Divergenz

Die Menschen sind sich meist der vielen unterschiedlichen Abläufe in ihrem Körper nicht bewusst. Körperprozesse Laufen demnach unbewusst ab und sie laufen automatisch ab. Zu den Körperprozessen zählen zum Beispiel die Atmung, die Verdauung oder aber auch die Reflexe, die in unserem Körper vonstatten oft sekündlich vonstatten Gehen. Die Prozesse im Körper gehen in die Millionenhöhe. Diese Körperprozesse geschehen fast wie bei einem Roboter und halten den Körper am laufen. Sie sind lebensnotwendig.

Was ist Divergenz?

Divergenz geht vom zentralen Nervensystem aus, wird von ihm gesteuert. Die Divergenz ist für Wahrnehmungen verantwortlich und deren Intensität. Die Rezeptoren sind mit Neuronen zusammengeschlossen, dies wird divergierend genannt. Zur selben Zeit sind die Rezeptoren auch zusammenhängend, konvergierend genannt, mit Neuronen der tieferen Schichten verbunden. Auf diese Weise wird ein Ausgleich geschaffen und sollte dieses Divergenz-Konvergenz-Prinzip unterbrochen sein, können Nerven geschädigt werden. Wird das Verhältnis gestört, so kann dies zu Schädigungen an den Nervenbahnen führen.

Das menschliche Zentralnervensystem arbeitet jede Sekunde auf Hochtouren. Man kann sich das Zentralnervensystem wie einen hochtechnisierter Computer vorstellen, der jede Sekunde jede Menge Arbeiten und Daten zu verarbeiten hat. Unmengen an Informationen werden vom Zentralnervensystem automatisch verarbeitet und es funktioniert mit unterschiedlichen Funktionen. Die Divergenz sowie die Konvergenz übernehmen hier dabei wichtige Aufgaben in diesen Funktionen. Divergenz und Konvergenz arbeiten in gewissem Sinne als Gegenpole, wie Schaltungen. Der Mensch besitzt Sinnesorgane, die mit Sinneszellen arbeiten, welche man allgemein als Rezeptoren benennt.

Diese Rezeptoren, Sinneszellen, arbeiten wie eine Informationsleitung, welche zum Thalamus wandern. Dabei bewegen sich die Sinneszellen über verschiedene Stufen der Neuronen. Das menschliche Großhirn ist mit dem Thalamus verbunden und das Großhirn hat fortwährend die verschiedensten Reflexe, Sinnesreize und mehr, zu koordinieren. Das Großhirn fungiert dabei sozusagen als Verarbeitungszentrale. Die einzelnen Stufen der Neuronenebenen arbeiten als eine divergierende Verbindung, Schaltstelle. Viele Neuronen der höheren Ebenen ist in eine neuralen Zelle eingegliedert.

Dies nennt sich das Divergenz-Prinzip und macht es aus. Die Konvergenz spielt sich in den unteren Ebenen ab, die darunter liegen. Hier werden die Signale für die Rezeptoren sowie die Neuronen empfangen. Die Folge daraus ist eine sogenannte laterale Hemmung. Dabei vermindert sich die Signalstärke der benachbarten Zellen. Dadurch entsteht ein Erregungsbild in differenzierter Form.

Das menschliche Nervensystem – speichern und ordnen

Aus der Umwelt rieseln ständig unzählige Reize auf uns Menschen ein. Um Tätigkeiten koordinieren zu können, muss das Nervensystem die Umweltreize eingrenzen und zuerst aufnehmen. Die Reize müssen geordnet und gespeichert werden und ihren Tätigkeiten zugeführt werden. Dazu dient das Nervensystem, verschiedene Dateninformationen sind ständig im Fluss, sind im Nervensystem verwurzelt. Das Zentralnervensystem hat eine immerwährende, wichtige Aufgabe, die menschlichen Körperprozesse betreffend. Die Informationen laufen unbewusst und automatisch ab.

Drei wichtige Begriffserklärungen dazu:

  • Konvergenz
  • Divergenz
  • laterale Hemmung

Es existieren verschiedene neuronale Stationen, Ebenen, wie etwa in der Netzhaut. Zu diesen Ebenen gibt es keine direkte Verbindung, keinen direkten „Draht“. Die Verbindung kommt dadurch zustande, dass jede Zelle eine Verbindung mit anderen Neuronen in höheren Ebenen hat. Auf der anderen Seite kommen die „Befehle“ und Signale von den Rezeptoren aus den tiefer liegenden Ebenen, was man konvergierend nennt.

Dieses Prinzip hat seinen Ursprung bereits in der Frühzeit der Evolution. Bei Lebewesen wurde es in der Retina gefunden, so zum Beispiel bei Säugetieren.

