte nicht lange versuchen, selbst eine Diagnose auf die Beine zu stellen und direkt einen Mediziner konsultieren. Windpocken können sehr schwerwiegend verlaufen und sind deshalb nicht gut in den Händen von medizinischen Laien aufgehoben. Darüber hinaus ist es zum Teil sehr schwierig die Windpocken von anderen Ausschlägen im Gesicht zu unterscheiden.

Behandlungsmethoden & Therapie

Anhand des Hautausschlags lassen sich Windpocken meistens sehr gut erkennen, teilweise ist für eine Diagnose jedoch auch ein Bluttest nötig. Zusätzlich kann außerdem die Flüssigkeit in den Bläschen auf die Viren getestet werden. Sind die Windpocken eindeutig diagnostiziert, bedeutet dies jedoch nicht, dass diese medizinisch bekämpft werden. Denn ebenso wie andere Herpesviren, verbleibt auch Varizella-Zoster ein Leben lang im Körper des Menschen. Er versteckt sich nach Abklingen einer Windpockenerkrankung in den Ganglien der Nervenzellen. Jedoch ist er absolut inaktiv und kann demnach keinen Schaden mehr anrichten. Jeder Versuch erneut die Windpocken hervorzurufen, wird vom Immunsystem sofort identifiziert und unterbunden. Ein Arzt wird hernach lediglich die spezifischen Symptome der Erkrankung behandeln. Hierbei geht es in erster Linie darum das Aufkratzen der Bläschen sollte so gut es geht zu verhindern. Zum Einsatz kommen dafür unter anderem Juckreiz mindernde Mittel (sogenannte Antihistaminika). Eingesetzt werden überwiegend aber auch fiebersenkende Medikamente. Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass die Haut gut gepflegt wird und der Betroffene genügend Ruhe bekommt.

Um die Vermehrung der Viren zu verhindern kann bei schweren Verläufen auch ein Viren hemmendes Medikament eingesetzt werden. Diese Methode wird ebenso angewendet, wenn der Patient unter einer Immunschwäche leidet.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine tatsächliche Vorbeugung gegen das Varizella-Zoster-Virus ist im Grunde genommen nicht möglich. Selbstverständlich wäre es möglich, den Kontakt zu Erkrankten schlicht zu meiden und somit einer Infektion zu entgehen. Diese Möglichkeit bietet sich allerdings nur theoretisch. Denn zum einen kann die Virusübertragung bereits während der Inkubationszeit vonstatten gehen. In diesem Zeitraum ist es den Betroffenen jedoch noch nicht anzusehen, ob sie infektiös sind oder nicht. Darüber hinaus stellt dieses Herpesvirus einen besonders infektiösen Erreger dar. Er kann nicht nur mittels Schmier- oder Tröpfcheninfektion weitergegeben werden, sondern überwindet bei hierbei auch noch große Distanzen. Die Bezeichnung Windpocken kann folglich wörtlich genommen werden. Es reicht bereits aus, sich nur eine Stunde mit einer infizierten Person im gleichen Raum aufzuhalten. Eine Übertragung des Virus findet dann zu mehr als 90 % statt. Nicht zuletzt kann es durchaus gefährlich werden, den Kontakt zum Windpockenerreger komplett zu meiden. Dies ist damit zu begründen, dass eine Infektion im Kindesalter oftmals sehr problemlos verläuft. Im Erwachsenenalter steigt jedoch das Risiko für diverse Komplikationen, wie etwa Hirnhautentzündung oder eine Lungenentzündung.

Eine frühzeitige Immunisierung gegen den Virus stellt mit Abstand die beste Prävention dar. Erfolgen kann sie einerseits dadurch, dass sich ein Betroffener ansteckt und auf natürlichem Wege Antikörper gegen Windpocken bildet. Eine andere Möglichkeit besteht in der Inanspruchnahme von Impfungen. Diese Methode wird von Ärzten dringlichst empfohlen. Aus diesem Grund gehört die Varizellenimpfung seit Beginn der 2000er Jahre in Deutschland zu den Grundimpfungen. Sie wird in der Regel gemeinsam mit Impfstoffen gegen Mumps, Röteln und Masern in einem Kombipräparat (MMRV-Impfstoff) etwa ab dem 11. Lebensmonat verabreicht. Hierdurch wird ein ungefähr 70 %iger Schutz gegen die Infektion erreicht. Eine zweite Impfung in den darauffolgenden Jahren erhöht die Wirksamkeit des Impfpräparates schließlich noch einmal um über 20 %.

