Fieberthermometer

Das Fieberthermometer ist ein Instrument, das sich heute in jeder Hausapotheke finden lassen sollte. Es ist bei Anzeichen von Infektionen und allgemeinen Beschwerden sinnvoll einzusetzen, um eine erste Orientierung bezüglich einer möglichen Krankheit zu erhalten.
Dabei gibt es verschiedene Formen des Fieberthermometers sowie verschiedene Möglichkeiten, es zu verwenden.

Was ist ein Fieberthermometer?

Ein Fieberthermometer ist ein Messinstrument zur Erfassung der Körpertemperatur. Per Definition muss es dabei über zwei Eigenschaften verfügen:

  • Festhalten des gemessenen Höchstwertes
  • Messbereich von 35 °C – 42 °C auf 0,1 °C Genauigkeit

Alle Geräte, die diesen Anforderungen nicht genügen, sind, unabhängig von ihrer sonstigen Form, nicht für medizinische Zwecke geeignet.
Die Fähigkeit zum Erfassen der Höchstemperatur dient dabei der Erfassung einer eventuell Schwankung der Körpertemperatur während des Messvorgangs. Auch können dabei eventuelle Unregelmäßigkeiten, die durch das Messen an sich verursacht werden, überbrückt werden.
Vor allem ist der Höchstwert im Zweifel eher für diagnostische Zwecke heranzuziehen als ein eventuell ungenauer Durchschnittswert, der sich während des Messvorgangs ergeben hat.
Die Temperaturskala ist dabei der menschlichen Körpertemperatur angepasst.

Zwischen 36,3 °C und 37,4 °C liegt dabei die normale Körpertemperatur. Bei allen Temperaturen darunter handelt es sich um Untertemperatur (bis 35 °C) und schließlich um Unterkühlung bei noch niedrigeren Temperaturen. Bei einer Körpertemperatur von unter 27 °C spricht von Bradykardie, welche tödlich sein kann.
Bei Temperaturen zwischen 37,5 °C und 38,5 °C spricht man hingegen von leicht erhöhter Temperatur und schließlich von leichtem Fieber. Bis zu einer Temperatur von 39,0 °C handelt es sich um Fieber. Höhere Temperaturen signalisieren ein hohes Fieber – ab 42 °C kommt es zu Kreislaufversagen und ab 44 °C durch Denaturierung der Proteine und Enzyme zum Tod des Erkrankten.
Um die Dringlichkeit des Handels und Art des Fiebers also richtig einschätzen zu können, hat sich das Fieberthermometer bewährt.

Entstehung des Fieberthermometers

Daniel Gabriel Fahrenheit, der um 1700 herum in Danzig und Den Haag wirkte, entwickelte 1714 aus bereits bestehenden Messverfahren durch Ausdehnung von Quecksilber das Quecksilberthermometer. Durch Ausdehnung des giftigen Stoffes, der bei Raumtemperatur flüssig ist, in einer dünnen und skalierten Glaskapillare, konnten somit ungefähre Messergebnisse der Körpertemperatur gewonnen werden.
Dem vorausgegangen waren Experimente mit Thermometern auf Basis alkoholhaltiger Flüssigkeiten. Quecksilber hat sich allerdings als sensibler auf Temperaturschwankungen erwiesen.
Seine entwickelten Fieberthermometer waren zwar anwendbar, aber aufgrund ihrer Länge von circa 60 Zentimetern nur schwierig zu handhaben. Entsprechend fielen Messergebnisse ungenau aus. Dennoch wurden seine Fieberthermometer schnell verbreitet. Dies lag auch daran, dass Fahrenheit noch eine Reihe anderer Messinstrumente fertigte, die bis heute in ihrer Funktion ausschlaggebend für den Menschen sind.
Das grundsätzliche Prinzip der Temperaturmessung durch das Verhalten einer Flüssigkeit oder eines elektrischen Widerstandes in Abhängigkeit zu seiner Umgebungstemperatur wird noch heute verwendet.

Formen, Arten & Typen von Fieberthermometern

Von den ursprünglichen Quecksilberthermometern hat man sich, zumindest in der EU seit 2009 durch einen Verkaufsstopp derselben, abgewandt. Zu groß ist die Gefahr durch zu Bruch gegangener Fieberthermometer dieser Bauart durch das giftige und flüchtige Quecksilber.
Entsprechend hat man ein paar andere Möglichkeiten entwickelt, die Körpertemperatur schneller und genauer zu messen. Nicht nur sind im Verlauf der Entwicklung der Fieberthermometer deshalb auch die Geräte selbst auf eine Durchschnittslänge von circa 15 Zentimetern geschrumpft. Auch gibt es mittlerweile verschiedene Bauweisen, die eine Messung an unterschiedlichen Körperstellen ermöglichen.

