Leberzirrhose (Schrumpfleber)


Leberzirrhose (Schrumpfleber)Was ist eine Leberzirrhose?

Die Leberzirrhose ist eine chronische Lebererkrankung, die sich als Folgeerkrankung bei anhaltendem Alkoholmissbrauch, Leberentzündung (Hepatitis) oder anderer Lebererkrankungen bildet.

Durch diese Vorerkrankungen werden das Gewebe und die Gefäße der Leber nachhaltig zerstört. Das Lebergewebe vernarbt und wird vom Körper zu Bindegewebe umgewandelt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Fibrose.

Es bilden sich kleine oder größere Knötchen, welche das Lebergewebe verhärten. Je nach auslösender Vorerkrankung lässt sich die Leberzirrhose in drei verschiedene Typen aufteilen.

  • Der kleinknotige Typ (Durchmesser der Knoten weniger als 3 Millimeter) deutet auf eine durch Alkoholmissbrauch entstandene Leberzirrhose hin.
  • Der großknotige Typ (unterschiedlich große Knoten von mindestens 3 Millimetern) wurde wahrscheinlich durch eine Hepatitis-Vorerkrankung ausgelöst. Und als dritten gibt es noch den sogenannten
  • Mischtyp. Dieser enthält sowohl kleine als auch große Knoten und deutet auch eher auf eine Hepatitits Vorerkrankung hin.

In weiterer Folge schrumpft die Leber, deshalb bezeichnet man Leberzirrhose auch als Schrumpfleber. Durch diese Veränderung wird auch die Funktion der Leber stark eingeschränkt und es kommt im Verlauf zu immer größeren gesundheitlichen Einschränkungen.

Welche Ursachen gibt es bei einer Leberzirrhose?

Als Ursache und Auslöser für eine Leberzirrhose wird in erster Linie anhaltender Alkoholmissbrauch angeführt. Auch eine Hepatitis B oder C Erkrankung kann die Ursache für eine Leberzirrhose sein.

Weiters werden Erkrankungen, bei denen der Eisen-, Kupfer-oder Fettstoffwechsel gestört sind, sowie Gallenwegserkrankungen mit Gallenstau als Auslöser angesehen. Auch erbliche Stoffwechselerkrankungen können die Verursacher einer Leberzirrhose sein.

In seltenen Fällen kann es durch eine Herzinsuffizienz zu einer Stauungsleber (Blutstau) kommen, die in weiterer Folge ebenfalls zur Leberzirrhose führen kann. Durch bestimmte Gifte, denen der Körper über längere Zeit ausgesetzt wird, kann sich ebenfalls eine Leberzirrhose bilden.

Einige tropische Krankheiten, wie z.B. Cholera und bestimmte Medikamente müssen auch zu möglichen Verursachern gezählt werden.

Alkoholmissbrauch

In den europäischen Industrieländern ist mehr als die Hälfte aller Erkrankungen an Leberzirrhose auf einen lang anhaltenden übermäßigen Alkoholmissbrauch zurückzuführen . Übermäßiger Alkoholkonsum stört den Fettsäure- und Triglyceridstoffwechsel in der Leber und führt zu einer sogenannten Fettleber. Durch die Einschränkung der Leberfunktion sammeln sich diese Fette in den Leberzellen und schädigen das Lebergewebe, das mit der Zeit vernarbt und vom Körper in Bindegewebe umgebaut wird.

Hepatitis (Leberentzündung)

Bei den chronischen Virenerkrankungen Hepatitis B oder C entzündet sich die Leber und wird dabei so stark geschädigt, dass Zellen absterben und das Gewebe vernarbt. Durch diese entzündlichen Prozesse wird das vernarbte Gewebe in Bindehautgewebe umgewandelt und die Funktion der Leber wird dadurch stark herabgesetzt. Die Leber verhärtet sich und schrumpft, es entsteht eine Leberzirrhose. Ungefähr bei einem Drittel der Menschen, die eine Leberzirrhose haben, wurde diese durch einen der beiden Hepatitisviren (B oder C) verursacht. Es gibt auch einen Hepatitis D Virus, der allerdings nur gefährlich wird, wenn der Mensch bereits an Hepatitis C erkrankt ist.

