Holi – Fest der Farben und des Feinstaubs

Feinstaubgefahr beim Holi-Fest

Das ursprünglich aus Indien stammende Frühlingsfest Holi wird seit geraumer Zeit auch in Europa praktiziert. Das traditionelle Fest mit hinduistischen Wurzeln zeichnet sich durch gefärbtes Pulver und gut gelaunte Teilnehmer aus. Doch das Fest birgt nicht nur Spaß. Das beim Fest verstreute Pulver verursacht nicht nur Feinstaubgefahr, sondern ebenfalls gesundheitliche Folgen für zahlreiche Teilnehmer.

Erfolgreich in Europa

Das Holi-Fest ist ein traditionelles indisches Frühlingsfest. Seit dem Jahr 2012 wird es auch in weiten Teilen Europas ALS kommerzielle Open-Air-Veranstaltung abgehalten. Vor allem junge Erwachsene und Jugendliche nehmen gerne an dem farbenprächtigen Fest teil. Zahlreiche Städte in Deutschland veranstalten das Fest mit tausenden Teilnehmern.

Typisch für das europäische Holi-Fest sind laute Techno-Musik, tanzende Besucher sowie die Pulversäckchen, welche die Teilnehmer verstreuen. Stündlich wird das Farbpulver in die Luft geworfen und verschönert hierbei die Umgebung wie die Teilnehmer. Generell geht vom Fest keine Gefahr aus. Dennoch birgt das verstreute Farbpulver ein nicht zu unterschätzendes Risiko für sämtliche Teilnehmer, welche viele Besuchern nicht bewusst ist.

Farbpulver beim Holi-Fest

Das Holi-Fest zeichnet sich durch das Verbreiten von Farbpulver in zahlreichen Farben aus. Das Farbpulver, auch Gulal-Pulver, Holi-Farben oder Mikro-Konfetti genannt, wird teilweise im Umfang mehrerer Tonnen bei einer einigen Veranstaltung verwendet. Das Pulver bleibt hierbei sowohl an der Umgebung wie an den Teilnehmern haften, sodass das Fest äußerst farbenfroh ausfällt.

Das Farbpulver des Holi-Festivals besteht hauptsächlich aus einer Trägersubstanz. An dieser haften die unterschiedlichen Farbpigmente wiederum an. Dies geschieht in vielen Fällen durch die Verwendung von Talkum, Reis– oder Maisstärke. Seine Farbe erhält das Pulver durch Lebensmittelfarben. Auch weitere Substanzen, welche möglicherweise im Pulver verwendet werden, sind als Lebensmittelzusätze oder Lebensmittel zugelassen. Dies sind beispielsweise Rieselhilfen oder Konservierungsmittel.

Das verwendete Farbpulver jedoch ist nicht harmlos für die Teilnehmer. Zum Großteil besteht das Pulver aus Feinstaub. Werfen die Teilnehmer das Pulver in die Luft, setzen sie unbeabsichtigt Feinstaub in der Luft frei. Dieses schlägt sich letztendlich auf der Kleidung und der Haut der Teilnehmer nieder. Die Teilnehmer atmen letztendlich die Feinstaubpartikel unbewusst ein und setzen sich beabsichtigt einer gesundheitlichen Gefahr aus.

Verschiedene Hersteller stellen das farbige Pulver her. Aus diesem Grund werden die Holi-Farben unterschiedlich deklariert, sodass sie beispielsweise den Maßgaben der EU-Kosmetikverordnung entsprechen oder unter strengsten Qualitätsstandards in Deutschland produziert wurden. Dennoch fehlt noch immer eine einheitliche rechtliche Zuordnung. Somit kann die Sicherheit der Farben weiterhin nicht bewertet werden. Zugleich geben die Farbhersteller oder der Holi-Fest-Veranlstalter nicht in jedem Fall sämtliche enthaltene Inhaltsstoffe an.

