Leberversagen

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Leberversagen

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Behandlung

Leberversagen – gefährlicher Ausfall eines lebenswichtigen Organs

leberversagenWenn es um die Leber und ihre Funktion geht, wissen viele Menschen nicht viel. Anders als beim Herzen, bei dem jedem klar ist, wie wichtig es ist, unterschätzen viele die Bedeutung der Leber für einen gesunden Körper, der beschwerdefrei arbeitet.

Die Leber ist die größte Drüse im Körper mit einem Gewicht von ca. 1,5 kg und wichtigstes Stoffwechselorgan. Dementsprechend schwerwiegend sind die Folgen, wenn Schädigungen bis zum Ausfall der Leber auftreten.

Die Leber ist zuständig für die Produktion von Gallenflüssigkeit, baut Eiweiße auf und reguliert Teile des Hormonhaushalts im Körper. Sie baut außerdem Inhaltsstoffe von Medikamenten oder Alkohol ab und filtert Schadstoffe.

Leberversagen kann sowohl akut, ohne dass ein Betroffener unter Vorerkrankungen leidet, auftreten, als auch aufgrund länger anhaltender Beschwerden, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden können.

Die Leber ist sehr robust und kann lange Zeit trotz Schäden und Zellverlust weiter arbeiten. Doch irgendwann ist die Belastung zu groß, die Leber versagt. Es kann zu lebensgefährlichen Folgen kommen, die sofort stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. Patienten, deren Leber versagt und die nicht sofort behandelt wird, verlieren diese innerhalb von maximal 4 Wochen nach Ausfall des Organs.

Man unterscheidet zwischen hyperakutem, akutem und subakutem Leberversagen. Hyperakut bedeutet, die Leber versagt nicht einmal eine Woche nach Auftreten der ersten Beschwerden, akutes Versagen tritt eine bis 4 Wochen nach den ersten Symptomen auf, und als subakutes Leberversagen bezeichnet man einen Ausfall 4 Wochen bis 6 Monate nach Auftreten der ersten Symptome.

Die Zahl der chronisch an der Leber Erkrankten, bei denen schließlich ein Leberversagen auftritt, ist deutlich höher als die Fälle eines akuten Leberversagens, das bei ca. 200 bis 500 Betroffenen in Deutschland pro Jahr auftritt.

Egal ob chronisch oder akut, ein Ausfall der Leber ist, sehr gefährlich und muss umgehend behandelt werden.

Deutlich sichtbare Symptome sind typisch für ein Leberversagen

Anders als bei vielen anderen Erkrankungen der inneren Organe sind einige Symptome eines Leberversagens deutlich sichtbar.

Auffällig ist beispielsweise eine Gelbfärbung der Haut und der Schleimhäute der Augen. Auch das Weiße in den Augen färbt sich gelblich, eine Gelbsucht tritt auf. Da die Leber den Körper nicht mehr richtig entgiften kann, stauen sich die Giftstoffe, und Gallenflüssigkeit kann nicht mehr richtig abfließen. Es kommt zu einer Gallenstauung, der sogenannten Cholestase. Der Urin färbt sich bräunlich, Patienten leiden unter Bauchschmerzen und Juckreiz. Auch Durchfall ist ein häufiges Symptom.

Oft sammelt sich Wasser im Bauchraum, was durch einen hervortretenden Nabel und einen vergrößerten Bauchumfang äußert, obwohl der Patient nicht mehr isst und nicht durch Nahrungsaufnahme zunimmt. Der medizinische Fachterminus hierfür lautet Aszites, Bauchwassersucht.

Patienten können sich nicht mehr richtig konzentrieren, sie wirken unruhig und nervös. Verstärkte Müdigkeit tritt auf, eine Fahrigkeit der Bewegungen ist zu beobachten. Flatternde Augenlider und ein Zittern in Händen, Armen und Beinen ist ein häufig auftretendes Phänomen bei Leberversagen. Auch Schwindel und Appetitlosigkeit kommen häufig vor, genauso wie Erbrechen.

Schließlich schlafen viele Betroffene fast ununterbrochen und fallen schließlich in das hepatische Koma, das durch Veränderungen im Gehirn, die sogenannte hepatische Enzephalopathie, ausgelöst wird.

Ein weiteres gut wahrnehmbares Anzeichen für Leberversagen ist ein Atemgeruch, der an rohe Leber erinnert. Schreitet die Erkrankung voran, fällt bei vielen Betroffenen der Blutdruck, die Atmung wird schneller.

Es kann außerdem zu Einblutungen in die Haut kommen, zur sogenannten hämorrhagischen Diathese. Manche Patienten bekommen auch Fieber, und die Nieren können ebenfalls so in Mitleidenschaft gezogen werden, dass sie schließlich auch versagen.