Prinzipiell gestaltet sich die Impfung problemlos. Sie darf jedoch nicht bei Schwangeren vorgenommen werden. Zudem sind auch bestimmte kranke Menschen, hier seien exemplarisch Krebserkrankte genannt, von der Impfung ausgeschlossen, da dies das ohnehin schon angeschlagene Immunsystem überlasten könnte.


Impfung oder Ansteckung?

Zunächst soll gesagt sein: Am empfehlenswertesten ist, wenn bereits in der Kindheit eine Immunisierung gegen die Varizella-Zoster-Viren erreicht wird. Denn Kinder bewältigen die Windpocken in aller Regel wesentlich besser, als dies im Erwachsenenalter der Fall ist. Immunität wird jedoch nicht nur über eine tatsächliche Infektion erreicht. Es gibt selbstverständlich genauso die Möglichkeit sich impfen zu lassen. Doch welche Methode ist, besonders im Bezug auf Kinder, die geeignetste? Während im vergangenen Jahrhundert jeder neue Impfstoff von der Bevölkerung gefeiert und geradezu herbeigesehnt wurde, macht sich heute zunehmend eine Impfkritik in der Gesellschaft breit. Um dennoch eine kontrollierte Ansteckung und Immunisierung mit den entsprechenden Viren zu erreichen, schicken Eltern ihre Kinder sogar lieber zu “Ansteckungspartys” oder bringen das Kind mit Gegenständen wie Lollys und Schnullern in Kontakt, die zuvor von einem Erkrankten benutzt wurden.

Im Folgenden sollen diese beiden Methoden genauer analysiert werden. Dafür lohnt es sich, einen zunächst seltsam anmutenden Vergleich anzuführen: Stellen wir uns einmal einen Billardtisch vor. Die weiße Kugel sei der Varizellavirus, jede andere Kugel hingegen eine Personengruppe. Beispielsweise steht die rote Kugel für Männer Mitte 40 mit normaler Immunsystemfunktion, die grüne Kugel für immungeschwächte Menschen und die schwarze Kugel für Neugeborene, die noch kein Immunsystem entwickelt haben usw.. Zu Spielbeginn wird die weiße Kugel in die Ansammlung bunter Kugeln hineingestoßen, so dass diese auseinanderstieben. Hernach kann die weiße Kugel jede einzelne bunte treffen und “versenken”, wobei jene womöglich noch weitere Kugeln anstößt und mit sich reißt. Ähnliches geschieht mit dem Varizellavirus der auf eine wenig durchimpfte Gesellschaft trifft. Er erreicht jede einzelne Personengruppe und es gelingt ihm in kürzester Zeit nacheinander alle zu infizieren. Schließlich trifft er auch auf jene Menschen, die eine Infektion, ob ihres nicht ausreichend funktionstüchtigen Immunsystems, nicht wirksam bekämpfen können oder für die eine Windpockeninfektion sehr gefährlich werden kann. Als Beispiel seien hier Frauen kurz vor oder nach der Geburt sowie die Neugeborenen selbst zu nennen. Sind sie nicht immun, erreicht der Varizella-Zoster-Virus eine enorm hohe Letalität.

Dieses Bild lässt sich aber auch ebenso gut auf eine Kindergartengruppe anwenden. Ist kein Kind geimpft wandert der hochinfektiöse Varizella-Zoster-Virus von einem Kind zum nächsten. Innerhalb kürzester Zeit wird folglich jedes Kind an Windpocken erkranken und womöglich zu Hause seine Geschwister, Freunde und nicht immunisierten Eltern infizieren. Kindergartenkindern, die an einer weiteren Erkrankung leiden und daher kein starkes Immunsystem haben oder Geschwisterkindern, die nur wenige Monate als sind, kann dies zum Verhängnis werden. Dann können die sonst so harmlosen Windpocken eine ernsthafte und zum Teil lebensbedrohliche Krankheit darstellen.

Doch wie verhält es sich nun in einer Gesellschaft, in welcher die Menschen in der absoluten Mehrheit geimpft sind? Hier sind, um noch einmal das Billardbild zu bemühen, die bunten Kugeln gleichsam auf dem Tisch festgeklebt. Wird die weiße Kugel gegen diese Festung gestoßen, passiert schlichtweg nichts. Und dies trifft genauso auf den Varizellavirus zu, der eine vollkommen durchimpfte Gesellschaft erreicht. Hier findet der Virus keine Überträger und kann dadurch nicht zu den Immungeschwächten vordringen. Jeder geimpfte Mensch ist folglich Teil eines Schutzschildes gegen die Varizellaviren. Davon profitieren schließlich die schwächsten Mitglieder einer Gemeinschaft. Die Medizin bezeichnet diesen Mechanismus als Kohortenschutz oder Herdenimmunität. Dafür müssen nicht alle Menschen geimpft sein. Denn Neugeborene, um ein Beispiel zu nennen, dürfen noch nicht geimpft werden. Genauso wenig bietet sich diese Möglichkeit den Menschen, die Immunsuppressiva ob einer anderen Erkrankung einnehmen müssen. Eine Durchimpfungsrate der Bevölkerung von 90 % sollte allerdings mindestens gegeben sein, damit die Herdenimmunität eben solche Menschen schützt. Es ist daher zweckdienlich, dass sich tatsächlich jeder impfen lässt, dem dies aus Sicht der Medizin erlaubt ist.

