Apfel

Der Apfel – eine Powerfrucht 

Das uralte Sprichwort „an apple the day keeps the doctor away“ (Deutsch: Einen Apfel am tag hält den Arzt fern) hat seine Berechtigung. Fakt ist, dass der Apfel aufgrund seiner Fülle an Nährstoffen große positive Effekte auf die Gesundheit hat. Unter den Obstsorten ist er der Beliebteste und am meisten Verzehrte, denn er schmeckt nicht nur roh sondern auch gebraten und gebacken in etlichen Varianten.


Wissenswertes über Äpfel

Weltweit sind 20.000 Apfelsorten bekannt.
Bereits in alten Kulturen galt der Apfel ALS Fruchtbarkeitssymbol, insbesondere der rote Apfel wurde als Liebesfrucht angesehen. Im Christentum ist der Apfel ein Symbol der Sünde. Nach einer Legende sollen bestimmte Apfelbäume in der Christnacht blühen und Früchte tragen. Der Apfelbaum wird der Gattung der Rosengewächse zugeordnet. Als das am weitesten verbreitete und älteste Kernobst liegt seine Urheimat zwischen Schwarzem Meer und Kaspischer See.

Bereits 5000 vor Christus gelangten von dort die ersten Exemplare an den Nil. Heute sind Deutschland, Österreich, England, Frankreich, Italien, Nordamerika, Südafrika, Australien und Neuseeland Hauptanbaugebiete. Äpfel sind zu allen Jahreszeiten erhältlich. Es gibt Sommeräpfel, die im Juli und August reifen. Diese sind weniger zum Einlagern geeignet. Wohingegen Winteräpfel wie Boskop oder der Boikenapfel zwar im Herbst geerntet werden, jedoch erst nach ein paar Wochen Lagerung ihre volle Reife entfalten. Der Renette beispielsweise zählt zu den Herbstäpfeln, die von September bis November reifen.


Bedeutung von Äpfeln für die Gesundheit

Kein anderes Obst verfügt über so eine große Bandbreite an Nährstoffen sowie Sorten und Aromen. Da ist es kein Wunder, dass der Apfel seit jeher als medizinisches Obst bezeichnet wird. Zu Recht, denn Äpfel versorgen uns nicht nur mit über zwanzig Mineralstoffen, sie sind ebenfalls reich an Vitaminen, Pektin und Fruchtsäuren. Damit kann dem regelmäßigen Verzehr von Äpfeln folgende Heilwirkung zugesprochen werden:
– Durch den hohen Pektingehalt wird der Cholesterinspiegel gesenkt.
– Äpfel wirken blutdrucksenkend und stabilisieren den Blutzuckerspiegel.
– Äpfel stärken das Immunsystem.
– Äpfel wirken sättigend und bremsen durch ihre Inhaltsstoffe den Appetit, deshalb können sie bei einer Diät unterstützen.
– Geriebener Apfel hilft als Hausmittel gegen Durchfall, da er den Darm reinigt.
– Auch die Zähne werden durch die Fruchtsäure gereinigt.
– Apfelsaft soll laut Forschungen die Bildung von Substanzen im Gehirn hemmen, die Alzheimer verursachen können.
– Äpfel schützen die Leber aufgrund der im Apfel enthaltenen Polyphenole vor lebertoxischen Chemikalien, sprich vor leberschädigenden Medikamenten.

Des Weiteren wurde bei Versuchen an Tieren herausgefunden, dass bestimmte Inhaltsstoffe im Apfel eine krebshemmende Wirkung aufgrund der Carotinoide und Flavonoide.aufweisen.
Untersuchungen zufolge leiden regelmäßige Apfelesser seltener an Lungen– und Bronchialerkrankungen, was den im Apfel enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen (Katechinen) zugeschrieben wird.
Bei Rachenentzündungen hilft ein Teelöffel Apfelessig in einem Glas heißem Wasser mit einem Esslöffel Honig schluckweise getrunken Beschwerden zu lindern. Gebratener Apfel mit Honig vertreibt Heiserkeit. Bei Unruhezuständen soll Apfeltee ausgleichend wirken.


Inhaltsstoffe und Nährwerte des Apfels

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 25 Fettgehalt 0,3 g
Cholesterin 0 mg Natrium 30 mg
Kalium 299 mg Kohlenhydrate 5 g
Eiweiß 1,9 g Vitamin C 48,2 mg

Ein Apfel besteht zwar zu 85 Prozent aus Wasser, jedoch steckt in den restlichen 15 Prozent geballte Power. Insbesondere die in alten Apfelsorten enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe haben es in sich. Diese wirken äußerst antioxidativ, d.h. sie bekämpfen freie Radikale, die als Hauptfaktor für die Alterung der Körperzellen verantwortlich gemacht werden. Die neueren Züchtungen hingegen verfügen über deutlich weniger Polyphenole, sind dafür aber meistens reich an Vitamin C.

