Mundschutz

Mundschutz Maske Asiatin Frau Mann

Ein Mundschutz kommt in diversen Fällen zum Einsatz – pixabay/3dman_eu

Es gibt viele Gründe, einen Mundschutz zu tragen. Dieses essenzielle Medizinprodukt kann zum Beispiel vor Krankheiten oder aber giftigen Stoffen und Staub schützen. Im folgenden Artikel möchten wir Ihnen einen umfassenden Überblick zum Thema Mundschutz geben. Wir beschreiben unter anderem, was ein Mundschutz ist und in welchen Bereichen er neben der Medizin noch Anwendung findet.

Im Anschluss daran Gehen wir im Teil Arten und Anwendungsgebiete auf die verschiedenen Typen ein, um anschließend die unterschiedlichen Anwendungsformen innerhalb der Medizin darzustellen. Zu guter Letzt präsentieren wir Ihnen Antworten zu den häufigsten Fragen und geben in einem Fazit einen abschließenden Überblick zum Themenfeld Mundschutz

Was ist ein Mundschutz?

Ein Mundschutz ist ein Hilfsmittel, das unter anderem in der Medizin, aber auch in vielen weiteren Bereichen Anwendung findet.

Der menschliche Speichel dient vor allem der Desinfektion des Zahnapparates sowie der Neutralisierung von Säure in der Mundhöhle. Rund 7000 verschiedene Bakterienarten tummeln sich im menschlichen Speichel. Vor dem Hintergrund können Sie sich sicher ausmahlen, wie wichtig es in der Medizin ist, in diesem Zusammenhang auf Hygiene zu achten.

Genau an dieser Stelle kommt der Mundschutz ins Spiel. Er bedeckt sowohl Mund als auch Nase und wird am Hinterkopf bzw. an den Ohren (je nach Modell) fixiert. Dadurch kann er auch bei Bewegung oder gebeugter Kopfhaltung nicht verrutschen.

Seine Hauptaufgabe beseht darin, eine Übertragung von Krankheitserregern, die durch den menschlichen Speichel abgesondert werden können, zu verhindern. Eine sogenannte Tröpfcheninfektion kann auf diese Weise effektiv verhindert werden. Geschützt wird sowohl die Umgebung des Trägers vor Sekrettropfen, die etwa beim Atmen, Niesen, Husten oder auch Sprechen an die Umwelt abgegeben werden, als auch der Nutzer des Mundschutzes selbst, da er auch ein Einatmen von Sekret verhindert.

In Krankenhäusern wird er von Ärzten und Pflegepersonal bei der Behandlung von infektiösen Patienten oder bei Tätigkeiten verwendet, bei denen eine besondere Hygiene elementar wichtig ist (z.B. Chirurgen bei einer Operation oder Personal auf einer Station für Frühchen). Aber auch Angehörige von infektiösen Patienten können bei einem Besuch zu ihrer eigenen Sicherheit dazu verpflichtet werden, einen Mundschutz zu tragen, um eine Ansteckung zu verhindern.


Anwendungsgebiete

Weitere wichtige Anwendungsgebiete

Nicht nur in der Medizin, sondern auch in einigen anderen Bereich wird der Mundschutz als Hilfsmittel eingesetzt.
Im Bauberuf werden Arbeiter öfters mit Substanzen konfrontiert, die, wenn sie über die Atemwege aufgenommen werden, gesundheitsschädlich sein können.

Zement Bauarbeiter Mundschutz

Es gibt zahlreiche Anwendungsgebiete für einen Mundschutz – pixabay/geralt

Vor allem Asbest, bei dem es sich um eine Gruppe von Mineralen mit einer faserartigen Struktur handelt, ist in dem Zusammenhang immer noch ein großes Thema, obwohl es seit 1993 verboten ist, diesen Stoff im Rahmen von Bauarbeiten zu verwenden.

Asbestzement wurde vor allem in den 80er und 90er Jahren in Dächern verbaut, da er extrem anwenderfreundlich und einfach zu verarbeiten ist. Durch ein Einatmen dieses Stoffes, vor allem über längere Zeit, steigt das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen, unter anderem Lungenkrebs, jedoch erheblich. Gerade bei der Sanierung von Bauten aus dieser Zeit geraten Bauarbeiter zwangsläufig immer wieder mit Asbest in Kontakt.

