Hautkrebs

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Hautkrebs

Symptome

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Behandlung


Weiterführende Informationen:

Zahl der Hautkrebs-Patienten steigend

Bösartige Gewebeneubildungen beziehungsweise Tumore (epitheliale und mesenchymale), dazu bösartige Hämoblastosen (Leukämie) vereinen sich in der medizinischen Bezeichnung Krebs. Es gibt wohl kaum eine Stelle im/am Körper, welche nicht von dieser Erkrankung betroffen sein kann. Hautkrebs gehört zu den häufigsten Arten, in Deutschland waren im Jahr 2012 rund 263.870 Betroffene neu zu verzeichnen. Das größte Organ des menschlichen Körpers ist die Haut. Sie erfüllt die verschiedensten Funktionen wie Schutz vor Außeneinwirkungen, Wärmespeicherung, Temperaturregulierung sowie die Ausscheidung von schädlichen Substanzen.

Die am häufigsten vorkommenden Hautkrebsarten sind

  • Der weiße Hautkrebs – hierzu gehören das Basalzellkarzinom (Basliom) sowie das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom oder auch Stachelzellkarzinom); er betrifft in der Hauptsache Körperstellen, welche häufiger UV-Strahlungen ausgesetzt sind (Nase, Ohren, Nacken, Kopfhaut). Ersterer bildet nur sehr selten Metastasen, bei Letzterem kann es ab einer bestimmten Größe zu Tochtergeschwülsten kommen;
  • Der schwarze Hautkrebs – er gilt als der gefährlichste Hauttumor; frühzeitige und häufe Metastasen-Bildung insbesondere in Lymphknoten und anderen Organen; taucht unabhängig von UV-Einflüssen an sämtlichen Körperstellen auf; Neuentwicklung aus Leberflecken oder auch allein; kommt ebenfalls an Schleimhäuten vor (z.B. in der Nase).

So wie zahlreiche andere Krebserkrankungen taucht auch der Hautkrebs immer häufiger auf. Beispielsweise beim schwarzen Hautkrebs (malignen Melanom) hat sich die Zahl der Betroffenen seit den 1980er-Jahren um das Dreifache erhöht. Die Altersklasse zwischen 45 und 50 Jahre weist die meisten Fälle auf. Der Zeitpunkt einer ersten Diagnose liegt in einem durchschnittlichen Alter von 58 Jahren bei Frauen, von 64 Jahren bei Männern. In Australien gibt es besonders viele Neuerkrankungen. So sind von 100.000 Einwohnern 50 bis 60 neue Patienten im Jahr mit Hautkrebs zu verzeichnen. In Mitteleuropa liegt die Zahl bei 10 bis 12 Fällen pro Jahr/100.000 Einwohner. Während bei Frauen maligne Melanome sehr oft an den Beinen (meist betroffene Stelle) sowie am Rumpf auftreten, ist es bei Männern genau umgekehrt. Als weiterhin sehr häufig befallene Körperbereiche gelten Kopf, Hals und Arme, wobei es keinerlei geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt.

Hautkrebs erscheint in vielen Facetten

Heller / Weier Hautkrebs in medikamentser BehandlungDie Symptome beziehungsweise Erscheinungsbilder von Hautkrebs sind überaus vielfältig. Je nach Stadium und Art unterscheiden sich diese mehr oder weniger voneinander. Eine der weißen Formen beispielsweise stellt sich zunächst als eine rötlich-gelbe Verhärtung dar, an deren Außenseiten entzündliche Rötungen dazu kommen können. Im weiteren Verlauf wechselt die Farbe auf Weißlich, die verhornte Stelle verdickt und verbreitet sich. Hernach tauchen warzenförmige, sehr raue Hautwucherungen auf, welche bei einer Ablösung bluten. Ein anderer weißer Hautkrebs kommt im Anfangsstudium als kleine Knoten zum Vorschein. Sie sind weißlich-grau und oftmals durch ihren perlmuttartigen Glanz auffällig. Nicht immer kommen zudem winzige Blutgefäße auf der Oberfläche dazu. Mit der Zeit tritt ein Einsinken des Knötchens ein, dies kann innerhalb Monaten oder auch Jahren geschehen. Auf dem Muldenrand bildet sich dazu ein kleiner Wall, ebenfalls mit kleinen Blutgefäßen. Hernach wächst dieser Hautkrebs ins Innere weiter. Die beiden vorbezeichneten weißen Arten kommen an zahlreichen Körperstellen vor, jedoch nicht an den Fußsohlen, Handflächen sowie der Mund- und Genitalschleimhaut.

