Olivenöl

Olivenöl wird in der Regel aus kaltgepressten Ölbaumfrüchten gewonnen. Besonders in der Mittelmeerregion sind diese wertvollen Speiseöle unverzichtbare Grundlagen für gesunde Ernährung. Nicht nur zum Verzehr geeignet, reiht es sich vorzüglich in den medizinischen Bereich ein, wobei die Verwendung als Pflegeprodukt ebenfalls erwähnenswert ist. In den südlichen Ländern unterstützt es die Brennstoffversorgung, indem es als Lampenöl eingesetzt wird. Die Produktion und Herstellung findet ausschließlich in diesen Gebieten statt, da hier beste Voraussetzungen für das Wachstum bestehen.

Das sollten Sie über Olivenöl wissen

Schon 6000 vor Christus arbeiteten Archäologen mit Olivenöl. Sie nutzten es vorwiegend für die Beleuchtung, indem sie es als Lampenöl einsetzten. Bevorzugt werden die Auszüge aus den Oliven jedoch zum Kochen und für viele Speisenzubereitungen verwendet. Intensiv im Mittelmeergebiet vertreten, stammen zudem die Rezepturen aus dem Süden.

Olivenhaine besitzen ein beträchtliches Alter. Oft sogar Jahrtausende, in welchen durch die Kultivierung unzählige Sorten entstanden und noch heute vertreten sind. Die Staaten um das Mittelmeer, wie Griechenland, Spanien, Italien und die Türkei, gehören zu den größten Ölproduzenten. Der Olivenöl-Export ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Spanien mit 2,8 Millionen Tonnen dieses wertvollen Speiseöles, das etwa ein Drittel ausmacht. Italien jedoch ist mit seiner Ausfuhr an der Weltspitze vertreten. Allerdings funktioniert die florierende Wirtschaftlichkeit nur dadurch, dass zur eigenen Erzeugung noch weitere Olivenöle aus anderen Länder hinzugekauft werden.

Die gute Qualität eines Olivenöls hängt wesentlich davon ab, welcher Boden als Grundlage dient. Die Niederschläge und auch der exakte Zeitpunkt der Olivenernte sowie die Verarbeitung sind wichtige Voraussetzungen für beste Auslese. Bei der Ernte sollte möglichst keine Sauerstoffzufuhr erfolgen, wie keinerlei Fermentation.

Dabei ist der Reifezustand der Oliven bei der Ernte ausschlaggebend dafür, welche Güteklasse das Endprodukt hat. Hier ist der Erntezeitpunkt mit einscheidend. Die Farbe der Oliven ist zudem ein wichtiger Anhaltspunkt: Von Grün bis Gelb und Braun wechselt diese zum Schluss in die Vollreife, die vollkommen Schwarz ausfällt. Der Zeitpunkt der Ernte hängt zudem von der Witterung ab und der wunschgemäßen Reife. Von Ende Oktober bis maximal Jahresende kommen die Oliven in den Verarbeitungsprozess, wo nachfolgend aus der Pressung das Olivenöl gewonnen wird. Nach einer Richtlinie (EU-Verordnung 61/2011) ist das Endprodukt in acht Kategorien verteilt.

Hiervon sind allerdings nur drei Qualitätsstufen für den Normalverbraucher relevant: 1 = Natives Olivenöl Extra (Extravergine, das hochwertigste dieser Sorten, das durch Handarbeit auserlesen wurde), 2 = Natives Olivenöl (ohne jegliche Zusatzbezeichnung), 5 = schlichtes Olivenöl. Farblich ist die Extraklasse erkennbar an der gelben Farbe und geschmacklich von fruchtig bis sanft bitter. Es kratzt im Hals beim Schlucken durch Oleocanthal. Ein Stoff, der als entzündungshemmend und nicht oxidierend gilt und damit einen gesundheitlichen Nutzen bringt.

Bedeutung für die Gesundheit

Olivenöle sind in vielerlei Hinsicht ein wertvoller Beitrag für die Gesundheit. Vorbeugend und sogar heilend sorgen die Inhaltsstoffe für eine gute Rundumversorgung mit zahlreichen Nährstoffen. Verhindern kann man damit Arteriosklerose, koronare Herzkrankheiten, Krebs und Depressionen. Aber auch Diabetes (Zuckerkrankheit) kann mit der Verabreichung von hochwertigem Olivenöl vorgebeugt werden.