Die durchschnittlichen Nährwertangaben pro 100 g Apfel sehen wie folgt aus: Kalorien = 25, Fettanteil = 0,3 g, Natrium = 30 mg, Kalium = 299 mg, Kohlenhydrate = 5 g, Eiweiß = 1,9 g, Vitamin C = 48,2 mg und viele weitere Vitamine und Mineralien.

Je nach Sorte verfügt ein Apfel über reichlich Vitamin C, B1, B2 und B6 sowie Vitamin E, sodass bereits ein Apfel am Tag mehr als die Hälfte des Bedarfs an Vitamin C deckt. Der Kaliumgehalt im Apfel ist auch nicht zu verachten. Kalium ist wichtig für den Wasserhaushalt, die Übertragung von Nervenreizen sowie die Muskeltätigkeit. Nicht unerwähnt bleiben sollte der Anteil an Niacin und Folsäure. Der hohe Gehalt an Fruchtsäuren hat dem Apfel auch den Namen „Zahnbürste der Natur“ gegeben, denn diese zerstören Bakterien und beugen Zahnstein vor. Außerdem liefert er noch wertvolles Magnesium für Zähne und Knochen, Phosphor, Eisen und Mangan. Wer den Apfel roh genießen möchte, sollte ihn nicht schälen, da sich in und unter der Schale das meiste Vitamin C und Pektin befindet. Wichtig ist es, die Äpfel erst mit heißem, dann mit kaltem Wasser gut abzuwaschen, damit Schmutz, Wachs und Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln restlos entfernt werden.
Zum
Vergleich wurden sechs der beliebtesten neueren Apfelsorten auf ihre Bestandteile getestet. Folgendes Ergebnis kam dabei heraus:

Gala
Er weist einen hohen Anteil an Flavonoiden, die die Körperzellen vor Viren und Bakterien schützen, auf.

Jonagold
Von allen getesteten Sorten hat er den höchsten Gehalt an Flavonoiden und damit das größte antioxidative Potential. Während der Erntezeit, im Oktober, weist der Jonagold am meisten davon auf, verliert jedoch im Laufe der Lagerung bis zu 50 Prozent.

Red Delicious
Er hat den höchsten Gehalt an Proxyanidin, welches das Verklumpen von Blutplättchen verhindert.

Braeburn
Besonderes Merkmal dieser Sorte ist die Menge an Chlorogensäure. Diese tötet Kariesbakterien ab.

Boskoop
Er kann beim Abnehmen behilflich sein, da sein Pektin- Wert sehr hoch ist.

Elstar
Der Elstar weist einen hohen Gehalt an bioaktiven Enzymen und Antioxidantien auf, die vor Gelenkentzündungen schützen und die Bildung von Immunzellen fördern.

Unverträglichkeiten und Allergien

Einige Menschen leiden unter einer Fructoseintoleranz, was sich nach dem Verzehr von Äpfeln durch einen Blähbauch, Durchfall und Bauchschmerzen bemerkbar machen kann. Des Weiteren können Schwindel, Benommenheit, Übelkeit, Schwitzen sowie ein HeißHunger auf Süßigkeiten auftreten. Auch Allergien gegen Äpfel einzeln oder zusammen mit ähnlichen Allergenen (Kreuzallergien) sind möglich. Die Symptome bei einer Apfelallergie können ein Kribbeln im Mund, eine geschwollene Zunge und Hautausschläge bis hin zu Atemnot sein.
Sie können teilweise lebensbedrohlich werden. Meistens zeigen sich die Symptome bei einer Allergie als Sofortreaktion. Bei einer Unverträglichkeit hingegen, treten die Beschwerden eher einige Zeit später auf und sind oft nicht so präsent.Meistens geht eine Unverträglichkeit mit Blässchenbildung auf der Haut, Bauch– und Kopfschmerzen sowie Völlegefühl einher. Zu unterscheiden ist eine Unverträglichkeit von einer Fructoseintoleranz, dahingehend, dass bei einer Unverträglichkeit ein apfelspezifischer Eiweißbestandteil vom Körper bekämpft wird. Bei einer Fructoseintoleranz besteht eine Verwertungsstörung des Fruchtzuckers in der Nahrung.


