Hepatitis

Definition: Hepatitis

HepatitisBei der Erkrankung Hepatitis handelt es sich um eine Entzündung der Leber, dem größten inneren Organ im menschlichen Körper.

Diese agiert hier wie ein Zentrallabor und ist hauptsächlich dafür zuständig, Schadstoffe und Abfallprodukte zu entgiften. Wird die Hepatitis nicht sachgerecht behandelt, kann sie zu einer Schädigung der Leber führen. Unterschieden werden die akute und die chronische Hepatitis.

Die potentiellen Arten der Ansteckung können vielerlei Natur sein, weshalb jeder Mensch potentiell betroffen ist. Es gilt daher, seinen gesunden Menschenverstand zu gebrauchen um die Risiken einer Ansteckung zu minimieren. Durch ein solche Verhalten hilft man nicht nur sich selbst, sondern mindert auch das Risiko einer Infektion für seine Umweld.

Steckbrief: Hepatitis

  • Name(n): Hepatitis; Leberentzündung
  • Art der Krankheit: Entzündliche Erkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 3000 vor Christus
  • Behandelbar: Bedingt
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Nicht feststellbar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Internist
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – A00-B99 – B15-B19 – B15 ff.

Was ist eine Hepatitis?

Unter einer Hepatitis versteht man einen entzündlichen Prozess im Gewebe der Leber. Nicht jeder von diesem Leiden Betroffene entwickelt im Verlauf der vorliegenden Erkrankung jedoch Symptome. Somit ist es durchaus möglich, dass viele Patienten lange Zeit nicht merken, dass sie an einer Hepatitis leiden. Sollte es jedoch zu einer Herausbildung von Symptomen kommen, so zeigen sich diese zumeist durch eine Gelbfärbung der Augen, eine starke Reduktion des Appetits, spontanes und scheinbar unbegründetes Erbrechen, Schläfrigkeit, Schmerzen im Bereich des Abdomen und starke Durchfälle.

Darüber hinaus kann eine Hepatitis auf zwei Arten auftreten – in einer akuten oder einer chronischen Form. Chronisch ist die vorliegenden Erkrankung dann, wenn sie länger als 6 Monate andauert. Akute Ausprägungen der Hepatitis können bisweilen sehr kurzlebig sein und kurieren sich bisweilen sogar von alleine. In sehr seltenen Fällen kann es auch zu akutem Leberversagen kommen, das ggf. tödlich enden kann. Allerdings sollte man sich der Tatsache bewusst werden, dass es sich hierbei wirklich um sehr seltenen Phänomene handelt. Der chronische Verlauf dieses Leidens ist hierbei wesentlich schädlicher, da selbiger nicht selten Leberkrebs nach sich zieht.

Die weltweit am häufigsten für eine Hepatitis verantwortlich zu machende Ursache sind Viren. Aber auch andere Faktoren, wie beispielsweise der übermäßige Konsum von Alkohol, Drogensucht oder Medikamentenabhängigkeit können eine solche Krankheit auslösen. Darüber hinaus können auch diverse Autoimmunerkrankungen für eine Hepatitis verantwortlich sein.

Des Weiteren muss man sich der Tatsache bewusst sein, dass es sich bei dem Begriff „Hepatitis“ nicht um eine reelle Krankheit, sondern bloß um einen allgemeinen Überbegriff handelt. Die spezifischen Ausprägungen des vorliegenden Leidens werden wie folgt unterteilt: Hepatitis A, B, C, D und E. Alle Erscheinungsformen zeichnen sich durch gewisse Unterschiede der Ansteckung sowie des Verlaufs aus.

Zudem gibt es glücklicherweise einige Möglichkeiten, präventiv gegen eine Hepatitis einzuwirken. Sei es durch Impfungen, gesunde Lebensführung oder generelle Vorsichtsmaßnahmen.

Welche Ursachen führen zu einer Hepatitis?

Die Ursachen für diese Erkrankung sind recht vielfältig. Meist wird diese durch Bakterien oder Viren ausgelöst und auch übermäßiger Alkoholkonsum kann zu einer Entzündung der Leber führen.
Darüber hinaus können ebenso bestimmte Medikamente zu einer Hepatitis führen. Die häufigste Art der Übertragung ist jedoch die der Viren – hierbei werden die fünf Virenarten Hepatitis-A-Virus bis Hepatitis-E-Virus unterschieden. Hepatitis A, Hepatitis B und Hepatitis C sind die am häufigsten vorkommenden Arten dieser Erkrankung in Deutschland.
Die Übertragung geht dabei auf ganz unterschiedliche Weise vonstatten: Bei den Typen Hepatitis A und E beispielsweise erfolgt diese über eine Schmierinfektion, während die Hepatitis B sowohl sexuell als auch auf dem Blutweg übertragen wird.