Auch ein schwarzer Hautkrebs gibt sich durch sehr unterschiedliche Bilder und Symptome zu erkennen. Sehr oft sieht er aus wie ein – häufig vorkommendes -Muttermal oder ein Leberfleck. Die meist auftretende Form ist das sogenannte superfiziell spreitende Melanom (SSM), es ist in vielen Fällen auf der Brust, den Extremitäten sowie dem Rücken zu finden. Dessen Entwicklung kann sich über einen Zeitraum von einem bis vier Jahren erstrecken. Dieser schwarze Hautkrebs erscheint in verschiedenen Farben, so zum Beispiel in Braun, Grau, Rosa und Blauschwarz. Eine Seltenheit stellen weißliche Töne dar. Das eher flache, manchmal knotige, Melanom erscheint in scharfer Begrenzung zur umliegenden Haut. Als ein schwarzer Hautkrebs, welcher sich als aggressivster von allen darstellt, gilt das noduläre Melanom. Ebenso wie das zuvor Beschriebene tritt es vermehrt im Brust-, Rücken- und Extremitäten-Bereich auf. Im Unterschied zu dem superfiziellen spreitenden Melanom erfolgt dessen Entwicklung in einer kurzen Zeitspanne von einigen Monaten. Dieser blau bis dunkelbraune Tumor blutet häufig, er ragt als knotige Erhebung hervor. Aufgrund seines extremen Tiefenwachstums besitzt dieser schwarze Hautkrebs die schlechtesten Heilungsprognosen.

Hauptverursacher: UV-Strahlen

Die hauptsächliche Ursache für Hautkrebs sind unbestritten UV-Strahlen. Dabei spielt es keinerlei Rolle, ob man sich diesen im Freien oder in einem Solarium aussetzt. Bei Menschen, welche an einem oder mehreren Sonnenbränden litten, steigt das Erkrankungsrisiko um ein Weiteres. Heutzutage verbringt eine Vielzahl an Menschen ihren Urlaub in sonnenreichen Gegenden. Reisen können sich mittlerweile nahezu alle Bevölkerungsschichten leisten. Auch Solarien werden regelmäßig aufgesucht, allein in Deutschland von ca. 3,5 Millionen Personen.

Aufgrund der Tatsache, dass Kinder und Jugendliche einen besonders umfangreichen Schutz vor UV-Strahlen benötigen, ist für diese der Besuch von Solarien verboten. Trotzdem nutzen sie jährlich etwa 167.000 Minderjährige. Die stetig weiter ansteigenden Zahlen der an Hautkrebs betroffenen Menschen sind äußerst alarmierend. Hinzu kommt, dass diese immer jünger werden. Während man in der Forschung nahezu sicher ist, dass weißer Hautkrebs in der Mehrheit durch UV-Strahlen entsteht, stellt sich dies bei der schwarzen Form anders dar. Mehrere Risikofaktoren sind zwar bekannt, in Bezug auf die Entstehung sind jedoch noch sehr viele Fragen offen.

Einer höheren Gefährdung an Hautkrebs zu erkranken, sind Menschen mit einem hellen Hauttyp ausgesetzt. Eine dunklere Haut produziert weit mehr Melanin, welches für einen besseren Eigenschutz sorgt. Auch wenn ein Sonnenbrand nur von vorübergehender Dauer ist, kann dieser langfristige Schäden verursachen. Schwarzer Hautkrebs taucht häufig irgendwann im Leben eines Menschen auf, hatte dieser bereits im Kindheitsalter eine durch UV-Strahlen verursachte Verbrennung. Bei der weißen Variante kann allein ein langjähriger und häufiger Kontakt die Erkrankung verursachen.

