Sonnenschutz

Oft sobald der Frühling kommt, spätestens aber im Frühsommer, haben die meisten sie wieder griffbereit – die klassische Sonnencreme. Neben dieser gibt es allerdings noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten, sich und seine Haut vor einer frühzeitigen Hautalterung und Hautkrebs zu schützen.

Welche Arten von Sonnenschutzmittel gibt es? Wie funktionieren sie? Worin besteht ihr gesundheitlicher Nutzen genau – und gibt es Risiken? Kann Wasser die Haut vor der Sonne schützen und brauche ich im Auto einen Sonnenschutz? Antworten auf diese und mehr Fragen finden Sie im folgenden Artikel.

Was ist ein Sonnenschutz?

Mit dem Begriff Sonnenschutz sind sämtliche Mittel gemeint, mit denen die Haut vor einer Schädigung durch Sonnenstrahlen geschützt werden kann. Meistens versteht man darunter Sonnensprays und -cremes, allerdings gibt es noch andere Arten des Sonnenschutzes.

Beispiele für verschiedene Arten von Sonnenschutz:

  • Sonnenspray, -lotion, -milch und -creme
  • Vermeidung von Aufenthalten in der Sonne zu bestimmten Tageszeiten
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Kleidung mit speziellem UV-Schutz

 

Sonnensprays und –cremes

Bei Sonnensprays, –cremes usw. handelt es sich um pflanzliche, mineralische und/oder chemische Substanzen, die auf die Haut aufgetragen werden und dort die Haut vor einer Schädigung von UV-Strahlen schützen sollen. Diese Art von Sonnenschutz ist wahrscheinlich am weitesten verbreitet. Der folgende Artikel handelt ebenfalls hauptsächlich von dieser Art des Sonnenschutzes.

Vermeidung von Aufenthalten in der Sonne zu bestimmten Tageszeiten

Diese Art von Sonnenschutz ist nahezu immer und überall durchführbar und beruht auf der Tatsache, dass die Sonneneinstrahlung nicht zu jeder Tageszeit gleich aggressiv ist. Um auf diese Weise eine Schädigung durch UV-Strahlen der Sonne zu vermeiden, wird insbesondere in den Mittagsstunden ein direkter Aufenthalt in der Sonne vermieden. Dabei muss man nicht unbedingt im Haus bleiben, sondern kann auch im Schatten eines Baumes oder Sonnenschirms Schutz suchen.

Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lautete, dass eine Person nicht mehr als 50 Sonnenbäder im Jahr nehmen sollte, geschützte natürlich. Dazu zählen ebenfalls lange Spaziergänge in der Sonne.

Nahrungsergänzungsmittel

So unglaublich es auch klingen mag – inzwischen konnte durch Studien belegt werden, dass bestimmte Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel den angeborenen Selbstschutz der Haut erhöhen können. Gemeint sind damit die sogenannten Carotinoide, allen voran das Astaxanthin, das den Selbstschutzfaktor der Haut um bis zu 50 Prozent erhöhen kann. Da dies allerdings mitunter eine Einnahme von konzentrierten Nahrungsergänzungsmitteln mehrere Wochen im Voraus verlangt, ist diese Art des Sonnenschutzes (noch) nicht sehr weit verbreitet.

Neben Astaxanthin können übrigens auch andere Mikronährstoffe wie bestimmte Fettsäuren, Ascorbate (Vitamin C), Tocopherole (Vitamin E) und Flavonoide den angeborenen Selbstschutz der Haut erhöhen. Diese Stoffe kommen in den meisten dunkelgründen, orangefarbenen und roten Obst– und Gemüsesorten vor, außerdem in Ölsaaten und Nüssen sowie Nussölen. Das Vermögen der Tomate, die Haut von innen vor Schädigungen durch UV-Strahlen zu schützen, konnte ebenfalls bereits durch wissenschaftliche Studien belegt werden. Den Untersuchungen zufolge können 55 Gramm Tomatenmark täglich den natürlichen Sonnenschutz der Haut um ein Drittel, also 33 Prozent, erhöhen.

Kleidung mit speziellem UV-Schutz

Im Grunde bietet alle Arten von Textilien einen gewissen Schutz der Haut vor Sonnenstrahlen – im Falle eines herkömmlichen normalen T-Shirts aus Baumwolle währt dieser jedoch nicht besonders lange. Da einige Experten inzwischen davon überzeugt sind, dass Sonnencremes zwar wirksam vor einem Sonnenbrand, nicht aber vor der gesundheitsgefährdenden UV-Strahlung schützen können, wird insbesondere für Kinder immer häufiger das Tragen UV-dichter Kleidung empfohlen.

Diese Kleidung besteht mitunter aus einem Kunststoff, der besonders dicht gewebt und aus diesem Grund für UV-Strahlen nahezu undurchdringbar ist. Nichtdestotrotz sind die verwendeten Materialien dünn, elastisch und schnelltrocknend, was besonders nach einem Aufenthalt im Wasser eine Rolle spielt.