Das metabolische Syndrom – ein Resultat aus Fettleibigkeit und Bewegungsarmut, das schlussendlich zu einer Insulinresistenz führt – kann mit einem hohen Olivenölkonsum verhindert werden. Verbunden mit der gesunden Ernährung aus den südlichen Ländern, die aus viel frischem Gemüse und Obst, Fisch und Kräutern besteht, hilft der reichliche Verzehr wertvollen Olivenöls, zahlreiche, durch schlechte Ernährungsgewohnheiten verursachende Krankheiten zu verhindern und diese zu lindern.

Besonders der Cholesterinhaushalt des menschlichen Körpers profitiert von der Zuführung hochwertiger Olivenöle, hier vorrangig der Stufe 1 = Natives Ollivenöl Extra. Die Senkung schädlicher ldl-Cholesterine und demgegenüber wesentlichen Steigerung positiver hdl-Cholesterine, sogenannter Lipoproteine, führt zu einer Entspannung der Venen. Die Leber, als das zugeführte Organ, verarbeitet die überschüssigen und damit schädlichen Cholesterinmengen. Die Gefäßwände reagieren mit einer höheren Elastizität.

Verbessert wird somit die Durchblutung, was dem gesamten Herz-Kreislauf-System zugute kommt. Hohe Blutdruckwerte normalisieren sich mit der regelmäßigen Verwendung von Olivenöl. Beim Punktesystem bei Blutanalysen gilt ab dem Grenzwert 4 ein erhöhtes Risiko. Aderverkalkungen (Arteriosklerose) sind die Folgen.

Olivenöl ist aufgrund der leicht abführenden Wirkung bei Darmverstopfung hilfreich. Morgens einen Teelöffel eingenommen, steigert es die Darmaktivität. Bei Hämorrhoiden (Krampfadern am Darmausgang) kann die morgendliche Verabreichung ebenfalls wertvoll sein. Die Haut wird weicher und schmerzhaftes Brennen gelindert.

Zudem ist der Kosmetikbereich ein bevorzugtes Einsatzgebiet. Trockene Hautstellen werden durch mehrmaliges Einmassieren mit Olivenöl normalisiert. Zur Pflege des ganzen Körpers ist die Zugabe bei Bädern wohltuend und eine preiswerte Rundumversorgung ohne jegliche Konservierungs-, Farb- und Parfümstoffe.

Auch bei aufkommenden Entzündungserscheinungen, wie Rötungen, Brennen, Jucken und Spannen verschiedener Hautstellen, hilft Olivenöl auf und in der Haut. Der Ausbreitung wird vorgebeugt. Deshalb nutzt man dieses Öl alternativ auch als Sonnenschutzmittel.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 884 Fettgehalt 100 g
Cholesterin 0 mg Natrium 2 mg
Kalium 1 mg Kohlenhydrate 0 g
Eiweiß 0 g Vitamin C 0 mg

Nachfolgende Werte beruhen auf 100 Milliliter oder 100 Gramm:Nährwerte und Mineralstoffe:

Vitamine:

Spurenelemente:

Diese Durchschnittswerte sind im allgemeinen denen anderer Speiseöle gleichgestellt. Gerade bei Kohlenhydraten ergibt sich ein Nullwert, auch die Proteinmenge ist gering. Leider stellt sich in Auswertungen heraus, dass die Omega-3-Fettsäuren-Gehalt nicht relevant und daher in dieser Richtung keine positive Wirkung auf die Gesundheit zu erwarten ist. Die gesundheitlichen Werte kommen aus noch unerforschter Quelle.

71 Prozent einfach, 9,3 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren und ein Niedrigwert von 14 Prozent an gesättigten Fettsäuren zeigen, dass die negativen ldl-Cholesterine sinken und damit ein ausgeglichenes Verhältnis von hdl zu ldl entstehen kann. Vitamine A, D, E und K basieren auf umwandlungsfreundlichen Fettsäuren, die im Olivenöl reichlich vorhanden sind. Es finden sich keine Aminosäuren.

