Plazenta

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Das sollten Sie über die Plazenta wissen

Hier erfahren Sie alles was man über die Plazenta (Mutterkuchen) wissen müssen und welche Risiken die Plazenta mit sich bringt.

Wir informieren Sie gründlich darüber was die Plazenta oder der Mutterkuchen überhaupt ist, über die Funktionen, den Aufbau, mögliche Krankheiten und natürlich über mögliche Beschwerdebilder der Plazenta. Abschließend werden wir noch viele Fragen beantworten. Hier auf Krank.de werden Sie das nötige Wissen aufgreifen, wenn es um das Thema Plazenta oder Mutterkuchen geht.

Was ist die Plazenta?

Die Plazenta ist kein von Geburt aus vorhandenes Organ im Körper eines Menschen. Die Plazenta, oder auch Mutterkuchen genannt, bildet sich erst nach der Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Schleimhaut der Gebärmutter, einer werdenden Mutter. Über den Mutterkuchen wird das Kind während einer Schwangerschaft mit Nährstoffe, Hormonen und Stoffwechselprodukten versorgt.

Bei der Plazenta handelt es sich um das wichtigste System zur Erhaltung des Lebens, für ein ungeborenes Kind. Der Mutterkuchen ist genau so wichtig zum Überleben für ein ungeborenes Kind wie die Nabelschnur. Die Bildung der Plazenta ist eine wichtige Änderung des weiblichen Körpers während der Schwangerschaft. Der Mutterkuchen ist ein dunkelrotes, schwammiges Gewebe, dass aus verzweigten Blutgefäßen in verschiedenen Größen besteht.

Der Mutterkuchen wird über die Nabelschnur mit dem ungeborenen Kind verbunden. Wenn eine Mutter sich gegen Ende einer Schwangerschaft befindet, ist der Mutterkuchen ungefähr so groß wie ein Teller, hat eine Dicke von 3 cm und wiegt ungefähr ein halbes Kilogramm.

Funktionen & Aufgaben

Die Plazenta besteht aus zwei verschiedenen Gewebeanteilen. Gewebe der Mutter und Gewebe des ungeborenen Kindes. Durch das embryonale Gewebe, dass mit der Schleimhaut des Uterus zusammenwächst, entsteht der Mutterkuchen. Ihr werden viele Aufgaben und Funktionen zum Schutz von Mutter und Kind zugeteilt. Unter anderem hat sie eine Filterfunktion und eine eigene Hormonproduktion.


Funktionen & Aufgaben des Mutterkuchens:

  • Filterfunktion: Die Funktion zum Filtern ist von den chemischen Eigenschaften der Moleküle und der Größe abhängig. Sie hält viele Krankheitserreger und Schadstoffe zum Schutze vom ungeborenen Kind fern. Sie filtert also die Stoffe heraus, die nicht gesund sein könnten.
  • Transportfunktion: Die Funktion zum Transport von Nährstoffen und Hormonen birgt aber auch Nachteile, denn die Filterfunktion schafft es nicht, alle unerwünschten Stoffe vom Kind fernzuhalten. Demnach können unerwünschte Stoffe wie Alkohol, Nikotion, Drogen oder Medikamente an das Ungeborene geraten.
  • Hormonproduktion: Die Plazenta bildet viele verschiedene Hormone. Dazu gehören Proteinhormone und Steroidhormone. Die Hormone haben die Aufgabe die überlebenswichtigen Stoffe zu transportieren. Die Plazenta beginnt ganz am Anfang einer Schwangerschaft mit der Bildung des Choriongonadotropin (hCG). Dieses Hormon bewirkt, dass der Gelbkörper bestehen bleibt und das Progesteron bildet. Ab der 9. Schwangerschaftswoche wird die Bildung des Progesteron von dem Mutterkuchen übernommen. Dadurch wird die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut verhindert.

Anatomie & Aufbau

Die Plazenta entsteht nach der Nidation einer Blastozyste in der Gebärmutter aus einem fetalen Trophoblasten und dem Endometrium der Mutter des ungeborenen Kindes.

Wenn der Mutterkuchen vollständig entwickelt ist, wiegt er ungefähr ein halbes Kilogramm schwer und hat eine Dicke von 3 cm und einen Durchmesser von 15 bis ungefähr 20 cm. Die Plazenta hat zwei Anteile. Den mütterlichen Anteil an Gewebe und den Anteil an Gewebe das vom ungeborenen Kind ausgeht.

Zwischen diesen beiden Anteilen befindet sich ein intervillöser Raum, der mit dem Blut der werdenden Mutter gefüllt ist. Die Verbindung zwischen Embryo und Plazenta bildet die Nabelschnur. Die ausgebildete und reife Plazenta besteht aus drei Teilen. Der erste Teil ist die Baselplatte, die überwiegend aus mütterlichen Anteil besteht. Der zweite Teil ist der intervillöser Raum und die Zottenbäume oder auch fetomaternale Zone genannt. Der dritte Teil ist die Chorionplatte. Diese besteht aus einem kindlichen Anteil.


Die Basalplatte

Bei der Basalplatte handelt es sich überwiegend um den mütterlichen Anteil des Mutterkuchens. Dieser liegt direkt an der Uteruswand. In die Basalplatte sind die embryonalen Zellen eingewachsen.

