Aggression

Warum schimpfen, schlagen, drohen oder töten Menschen andere Mitmenschen? Wieso kommt es immer häufiger zu einem aggressivem Verhalten? Gibt es eine Form von „Aggressionen abreagieren“? Man vergleicht eine Person dabei mehrfach mit einem Dampfkessel, der bei erhöhtem inneren Druck unbedingt Dampf ablassen muss. Die Möglichkeiten, wie Aggressionen vermindert oder gar vermieden werden können, sind sehr verschieden: Sport treiben, lesen, nach der Ursache forschen, auf dem Feld stehen und ins Leere brüllen, vor sich hin schimpfen, sich in der eigenen Fantasiewelt begeben, etc. Von dem Abreagieren verspricht man sich, dass man sich hinterher viel besser und auf emotionaler Ebene erleichtert fühlt und kein Verlangen mehr nach aggressivem Verhalten spürt.

Was ist Aggression?

Aggression ist entweder ein verbales oder körperliches Handeln, mit der Absicht, jemand oder etwas zu verletzen oder zu demolieren. Gewalt ist Aggression in ihrer vielseitigen Form auf körperlicher und seelischer Basis. Der Begriff Aggression stellt ein direktes Verhalten dar. Bei der Aggressivität wird von einer Disposition eines Mitmenschen gesprochen. Die Wortherkunft Aggression stammt aus dem Lateinischen und bedeutet grob übersetzt „an die Sache heran Gehen“. Neben dem destruktiven, negativen Aspekt der Aggression gibt es auch etwas Positives. Sie kann sich zum Beispiel durch eine sinnvolle Bündelung mithilfe von Kräften zur Abwehr eines Kampfes oder zur Verteidigung des legitimen Gebiets äußern. Die Reduzierung des Aggressionsvermögens kommt hinsichtlich der Gewaltprävention eine bedeutende Rolle zu. Aggression ist meist als Vorstufe von Gewalt anzusehen. Sofern das Aggressionspotenzial vorab schon reduziert wird, kann es viel weniger zu Gewaltausbrüchen kommen. Ursachen von Aggressionen sind oftmals unbedachte, geäußerte Bemerkungen. Aus diesem Grunde ist die Beachtung der Kommunikationskultur bei der Gewaltprävention ausschlaggebend.
Warum kommt Aggression überhaupt zum Vorschein?
Wenn die Frage zu allgemein formuliert wird, wird man sich womöglich denken, ob hierbei die angeborenen Aggressionsbedürfnisse eine Rolle spielen. Im alltäglichen Leben kommt eine Warum-Frage meist in verschiedenen Formen vor. Beispiele: Warum streiten sich die Kinder im Kindergarten oder in der Schule? Warum schreit sich das Ehepaar ständig an? Die Antworten sind eigentlich ein und dieselben, dass die Leute einfach verärgert über etwas sind. Aber in der Regel ist es so, dass man eher wissen will, warum es denn dementsprechend ist. Für das beobachte Verhalten kann nur die Frage daran anschließen, ob die Kindheit zu sehr verwöhnt wurde oder möglicherweise das labile Nervenkostüm vererbt bekam, etc. Fest steht: Die Lösung auf jeder Warum-Frage wird mit Sicherheit eine weitere Warum-Frage nach sich ziehen.

Funktion und Aufgabe der Aggression

Die unterschiedlichen Erklärungsaspekte lassen sich dabei nicht nur für ein konkretes Beispiel einordnen, sondern für die generelle Aggression. Ein kleiner Überblick:

  1. Innere Prozess: Welche Gedanken, Gefühle, Absichten, etc. bestimmen das Verhalten? Wie viel Ärger und Wunsch nach Beachtung steckt in einem Menschen, wenn er sich aggressiv verhält? Allgemein wird das äußere Verhalten und die inneren Prozesse auch als aktuelle Prozess genannt.
  2. Situation: In welchem Umfeld kommt die Aggressionen zustande? Bei welchen Anlässen? An welchen Orten? Gegenüber welchen Mitmenschen? Bei einem aggressiven Menschen können die Situationen sehr verschieden sein.
  3. Person: Bei welcher Person kommen die Aggressionen zum Vorschein? Was für Dispositionen wie Gewohnheiten, Einstellungen, Empfindungen, etc. ziehen sie nach sich? In derselben Situation verhalten sich die unterschiedlichen Menschen verschieden.
  4. Einwicklungsquellen: Wie stellen sich die personalen Dispositionen dar? Inwieweit sind erlernt oder gar sozialisationsbedingt durch beispielsweise einen aggressiven Erziehungsstil der Eltern? Inwiefern steht es um die allgemeinmenschlichen und individuellen Anlagen?