Sie können sich vorstellen, dass es noch eine Reihe weiterer gesundheitsschädlicher Stoffe gibt, die bei Bauarbeiten freigesetzt werden. Ein Mundschutz ist also auch in diesem Bereich nicht mehr wegzudenken.

Auch die Polizei benutzt solche Hilfsmittel im Rahmen von Einsätzen. Beamte der Spurensicherung benutzen ihn, um zu verhindern, dass durch ihre Atmung tröpfchenweise abgegebener Speichel Spuren oder Spurenträger verunreinigt.

Auch bei einem Kontakt mit infektiösen Personen, die z.B. an Tuberkulose leiden (eine Erkrankung der Atemwege, die durch Tröpfcheninfektion, also durch kleinste Mengen von Speichel, übertragen wird)tragen Beamte in der Regel einen Mundschutz, um sich zu schützen. Je nach Einsatzbereich existieren auf dem Markt verschiedene Arten, die für unterschiedliche Situationen unterschiedlich gut geeignet sind.


Formen, Arten & Typen

Mundschutze werden als Ganz- oder Halbmasken produziert.

Ganzmasken findet man z.B. bei der Feuerwehr oder dem Militär und finden in der Medizin in der Regel keine Anwendung.
Der klassische medizinische Mundschutz hat in den meisten Fällen die Form der typischen OP-Halbmaske.

Es ist gesetzlich genau festgelegt, welche Voraussetzungen ein Mundschutz erfüllen muss. Einschlägig ist hier der europäische Standard gem. DIN EN 149, die drei verschiedene Schutzklassen unterscheidet. Die Höhe der Klasse wird danach bestimmt, wie durchlässig ein Mundschutz gegenüber Stoffen, welche die Größe von Bakterien oder Viren aufweisen, ist.

Im folgenden möchten wir Ihnen eine kurzen Überblick darüber geben, welche Stoffe bzw. Partikel nach der DIN EN 149 unterschieden werden.

Partikel (DIN EN 149)

  1. Staub: Staub entsteht, wenn Feststoffe z.B. durch mahlen oder zerbröseln in kleine Partikel zerteilt werden. Damit Sie den Prozess bildlich vor Augen haben, stellen Sie sich einfach einen Steinbruch vor, in dem mit einer Spitzhacke Gestein entfernt wird. Bei dieser Tätigkeit entsteht Staub, der in der Luft schwebt und sich nach einer Zeit als feines Pulver auf der Oberfläche absetzt.
  2. Nebel: Nebel besteht aus winzigen Tröpfchen, die in der Luft schweben, nachdem eine Flüssigkeit in kleine Partikel aufgeteilt wurde, z.B. durch Sprühen, oder, was in der Medizin relevant ist, durch Husten oder Niesen. Viren oder Bakterien schweben meist in einer Art Nebel in der Luft.
  3. Rauch: Rauch entsteht immer dann, wenn ein Feststoff oder eine Flüssigkeit unter der Einwirkung von Hite verdampft. Er bildet sicht z.B. bei Schweißarbeiten oder der Arbeit mit flüssigen Metallen.

Für die Medizin ist also vor allem die Durchlässigkeit des Mundschutzes gegenüber Partikeln, die sich als Nebel in der Luft befinden, wichtig. Im nächsten Schritt möchten wir Ihnen kurz eine Übersicht über die verschiedenen Schutzklassen und darüber, was sie über die Durchlässigkeit von einem Mundschutz aussagen, geben. Die Abkürzung FFP steht in diesem Zusammenhang für filtering face piece (partikelfiltrierende Halbmaske).