Dies gilt beispielsweise für den sogenannten Basalzellkrebs, vermehrt bei hellhäutigen Hauttypen vorkommend. Für diese Form des Hautkrebses sind auch Menschen mit chronischen Erkrankungen (beispielsweise Neurodermitis oder Schuppenflechte), welche durch eine Bestrahlungstherapie behandelt wurden, einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Ebenso ein regelmäßiger Umgang mit Arsen sowie chronische Wunden können zu einer Entstehung von Hautkrebs beitragen. Es wird auch vermutet, dass die erbliche Veranlagung eine Rolle spielt. Dies begründet sich auf häufiger auftauchende Fälle in Familien, die bereits eine derartige Krankheit aufzuweisen hatten.

Chemotherapie kommt eher selten zum Einsatz

So wie es auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Hautkrebsarten gibt, finden sich auch verschiedene mögliche Formen einer Behandlung. Diese stellen sich wie folgt dar:

  • Basalzellkarzinome (weißer Hautkrebs) – Möglichkeit der Vereisung oder operativen Entfernung; Cremes wie beispielsweise Solaraze (Wirkstoff: Diclofenac); photodynamische Therapie;
  • Plattenepithelkarzinome (weißer Hautkrebs) – wie vor;
  • Malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) – eine frühzeitige operative Exzision ist erforderlich; bei einer Eindringtiefe des Melanoms in die Haut von weniger als einem Millimeter wird in jedem Fall eine Nachoperation mit einem Zentimeter Sicherheitsabstand, bei mehr als zwei Millimeter mit zwei Zentimeter vorgenommen.

Gleich, an welcher Hautkrebsart ein Patient erkrankt ist, muss eine umfangreiche Untersuchung auf Metastasen vorgenommen werden. Diese treten häufig im regionären Lymphknoten-Bereich, beispielsweise Achselhöhlen, Hals oder Leisten, auf. Hierzu kann eine feingewebliche Untersuchung eines bestimmten Lymphknotens erfolgen, welcher bei einer kleinen Operation unter Lokalanästhesie entnommen werden kann. Je nach Ergebnis, das heißt, ob Tumorzellen aufgefunden wurden oder nicht, kommt eine weitergehende Lymphknoten-Operation in Frage.

Sind noch keine Tumorabsiedlungen zu erkennen (es besteht die Möglichkeit eines nicht sichtbaren) Vorhandenseins, kommt in manchen Fällen eine vorsorgliche adjuvante Therapie in Betracht. Chemotherapie konnte sich in diesem Bereich nicht bewähren, dafür körpereigene Abwehrhormone (Interferon alpha). Diese werden zumeist drei Mal in der Woche unter die Haut gespritzt.

Als Nebenwirkungen können grippeähnliche Symptome und Fieber auftreten, jedoch tritt eine Körpergewöhnung spätestens innerhalb drei bis vier Wochen ein. Chemotherapie wird bei Hautkrebs eingesetzt, wenn sich die Melanome durch eine Operation nicht mehr entfernen lassen. Diese Art der Behandlung wird in unterschiedlichen Stufen durchgeführt. Zunächst werden das Wachstum und die Rückbildung der Tumore durch DTIC oder Temozolomid angestrebt. Stellt sich das als nicht erfolgreich heraus, kommen Medikamente mit anderen Wirkstoffen zur Anwendung. Diese können beispielsweise Paclitaxel oder Carboplatin sein. Zahlreiche klinische Studien über den Einsatz von neuen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten werden laufend durchgeführt. Sollte eine Teilnahme für Patienten in Frage kommen, stellt diese eine zusätzliche Chance zur Bekämpfung von Hautkrebs dar.

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