Abstillen

Vom Abstillen ist die Rede, wenn die Umstellung beim Baby von Muttermilch auf feste Babynahrung erfolgt. Die Umstellung erfolgt in der Regel stufenweise, sodass zu Beginn vom Abstillen eine Kombination aus Muttermilch sowie Babynahrung gefüttert wird. Sobald das Baby alle Nährstoffe aus der Beikost bezieht, ist die Rede davon, dass es als abgestillt gilt. Für beide Parteien stellt das Abstellen eine Veränderung und Umstellung dar. Nicht selten kann es auch zu Komplikationen oder Beschwerden kommen, während dem Abstillprozess. Im Folgenden wird daher alles Wichtige, rund um das Thema abstillen erläutert.

Was ist Abstillen

Wenn der Säugling von Muttermilch auf externe Nahrungsquellen umgestellt wird, ist die Rede vom Abstillen. Wann der beste Zeitraum zum Abstillen sein sollte, ist nicht genau festgelegt. So übernehmen manche Mütter die Entscheidung zum Abstillen, während andere voll und ganz ihr Baby entscheiden lassen. Entscheidet sich die Mutter für das Abstillen, kann einiges an Geduld abverlangt werden. So kann der Abstillprozess nach wenigen Wochen, aber auch erst nach Monaten beendet sein. Entscheidet das Baby sich hingegen für das Ende der Stillbeziehung, läuft das Ganze in den meisten Fällen entspannter ab. Auch wenn es generell keinen festgelegten Zeitpunkt zum Abstillen gibt, wird empfohlen, wenigstens bis zum sechsten Monat zu Stillen, da dass Baby so alle wichtigen Nährstoffe und Immunstoffe bekommt, die es benötigt.

Da das Abstiilen aber auch eine Umgewöhnung bedeutet, befürchten viele Müde, dass mit dem Ende des Stillens, auch die bisher gemeinsame Zweisamkeit vorbei ist. Dies ist aber nicht der Fall, da dem Baby auch noch auf vielfältige andere Weise Fürsorge und Zweisamkeit vermittelt werden kann.

Mögliche Gründe fürs Abstillen
Da es keinen festgelegten Zeitpunkt zum Abstillen gibt, sind hier einige Faktoren, die ausschlaggebend fürs Abstillen sein können.

So entscheiden sich zum Beispiel viele Mütter für das Abstillen, sobald sie wieder berufstätig sind. Stillen und Berufstätigkeit lassen sich oft leider nur schwer unter einen Hut bringen. Oft wünscht sich die Mutter aber auch einfach nur wieder etwas mehr Freizeit und entscheidet sich daher für das Ende der Stillbeziehung. Des Weiterem ist es oft auch das eigene Umfeld oder der Partner, die eine Mutter dazu drängen, abzustillen. Hiervon sollte sich unbedingt freigemacht werden. Zeigt das Kind hingegen deutliches Interesse an fester Nahrung, kann das ebenfalls ein Startsignal zum Abstillen sein. Gleiches gilt, wenn das Baby nur noch sehr kurz trinkt und sich dabei schnell ablenken lässt.

Oft wird es auch ein Problem, wenn die ersten Zähne durchbrechen, was sich durchaus an der Brust bemerkbar machen kann – und zwar schmerzhaft. Doch auch ein längerer Krankenhausaufenthalt oder die Einnahme von stillunverträglichen Medikamenten können Gründe für das Abstillen sein. Außerdem kann es vorkommen, dass das Baby mit der Zeit nicht mehr richtig satt an der Brust wird.

Auch wenn der Zeitpunkt zum Stillen nicht festgelegt ist, können die oben genannten Kriterien einen Hinweis geben, wann vielleicht der Zeitpunkt zum Abstillen naht.

Funktion und Aufgabe vom Stillen

Die nationale Stillkommission empfiehlt generell, wenigstens bis zum sechsten Monat das Baby zu stillen, sprich, dass Baby sollte in den ersten 26 Lebenswochen ausschließlich von Muttermilch ernährt werden, sofern keine Stoffwechselerkrankung dagegenspricht.

Stillen stellt nicht nur einen wichtigen Schutzfaktor dar, sondern stärkt auch das Immunsystem und beugt Übergewicht beim Baby vor. Allerdings bleibt es auch jeder Mutter selber überlassen, diese Mindeststillzeit von sechs Monaten einzuhalten oder dass Baby schon früher auf Beikost umzugewöhnen. Soll vor dem sechsten Monat abgestillt werden, empfiehlt es sich jedoch eine Stillberaterin oder Hebamme hinzuzuziehen.

Stillexperten raten, nicht von heute auf morgen das Stillen einzustellen, sondern das Baby schonend von Muttermilch auf externe Nahrungsquellen umzustellen. Schwierigkeiten kann es geben, wenn der erste Teil gestillt und der zweite Teil externe Nahrung gefüttert wird, da das Ganze schnell in Hektik und Unruhe umschlägt. Wesentlich entspannter ist es, wenn morgens und abends gestillt wird, während die Zwischenmahlzeiten aus der Flasche gereicht werden.

Am einfachsten erfolgt das Stillen, wenn das Interesse des Babys ohnehin schon daran gesunken ist. Ist das jedoch nicht der Fall, wird der Widerstand desto größer sein. Hier sollten sich Eltern vor Augen halten, dass für Babys das Stillen nicht nur als Nahrungsaufnahme dient, sondern auch Quelle für Zufriedenheit und Geborgenheit.