Die FFP-Schutzklassen

  1. FFP1: Es wird ein Schutz vor nicht toxischen (also nicht giftigen) Stäuben mit einer Wirksamkeit von 80 Prozent. Ein Einatmen solcher Substanzen würde nicht zu einer Gesundheitsschädigung führen, könnte aber die Atemwege reizen. Mundschutze dieser Klasse werden z.B. auf Baustellen eingesetzt.
  2. FFP2: Die Schutzklasse bietet Schutz vor festen und flüssigen toxischen Stäuben und Räuchen. Mundschutze dieser Art eignen sich also auch für Umgebungen, in denen mit gesundheitsschädlichen oder sogar erbgutverändernden Stoffen gearbeitet wird.
  3. FFP3: Schutz vor toxischen und gesundheitsschädlichen Stäuben und Rauch. Es werden auch krebserregende und sogar radioaktive Stoffe gefiltert; darüber hinaus auch Viren, Bakterien und Pilzsporen. Hilfsmittel mit einer derartig hohen Schutzklasse werden z.B. in der chemischen Industrie eingesetzt.

Höhere Schutzklassen

Besonderheiten bei höheren Schutzklassen

Bei FFP3 handelt es sich in der Regel nicht mehr um Halb-, sondern und Ganzgesichtsmasken. Sie werden in der Regel von Spezialkräften des Militärs (ABC-Truppe), Einheiten des Katastrophenschutzes, der Feuerwehr oder Teilen des THW eingesetzt. Generell gilt: Je höher die Schutzklasse, desto stärker wird auch die Atmung des Trägers eingeschränkt.

Deshalb gibt es für bestimmte Produkt eine Atemschutztauglichkeitsuntersuchung, die z.B. Angehörige der Feuerwehr regelmäßig durchlaufen müssen, um ihre gesundheitliche Eignung für die Nutzung nachzuweisen.

Besondere Gruppen

Mundschutze für besondere Personengruppen

Für Brillenträger gibt es extra angefertigte Mundschutze, die auch während des Tragens einer Brille rutschfest befestigt werden können. Für Kinder gibt es extra für einen kleineren Kopfumfang passende Modelle. Häufig sind sie etwas bunter gestaltet und mit Mustern wie z.B. Tieren oder Pflanzen verziert.


Aufbau, Funktion & Wirkung

Der eigentliche Mundschutz, der die Mundpartie bedeckt, besteht aus mehreren Lagen Vlies. Je nach Schutzklasse sind zusätzlich Materialien eingearbeitet, welche schädliche Stoffe an sich binden können.

Der Mundschutz erfüllt also eine Filterfunktion, die in beide Richtungen wird: Es wird sowohl die Luft, welche den Mundschutz von außen passiert, als auch die vom Träger an die Umwelt abgegebene Atemluft gefiltert. An den Seiten befinden sich Gummibänder, mit denen der Mundschutz am Kopf befestigt werden kann.


Medizinischer Nutzen

Medizinischer und gesundheitlicher Nutzen vom Mundschutz

Mundschutz grün feld

Auch in der Medizin spielen Schutzmasken eine wichtige Rolle – pixabay/LoggaWiggler

Aber welche Schutzklassen werden eigentlich in der Medizin verwendet? Es wird Sie überraschen, dass die normale OP-Maske, wie sie z.B. standardmäßig von Chirurgen oder Zahnärzten verwendet wird, nicht einmal dem Wert FFP1 entspricht. Warum benutzt man dann überhaupt dieses Hilfsmittel?

Als Medizin-Hilfsmittel

Natürlich wird es den Medizinern nicht einfach selbst überlassen, ob sie einen Mundschutz tragen oder nicht. Das Robert Koch Institut, das als Einrichtung des Bundes für Vollzugsaufgaben im Gesundheitswesen, ist unter anderem für die Überwachung der Einhaltung des Infektionsschutzgesetzes zuständig. In dem Zusammenhang erlässt diese Behörde Richtlinien, wann welche Art Mundschutz mit welcher Schutzklasse zu tragen ist.

Ohne Schutzklasse & FFP1

Hygiene ist in Krankenhäusern einer der wichtigsten Aspekte, die beachtet werden müssen. Besonders deutlich wird dies an dem momentan gehäuften Auftreten der MRSA, der sogenannten Krankenhauskeime. Es handelt sich hierbei um Gruppen von Bakterien, die eine hohe Resistenz bzw. Widerstandsfähigkeit gegenüber Antibiotika aufweisen.

Statistiker gehen davon aus, dass sich ca. 5% aller stationär behandelten Patienten mit einem solchen Keim infizieren. Gerade bei immunschwachen Personen wie z.B. Neugeborenen, Intensivpatienten oder älteren Menschen kann das im Einzelfall schwere Folgen haben und sogar zu lebensgefährlichen Reaktionen führen. Das wirksamste Mittel, die Ausbreitung von MRSA zu verhindern, sind umfassende Hygienemaßnahmen.