Quecksilberthermometer
Unabhängig davon, dass ein Bruch dieser Fieberthermometer erhebliche Vergiftungen durch das Verdampfen von Quecksilber hervorrufen kann, findet es sich noch in vielen Haushalten. Gerade ältere Modelle basieren fast immer auf Quecksilber.
Durch den Anstieg der Temperatur an der Messspitze dehnt sich das flüssige Metall aus und wandert in der Glaskapillare entlang. Eine aufgezeichnete Skala zeigt am Ende die erreichte Temperatur. Ein kleiner Glasdorn in der Kapillare zieht dafür Quecksilber mit sich und verbleibt durch Verhaftung an der Stelle der gemessenen Maximaltemperatur. Man muss das Gerät also am Ende in seine Ausgangslage bringen, indem man es schüttelt.
Gleiche Ergebnisse kann man erzielen, wenn man anstelle des Quecksilber die Legierung Galinstan verwendet. Sie verfügt über die gleichen Eigenschaften wie Quecksilber, ist aber ungiftig. Dazu sieht Galinstan identisch aus.

Digitale Fieberthermometer
Bei digitalen Fieberthermometern wird sich die Eigenheit von elektronisch widerständigen Bauteilen zunutze gemacht, welche temperaturabhängig widerstandsfähiger oder widerstandsärmer werden.
Entsprechend ihrer Wärmeausdehnung kann ein elektrisches Signal also besser oder schlechter durch das Bauteil fließen. Das Gerät kann anhand des gemessenen Widerstandes nach einigen Sekunden schließlich eine Temperatur ermitteln, deren Verkündung meist von einem Piepen seitens Gerätes begleitet wird.
Zur Verwendung dieser Geräte benötigt man entsprechende Batterien. Meist handelt es sich hierbei um kleine Batterien oder Knopfbatterien. Der Vorteil dieser Fieberthermometer liegt auf der Hand:

  • Sie sind ungiftig
  • Sie sind ziemlich genau
  • Sie lassen sich zumeist – dank wasserfester Bauweise – sehr leicht reinigen

Infrarotfieberthermometer

Bei der Messung mittels eines Infrarotsensors, wird das Gerät auf die Kopfregion zwischen Stirn und Trommelfells gerichtet.
Die gemessene Infrarotstrahlung wird von Gerät in eine Temperatur übersetzt. Da dies besonders schnell geht und man den eventuellen Patienten nicht einmal berühren muss, ist dies gerade in Krankenhäusern oder bei Verdacht auf ansteckende Infektionen besonders sinnvoll.
Dabei lassen sich durch das Fehlen der Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen während des Messens und das Ausbleiben einer Reinigung von Messgeräten besonders viele Patienten in sehr kurzer Zeit untersuchen. Bei Verdacht auf eine lokal übergreifende Infektion ist dies wichtig.
Infrarotfieberthermometer sind in ihrer Anschaffung besonders teuer, sind aber leicht zu handhaben. Da sie den Patienten nicht berühren, müssen auch keine weiteren Maßnahmen getroffen werden, was gerade bei Kindern praktisch ist.

Basaltthermometer
Bei einem Basaltthermometer handelt es sich um ein Gerät zum Messen der Basaltemperatur. Dabei handelt es sich um die Ruhetemperatur des Körpers, die man am besten morgens nach dem Aufstehen misst.
Dabei ist die Skala genauer und erreicht Auflösungen von 0,05 °C in einem Bereich von 36 °C bis 38 °C. Die entsprechenden Messergebnisse können Informationen über den Fruchtbarkeitszyklus, eine eventuelle Schwnagerschaft u.ä. verraten. Ein Basalthermometer kann also bei der Familienplanung eingesetzt werden.

Arten des Messens bei Fieberthermometern

Grundsätzlich haben sich, neben dem berührungslosen Messen durch Infrarotmessung, drei Arten des Temperaturmessens etabliert.
Dabei unterscheidet man zwischen oraler Messung (im Mundraum), axillarer Messung (in der Achselhöhle) und rektaler Messung (im After).
Am einfachsten durchzuführen ist hierbei wohl die axillare Messung. Dabei wird das Fieberthermometer unter den Arm geklemmt und der Patient wird aufgefordert, in dieser Ruheposition zu verbleiben, bis das Ergebnis feststeht.
Dabei kommt es allerdings leicht zu Ungenauigkeiten. Schließlich können Schweiß, Haare und eine nicht fest anliegende Messspitze das Ergebnis verfälschen. Die linke Achselhöhle kann aufgrund der näher liegenden Herzaktivität zudem wärmer sein als die rechte.
Die gemessene Temperatur kann hierbei meist als ungenau angesehen werden und stellt nur ein erstes Indiz dar. Sie ist zudem meist niedriger als die tatsächliche Körpertemperatur.