Hierzu eine beispielhafte Übersicht:

Virale Ursachen

Bei der viralen Hepatitis handelt es sich um die weltweit am häufigsten auftretende Form dieser Krankheit. Es gibt fünf verschiedene Virustypen, die eine Hepatitis auslösen können. Diese Viren sind nach den korrespondierenden Ausprägungen der Krankheit benannt. Also Hepatitis A, B, C, D und E. Hepatitis A und E verhalten sich relativ ähnlich. Beide verbreiten sich durch Kontaminationen mit Fäkalien. Darum sind sie besonders in Entwicklungsländern weit verbreitet, in denen schlechtere allgemeine hygienische Bedingungen herrschen, als in unseren Breitengraden. Darüber hinaus handelt es sich bei den letztgenannten Ausprägungen um lediglich akut auftretende Formen der Hepatitis. Sie führen in aller Regel nicht zu einer chronischen Ausprägung.

Hepatitis B, C und D werden übertragen, indem die Schleimhäute oder das Blut des Wirts in direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten einer anderen Person kommt. Insbesondere Ejakulat und Vaginalflüssigkeiten zählen hierbei zu sehr häufigen Trägersubstanzen. Zudem können Erreger bei Infizierten auch im Speichel und sogar in der Muttermilch nachgewiesen werden, insofern es sich bei der erkrankten Person um eine stillende Mutter handelt. Dennoch sollte man sich des Umstandes bewusst sein, dass sich durch den Prozess des Stillens selbst, die Hepatitis nicht übertragen kann. Dasselbe gilt für Küssen, das Teilen von Zahnbürsten und / oder Besteck. Dennoch sollte man darauf achten, dass man keine offenen Stellen im Mund hat. Ist dies der Fall, kann es nämlich auch beim Küssen zu einer Übertragung kommen. Darum ist hier äußerste Vorsicht geboten.

Hepatitis B und C können sowohl akut als auch chronisch auftreten. Hepatitis D bedarf einer vorhergehenden Infektion mit Hepatitis B, um ausbrechen zu können. Zumeist stellt sich eine Infektion mit Hepatitis B bei erkrankten Erwachsenen als eine akute Erkrankung dar. Lediglich etwa 5% der Betroffenen entwickeln eine chronische Verlaufsform der vorliegenden Krankheit. Von diesen chronischen Fällen entwickeln etwa 20 bis 30% eine Form von Leberkrebs.

Hepatitis C dagegen führt beinahe in allen Fällen zu einer chronischen Infektion. Tatsächlich stellt sich Hepatitis C als der zweithäufigste Grund, direkt nach Alkoholismus, für eine Leberzirrhose dar. Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Chance, sich dieses Virus einzufangen wesentlich größer, als heutzutage. Aufgrund moderner hygienischer Maßnahmen und präventiver Eingriffe, sind die Zahlen von Betroffenen rückläufig.

Parasitäre Ursachen

Auch einige Parasiten, die die Leber befallen, können eine Reaktion des Immunsystems auslösen, die wiederum den Symptomen einer akuten Hepatitis gleicht. Hierbei sind besonders solche Parasiten zu nennen, die beispielsweise auch für eine Ansteckung mit Malaria oder ähnlichem verantwortlich zu machen sind.

Ebenso können diverse Arten von Bandwürmern dazu beitragen, dass es zu einer Entzündung in der Leber der befallenen Person kommt. Ist dies der Fall entwickeln sich zusätzlich zu besagter Entzündung oftmals auch noch recht schwerwiegende Abszesse, die zumeist hochgradig lebensgefährlich sind.

Bakterielle Ursachen

Einige bakterielle Infektionen der Leber führen neben anderen Krankheiten auch zu einer Hepatitis. Die hierfür verantwortlich zu machenden Bakterien, allen voran E Coli, sind häufig in verunreinigter Nahrung zu finden. Besonders häufig werden Touristen mit derartigen Bakterien konfrontiert. Denn Reisen in Länder mit weniger strengen Hygienevorschriften steigern das Risiko eines Befalls mit solcherlei Keimen immens. Darum sollte man auch im Urlaub seinen gesunden Menschenverstand benutzen und von allzu unhygienisch zubereiteter Nahrung absehen. Auch das Leitungswasser der meisten Länder ist nicht zu empfehlen. Dasselbe gilt für Eiswürfel. Beherzigt man jedoch diese Vorsichtsmaßnahmen, kann man die Chance auf eine Ansteckung immens stark reduzieren.