Pulver als Gesundheitsgefahr

Im Normalfall geht vom beim Holi-Fest verwendeten Pulver keine Gefahr für die Gesundheit aus. Das Risiko einer gesundheitlichen Schädigung steigt erst, wenn die Teilnehmer des Festivals das Pulver einatmen und ein Haut- sowie Schleimhautkontakt entsteht. Dennoch fehlen bis heute genaue Untersuchungen, inwiefern sich das Pulver auf den menschlichen Körper und seine Gesundheit auswirkt.

Obwohl die Auswirkungen nicht bekannt sind, mahnen die Veranstalter des Festivals zur Vorsicht. Die Teilnehmer sollten keine Kontaktlinsen tragen. Zugleich ist die Verwendung von Schutzbrillen ratsam, um die Augen nicht mit dem Pulver zu belasten. Zudem sollten die Teilnehmer ihre Augen und ihren Mund geschlossen halten, wenn das Pulver geworfen wird. Hierdurch soll eine unnötige Reizung der Schleimhäute und der Atemwege vermieden werden.

Analysen des UBA zufolge weist das Farbpulver einen hohen Feinstaubanteil auf. Die Partikel besitzen hierbei einen maximalen Durchmesser von 10µm. Der Feinstaubanteil des Pulvers beträgt bis zu 70 Prozent. Wird das Holi-Farbpulver als kosmetisches Mittel betrachtet, wird der Feinstaubanteil jedoch oft außer Acht gelassen. Die Feinstaubpartikel der Holi-Farben können leicht eingeatmet werden. Die Partikel gelangen in den Körper und können dort gesundheitliche Folgen verursachen. Kleine, feine Feinstaubpartikel können sogar bis in das Lungengewebe vordringen. Die genauen gesundheitlichen Folgen sind bisher aber unklar.

Zugleich fördern einige Bestandteile, welche im Pulver enthalten sind, Entzündungen. Gleichfalls traten in Indien allergische Reaktionen und andere Überempfindlichkeitsreaktionen bei den Teilnehmern auf. Fälle in Deutschland zeigen von Atembeschwerden, Schleimhautreizungen, Husten und geröteten Augen. Verklebte Augen und Nasengänge mussten zudem von den Sanitärdiensten vor Ort am Festivalgelände gespült werden.

Am häufigsten tritt bei Teilnehmern des Holi-Festivals Husten auf. Viele Teilnehmer leiden ebenfalls unter Reizungen der Nase, des Rachens und des Halses. Bezüglich Reizungen sind jedoch die Augen in den meisten Fällen betroffenen. Dennoch sind die Sicherheitshinweise und Gefahren einem großen Teil der Festivalteilnehmer unbekannt. Vor allem die Tatsache, dass das Farbpulver Augenreizungen bei Kontaktlinsenträgern verursachen kann und Personen, welche unter allergischen bzw. asthmatischen Erkrankungen leiden, nicht am Festival teilnehmen sollten, ist einem hohen Prozentsatz der Teilnehmer nicht bewusst.

Eigenes Pulver verboten

Die Festival-Veranstalter bieten ihren Gästen spezielles Farbpulver an, dessen Inhalte kontrolliert wurden. Dennoch kann das Pulver auch im Internet bestellt werden, wobei sich die Inhaltsstoffe bei jedem Anbieter unterschieden können. Aus Sichergründen dürften die Festival-Teilnehmer deshalb kein eigenes Farbpulver mitbringen.

Ebenfalls sollte vor dem Selbstmischen von eigenem Pulver abgesehen werden. Dieses ist ebenso am Festivalgelände verboten. Jedes Festival verkauft seinen Teilnehmern Pulvertüten, deren Inhalt Tests mit hohen Sicherheitsstandards aufweisen und somit weiniger gesundheitliche Risiken bergen. Typisch für das Festivalfarbpulver ist seine biologische Abbaubarkeit, dass es der EU-Kosmetikverordnung entspricht, nicht staubexplosionsfähig ist und sich gut auswaschen lässt.