Hier stellt sich einigen Menschen die Frage, warum nach dem Impfen kein Ansteckungsrisiko erfolgt, obwohl oftmals Lebendimpfungen, also echte Viren verabreicht werden. Ausschlaggebend hierfür ist die spezifische Wirkungsstätte des Impfstoffes. Häufig wird er ins Muskelgewebe des Oberarmes injiziert. Im Gegensatz zur Tröpfcheninfektion, werden also nicht die zur Verbreitung ausschlaggebenden Organe erreicht. Den Viren, zumal diese nur abgeschwächt vorliegen, wird ergo kein Raum zur Vermehrung geboten. Bevor sie sich ausbreiten können, hat das menschliche Immunsystem bereits seine Aufgabe erledigt und Antikörper gebildet.

Nun wenden Impfgegner an dieser Stelle oftmals ein, dass Impfen schwere Nebenwirkungen zur Folge haben kann. Speziell der MMRV-Impfstoff (Mumps-Masern-Röteln-Varizellen) steht in Verruf Autismus auszulösen. Hier muss jedoch klar und deutlich gesagt werden, dass dies nicht stimmt. Gerade die Gerüchte um das MMRV-Kombipräparat basieren auf einer Lüge, die von dem ehemaligen Arzt Andrew Wakefield verbreitet wurde. 1998 wurde er von einigen Personen dafür bezahlt, eine Studie zu veröffentlichen, die einen Zusammenhang des Impfstoffes mit Autismus herstellt. Die Auftraggeber waren Eltern autistischer Kinder, die mit Hilfe der Studie vor Gericht eine hohe Summe Entschädigungszahlungen erstreiten wollten. Inzwischen ist nicht nur belegt, dass die Inhalte der von Wakefield vorgelegten Arbeit nicht im Geringsten der Wahrheit entsprechen, sondern die dort aufgestellten Behauptungen wurden in etlichen unabhängigen Forschungsarbeiten auch noch einmal überprüft. Sie alle kamen zu dem Ergebnis, dass es keinen Zusammenhang zwischen Autismus und Impfungen gibt.

Doch warum ist dieser Schwindel Wakefields, dem nach Bekanntwerden seiner Manipulationen und Ergebnisfälschungen die Approbation entzogen wurde, nicht schon längst in Vergessenheit geraten. Hierzu haben unter anderem die sozialen Medien beigetragen, mithilfe derer sich diverse Interessenverbände die Ängste von Eltern zunutze machen. Nicht selten steht beispielsweise hinter einer impfkritischen Organisation ein Vertrieb alternativmedizinischer Mittel. Als Augenwischerei wird dann zumeist die Pharmaindustrie beschuldigt, Impfungen allein des Geldes wegen zu entwickeln. Ärzte werden durch diese Behauptungen zu Vasallen der Industrie degradiert, deren fachliche Meinung schlicht gekauft ist. Dabei wurden die Vorläufer moderner Impfungen bereits weit vor Christus angewendet. Beispielsweise war es üblich, den Menschen lebende Kuhpocken in den Arm zu ritzt, damit sie hernach immun gegen die “echten” Pocken waren. Und wer würde ernsthaft dem Nobelpreisträger Robert Koch, der die Wirkungsmechanismen von Impfungen erforschte, vorwerfen, Agent eines Pharmakonzerns gewesen zu sein?

Natürlich verdienen Pharmakonzerne an der Herstellung von Impfstoffen. Es wäre aber vermessen, zu verlangen, dass die Menschen, die in jenem Industriezweig arbeiten, nicht bezahlt werden. Zudem macht die Gewinnerzielung das Produkt, also den Impfstoff, nicht weniger nützlich und notwendig. Und selbstverständlich ist das Impfen, wie jeder medizinische Eingriff, nicht vollkommen frei von Nebenwirkungen. Es können durchaus Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle hervorgerufen werden. Manche Menschen empfinden zudem kurz nach der Impfung Übelkeit und Kopfschmerzen. Diese Komplikationen sind jedoch zum einen vorübergehend und können zum anderen durch den Verzicht auf große körperliche Anstrengung direkt nach dem Eingriff minimiert werden.