Unverträglichkeiten und Allergien

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann allergisch bedingt. Bei Olivenöl ist es zwar selten der Fall, und wenn doch, sind es oftmals Proteine, die bei äußerlichem oder inwendigem Gebrauch als Auslöser infrage kommen. Auf der Hautoberfläche als Rötungen mit Blasenbildung erkennbar, führen sie teilweise zu Ekzemen. Weitere Symptome äußern sich in Bauch– und Magenschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Erbrechen bis hin zu Durchfall.

Eine Pollenallergie kann ein Hinweis darauf sein, dass auch Olivenöl nicht vertragen wird. Nies- und Schnupfenattacken gehören mit zu diesem Erscheinungsbild. Manchmal sind es die Mischungen mit anderen Lebensmitteln, die eine Unverträglichkeit heraufbeschwören, die sich in trockenen Schleimhäuten und rissigen Lippen zeigen. Die Haut ist ein bevorzugter Angriffspunkt, so dass sich Irritationen aller Art mit einbeziehen können.

Einkaufs- und Küchentipps

Beste Lagermöglichkeit wird bei Olivenölen hoher Qualität garantiert. Extra oder Extravergine können bis zu zwei Jahren aufbewahrt werden. Dabei sollte auf die verschlossene Dunkellagerung mit kühlerer Temperatur um 10 bis 15 Grad geachtet werden. Schlechtes und damit ungenießbares Öl äußert sich in ranzigem Geruch und Geschmack.

Eintreten kann dies durch UV-Bestrahlung und damit verbundener Hitzeinwirkung. Auch Sauerstoff sollte nicht eindringen, um die geschmackliche und gesundheitsfördernde Qualität zu erhalten. Allerdings ist es im Kühlschrank zu kalt, weshalb des Öl die Farbe verändert und eindickt.

Olivenöl in Bioqualität bietet sich hier an, da es geprüft in den Handel kommt. Ein Geschmackstest ist zur Vorsicht ratsam, um hochwertige Olivenölpressungen für Vorspeisen, Salate und Speisenzubereitungen zu bekommen.

Zubereitungstipps

Bekannt ist es für die Zubereitung von Antipastis wie eingelegter Paprika. Desweiteren eignet es sich bei Niedrigtemperatur zum Kochen wie Braten von vielerlei Gemüsen, Fleisch– und Fischgerichten. Die 180-Grad-Marke sollte allerdings nicht überschritten werden. Vorzüglich gelingen Dressings und Dips durch die herausragende mediterrane Note, die sich in Verbindung mit Knoblauch und Gewürzen wie Oregano, Thymian und Chili perfektioniert.

Besonders kreative Küchenfreaks mischen Olivenöl mit Distelöl, um den Geschmack etwas zu neutralisieren. Gerade bei Pestovarianten mit Petersilie, Basilikum oder Bärlauch sollte der an sich schon hochgradige Geruch dieser Kräuter hervorgehoben werden. Von daher ist eine Mischung ideal.

Häufige Fragen und Antworten

Frage: Ist Olivenöl lange haltbar?
Antwort: Bei guter Qualität kann man es bis zu 24 Monate lagern.

Frage: Kann Olivenöl auch im Kühlschrank aufbewahrt werden?
Antwort: Es kann dort gelagert werden, aber es dickt etwas ein und wird trüber.

Frage: Welche Qualität ist zu bevorzugen, wenn ich besonders gutes Öl wünsche?
Antwort: Die Qualitätsstufe 1.

Unser Fazit

Olivenöl der höchsten Qualitätsstufe 1 ist zu bevorzugen. Es sollte dunkel und luftdicht verschlossen bei ca. 10 bis 15 Grad aufbewahrt werden. Die Einsatzgebiete erstrecken sich von der Speisenzubereitung wie Kochen, Braten und besonders für Kaltgerichte wie Dressings und Salate bis hin zum gesundheitlichen Bereich. Hier wirkt es entzündungshemmend. Es eignet sich zum Vorbeugen als Sonnenschutzmittel.

Trockene Haut wirk geschmeidig, weshalb es bei Bäderanwendungen guten Nutzen bringt. Innerlich verabreicht, führt Olivenöl leicht ab und kann dadurch die Darmtätigkeit wieder normalisieren. Es verhindert Gefäßverkalkungen und schenkt den Adern mehr Elastizit. Gut für Herz und Kreislauf.

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