Wo gibt es das Konvergenz-Divergenz-Prinzip?

  • Retina
  • Cochlea
  • in den Hautsinnen
  • zwischen Thalamus sowie Großhirn
  • im Kleinhirn

So arbeitet dieses menschliche Prinzip wie ein umfassender, komplexer Hochleistungscomputer und das menschliche Zentralnervensystem funktioniert noch weitaus komplexer und einzigartig. Umwelteindrücke werden in Gestalten verwandelt, abgegrenzt und als automatische Datenstruktur in ganzen Bildern wiedergegeben. Auch heutige Computer arbeiten bereits mit diesem Prinzip: ein Beispiel sind hier digitale Fotos. Es gibt die Option die Fotos schärfer zu gestalten. Was bei Computern mit hochmoderner Technik gelingt, führt die laterale Hemmung des menschlichen Nervensystems automatisch mit den Umweltreizen aus.

Das menschliche Großhirn arbeitet dabei auf Hochtouren, die Rezeptoren speisen das Großhirn mit Daten. Diese Informationen sind von der Umwelt abweichend, bedienen aber lebenswichtige Funktionen des menschlichen Organismus. Grautöne werden dabei in gewissem Sinne nach hinten gedrückt. Deutliche Konturen gewinnen dabei die Oberhand und Rücken in den Vordergrund. Diese Art von lateraler Hemmung ermöglicht es den Sinnen des Menschen, verschiedene Instrumente bei einem Orchester zu unterscheiden. Auch verschiedene Geschmacksrichtungen kann der Mensch auf diese Weise differenzieren und jede Menge mehr.

Diese Vorgänge im menschlichen Körper spielen sich dabei alle unbewusst ab. Optische Täuschungen hingegen arbeiten mit dem Prinzip der lateralen Inhibition. Ein Beispiel dazu ist das „Hermann-Gitter“, wo der Mensch beim Betrachten des linken Gitternetzes denkt es treten graue Flecken auf. Und zwar in den weißen Zwischenräumen, die sich im Schnittpunkt treffen. Das rechte Gitternetz lässt das menschliche Auge hingegen helle Punkte erkennen, hier wo die Schnittpunkte der Linien sind. Dies führt zu einer optischen Täuschung.

Um dieses Prinzip wussten schon die indischen Philosophen und auch Platon kam mit seinem „Höhlengleichnis“ zur selben Erkenntnis. Moderne Philosophen, die sich an Kant orientieren, gehen ebenfalls davon aus, dass unsere Sinne die Realität nicht gänzlich begreifen. Jede Sekunde prasselt eine Flut an Informationsmengen herein, die die Sinnesorgane, deren Rezeptoren, aufnehmen. Um mit der Computersprache zu Sprechen, handelt es sich in etwa um zehn hoch sieben Bit pro Sekunde. Der Mensch kann hingegen nur einen Bruchteil dessen bewusst aufnehmen. Der moderne Mensch lebt, wie wir alle wissen, auch in einer Reizüberflutung.

Aussortieren von Informationen

Die Gehirnrinde leistet hierbei ungeheure Arbeit, denn hier wird diese Informationsflut gefiltert und sortiert. Das Großhirn leistet dabei ständig die Arbeit eines Hochleistungsrechners. Auch die laterale Hemmung leistet Hochleistungsarbeit, denn diese Datenfilterung wird dabei teilweise schon absolviert. Diese Signale durchlaufen dabei einige Stufen, vom Mittelhirn bis zum Thalamus. Hier kommt es dann zur Informationsanalyse. Ruckartige Reflexe sowie Reaktionen werden dabei im Mittelhirn bearbeitet. Ein Beispiel wäre die Blickrichtung reflexartig zu einem plötzlichen Ereignis zu wenden, etwa zu einem Blitz.

Der Weg der Nervensignale wandert vom Thalamus zur Gehirnrinde, ins Bewusstsein. Im Zwischenhirn wird sehr rasch entschieden, welche Informationen und Daten im Augenblick entscheidend sind. Das Bewusstseinszentrum nimmt dann alles auf und verarbeitet die eintreffenden Informationen. So leistet das menschliche Gehirn fortwährend Außerordentliches. Nicht umsonst gibt es eine Vielzahl an Wissenschaften, das menschliche Gehirn betreffend, werden Gehirne von menschlichen Genies, wie etwa das von Albert Einstein, für wissenschaftliche Forschungen untersucht. Moderne Untersuchungsmethoden erforschen das Gehirn und hinterlassen der Wissenschaft und Forschung aufschlussreiche Erkenntnisse.