Hilfreich kann es sein, dem Baby wirklich nur noch dann die Brust zu geben, wenn es auch danach verlangt. Ist das Baby beim Stillen gelangweilt oder abgelenkt, kann dass ein Zeichen zum Abstillen sein. Hier sollte man die nächste Stillmahlzeit an der Brust einfach ausfallen lassen, um zu gucken, wie das Baby darauf reagiert. Dem Baby wird abgepumpte Muttermilch oder Säuglingsmilch in der Babyflasche angeboten. Akzeptiert das Baby diese, werden die Mahlzeiten an der Brust nach und nach reduziert und die Flaschennahrung dementsprechend erhöht. Die Milchproduktion der Mutter lässt dadurch automatisch nach, wodurch der natürliche Abstillprozess der Brust beginnt.

Krankheiten und Beschwerden beim Abstillen
Wenn das Baby beim Abstillen bereits über sechs Monate ist, können Flaschenmahlzeiten bereits durch einen gesunden Snack ersetzt werden. Zwieback oder ein Stück Apfel sind eine gute Wahl. Ist es jedoch jünger, kann die Nahrung noch zu fest sein. Hier eignet sich alternativ ungesüßter Tee oder milder Saft.

Leichter wird es mit dem Abstillen, wenn anfänglich die Stillzeit verkürzt wird, sprich, trinkt das Baby normal fünf Minuten, wird die Stilldauer auf drei Minuten verkürzt. Außerdem kann es hilfreich sein, die Stillmahlzeiten hinauszuzögern.

Nicht selten kommt es vor, dass alle oben genannten Tipps beherzigt werden und es trotzdem keinen Schritt weitergeht. Dass kann daran liegen, dass es schlicht der falsche Zeitpunkt ist und ein paar Wochen später ein neuer Versuch unternommen werden sollte. Ebenso kann es hinderlich sein, wenn das Baby Krank ist, da viele Babys in dieser Zeit gefüttert werden wollen.

Auch schwerwiegende Veränderungen können beim Abstillen hinderlich sein. Dazu können zählen:

  • die Trennung vom Kindsvater
  • ein Wohnungswechsel
  • Verlust einer geliebten Person
  • Tagesmutterwechsel
  • Berufstätigkeit der Mutter
  • Krankheit des Kindes oder der Mutter

Natürlich kommen auch andere Veränderungen infrage und jedes Kind reagiert anders auf sensible Situationen, weshalb hier individuell entschieden werden muss. Steht eine Veränderung bevor, sollte mit dem Abstillen gewartet werden, bis wieder Routine eingekehrt ist und die Lage sich normalisiert hat. Anderenfalls kann es für beide Parteien großen Stress undn Frust bedeuten.

Auch das Baby-led-weaning (BLW) kann eine gute Unterstützung beim Abstillen sein. Hier gibt ganz und allein das Baby das Tempo vom Astillvorgang vor. Hierbei wird generell auf Brei sowie Lernlöffel bei der Umstellung von Muttermilch auf feste Nahrung verzichtet. Stattdessen wird dem Baby eine bestimmte Auswahl an Fingerfood zum selber essen überlassen und auf den Nachahmungseffekt von Eltern bei Tisch gesetzt. BWL wird grundsätzlich mit den Fingern durchgeführt. So kann das Baby nicht nur schmecken was es isst, sondern das Essen auch mit den Fingern erkunden, wodurch ihr Interesse geweckt wird und das Stillen in den Hintergrund rückt. Damit BWL durchgeführt werden kann, muss das Baby jedoch schon in der Lage sein, alleine Sitzen zu können. Geeignete BWL-Kost kann sein:

Natürlich kommt noch mehr infrage, aber hier muss individuell geschaut werden, was vom Baby gut angenommen wird. Schnell stellen sich die Favoriten heraus. Generell ist alles prima geeignet, was als Fingerfood angeboten werden kann. Eine saubere Angelegenheit ist das Ganze aber natürlich nicht.

Fragen und Antworten beim Abstillen

Muss bei einer erneuten Schwangerschaft abgestillt werden?
Kommt es zu einer erneuten Schwangerschaft, ist es in der Regel nicht notwendig, abzustillen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Mutter sich ausreichend mit Mineralien, Vitaminen sowie Kalorien versorgt. Wer sich unsicher über den eigenen Vitamin– und Mineralienhaushalt ist, kann sich Blut Abnehmen lassen beim Arzt.

Wieso wird die Brust bei manchen Frauen während dem Abstillen hart?
In vielen Fällen kann es vorkommen, dass die Brust beim Abstillen hart wird. Oft ist dass der Fall, wenn zu schnell abgestillt und die Brust nicht effektiv geleert wird. Sinnvoll kann es daher sein, das Baby nach dem essen von Beikost an die Brust zu legen. So wird die Brust effektiv entleert und die Milchproduktion stellt sich automatisch ein. Ist die Brust nach dem Stillen dennoch hart, kann es helfen, die Brust mit der Hand auszustreichen.

Wieso haben manche Frauen nach dem Abstillen noch keine Periode?
Nach dem Abstillen kann es noch mal einige Zeit dauern, bis die Menstruation wiederkommt. Auch wenn die Periode noch nicht da ist, kann dennoch ein Eisprung stattfinden, sprich, eine Schwangerschaft ist auch mit ausbleibender Periode möglich. Unterstützend kann ein sogenannter Zyklustee getrunken werden. Tritt die Periode also nach dem Abstillen nicht gleich ein, ist das kein Grund zur Besorgnis.

Unser Fazit zum Abstillen
Beim Abstillen handelt es sich um eine Veränderung für Mutter und Kind, weshalb das Thema behutsam angegangen werden sollte. In einer stressigen Situation sollte das Abstillen generell auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden, da viele Babys in dieser Zeit die Brust noch benötigen. Wann abgestillt wird, können die Mutter, als auch das Baby entscheiden.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (91 Stimmen, Durchschnitt: 4,93 von 5)
Loading...
Top