Weitere mögliche Auslöser der Erkrankung

  • Chronisch entzündete Gallengänge (Cholangitis) können vernarben und den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Darm und in der Gallenblase verhindern. Dadurch kann es zu einem Gallenstau in der Leber kommen, wo die Galle gebildet wird. Dadurch kommt es in weiterer Folge zu einer Entzündung der Leber, die wiederum zur Leberzirrhose führen kann. Diese Form der eher seltenen Ursache für Leberzirrhose betrifft meistens Frauen.
  • Bei der Erbkrankheit Mukoviszidose ist nicht nur der Schleim der Bronchien der Erkrankten dickflüssig, sondern auch die Gallenflüssigkeit. Dadurch kann diese schwer abgeleitet werden und es kann unter Umständen auch zu einer Leberentzündung und in weiterer Folge zu einer Leberzirrhose kommen.
  • Bei der Eisenspeicher- (Hämochromatose) und Kupferspeichererkrankung (Morbus Wilson) wird unter anderem auch das Lebergewebe durch Einlagerungen so schwer geschädigt, dass es zu einer Leberzirrhose kommen kann.
  • Eine weitere erblich bedingte Stoffwechselerkrankung, welche zu einer Leberzirrhose führen kann, ist der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel. Bei dieser Erbkrankheit fehlen bestimmte Moleküle (Proteaseinhibitoren), welche Proteine spaltende Enzyme hemmen und so den Abbau von Proteinen verhindern. Dieser Mangel an Proteaseinhibitoren kann zu Leberzirrhose führen.
  • Viele Chemikalien oder Pflanzen (z.B. der grüne Knollenblätterpilz) enthalten leberschädigende Substanzen. Aber auch einige Medikamente können, auf lange Dauer eingenommen, leberschädigend wirken.
  • Die Blutversorgung der Leber kann, wie schon erwähnt, durch einen Blutstau vom Herzen, aber auch durch Thrombosen oder Tumore beeinträchtigt oder gar unterbrochen sein. Durch die Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen sterben die Leberzellen ab und eine Zirrhose entsteht.
  • Ein erhöhtes Risiko, irgendwann an Leberzirrhose zu erkranken haben auch stark übergewichtige Personen (Adipositas), sowie Menschen, die an Diabetes Mellitus erkrankt sind. Durch den gestörten Fettstoffwechsels entsteht eine Fettleber, die zur Zirrhose führen kann.

Symptome & Anzeichen einer Leberzirrhose

Woran erkennt man eine beginnende Leberzirrhose? Die ersten Anzeichen der Erkrankung zeigen sich oft sehr spät und als Erstes durch ein allgemeines Krankheits- oder Unwohlgefühl. Da wird oft noch gar nicht an eine Erkrankung der Leber gedacht. Der Erkrankte sieht blass aus, leidet an Übelkeit, hat wenig Appetit und magert ab.

Oft leiden die Betroffenen an Verdauungsproblemen wir Verstopfung und Blähungen. Es kann zu Potenzproblemen, Wassereinlagerungen und Blutungen aus der Speiseröhre kommen. Der Kranke kann auch eine höhere Infektanfälligkeit haben. Schmerzen in der Lebergegend, Fieberschübe aber auch häufige blaue Flecken sind Anzeichen für eine Erkrankung an Leberzirrhose.

Aber spätestens bei dem auffälligsten Anzeichen einer Lebererkrankung, der Gelbsucht (Ikterus), wird auch jeder Laie an eine Erkrankung der Leber denken und schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Ärzte sprechen auch von Leberhautzeichen. Eines dieser Zeichen ist das sogenannte „Lebersternchen“, welche bei ca. 90% der Erkrankten auftreten. Es sind dies Stern- oder Spinnenförmige rote Hautveränderungen, meist in der oberen Körperhälfte (Gesicht, Nacken, Hände).

Auffällig rote Daumen und Kleinfingerballen, auffallend rote, glänzende Lippen und Zunge (Lacklippen und Lackzunge) und die sogenannte „Geldscheinhaut“ (die Haut wirkt sehr dünn und trocken) gehören zu den Leberhautzeichen. Weiße Nägel und ein starker Juckreiz der Haut weisen auch auf Leberzirrhose hin. Bei Männern kann die sogenannte „Bauchglatze“ auftreten, eine Veränderung der Körperbehaarung im Bauchbereich.

Nicht jeder, der ein oder mehr dieser sogenannten Leberhautzeichen an sich entdeckt, muss gleich davon ausgehen, dass er an Leberzirrhose leidet. Diese Symptome kommen zwar vermehrt bei Erkrankungen der Leber vor, können aber durchaus auch andere Ursachen haben.

Ist die Erkrankung schon weiter fortgeschritten und kann die Leber ihrer Entgiftungsfunktion nicht mehr oder nur mehr teilweise nachkommen, so kann sich eine hepatische Enzephalopathie bilden, eine Funktionsstörung des Gehirns, ausgelöst durch die Giftstoffe im Blut.

