Hepatitis B

Hepatitis B HBV Virus Leber Ikterus

Hepatitis B ist ein DNA-Virus, welches die Leber befällt

Hepatitis B ist eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV), die zur Leberentzündung führt und weitere Krankheiten hervorrufen kann. Sie ist eine der am meisten verbreiteten Krankheiten der Welt.

Da die Infektion oft asymptomatisch verläuft, ist eine frühe Diagnose nur mit Hilfe einer Blutuntersuchung möglich. Im Verlauf kann es dann zu ernsten Symptomen wie dem sogenannten Ikterus, also einer Gelbfärung, kommen.

Wie es zur Übertragung kommt, wer besonders gefährdet ist, wie die Behandlung und die Heilungschancen aussehen und alle weiteren wichtigen Informationen zu diesem Virus, möchten wir nun im Folgenden erläutern.

Was ist Hepatitis B?

Das Hepatitis-B-Virus, auch HB Virus bzw. HBV genannt, ist ein DNA-Virus, das 1970 entdeckt wurde und Leberentzündung verursacht. Das Genom besteht aus einem teilweise doppelsträngigen, zirkulären DNA. Die Hülle besteht aus HBsAg- einem Hepatitis-B-Oberflächenantigen, das oft der Nachweis für eine akute oder chronische Erkrankung ist.

Im Vergleich zu vielen anderen Viren ist das HBV resistenter gegen Umwelteinflüssen und Desinfektionsmittel. Im Falle einer direkt oder indirekt nachgewiesenen akuten Hepatitis B, ist dies dem Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden namentlich zu melden.


Eigenschaften vom Virus

Hepatitis B HBV

Das Ansteckungsrisiko ist vor allem bei chronisch Erkrankten hoch

Nach Angaben der WHO waren oder sind aktuell ca. 2 Milliarden Menschen weltweit Krank. Ca. 240 Millionen sind chronisch infiziert, das heißt, dass es eine ständige Infektionsquelle gibt. Am wenigsten sind (lt. WHO 2015) Nordamerika und Westeuropa betroffen. In Europa sind das über 13 Millionen. Deutschland ist ein der am wenigsten betroffenen Länder.

Die Verbreitung

Wie überträgt sich das Hepatits B Virus?

Das HBV-Reservoir, also die Quelle der Infektionen, sind vor allem Personen, die chronisch erkrankt sind. Außerdem besteht auch eine Ansteckungsmöglichkeit von Personen, bei denen die akute Form noch nicht ausgebrochen ist, die aber kürzlich davor stehen.

Bei bestimmten Menschengruppen sind alle Viruspartikeln, sobald sie sich im Blut befinden, infektiös, wobei bei anderen ist das wiederum nur jedes 10. bis jedem 1000. Partikel. Das heißt, dass in manchen Fällen schon eine sehr geringe Menge des infizierten Blutes zur Erkrankung führen kann. Andere Übertragungswege (mit deutlich geringerer Konzentration des Virus) sind u.a. Speichel, Sperma oder Tränen.

Bis zur Anfang der 70-ern Jahre war infiziertes Blut oder Blutprodukte der häufigste Grund aller Infektionen. Seit der Einführung strenger Maßnahmen bei der Blutabnahme und -spende lässt sich aber eine deutlich geringere Anzahl an Erkrankungen auf diesem Wege beobachten. Nichtsdestotrotz kann dies als Übertragungsweg immer noch nicht ausgeschlossen sein.


Risiko & Ansteckung

Zwar ist in den letzten Jahren die Anzahl der bekannten Erkrankungen dank wirksamer und gut verträglicher Impfung deutlich gesunken, neue Infektionen kommen aber immer noch vor.

Heutzutage können u.a. die folgenden Faktoren die Erkrankung hervorrufen:

  • ungeschützte Sexualkontakte mit einer infizierten Person
  • Arbeit an bestimmten Orten (v.a. im Gesundheitswesen)
  • Drogenmissbrauch (durch Kanülentausch)
  • unhygienische Vorgehensweise beim Tätowieren oder Piercing
  • die sogenannte perinatale Übertragung, also die Übertragung der Krankheit von der HBV-positiven Mutter auf das Kind bei der Geburt

Die Inkubationszeit ist von dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person, der Art der Übertragung und der Konzentration des Virus abhängig. Sie kann zwischen 45 und 180 Tage variieren, in der Regel beträgt die Zeit zwischen 60 – 120 Tagen.


Krankheiten & Beschwerden

Die Infektion mit dem HBV kann sehr unterschiedlich verlaufen. Bei Menschen, derer Immunsystem sehr schwach ist, verbreitet sich das Virus schneller, die Erkrankung selbst verläuft jedoch praktisch asymptomatisch und ist nur serologisch nachweisbar. Bei Personen mit stärkerem Immunsystem werden dagegen die Symptome meistens durch das Abwehrsystem der Organismus selbst verursacht.


Akute Hepatitis B

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Ein typisches Symptom ist der sogenannte Ikterus

Bei der Frühphase der akuten Hepatitis B sind die ersten Symptome oft unspezifisch. Die meist angegebene Beschwerden sind u.a. Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Gelenkschmerzen. Oft melden Patienten Veränderungen ihrer Geschmacks- und Geruchssinns.

Drei bis zehn Tage später beginnt die ikterische (Gelbsucht-) Phase, in der sich das Urin dunkel und die Augenäpfel (Skleren) gelb verfärben. Nach 2-4 Wochen beginnt die Erholungsphase, in der die Krankheit zurück tritt. In den meisten Fällen (>90%) heilen die Erkrankten ohne Zusatz von Medikamenten vollständig aus. Eine Person, die die Krankheit durchlief, bleibt lebenslang gegen Hepatitis B immun. Bei ca. 0,5-1% aller Fälle kommt es zu einem Leberversagen.

Chronische Hepatitis B

Ca. 5-10% Erkrankungen führen zu einer chronischen Hepatitis B. Von dieser ist zu Sprechen, wenn sich bestimmte Oberflächenproteine im Serum länger als 6 Monate nachweisen lassen. Es ist nicht selten, dass vor dem Auftritt der Krankheit keine Symptome einer akuten Hepatitis B bemerkt wurden. Indizien für die Erkrankung können ebenfalls Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen oder Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen sein, diese kann aber genauso asymptomatisch verlaufen.

Das Ansteckungsrisiko bei Neugeborenen ist besonders hoch – bei einer infizierten Mutter wird das Kind zu 90% ebenfalls mit dem Virus angesteckt.

Die Krankheit kann zu einer Leberzirrhose führen, sie ist auch eine der Hauptursachen für Leberkrebs. Eine medikamentöse Therapie gegen chronische Hepatitis B ist zwar möglich, sie wird aber nicht immer gut vertragen. Im Falle eines Leberversagens ist auch eine Lebertransplantation notwendig.

Eine Ansteckungsgefahr besteht oft schon vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit. Vor allem bei akut kranken Patienten ist das der Fall. Bei der chronischen Hepatitis B besteht das Risiko solange bestimmte HBV-Proteine oder –DNA im Blut nachweisbar sind.

Pro Jahr treffen lt. WHO ca. 780000 Todesfälle infolge der Erkrankung auf HBV auf.

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