Das sind Beispielfragen, mit denen man der Ursache von Aggressionen auf dem Grund gehen könnte. Man könnte noch weitere Fragen stellen, die sich mit der schichtspezifischen oder kulturellen, politischen Bedingungen oder nach den stammesgeschichtlichen Hintergründen allgemeinmenschlicher Anlagen zu tun haben.
Aggression gibt es in beträchtlich diverse Erscheinungsformen. Trotz der äußerlichen Differenzierungen fallen sie alle unter dem Begriff Aggression, weil sie gemeinsam die Definition des mehr oder minder gezielten Schädigens beschreiben. Aber wie ist die menschliche Aggression präzise zu erklären? Ist der Ärger über einen verlorenen Autoschlüssel dieselbe Wut und Aggression wie bei einem Banküberfall? Ist das Vergiften eines reichen Gastes dasselbe wie Rache an einem Tod eines Familienangehörigen? Ist das Quälen eines nahestehenden Menschen dieselbe Aggression wie ein abgegebener Schuss durch einen Soldaten?
Es steht zwar nicht die Vielfalt der äußeren Erscheinungsformen im Vordergrund, sondern um die Hintergrundursache, die sogenannten psychologischen Erklärungen. Wird stets von demselben Prozess gesprochen? Spielen die Situations- und Personenbedingungen immer eine wichtige Rolle? Hat dies etwas mit dem Entwicklungshintergrund zu tun?

Die klassischen Aggressionstheorien
Die nachfolgenden Kurzbeschreibungen über die klassischen Aggressionstheorien vereinfachen die zentralen Differenzierungen hervorzuheben:

  1. Frustations- Aggressions-Theorie: Aggression beruht auf aggressiven Impulsen, die nicht spontan, sondern als Reaktion auf störende und unangenehme Ereignisse entstehen. Sind die Frustrationen einmal entstanden, müssen sie sich irgendwie äußern.
  2. Triebtheorie: Mit Sicherheit gibt es im Organismus eine angeborene Quelle, welche intuitiv und fortlaufend aggressive Emotionen hervorruft. Diese werden in der einen oder anderen Form, wenn auch nicht auf zerstörerische Art und Weise, zum Ausdruck kommen. Andernfalls kann es zu seelischen Störungen führen.
  3. Lerntheorie: Aggressives Verhalten beruht nicht auf speziellen Impulsen, sondern wird von Lerngesetzen bestimmt. Das bedeutet insbesondere: es tritt in verschiedenen Situationen auf, wo Erfolg versprochen und / oder erreicht wurde, was weiterhin über das Vorbild von Mensch zu Mensch weitervermittelt wird.

Genauer gesagt, stehen diese drei Theorien für Strömungen mit unterschiedlichen Varianten, die sich um einen Mittelkernpunkt drehen. Mit keinem dieser drei Begriffe: Frustration, Trieb und Lernen wird sofort erkennbar, welche Vielfalt aggressives Verhalten und Erscheinen mit sich bringt. Neben den klassischen Aggressionstheorien sollte noch ein Begriff ergänzt werden:

  1. Motivation: Das ist ein wichtiger Aspekt. In gewissem Grade sind alle traditionellen Aggressionstheorien zugleich Aggressions-Motivations-Theorien. Denn zu den Energien hinter einem aggressiven Verhalten machen sie verschiedene Aussagen. Es kaum machbar, mit einer einzigen Motivationsart das breitfächerige Spektrum aggressiver Phänomene klarzustellen. So ist es zum Beispiel das Begehren, Vergeltung durchzuziehen, etwas ganz anderes als das Streben nach einer Gewaltbereicherung. Die Betrachtungsweise der Motivation ist deshalb auch insbesondere sehr gut geeignet, zwischen mannigfachen Arten der Aggression zu unterscheiden.