Alkoholsucht als Ursache

Das sich Alkohol besonders negativ auf die Leber niederschlägt, dürfte allgemein hin bekannt sein. Darum ist es nicht weiter verwunderlich, dass übermäßiger Alkoholkonsum mitunter einer der führenden Gründe für die Entwicklung einer Hepatitis, bzw. einer Leberzirrhose ist. Bisweilen spricht man in diesen Fällen auch von der sog. „Säuferleber“.

Man sollte sich hierbei stets vor Augen halten, dass die Krankheit, insofern sie durch den oben genannten übermäßigen Konsum von Alkohol ausgelöst wurde, gerade in den anfänglichen Stadien oftmals noch zu bezwingen ist. Sieht man jedoch, warum auch immer, von einer Behandlung ab, so sein die hieraus resultierenden Folgen nicht selten irreversibel und somit nicht mehr zu behandeln. Zirrhosen und Krebs sind nur einige der etwaig auftretenden Folgen. Nichtsdestoweniger sei es ebenso erwähnt, dass es einem sich über Jahre hinwegziehenden Alkoholmissbrauchs bedarf. Ein durchzechter Abend allein genügt in aller Regel nicht, um einen alkoholbedingte Hepatitis auszulösen. Dennoch sollte man auch von solchen Unternehmungen eher absehen.

Statistisch gesehen, erkranken etwa zwischen 20 und 30% aller Langzeitalkoholiker im laufe ihrer traurigen Trinkerkarriere an einer Form der Hepatitis. Aber auch gelegentliche Trinker sollten sich nicht allzu sicher fühlen. Sog. „Binge-Drinking“ (Rauschtrinken) kann ebenso die Chancen massiv erhöhen, früher oder später an einer Form der Hepatitis zu erkranken. Darum ist der komplette Verzicht auf Alkohol wohl die beste Methode, um dieser Form der vorliegenden Erkrankung zu entgehen.

Autoimmune Störungen

Bei der autoimmunen Hepatitis handelt es sich um eine Erkrankung, die aufgrund einer abnormalen Reaktion des Immunsystems gegenüber der eigenen Leberzellen hervorgerufen wird. Obwohl diese These noch nicht vollends gesichert ist, geht die Forschung doch allgemein hin davon aus, dass es sich bei dieser Ausprägung der vorliegenden Krankheit um ein genetisch vererbtes Leiden handelt. Darüber hinaus kann diese spezielle Form der Hepatitis sowohl für eine akute als auch für eine chronische Form der Infektion sorgen. Sogar der totale Ausfall der Leber ist nicht auszuschließen. Ergo besteht hierdurch eine imminente Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen. Zusätzlich dazu verschlimmert sich die Lage noch, da die autoimmune Erkrankung nur selten alleine Auftritt. Personen, die hiervon betroffenen sind, leiden oftmals auch an weiteren Autoimmunkrankheiten. Somit stellt sich für nämliche eine besonders hohe Belastung ein.

Weitere Ursachen

Zusätzlich zu den oben angeführten Ursachen, gibt es auch noch eine ganze Reihe weiterer potentieller Auslöser, die zu einer Hepatitis führen können. Diese sind aber zumeist sehr selten und fallen daher weniger stark ins Gewicht. Man findet unter anderem den Missbrauch von Drogen und Medikamenten unter diesen Faktoren. Auch der konstante Kontakt mit gewissen Toxinen und Giften kann dafür Sorge tragen, dass sich eine Hepatitis entwickelt. Bisweilen können auch genetische Faktoren eine gewisse Rolle bei der Entstehung einer Leberentzündung spielen. Diese sind jedoch noch Gegenstand der Forschung und es konnte noch nicht restlos bewiesen werden, dass es tatsächlich eine direkte Korrelation zwischen dem Erbgut und dieser Krankheit gibt.

Alles in allem lässt sich also anmerken, dass die Ursachen, die einer Hepatitis, welcher Ausprägung auch immer sie sei, zugrunde liegen können, recht vielfältiger Natur sind. Dennoch finden die meisten Ansteckungen durch Viren statt. Die anderen Arten sich anzustecken kommen vergleichsweise selten vor. Dennoch sollte man sich nicht allzu sicher wähnen und stets versuchen, etwaigen Risiken aus dem Wege zu gehen. Eine Leberentzündung ist kein Pappenstiel und kann durchaus tödlich für den Erkrankten enden.

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