Kleidung mit UV-Schutz kann allerdings auch mit UV-abweisendem Materialien behandelt werden. In diesem Fall wird z.B. in den verwendeten Kunststofffaden UV-abweisendes Titanoxid eingeschmolzen, sodass dieser nicht ausgewaschen werden kann.

Beim Kauf solcher Kleidung ist jedoch Vorsicht geboten – die Bezeichnung „UV-Schutz“, mit der insbesondere häufig für Billigprodukte geworben wird, sagt letzten Endes nichts aus. Selbst ein einfaches Baumwollshirt bietet zumindest für kurze Zeit einen gewissen UV-Schutz.

Aus diesem Grund sollte man bei dieser Art von Produkt auf die Angabe offizieller UV-Standards achten – liegt beispielweise ein „UPF 40“ vor, kann die jeweilige Person sich 40-mal so lange in der Sonne aufhalten wie es ungeschützt der Fall wäre. Besonders empfehlenswert ist das Prüfsiegel „UV-Standard 801“. Dieses erhalten nur Kleidungsstücke, bei deren Prüfung der tägliche Gebrauch, z.B. in Form von Waschen und Dehnen, simuliert worden ist und die dennoch noch einen ausreichenden UV-Schutz über Stunden hinweg garantieren konnten.


 

Formen, Arten & Typen

Substanzen, die man zum Schutz der Haut auf diese aufträgt, gibt es in vielen Variationen und Preisklassen. Angefangen bei relativ billigen Produkten im Drogeriemarkt gibt es auch spezielle Präparate, z.B. für Allergiker, in der Apotheke zu kaufen. Hergestellt werden diese nicht mehr nur von Pharmaunternehmen, sondern nahezu allen bekannten Kosmetikfirmen und Produzenten von Naturkosmetik.

All diese Substanzen lassen sich in drei Gruppen einteilen:

  • Pflanzliche Sonnenschutzmittel
  • Natürliche Sonnenschutzmittel
  • Pharmazeutischer Sonnenschutzmittel

Herkömmliche Sonnenschutzmittel gibt es als Creme, Spray, Lotion und Milch – sie sollen die Haut von außen schützen. Es gibt sie mit verschiedenen Lichtschutzfaktoren, wobei besonders die Produkte mit einem Lichtschutzfaktor von über 50 (LSF 50+) die Haut so effektiv abschirmen, dass es der Haut auch nicht mehr möglich ist, in Zusammenarbeit mit der Sonneneinstrahlung das wichtige Vitamin D zu bilden.

Besonders für Personen, deren Haut nicht extrem sonnenempfindlich ist und die kein stundenlanges Sonnenbad im Sinn haben, können natürliche Sonnenschutzmittel im niedrigen Lichtschutzfaktorbereich eine Alternative zu den gängigen pharmazeutischen Sonnenschutzmitteln darstellen. Gemeint sind damit naturbelassene Öle, welche die Haut nicht nur mit wertvollen Fettsäuren und Vitamin E versorgen und somit deren Alterungsprozess verzögern, sondern zudem über einen natürlichen UV-Filter verfügen.

Beispiele für solche Öle sind z.B.:

  • Sesamöl (Schutz vor bis zu 30 Prozent der UV-Strahlung)
  • Kokosöl (Schutz vor bis zu 20 Prozent der UV-Strahlung)
  • Erdnussöl (Schutz vor bis zu 20 Prozent der UV-Strahlung)
  • Olivenöl (Schutz vor bis zu 20 Prozent der UV-Strahlung)

 


 

Aufbau, Funktion & Wirkungsweise

Sowohl herkömmliche Sonnencremes als auch Sonnensprays funktionieren auf zweierlei Art und Weise.

Der physikalische Effekt

Beim physikalischen Effekt handelt es sich um einen anorganischen, physikalischen Filter, der seine Wirkung schon auf der Hautoberfläche entfaltet. Durch diesen wird das UV-Licht wie durch unzählige kleine Spiegel reflektiert. Diese „Spiegel“ bestehen aus Metalloxiden wie beispielweise Titandioxid oder Zinkoxid. Sie haben eine weiße Farbe und kommen besonders häufig in Sonnencremes für Kinder zum Einsatz.

Der chemische Effekt

Beim chemischen Effekt von herkömmlichen Sonnenschutzmitteln handelt es sich um anorganische, chemische Filter, welche in die Haut eindringen und mit dieser gemeinsam einen Schutzfilm bilden. Infolgedessen werden ursprünglich gefährliche UV-Strahlen wie durch einen dichten Vorhang in Wärmeenergie in Form von Infrarotlicht bzw. Wärme umgewandelt. Diese anorganischen Filter bestehen aus künstlichen Stoffen, die allerdings mit natürlichen Stoffen verwandt sind.

Der chemische Filter muss nach dem Eincremen zunächst einige Zeit lang einwirken, damit die Inhaltsstoffe in die Haut gelangen und dort ihre volle Wirkung entfalten können.


 

Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Der medizinische und gesundheitliche Nutzen von Sonnenschutzmitteln liegt insbesondere in der Reduzierung des Hautkrebsrisikos. Diese Art von Krebs wird nämlich von Experten in den meisten Fällen mit Sonnenbränden, häufig bereits im Kindesalter, in Verbindung gebracht.