Einkaufs- und Küchentipps

Bei Kauf von Äpfeln sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass sie frisch und nicht mit Druckstellen versehen sind. Voll entwickelte Früchte erkennt man an einer breiten, gut ausgebildeten Kelchgrube. An ihrem feinen Duft können reife Äpfel ebenfalls gut erkannt werden. Auch die Schale ist ein Indikator für die Frische des Apfels: Glänzende, pralle Haut ist ein Zeichen für Frische und gute Lagerung.
Wer Äpfel einlagern möchte, sollte das gleich nach der Ernte tun. Keller mit einer Temperatur zwischen 6 und 8 Grad Celsius bieten sich als ideale Lagerräume an. Zu vermeiden sind frostige Temperaturen. Äpfel sollten nicht in der Nähe von Kartoffeln gelagert werden. Wer selbst stolzer Besitzer von Apfelbäumen ist, erntet das Obst am besten, wenn es noch leicht grün ist, damit die Haltbarkeit länger anhält. Auch gekaufte Äpfel sollten immer kühl gelagert werden. Kleinere Mengen dürfen gerne ins Gemüsefach des Kühlschranks. Letztendlich gewährleisten ideale Bedingungen eine Haltbarkeit von mehreren Wochen.
Beim Kauf von Äpfeln sollte nach Möglichkeit darauf geachtet werden, dass diese aus der Region stammen. Aufgrund kürzerer Transportwege ist das Obst frischer und nebenbei wird die Umwelt weniger belastet. Auch Bioäpfel sind empfehlenswert, da sie nicht mit Pestiziden und chemischen Düngemitteln versehen sind.
Alte Apfelsorten sind am gesündesten, denn sie enthalten die meisten sekundären Pflanzenstoffe. Das liegt daran, dass der Apfel diese Polyphenole benötigt, um sich vor Insektenbefall bzw. Pilzinfektionen zu schützen. Die neuartigen, gespritzten Äpfel benötigen diesen Schutz nicht mehr, deswegen sinkt auch der Polyphenolgehalt.Äpfel sollten aufgrund des Ethylens, welches sie beim Nachreifen abgeben, immer getrennt von anderen Obstsorten gelagert werden, da diese ansonsten schneller „vergammeln“.
Um ein Braunwerden von angeschnittenen Äpfeln zu vermeiden, sollten sie sofort mit Zitronensaft beträufelt werden.

Tipps für die Zubereitung

Sicherlich hat ein roher Apfel den größten Nutzen für die Gesundheit, aber auch in anderen Varianten ist er absolut lecker und gesund. Wer auf den vielfältigen Nährstoffgehalt nicht verzichten und den Apfel in seiner Reinform essen möchte, kann ihn in Salaten mit Möhre, Chicorée, Lauch und/oder Kresse genießen. Auch in Joghurt oder Müsli schmeckt er gut, und seine positive Wirkung auf die Gesundheit kommt voll zur Geltung.
Gekocht schmeckt er gut in Rotkraut. Als Füllung gehört er in die Weihnachtsgans oder den Entenbraten. Äpfel schmecken auch gut in Form von Apfelmus zum Reibekuchen. Nicht zu Vergessen ist der Apfelgelee.
Des Weiteren gibt es viele Möglichkeiten Äpfel zu backen. Angefangen bei den Bratäpfeln zur Weihnachtszeit bis hin zu den unzähligen Varianten von Apfelkuchen.
In flüssiger Form ist der Apfel als Saft und Wein beliebt.
Eine gute Symbiose bilden Äpfel mit Nüssen, Vanillesoße und Zimt. Das ergibt einen wahren Gaumenschmaus.
Auf Partys machen Apfelchips anstelle von Kartoffelchips was her.
Ein selbstgemachtes Apfelchutney ist ein tolles Geschenk und verfeinert so manches Gericht.

Häufige Fragen und Anworten zum Apfel

Welche Sorte verfügt über den höchsten Gehalt an Vitamin C?
Der Braeburn gehört zu den Apfelsorten mit dem höchsten Vitamin C-Gehalt. Auch bei der Lagerung verliert er nur wenig von dem Vitamin.
Den höchsten Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen weisen jedoch alte Apfelsorten auf.
Warum sollten Äpfel nicht geschält werden?
Häufig wird aufgrund der Behandlung mit Pestiziden davor gewarnt, Äpfel mit Schale zu verzehren. Es gibt jedoch mehrere Gründe, einen gut gewaschenen Apfel immer mit Schale zu essen:
1. In der Schale Sitzen die meisten Ballaststoffe und Vitamine.
2. In der Schale sitzen Substanzen, die vor Krebs schützen.

Woher stammt die rote Farbe in den Äpfeln?

Der Apfel schützt sich mit der Färbung vor UV-Strahlung. Durch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht kurz vor der Ernte wird das Rot intensiver. Je kälter es in der Nacht ist, desto ausgeprägter fällt die Farbe aus.
Es gibt aber auch Apfelsorten, die nicht in der Lage sind den roten Farbstoff auszubilden. Dazu zählen der Granny Smith und der Grüne Delicious beispielsweise.

Woher kommt die „mehlige“ Konsistenz mancher Äpfel?

In der Regel ist eine lange Lagerung schuld, da kein Apfel von Natur aus mehlig ist.

Unser Fazit:
Der Apfel gilt aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe als wahre Powerfrucht für die Gesundheit. Am besten sollte er roh und mit Schale verzehrt werden. Als Abwechslung schmeckt er aber auch in vielen anderen Varianten. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass es sich um heimisches oder zumindest Bioobst handelt. Wer besonders nährstoffhaltige Äpfel haben möchte, sollte auf „alte“ Sorten zurückgreifen.

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