Aggressionen vs. Frustrationen
Aggressionen, die wir Menschen jeden Tag in unserem Alltag erleben und bei anderen Beobachten, hat oftmals einen augenscheinlichen Grund:

  1. Wer hätte sich nicht einen besseren Aufstieg bei der Arbeit erhofft? Sobald eine freie Stelle es im Beruf gibt, aber ein anderer Mitarbeiter bekommt die hervorragende Position zugeteilt, bei denen man selbst denkt, dass diese Person nicht qualifiziert genug ist.
  2. Wer hat diese Situation noch nicht erlebt: Es wird gesprochen und gesprochen und ständig gibt es Menschen, die einem während des Gespräches unterbrechen mitsamt dem Reißen eines Witzes.
  3. Es dauert und dauert in einer Schlange bei der Behörde; endlich ist man an der Reihe, aber dann drängelt sich jemand vor und rempelt Sie noch an.

Das waren beispielhafte Ereignisse, die ärgerlich und sehr frustrierend sind und eine Aggression hervorbringen können. Einige Wissenschaftler haben die Behauptung aufgestellt, dass die Aggression durch ein Frustrationsgefühl entstehen kann, eine Frustration auch stets zu irgendeiner Form der Aggression führt; auch wenn nur laut geschimpft wird. Auch an dieser Behauptung lässt sich daran zweifeln: Während der wissenschaftlichen Untersuchung wurden Versuchspersonen befragt und bekamen eine Aufgabe gestellt, die sich nicht lösen lassen. Durch die nicht zu findenden Lösungen waren die Versuchspersonen schnell frustriert. Einige reagierten sogar mit einer Aggression nach außen hin, beschimpften Mitmenschen oder drohten den Versuchsleiter. Andere hingegen zeigen keinerlei Anzeichen von Wut. Sie gaben selbst zu, dass sie die Lösungen nicht wissen und wollten den Versuch beenden.

Krankheiten und Beschwerden einer Aggression

Zorn, Ärger, Rage, Groll, Hass, Wut, Tobsucht oder Aggression sind Gefühle und Verhaltensweisen eines Menschen, welche es seit dem Existenzbeginn gibt. Die Steigerungsformen zählen zum Leben in verschiedener Präsenz dazu. Aussagen wie zum Beispiel: „Ich ärgere mich gerade schwarz“ oder „Ich habe eine große Wut im Bauch“ oder „Ich koche vor Wut“ sind sogenannte Signalwirkungen auf die Mitmenschen und bringen einen bestimmten Ausnahmezustand zum Ausdruck. Wut und Aggressionen sind Reaktionen eines Menschen in speziellen Situationen. Dabei kommt es zum Teil zu Kontrollverluste der individuellen Handlungsweisen. Viele Vergessen meist, welche Erscheinungsformen die Kräfte rauben und destruktiv wirken.

Nicht ärgern
Tagtäglich kommen wir Menschen zu Situationen, während Ursachen für Wutanfälle entstehen können. Ob sich jedoch die Stimmung wieder aufhebt oder eskaliert, hängt von der jeweiligen Ausgangsposition und von dem Menschennaturell ab. Eine ungerechte Behandlung durch den Vorarbeiter, ein unfallbedingter Stau, eine Krisensituation während der Partnerschaft, ein vermasselte Prüfung – es gibt Unmengen an Beispielen, damit die Menschen oftmals „Blut in Wallung“ erleben. Im Allgemeinen leidet die Gesundheit darunter. Die Wut wird häufig „nur herunter geschluckt“. Genau das ist ein bedeutender Faktor einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Im größten Gewicht der negativen Erlebnisse sind die Unterschiede wichtig. Warum sollte man wirklich aus jeder „Mücke einen Elefanten“ zaubern? Verschiedene Lappalien können wirklich ärgerlich sein, aber muss es gleich zu einer Aggression führen?