Beim Hautkrebs wird zwischen zwei verschiedenen Krebsarten unterschieden, dem weißen Hautkrebs, der meistens nicht sehr gefährlich ist, und dem lebensbedrohlichen schwarzen Hautkrebs, den Melanomen. Sonnenschutzmittel wie Sonnencremes scheinen jedoch nur vor dem weißen Hautkrebs zu schützen, weswegen man immer auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten und die Sonne besonders zur Mittagszeit am besten meiden sollte.

Risiken & Nebenwirkungen

Toxikologen warnen immer wieder vor dem ausgedehnten Gebrauch herkömmlicher Sonnenschutzmittel, da diese häufig nicht nur Defizite beim Schutz vor gesundheitsschädigenden UVA-Strahlen aufweisen, sondern zudem krebserregende und/oder zellverändernde Inhaltsstoffe enthalten sollen. Zu diesen zählen angeblich:

  • Zinkoxid
  • Titandioxid
  • Oxybenzon (auch: Benzophenone-3)
  • Retinylpalmitat

Die Studienergebnisse, die zu diesen Schlussfolgerungen geführt haben, sind umstritten, da dabei z.B. mit Nanopartikeln gearbeitet wurde, die wesentlich kleiner sind als die, welche in Sonnencremes gewöhnlich zur Anwendung kommen.

Nichtsdestotrotz bleibt in jedem Fall stets ein Risikofaktor bei der ausgiebigen Anwendung von Sonnenschutzmitteln bestehen – der Mangel an Vitamin D.

Durch das Sonnenlicht wird unter normalen Umständen die Produktion von lebenswichtigem Vitamin D und dem Glückshormon Serotonin angeregt. Deswegen schadet sowohl die konsequente Vermeidung der Sonne als auch die übermäßige Anwendung von Sonnenschutzmitteln.

Ein Mangel an Vitamin D wird nicht nur mit 16 verschiedenen Krebsarten, sondern auch mit Bluthochdruck, Demenz, Autoimmunkrankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Um Ihren täglichen Bedarf an Vitamin D zu decken genügen allerdings bereits 10 bis 15 Minuten direkte Sonneneinstrahlung auf nackter Haut, ohne Sonnencreme. Auf diese Weise tragen sie auch keinen Sonnenbrand davon.


 

Fragen & Antworten zum Sonnenschutz

 

Bietet Wasser einen guten Sonnenschutz?

Nein – genau das Gegenteil ist der Fall! Insbesondere im seichten Wasser bzw. an der Wasseroberfläche kann die Wirkung der Sonnenstrahlen durch die Reflektion noch um ein Vielfaches verstärkt werden. Selbst einen Meter unter der Wasseroberfläche verringert sich die Stärke der sogenannte UV-B-Strahlung nur um die Hälfte, die der A-Strahlung sogar nur um ein Viertel! Aus diesem Grund muss beim Schwimmen im Sommer unbedingt auf einen ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden. Hierzu eignen sich sowohl wasserfeste Sonnenschutzmittel, beispielweise in Form von Cremes, als auch spezielle Kleidung mit UV-Schutz.

Ist Vorbräunen im Solarium ein guter Sonnenschutz?

Das Hautpigment Melanin, das für die Bräune sorgt, schützt die Haut tatsächlich ein wenig. Allerdings muss die UV-Strahlung hierfür dennoch zunächst in die Haut eindringen. Zudem ist einer der Hauptgründe, wieso man in der Regel einen Sonnenbrand vermeiden will, neben den Schmerzen und der frühzeitigen Haustalterung auch die Vermeidung erhöhter Gesundheitsrisiken, wie z.B. Hautkrebs. Und genau dieses Risiko steigt bei regelmäßigen Besuchen im Solarium sogar an.

Brauche ich im Auto einen Sonnenschutz?

Selbst geschlossene Autofenster stellen tatsächlich keinen hundertprozentigen Schutz vor Sonneneinstrahlung dar, da die UV-Strahlung nur von der Windschutzscheibe nahezu vollständig absorbiert wird. Anders sieht es bei den Seitenscheiben aus, durch die noch ein Teil der Strahlen ins Auto gelangen und mitunter sogar für eine leichte Bräune sorgen können. Bei offenen Fenstern kann bei entsprechendem Stand der Sonne jedoch ein Sonnenschutz notwendig werden, um insbesondere die Haut des Armes, der lässig aus dem Auto schaut, vor einem Sonnenbrand zu schützen.


 

Unser Fazit zum Sonnenschutz

Ein korrekter Sonnenschutz der Haut ist im Sommer in jedem Fall unverzichtbar. Wir empfehlen jedoch, die verschiedenen Arten des Sonnenschutzes zu kombinieren und beispielweise zur Mittagszeit die Sonne besser zu meiden und ein schattiges Plätzchen aufzusuchen. Auch auf den Einsatz von herkömmlichen Sonnenschutzmitteln sollte nicht verzichtet werden, wobei bei Bedarf auf Produkte mit den oben genannten, fragwürdigen Inhaltsstoffen verzichtet werden sollte.

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