Bei der oralen Messung wird das Fieberthermometer unter die Zunge gelegt und liegt somit auf dem Mundgewebe. Hierbei kann es, je nach Person, zu Komplikationen kommen. So sind Reizungen durch das Objekt im Mundraum und Husten Hindernisse beim Verweilen in einer Stillen Position. Auch haben kalte und warme Speisen oder Getränke einen Einfluss auf die Temperatur im Mundraum.

Die anale Messung stellt deshalb die genauste Art der Temperaturbestimmung dar. Für die anale Messung wird das Thermometer mit seiner Spitze in den After eingeführt. Hierbei muss nur die Messspitze eingeführt werden.
Da sich im After keine Störfaktoren wie temperierte Speisen oder Hustenreize befinden, stellt dies die zuverlässigste Methode dar. Abgesehen davon spiegelt die Aftertemperatur am ehesten die wahre Körpertemperatur wieder.
Die Reinigung kann bei den meisten Modellen dank ihrer Wasserfestigkeit schnell erfolgen. Aus hygienischer Sicht ist die weitere Verwendung von so genutzten Thermometern deshalb nach einer gründlichen Reinigung nicht bedenklich.

Eine weitere Variante, die vor allem in Krankenhäusern Anwendung findet, ist das Messer im Ohr. Hierbei wird meist ein speziell dafür geformtes, digitales Fieberthermometer verwendet. Die Methode ist allerdings ebenfalls störanfällig.

Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen von Fieberthermometern

Der Vorteil von Fieberthermometern liegt auf der Hand. So können zum Beispiel schon Laien im medizinischen Bereich bei Verdacht auf Fieber oder eine Infektion tätig werden und erste Indizien sammeln.
Messergebnisse, die für eine Erhöhte Temperatur und Fieber Sprechen, sollten entsprechend ein Abklären durch einen Arzt nach sich ziehen. Während des Messens zuhause sind allerdings die Ungenauigkeiten zu berücksichtigen. Erfolgt keine rektale Messung, sollten mehrere Messungen durchgeführt werden und die Höchsttemperatur im Zweifel als ausschlaggebend erachtet werden.

Für die Diagnostik ist das Fiebermessen ein Standardverfahren, das viel Auskunft über den Status eines Patienten liefern. So haben bestimmte Krankheiten in ihren Verläufen auch bestimmte Fieberkurven. Das Wirken einer Medikation oder der Verlauf einer Krankheit können somit überwacht werden.
Das regelmäßige Messen der Körpertemperatur ist also für eine exakte Diagnose und Behandlung von Krankheiten wichtig.

Fieberthermometer können also eingesetzt werden, um:

  • daheim bereits eine erste Kontrolle bei Unwohlsein durchzuführen
  • die Körpertemperaturfür eine Diagnose und Behandlung heranzuziehen
  • seine Basalttemperatur im Blick zu haben

Fragen & Antworten zu Fieberthermometern

Wie pflegt man ein Fieberthermometer?

Mindestens sollte die Messspitze nach jeder Verwendung gründlich gereinigt werden. Man sollte hierbei allerdings keine Materialien verwenden, die diese beschädigen können. So kommen Metallwolle und ähnliches nicht infrage. Eine Reinigung mit Wasser und Seife ist möglich.
Viele Modelle sind komplett wasserdicht und können ganz gereinigt werden.

Ab welcher gemessenen Temperatur muss ich zum Arzt?
Auch leicht erhöhte Temperatur ist ein Anzeichen für eine Krankheit. Verschwindet sie schnell wieder von allein, ist vielleicht alles in Ordnung. Tritt sie aber zusammen mit anderen Symptomen oder über einen längeren Zeitraum auf, ist ein Ganz zum Arzt angesagt.

Wie misst man Fieber am besten bei Kindern?
Gerade das orale und axillare Messen gestaltet sich bei Bewegungsdrang als schwierig. Auch das rektale Messen kann auf Widerstand stoßen. Da hierbei aber in der Regel nur ein Messvorgang aufgrund der hohen Genauigkeit vonnöten ist, kann dies auch als Argument verwendet werden.
Kinder können sich wohl am ehesten mit den – im Haushalt aber eher unüblichen – Infrarotmessgeräten anfreunden.

Unser Fazit zum Fieberthermometer

Als praktischer Helfer in jeder Hausapotheke gibt uns das Fieberthermometer bei Beschwerden oder Unsicherheiten schnell Auskunft. Da die Körpertemperatur vital für alle Funktionen des Körpers ist, ist eine Überwachung derselben wichtig.
Im medizinischen Bereicht ist das Messen von Fieber deshalb unumgänglich und stellt gerade bei Infektionen einen wichtigen Indikator dar, der weitere Behandlungsschritte begründen kann.

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