Diagnose & Krankheitsverlauf bei Leberzirrhose

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Leberzirrhose zu diagnostizieren.
Die sicherste, aber auch aufwändigste Methode, ist die Leberbiopsie, wo der Arzt mit einer Nadel durch die Bauchhaut die Leber punktiert und so eine Probe des Lebergewebes entnimmt.
Es kann aber auch anhand der beschriebenen und beobachteten Symptome und einer durchgeführten körperlichen Untersuchung eine Diagnose gestellt werden. Blutuntersuchungen und Ultraschallbilder können weitere Aufschlüsse geben.

Ein wichtiger Punkt bei der Diagnoseerstellung ist stets, die Ursache der Leberzirrhose abzuklären und die Behandlung der ursächlichen Erkrankung schnellstmöglich einzuleiten.

Von den Ärzten wird zur genaueren Diagnose der „Child-Pugh-Score“ verwendet. Es ist dies ein Punktesystem, das zur Einschätzung des Schweregrades der Erkrankung herangezogen wird.

Behandlung & Therapie der Leberzirrhose

Die Behandlung einer Leberzirrhose richtet sich danach, wie weit die Krankheit schon fortgeschritten ist und was die auslösende Krankheit war. Bereits vorhandene Schäden an der Leber können nicht mehr geheilt werden. Dennoch kann mit einer rechtzeitig begonnenen konsequenten Behandlung das Fortschreiten der Leberzirrhose aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden. Nur 15% gesundes Gewebe der Leber sind in der Lage, alle Aufgaben der gesamten Leber zu übernehmen und somit ein annähernd normales, gesundes Leben zu ermöglichen.

Allen Therapien und Behandlungsansätzen gemein ist aber das Weglassen von leberbelastenden Stoffen. Dazu zählen Alkohol, giftige Substanzen wie sie z.B. in Lösungsmitteln vorkommen, Zigaretten und gewisse Medikamente. Bei einer Hepatitisinfektion muss zuerst diese behandelt werden, um eine anhaltende Belastung und fortschreitende Schädigung der Leber zu vermeiden.

Durch harntreibende Medikamente wird versucht, die Leber in ihrer Funktion zu unterstützen und in weit fortgeschrittenen Stadien bleibt oft nur mehr die Möglichkeit einer Lebertransplantation. Ein sehr wichtiger Punkt ist eine ausreichende, gesunde Ernährung, da der Körper umso schwächer wird, je weniger Nahrung er zur Verfügung gestellt bekommt. Bei Leberzirrhose auf Grund von Alkoholmissbrauch ist auch ein Mangel an Vitamin B1 wahrscheinlich, der ausgeglichen werden muss. Wenn eine normale Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist kann es medizinisch notwendig werden, dem Körper hochkalorische Trinknahrung zuzuführen.

Wird die Leberzirrhose nicht oder zu spät behandelt, kommt es zu Komplikationen wie Stoffwechselstörungen, Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum, innere Blutungen oder die bereits erwähnte hepatische Enzephalopathie. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Leberversagen oder es entwickelt sich ein Leberkrebs.

Fragen & Vorbeugung gegen Leberzirrhose

Die beste Vorbeugung gegen Leberzirrhose ist eine Lebensweise mit gesunder Ernährung, Bewegung und mentalen Balance.

Der Verzicht auf große Mengen Alkohol und eine Impfung gegen Hepatitis B wirkt vorbeugend. Gegen Hepatitis C kann man sich durch Einhaltung bestimmter Hygienevorschriften schützen (kein direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten). Gegen diese Form der Hepatitis gibt es noch keinen Impfstoff.

Medikamente, welche die Leber belasten, sollen vom Arzt durch andere ersetzt werden.
Bei genetischen Veranlagungen, die eine Leberschädigung verursachen können, ist es wichtig, sich rechtzeitig und umfangreich vom Arzt über Vorsichtsmaßnahmen aufklären zu lassen. So kann die Schädigung der Leber schon im Vorfeld verzögert werden.

Fragen zur Leberzirrhose

Wie viele Menschen betrifft diese Erkrankung?

Man geht davon aus, dass in Deutschland ungefähr eine Million Menschen an Lebezirrhose leiden.

Welche Menschen sind überhaupt gefährdet?

Bei Übergewichtigen ist die Wahrscheinlichkeit zu erkranken größer als bei Normalgewichtigen. Der Anteil der Männer ist doppelt so groß wie der von Frauen, da Männer allgemein eher zu Alkoholmissbrauch neigen. Die größte Gruppe sind Männer zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.

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