Mit Mikroskopen kam das menschliche Gehirn ins Zentrum von Wissenschaft

Die ersten Mikroskope kamen in etwa vor hundert Jahren auf den Plan und seitdem beschäftigen sich viele Forschungen mit seinen Abläufen. Hier ist trotz hochmoderner wissenschaftlicher Methoden noch längst nicht alles erforscht, denn das menschliche Gehirnzentrum arbeitet in der Tat wie ein komplexer Computer. Thalamus sowie Cortex, die Funktionen von Sprache sind auch nicht in vollem Umfang erforscht. Trotzdem hat die Wissenschaft und Forschung auf diesem Gebiet schon erstaunliche Entdeckungen und Zusammenhänge erkannt. Die Großhirnrinde ist ein Organ, ein Wunderwerk der Natur, welches Emotionen, Gedächtnis sowie verschiedene Wahrnehmungen sortiert und speichert. Bereits Aristoteles wusste über die Großhirnrinde Bescheid und nannte das Organ Sensus communis.

Die Hirnforschung unterteilt die Großhirnrinde in verschiedenste Gebiete und deren Funktionen.

Einteilung Cortex unter anderem:

  • sensorische Projektionsgebiete
  • Assoziationsgebiete
  • motorische Areale
  • Sprachzentrum

Im Cortex werden alle Regionen zu einem Ganzen vereint. Hier werden wichtige Funktionen vereinheitlicht und das System des Cortex ist sehr komplex.

Funktion und Aufgabe von Divergenz

Das Konvergenz-Divergenz-Prinzip wirkt in den verschiedenen Sinneswahrnehmungen in der Retina, der unterschiedlichen Hautsinne sowie der Chochlea – bei Säugetieren. Eine enge Verknüpfung besteht auch von Thalamus, Großhirn sowie Kleinhirn. Unklare, schemenhafte Umweltreize werden von Divergenz sowie Konvergenz sofort in eine abgegrenzte Gestalt verwandelt. Die Informationsreize bekommen dabei eine einheitliche Struktur. Die Umstrukturierung erfolgt vom Zentralnervensystem aus gesehen auf automatische Weise. Dabei werden mit Hilfe der Divergenz sowie der Konvergenz gestochen scharfe Umrisse mit Zuhilfenahme des Visuellen automatisiert.

Mit den Grundelementen von Divergenz und Konvergenz stehen dem Großhirn vorgefertigte Informationen der Sinneszellen zur Verfügung. Dabei erfolgt allerdings bei der Weiterleitung des Informationsflusses eine Abweichung der Realität. Vom Gesichtspunkt der Evolution aus gesehen, ist die Divergenz bedeutend, denn sie steuert dem menschlichem Organismus lebensnotwendige Reaktionsmechanismus bei. Der Mensch kann somit schneller und rascher auf Umweltreize reagieren. Das Divergenz-Prinzip basiert darauf, dass jede einzelne neuronale Zelle mit einigen höherschichtigen Neuronen zusammen agiert.

Auf diese Weise ist der Mensch fähig und in der Lage verschiedene Tonhöhen oder Tonlagen zu unterscheiden, wie zum Beispiel auch bei einem Chor oder in einem Orchester. Trotzdem die unterschiedlichen Instrumente zusammen spielen und gemeinsam erklingen, kann das menschliche Gehör hier differenzieren. Auch der Sehsinn wird von der Divergenz sowie der Konvergenz gespeist und profitiert auf visueller Ebene. Hier spielt auch die laterale Hemmung mit und hat eine wichtige Funktion. Verschiedene Objekte, Lebewesen oder „Bilder in Bewegung“ können so vom Menschen wahrgenommen werden und werden unterschieden. Auch der Geschmackssinn funktioniert auf diese Weise und lässt den Menschen zum Beispiel unterschiedliche Nahrungsmittel erkennen.

So werden verschiedene Geschmacksrichtungen in den einzelnen Variationen erkannt. Lebensmittelsorten werden mit dem Geschmackssinn- und -nerven differenziert und sind unterscheidbar, genau abgrenzbar. Die Prozesse der lateralen Hemmung erfolgen auf unbewusste Art und Weise, mit Hilfe von Divergenz sowie Konvergenz. Dies geschieht unbewusst und diese Körperprozesse werden in den meisten Fällen nicht bewusst wahrgenommen.

Optische Täuschungen, wie bereits erwähnt, arbeiten mit diesem Konzept der Divergenz und Konvergenz. Der Mensch erfährt die laterale Hemmung bei einer optischen Täuschung als eine Art Phänomen. Hier kommt es zu bewussten Prozessen, die der einzelne Mensch auch wahrnimmt. Der Mensch nimmt diese Prozesse dann mit Bewusstsein wahr und erkennt die optische Täuschung als diese. Die Realität wird verfälscht und das Auge getäuscht.