Verschiedenste Gründe können die Ursache für ein Leberversagen sein

Es gibt eine Vielzahl Gründe für ein Versagen der Leber. Sowohl durch Infektionen als auch durch eigenes Verschulden oder durch Vorerkrankungen kann eine Leber so geschädigt werden, dass sie nicht mehr arbeiten kann und ausfällt.

Leberversagen kann beispielsweise durch eine Infektion mit dem Hepatitis-Virus ausgelöst werden. Bei dieser Infektion kommt es zu Entzündungen der Leber, die das Organ so stark angreifen, dass es schließlich versagt. In seltenen Fällen können auch Viren wie das Herpes-Simplex-Virus oder das Eppstein-Barr-Virus Leberversagen hervorrufen.

Durch Alkoholmissbrauch über einen längeren Zeitraum hinweg werden Leberzellen unwiderruflich zerstört. Die Leber vernarbt, es kommt zu einer Leberzirrhose, das Gewebe stirbt ab und die Leber versagt.

Drogenkonsum ist ebenfalls ein Auslöser für einen Ausfall der Leber. Ecstasy und auch nicht synthetische Drogen wie halluzinogene Pilze und überhaupt giftige Pilze, die versehentlich oder auch absichtlich eingenommen wurden, können zu Leberversagen führen.

Eine Überdosis bestimmter Medikamente, z.B. Paracetamol oder Antibiotika, die entweder aus Versehen oder absichtlich in zu großer Menge eingenommen wurden, führen oft zu akutem Versagen der Leber. Auch von manchen Heilmitteln aus der Natur nimmt man an, sie könnten akutes Leberversagen auslösen. Dazu zählen u.a. Flohkraut, Meerträubel, Kava und Helmkraut.

Manche Krebspatienten erleiden ein Leberversagen, wenn Tumore streuen und sich in der Leber festsetzen. Nicht nur Leberkrebsbetroffene sind hier angesprochen; oft trifft es auch Patienten mit anderen Krebserkrankungen, wenn sich Metastasen in der Leber bilden.

Eine weitere Ursache für einen Ausfall der Leber sind Erkrankungen des Stoffwechsels, wie eine Fettleber oder Morbus Wilson, eine Erbkrankheit. Manche Frauen entwickeln in der Schwangerschaft eine sogenannte Schwangerschaftsfettleber, auch HELLP-Syndrom genannt. In seltenen Fällen greifen die Abwehrzellen des Körpers die Leberzellen an. Man spricht dann von der Autoimmunhepatitis.

Je nach Diagnose werden unterschiedliche Behandlungsmethoden verwendet

Durch die Vielzahl an unterschiedlichen Ursachen für Leberversagen ist auch die Art der Therapie sehr unterschiedlich. Liegt ein Versagen aufgrund einer Vergiftung vor, wird der Arzt zunächst versuchen, den Auslöser zu finden und dementsprechend eine Gegenmedikation zu verabreichen. Bei schweren Schäden der Leber, bei denen man ohne Operation keine Heilung erreicht, muss eine Transplantation durchgeführt werden.

Bis diese erfolgt, müssen Patienten permanent ärztlich überwacht und die Leberfunktion durch Medikamente aufrechterhalten werden. Auch eine besondere Ernährung ist notwendig, da normale Mahlzeiten die Leber stark beanspruchen würden, was sie in ihrem Zustand nicht mehr leisten kann. Die Hirnleistungen und das Gehirn an sich werden ebenfalls ständig kontrolliert, denn bei einem Leberversagen kann sich ein Hirnödem bilden. Um dem entgegenzusteuern, werden die Hirnströme überwacht.

Prinzipiell sollten Patienten keinen Alkohol mehr trinken, Drogenkonsum sofort beenden und keine Medikamente mehr einnehmen, die Leberversagen verursachen können. In Fällen schwerem Alkohol- oder Drogenmissbrauch bzw. einer Abhängigkeit von Medikamenten ist eine Therapie dringend geboten.

Da innere Blutungen und Blutinfektionen auftreten können, wird das Blut des Patienten kontrolliert, und eventuell müssen Medikamente und Bluttransfusionen eingesetzt werden.

Wird ein Leberversagen unverzüglich behandelt, kann in vielen Fällen dem Patienten gut geholfen werden. Wichtig ist schnelle ärztliche Hilfe gerade bei hyperakutem Leberversagen, da sonst Betroffene innerhalb von 48 Stunden sterben können. Durch eine gesunde Lebensweise und eine gute Ernährung kann man Leberversagen außerdem gut vorbeugen.

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