Auswirkung von Aggression
Wer Wut empfindet verspüren die Menschen oft den Drang dazu, die aufgestauten Kräfte an Mitmenschen oder an Gegenständen auszulassen. Die gewalttätigen Ausschreitungen haben die Wurzeln in ungezügelter Wut. Der menschliche Körper setzt in Wut genug Energie frei. Das einnehmende Nervensystem erhöht die Aktivität und die Konzentration von Noradrenalin steigt im Blut an. Die Folgen daraus: Anstieg der Puls– und Atemfrequenz und erhöhter Blutdruck. Die Blutgefäße verengen sich zusammen und die Muskeln spannen sich an. Eine Senkung des Blutdrucks führt zu einer leichten, unterschiedlichen Wahrnehmung. Damit werden die kurzschlüssigen Handlungen des Wutzustands begründet. Mit verständigen Argumenten ist ein Mensch in einem bestimmten Zeitpunkt wenig zu erreichen.

Die Reduzierung der Darm– und Magenkontraktionen ist eine Folge der erhöhten inneren Anspannung. Im Ursprung eines Menschen liegt darin erklärt, dass durch die Ängstlichkeit bereitgestellte Energie sich oftmals auf Flucht einstellt. Die Kräfte, die durch Aggression zum Vorschein kommen, werden auf Kampf und Verteidigung fokussiert.

Fragen und Antworten zu Aggressionen

Wie kann Aggression abgebaut werden?

Wie kann man ein Aggressionsreservoir senken? Wie ist es möglich, seine Aggressionen abzureagieren? Und kann das auf harmloser Art und Weise geschehen, ohne verbale und körperliche Aggressionen gegenüber Menschen anzuwenden? Natürlich ist es falsch, sich ausgerechnet aggressive Filme für den Abbau aggressiver Gefühle zu empfehlen.

Bei Vorstellungen von aggressiven Fantasien können die Versuchspersonen geeignete Bildvorlagen Geschichten ausdenken und dabei unmittelbare aggressive Emotionen ausdrücken.

Am beliebtesten ist natürlich die sportliche und körperliche Aktivität, die Aggressionen loszuwerden. Für Sport und Bewegung gibt es sicherlich mehrere Gründe, aber dass es ein guter Weg zur Aggressionsverminderung sei, ist auszuprobieren.

Wo liegen die Ursachen und das Entstehen von Aggression?

Innere und äußere Bedingungen sind Ursachen von aggressiven Verhaltensmustern. Dazu gehören:

  1. Frust oder Angst
  2. Hunger oder Durst
  3. Kälte oder Hitze
  4. negative Erlebnisse
  5. Schmerzen
  6. Stress
  7. Überforderungen

Die Entstehung von Aggression wird durch das Sozialumfeld beeinflusst. Zündstoff für Aggressionen bieten beispielsweise noch zusätzlich emotionale Ursachen, mangelnde Akzeptanz oder Arbeitsplatzverlust.

Was sind die Risikofaktoren?

Menschen, die eine Blutdruckerkrankung haben, sind gehören zu den gefährdeten Menschen, bei denen es typisch ist, dass sie ständig unter Druck stehen und ihren Ärger in sich hineinfressen. Empfehlenswert ist es, die Wut einfach freien Lauf zu lassen und die Schuldgefühle zu vergessen. Aggression in Verbindung mit Medikamenten und Alkohol haben meist schlimme Auswirkungen. Das zerstörerische Ausmaß auf das Verhalten und das Denken setzen das Verhindern der Gewaltausführung herunter. Impulse Reaktionen und unklare Gedanken spiegeln sich in den Verwüstungen von Sachen und Beschimpfungen im Vergleich zu anderen Menschen. Wer von klein an nicht weiß, was Schuld ist, kann es später kaum verstehen, dieses zu praktizieren. Um den persönlichen Stolz nicht zu verletzen, wird in der Regel immer die Schuld bei anderen Menschen gesucht.

Choleriker, Jähzornige oder Menschen mit gesundheitlichem Defizit neigen viel schneller dazu, die Aggressionen herauszulassen. Ein ausgeglichener Mensch hingegen bringt so schnell nichts aus dem Gleichgewicht.

Unser Fazit zu Aggression
Aggressionen ist nicht nur ein Phänomen aus der heutigen Zeit, sondern ein Gefühl, welches einem Menschen schon immer begleitet hat und weiterhin wird. Ob positive oder negative Seiten – wer sich nach einem aggressionsfreien Umfeld sehnt, wird dieser Gedankengang noch viele andere Generationen beschäftigen.

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