Es lässt sich zusammenfassen, dass eine Immunisierung durch direkte Ansteckung mit einem Virus wie dem Variezella-Zoster durchaus zur persönlichen Immunisierung führen kann. Jedoch wird dadurch keine Herdenimmunität erreicht, sondern im Gegenteil zur unkontrollierten Verbreitung des Erregers beigetragen. Das setzt bestimmte Bevölkerungsgruppen einem erheblichen Risiko aus. Darüber hinaus ist nach einer Impfung mit weit weniger Komplikationen zu rechnen, als dies nach einer Infektion der Fall ist. Darüber hinaus können die Ausmaße der Nebenwirkungen nach der Ansteckung wesentlich drastischer sein, als dies für den Impfstoff zu erwarten ist. Eltern, die sich unsicher sind, ob sie ihr Kind tatsächlich impfen lassen, sollten mit einem Arzt über ihre Bedenken sprechen. Denn liegen medizinische begründete Gegenanzeigen vor, wird ein Arzt in aller Regel keine Impfung verabreichen.


Alternative Behandlungsmethoden

Es gibt eine ganze Reihe alternativer Heilmethoden, derer man sich bedienen kann, um die Symptome einer Windpockeninfektion zu mindern. In erster Linie betreffen diese die Vermeidung des Juckreizes, beziehungsweise des Kratzens. Ein gängiges Mittel ist beispielsweise das Überziehen von Handschuhen. Hierdurch kann sich der Betroffene nicht mehr kratzen. Dies wird auch mit speziellen Juckreiz mindernden Klopftechniken erreicht. Wem dies nicht zur Verfügung steht, dessen oberstes Ziel sollte es sein, selbstbeherrscht das Kratzen zu unterlassen. Darüber hinaus stehen aber freilich auch Salben und Cremes zur Verfügung.

Im Folgenden ist eine kurze Übersicht der üblichen alternativen Behandlungen zusammengestellt:

  • Kalte Bäder mit Zusätzen gegen den Juckreiz
  • Handschuhe
  • Cremes und Salben
  • Selbstbeherrschung

Welche Hausmittel können helfen?

Für Kinderkrankheiten oder Krankheiten, die primär bei Kindern vorkommen, gibt es erfahrungsgemäß immer die meisten Hausmitteln. Jeder will schließlich, dass sein Nachwuchs gesund bleibt oder so schnell wie möglich wieder gesund wird. Darum sind hier einige Tipps und Tricks aus diesem Bereich in der Übersicht dargestellt:

  • Nicht kratzen!: Der Reiz und die Versuchungen mögen groß sein und es ist beinahe unmöglich, diesen zu widerstehen, dennoch sollte man es tun. Alles andere wäre selbstgefährdent. Besonders Kinder sind dahingehend aber schwer zu kontrollieren. Darum sollte man ihnen weiche Baumwollhandschuhe anziehen und ihre Nägel besonders kurz schneiden.
  • Kalte Bäder: Ein kaltes Bad unter Zugabe von Backpulver und / oder Haferflocken kann dabei helfen, den Juckreiz merklich lindern und die Heilung dazu begünstigen. Man sollte jedoch nicht länger als 15 Minuten einweichen.
  • Gewürzarme Ernährung: Insofern sich Pocken im Inneren des Mundes gebildet haben, sollte man von jedwedem Konsum stark gewürzter Speisen absehen.

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Aloe Vera
  • Birke
  • Brennnessel
  • Linde
  • Salbei
  • Wacholder
  • Knoblauch

Sämtliche erwähnte Heilpflanzen sind entweder als Tee oder Aufguss, getrocknet oder frisch oder als Pulver bzw. in Form eines Präparates zu reichen. Hierbei sind die Methoden der Verabreichung häufig nur geringfügig in Bezug auf die Wirkung. Besonders aber eine Salbe ist aus den diesen Kräutern und Pflanzen zu erzeugen und bietet sich im Falle von Windpocken besonders an. Dazu gebe man nämliche in zerlassenes Schmalz ein und lasse diese Mixtur auskühlen und sich erhärten. Insofern man eine potentere Salbe oder Creme wünscht, ist dieser Prozess beliebig oft zu wiederholen. Darüber hinaus kann man oftmals bereits fertige Präparate bei einem Heilpraktiker oder Händler beziehen. Auch das Internet bietet so einige gute Quellen für den Bezug von Heilprodukten aus der Natur.