Krankheiten und Beschwerden

Neuronen und deren Strukturen können gestört sein. Dabei kommt es in weiterer Folge dann auch zu Wahrnehmungsstörungen des Divergenz-Prinzips. Schädigungen von neuronalen Zusammenhängen können auf verschiedenste Weise auftreten. Eine Variante dieser Schädigungen können neurologische Erkrankungen sein. Verantwortlich für neurologische Krankheiten könnten zum Beispiel hierfür Läsionen des Zentralnervensystems sein. Eine schwerwiegende Erkrankung ist beispielsweise die Multiple Sklerose. Dabei kämpfen die Betroffenen mit Entzündungen des Nervengewebes im zentralen Nervensystem. Diese Entzündungen werden vom Immunsystem hervorgerufen. Die Nervenbahnen und seine Strukturen können dabei starke Schädigungen erfahren, die dauerhaft sind und auch irreparabel.

Bei Nervenzellenschädigungen der höheren Schichten sind die Neuronen von den höherschichtigen Neuronen getrennt. Dann spricht man von einer Störung im Divergenz-Prinzip. Ist dies der Fall, kommt es auch automatisch zur Schädigung beziehungsweise Störung der lateralen Hemmung. Für die Sinneswahrnehmungen im visuellen Bereich ist die laterale Hemmung dabei vor allem bei Einbruch der Dämmerung von qualitativer Bedeutung. Wenn die retinalen Querneuronen gestört sind, kann dieser Verlust zu Schwierigkeiten bei gewissen Reizen führen. So kann zum Beispiel die laterale Hemmung die Helladaption behindern, wie auch Sinnesreize bei einer Dunkeladaption. Somit kann die Sehkraft in der Dämmerung dadurch stark eingeschränkt sein.

Die Betroffenen dieser Erkrankung leiden sehr oft auch unter einer eingeschränkten Sehstärke, wenn es sehr hell ist. Diese Symptome können beispielsweise ebenso bei einer Retinopathie auftreten. Aber auch bei Nachtblindheit, die X-chromosomal vererbt wurde, ist dies in der Regel oft der Fall. Das Divergenz-Prinzip hat auch eine bedeutende Rolle im Tast- sowie Hautsinn inne. So können Schädigungen der Nerven auf diesem Gebiet der Divergenz den Tastsinn erschweren. Die Taktilen können durch Schädigungen vermindert sein und nicht richtig arbeiten. Auch die Haptik kann dadurch betroffen sein.

Wenn die laterale Hemmung gestört ist, besteht auch keine räumliche Begrenzung von Erregung, welches sich im Zentralnervensystem abspielt. Das kann dann zu einer Übererregbarkeit führen. Das überregt arbeitende Nervensystem kann Informationen nicht mehr deutlich erfassen, wenn die laterale Hemmung nicht mehr richtig funktioniert. Die Sinneswahrnehmungen können bei Divergenzstörungen in der Regel drastisch eingeschränkt sein. Es kann sogar dazu führen, dass die Sinneswahrnehmungen komplett versagen. In diesem Fall werden die Sinne nicht mehr richtig erkannt oder oftmals unter sehr schwierigen Bedingungen.

Fragen und Antworten zur Divergenz

Wodurch wird die Divergenz gesteuert?

Die Divergenz wird vom zentralen Nervensystem aus gesteuert. So ist sie zum Beispiel für die Sinneswahrnehmungen und ihre Prozesse verantwortlich. Rezeptoren schließen sich mit Neuronen zusammen, was divergierend genannt wird. Die Divergenz arbeitet mit der Konvergenz zusammen. Dies wird das Divergenz-Konvergenz-Prinzip genannt. Ist dieses Prinzip gestört, kann es zu Schädigungen im Nervensystem kommen.

Welche Funktionen hat das Divergenz-Konvergenz-Prinzip?

Divergenz und Konvergenz wirken wie Schaltkreise zusammen. Die Sinnesorgane werden Rezeptoren genannt und sie verarbeiten Informationen im Großhirn.

Welche Krankheiten können entstehen, bei Schädigung der Divergenz?

Ist die Funktion der Divergenz gestört, ist eine der schwerwiegendsten Erkrankungen die Multiple Sklerose.

Unser Fazit zu Divergenz

Das Divergenz-Konvergenz-Prinzip spielt eine entscheidende und wichtige Rolle bei menschlichen Körperprozessen. Es beinhaltet mitsamt der lateralen Hemmung viele Prozesse, die im zentralen Nervensystem wichtig sind. Bei den Sinneswahrnehmungen hat es entscheidenden Einfluss. Liegen in diesem Bereich der Divergenz Störungen vor, kann es zu Schädigungen im Nervensystem kommen.

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