Eigene Schutzmaßnahmen

Obwohl das Pulver harmlos erscheint und nur wenige Teilnehmer gesundheitlich bedenkliche Symptome aufweisen, sollten sämtliche Teilnehmer eigene Schutzmaßnahmen treffen. Vor allem die Verwendung von einem Augen- und Mundschutz verhindert eine unnötige Reizung der Atemwege bzw. der Schleimhäute. Da beim Holi-Festival nicht nur kleine Farbpulvermengen geworfen werden, sondern stündlich Farbpulverexplosionen stattfinden, sollten die Atemwege vor der enormen Menge an Pulver bewahrt werden.

Asthmatiker, empfindliche Personen sowie Allergiker sollten entweder ihre Teilnahme überdenken, wenn sie keine Schutzmaßnahmen treffen, oder sich mit einem Augen- und Mundschutz ausstatten. Da das Pulver ebenfalls die Augen reizt, sollten Kontaktlinsenträger auf ihre Linsen verzichten und eine Brille tragen. Werden die Augen dennoch gereizt, sollten sie mit klaren Wasser ausgespült werden. Dies sollte die Reizung schnell und effektiv beseitigen.

In Bezug auf Kleidung können die Teilnehmer beliebige Kleidungsstücke tragen. Sollen die Farben auf der Kleidung haften bleiben, sollte der Tipp der Veranstalter berücksichtigt und zu weißer Kleidung gegriffen werden. Da die Farbe sich allerdings nicht vollkommen spurlos herauswaschen lässt, sollte bei der Wahl der Bekleidung daran gedacht werden, dass das Pulver das KleidungsstüCK dauerhaft verfärbt. Möchte die Kleidung geschützt werden, können Ganzkörperschutzanzüge oder Einwegoveralls verwendet werden.

Vor allem blonde Teilnehmer sollten zugleich ihre Haare schützen. Das Pulver setzt sich gerne in den Haaren ab und verfärbt diese. Auch nach einigen Haarwäschen lässt sich das Pulver in manchen Fällen nicht vollkommen beseitigen, sodass oft nur ein Haarschnitt oder das Färben der Haare hilft. Braune oder schwarze Haare hingegen besitzen wenige Probleme mit dem Farbpulver, da sich die Farbe nicht so deutlich abzeichnet.

Hinweise beachten

Um gesundheitliche Nachteile entgegenzuwirken, sollten jedoch nicht nur eigene Maßnahmen ergriffen werden. Ebenfalls sollten die gesundheitlichen Hinweise welche seitens der Holi-Festival-Veranstalter bekanntgegeben werden, beachtet werden. Viele Veranstalter stellen vorab die wichtigen Hinweise auf ihre Websites. Auch die Eintrittskarten und die Verpackungen der Farbpulvertüten können die Hinweise enthalten.

Möchten Menschen, welche bekannte Allergien gegenüber der Bestandteile des Farbpulver des Holi-Festivals besitzen, an der Veranstaltung teilnehmen möchten, sollten sie die Teilnahme überdenken. Ebenso sollten relevante Vorerkrankungen wie beispielsweise Asthma bedacht werden, sodass die Teilnahme nicht stattfinden sollte. Genaue Hinweise bezüglich Vorerkrankungen können gleichfalls von den Veranstaltern genau angeführt werden.

Zugleich müssen die Veranstalter den Teilnehmern Pulver anbieten, welches nur begutachtetes, explosionsgeprüftes Pulver verstreut wird. Das Pulver muss zudem von den Genehmigungsbehörden auf diese Faktoren überprüft werden. Da das Pulver vor Verwendung genau überprüft wird, dürfen die Teilnehmer kein eigenes erworbenes bzw. gemischtes Pulver zum Festival mitnehmen. Sämtliche Teilnehmer können sich beim Verein zur Förderung des Deutschen Brandschutzes genauer zur Benutzung und Genehmigung der Holi-Farben informieren.

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