Mundschutz ohne Schutzklasse und auch der Klasse FFP1 können nicht vor Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien schützen. Trotzdem sind sie unbedingt erforderlich, wenn es darum geht, hygienisch zu arbeiten. Während einer Operation z.B. verhindert sie, dass Speichel aus dem Mund des Arztes auf die Operationswunde gelangen kann.

Natürlich steht der Mundschutz hier nicht für sich allein. Er muss durch weitere Vorkehrungen, wie z.B. das Tragen von Einweghandschuhen oder häufige Desinfektion ergänzt werden.

Trotzdem ist er als Baustein für eine umfassende Hygiene unverzichtbar. Natürlich müssen auch Krankenhäuser und Kliniken bei der Wahl ihrer Hilfsmittel wirtschaftliche Aspekte beachten. Grundsätzlich gilt: Je höher die Schutzklasse, desto teuer ist der Mundschutz in seiner Anschaffung.

Ab Schutzklasse FFP2

Besonders bei ansteckenden Krankheiten, insbesondere bei Virusinfektionen wie z.B. der Influenza oder besonders ansteckenden bakteriellen Krankheiten wie der Tuberkulose sollten bei der Behandlung von erkrankten Patienten Mundschute der Klasse FFP2 getragen werden. Hilfsmittel ohne Schutzklasse oder als FFP1 eingestuft können den Träger in solchen Fällen nicht wirksam schützen.

Auch beim Auftreten bisher nicht bekannter Erreger, wie z.B. Schweinegrippe oder SASR, muss ein Mundschutz der Klasse FFP2 getragen werden, um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Da es gerade bei neuen Erregern in der Regel noch keine wirksamen Medikamente gibt ist es in diesen Fällen umso wichtiger, eine Verbreitung zu unterbinden, um Epidemien im Vorfeld zu verhindern.

Fragen & Antworten

Aus welchem Material bestehen Mundschutze?

Mundschutz Schutzmaske Vlies Struktur Stoff Schaf Wolle

Schutzmasken bestehen i. d. R. aus Vlies pixabay/Efraimstochter

In der Regel bestehen Mundschutze aus Vlies. Haben sie eine Einstufung der Klassen FFP1-3, bestehen sie aus mindestens 3 Lagen bwz. Scichten. Darüber hinaus ist ab FFP1 noch elektrostatisches (also elektrisch aufgeladenes) Material eingearbeitet, das in der Lage ist, die Partikel an sich zu binden und so zu verhindern, dass schädliche Stoffe die Atemwege des Trägers erreichen können.

Tragen in der Medizin auch Patienten Mundschutze?

Wenn ein Patient an einer ansteckenden Krankheit leidet und sein gesundheitlicher Zustand dies zulässt, sollte er ebenfalls bei Kontakt mit anderen Menschen, sei es medizinisches Personal oder Angehörige, einen Mundschutz überziehen. Bei bestimmten Erkrankungen wie z.B. einer offenen Tuberkolose ist dies gem. dem Seuchenschutzgesetz auch gesetzlich vorgeschrieben.

Welche Alternativen gibt es für Allergiker?

Bei einer Latexallergie kann ein regulärer Mundschutz nicht verwendet werden, da Latex bei der Produktion mit verarbeitet wird. Für solche Fälle gibt es Modelle, die ausschließlich aus FLies hergestellt werden. Diese Produkte eigenen sich auch für Allergiker, sind darüber hinaus hautschonend und angenehm zu tragen.


Unser Fazit zum Mundschutz

Mundschutze sind aus vielen Bereichen, insbesondere der Medizin, nicht mehr wegzudenken. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, um Hygienestandards zu schaffen, und können ihren Träger in kontaminierten Arbeitsumgebungen wirksam vor gesundheitlichen Schäden schützen. Es muss allerdings immer darauf geachtet werden, dass für jede Situation die entsprechende Schutzklasse verwendet wird.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (84 Stimmen, Durchschnitt: 4,95 von 5)
Loading...
Top