Es empfiehlt sich zudem, vor der Anwendung Rücksprache mit dem zuständigen Mediziner zu halten um etwaige allergische Reaktion schon im Vorfeld ausschließen zu können.

Ätherische Öle

Im Bezug auf Windpocken empfehlen Heilpraktiker häufig die folgenden ätherischen Öle:

  • Ylan Ylan
  • Eiche
  • Lavendel
  • Eukalyptus
  • Majoran
  • Anis

Ätherische Öle sind entweder im Rahmen einer Aromatherapie oder äußerlich sowie seltener auch innerlich anwendbar. Im Falle von Windpocken jedoch sollte man lediglich von ersterer Form Gebrauch machen, also der Aromatherapie. Hierzu gebe man die Öle in eine Duftlampe, entzünde eine Wärmequelle, am besten ein Teelicht und lasse die Öle in die Raumluft verdampfen. Die ätherischen Öle setzen auf diese Weise ihre Wirkstoffe frei und dienen zur Beruhigung der Patienten und bauen somit Stress und folglich Schmerz ab.

Eine gute Bezugsquelle für ätherische Öle ist das Internet oder der Heilpraktiker des Vertrauens. Letzterer gibt auch Auskünfte über Anwendung und Dosierung.

Homöopathie & Globuli

  • Mercurius solubilis
  • Cardiospermum
  • Sulfur
  • Hydrocotyle asiatica
  • Rhus toxicodendron
  • Kalium chloratum

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Es gibt im Prinzip keine vorbestimmte Diät oder Ernährungsweise, die im Bezug auf Windpocken zum Tragen kommt. Da es sich bei Windpocken jedoch um eine das Immunsystem beanspruchende Krankheit handelt, gilt es als wertvolle präventive Maßnahme, dass Immunsystem auch via Lebensmitteln zu stärken. Hierfür eignet es sich, von ungesunden Speisen wie Fast Food oder Süßigkeiten Abstand zu nehmen. Stattdessen sollten bevorzugt ballaststoffhaltige Lebensmittel, viel Obst und Gemüse sowie gesunde Fette konsumiert werden. Auf schädliche Gewohnheiten wie Alkohol trinken oder Rauchen sollte bestenfalls komplett verzichtet werden.

Bei einer akuten Windpockeninfektion kann die Nahrung selbst nicht viel bewirken. Wer stark unter den grippeähnlichen Symptomen leidet, kann jedoch auf Schonkost zurückgreifen. Darüber hinaus gilt es scharfes Essen und übermäßig gewürzte Gerichte zu meiden, wenn sich Blattern im Inneren des Mundraumes gebildet haben. Ansonsten ist alles erlaubt.


FAQ – Fragen & Antworten

Wie lange dauert eine Erkrankung in der Regel?

Die Krankheit vergeht meist so schnell wie sie kam. Bei einer guten Behandlung hat man häufig nicht länger als eine Woche mit ihr zu kämpfen. In besonders schweren Fällen können es auch schon mal 14 Tage sein. Das ist aber eher selten. Es sollte jedoch bedacht werden, dass die Ansteckungsgefahr bereits vor der Entwicklung aller Symptome gegeben ist.

Kann ich mich während der Schwangerschaft gegen Windpocken impfen lassen?

Hiervon muss dringlichst abgeraten werden. Besteht vor der Schwangerschaft noch kein Impfschutz, sollte dieser erst einige Tage nach der Geburt des Kindes nachgeholt werden. Eine Impfung während der Gestation ist derart gefährlich, dass ein Schwangerschaftsabbruch erwogen wird, sollte aus Versehen eine Immunisierung in diesem Zeitraum stattgefunden haben.
Im günstigsten Fall sind Frauen bereits vor der Schwangerschaft immunisiert wurden. Um dies zu erreichen, stellt die Impfung während der Kindheit eine effektive Maßnahme dar. Einige Ärzte empfehlen, dass Frauen beziehungsweise Mädchen unbedingt vor dem 13. Lebensjahr eine Immunisierung vornehmen lassen.

Verursacht eine Windpocken-Erkrankung bei erwachsenen Männern wirklich eine Impotenz?

Dieses Gerücht hält sich sehr hartnäckig und ist tatsächlich auch mehr oder weniger wahr. Sicherlich muss es nicht zwingend zu einer Impotenz kommen, diese ist aber, neben noch weiteren Symptomen nicht auszuschließen. Überhaupt verläuft eine Varizellen-Erkrankung bei Erwachsenen wesentlich stärker und schlimmer als bei Kindern.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (27 Stimmen, Durchschnitt: 4,44 von 5)
Loading...
Top