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Die Plazentasepten sind ebenfalls Teil der Basalplatte. Diese sind eine Art Ausläufer und stülpen sich an den intervillösen Raum. Ebenfalls ein Teil der Basalplatte sind die Kotyledone. Hierbei handelt es sich um 10 bis 40 Areale die von der Seite des Uterus in die Baselplatte gegliedert werden.

Intervillöser Raum

Anatomie und Aufbau des intervillösen Raums und der Zottenbäume

Beim intervillösen Raum handelt es sich um einen Raum, der mit dem Blut der Mutter gefüllt ist. In diesem reichen die Zottenbäume des ungeborenen Kindes hinein. Beim intervillösen Raum handelt es sich ebenfalls um die Zone zwischen Mutter und Kind, in der sich die Plazentastrukturen berühren. Hier findet auch der fetomaternale Gas- und Stoffaustausch statt. In dem Mutterkuchen finden sich ungefähr 30 bis 50 verzweigt Zottenbäume.

Die Chorionplatte

Bei der Chorionplatte handelt es sich um den kindlichen Teil der Plazenta. Gebildet wird diese Chorionplatte von Syncytiotrophoblast, Cytotrophoblast und dem parietalen Blatt eines extraembryonalen Mesoderms. Ebenfalls umfasst die Chorionplatte das Chorion frondosum. Hierbei handelt es sich um ein zottentragendes Chorion, das an der Plazentabildung beteiligt ist und das Chorion laeve, bei dem es sich um ein zottenfreies Chorion handelt, dass der mittleren Eihaut entspricht.

Die Plazentaschranke

Bei der Plazentaschranke handelt es sich um den Kreislauf von Mutter und Kind, die durch mehrere Schichten an Zellen voneinander getrennt sind. Durch die Plazentaschranke wird der Gas- und Stoffaustausch von Mutter und Kind kontrolliert.

Der Aufbau bis zum vierten Schwangerschaftsmonat läuft von maternal nach fetal wie folgt ab:

  • Syncytiotrophoblast
  • Cytotrophblast
  • Basallamina des Trophoblasten
  • Basallamina des Endothels
  • Kapillarendothel

Nach dem vierten Schwangerschaftsmonat sieht der Aufbau von maternal nach fetal wie folgt aus:

  • Syncytiotrophoblast
  • Verschmolzene Basallaminae von Throphoblast und Endothel
  • Kapillarendothel

Krankheiten & Beschwerden

Krankheiten, Beschwerden und Störungen des Mutterkuchens

Nachfolgend erläutern wir die häufigsten Erkrankungen und Störungen der Plazenta im Einzelnen.


Plazentainsuffizienz

Es kann beispielsweise zu einer Plazentainsuffizienz kommen. Unter einer Plazentainsuffizienz versteht man eine Funktionsstörung der Platzena, die dafür sorgt, dass das ungeborene Kind nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Mögliche Ursachen hierfür sind das Verlegen einer großen Vene durch den Uterus oder es gibt Komplikationen mit der Nabelschnur. Weitere Möglichkeiten sind Plazentalösungen, Plazentablutungen oder plötzlich einsetzende Wehen.


Störung des Blutflusses

Bepanthen Wund- und HeilsalbeEbenfalls ist eine häufige Erkrankung der Plazenta, die Störung des Blutflusses mütterlicherseits. Eine ausreichende Menge an Blut ist aber wichtig für die ausreichende und überlebensnotwendige Versorgung des ungeborenen Kindes. Wenn der Blutfluss in der Gebärmutter nicht ausreichend ist, kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen.

Wenn die Mutter vor der Schwangerschaft schon einen niedrigen Blutdruck hatte, ist es gut möglich, dass die Gebärmutter nur minder durchblutet wird und damit eine Unterversorgung des ungeborenen Kindes möglich ist. Bei einer Frau, die das erste Mal schwanger ist, kommt es häufiger vor, dass die Gebärmutter nicht ganz so gut durchblutet wird.

Wenn die werdende Mutter in den Wehen liegt, kommt es während einer Wehe zu einer Unterbrechung der Durchblutung. Dadurch wird das Kind unterversorgt. Da die Wehen in der Regel nicht all zu lang andauern, entstehen bei dem ungeborenen keinerlei Schäden.


Fehllage der Plazenta

Eine weitere Erkrankung des Mutterkuchen ist die Fehllage der Plazenta. Wenn der Mutterkuchen zu tief in der Gebärmutter sitzt, wird es zu einer Verlegung des Geburtswegs kommen können. Dann bleibt nur noch ein Kaiserschnitt. Wenn die Plazenta verlegt wurde, liegt das Kind meist quer, schräg oder in Beckenendlage.


Plazenta-Ablösung

Wenn sich der regelrecht sitzende Mutterkuchen völlig von der Gebärmutter ablöst, spricht man von einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta. Weshalb sowas genau geschieht, weiß man noch nicht genau. Man vermutet allerdings, dass es mit einer Veränderung der arteriellen Blutgefäße zusammen hängt.

Durch die Veränderung der Blutgefäße kommt es zur Trennung der Haftflächen an der Schicht der Gebärmutter. Mögliche Ursachen sind weiterhin Druck auf den Bauch oder Verletzungen im Bereich des Bauchs.

Wenn sich die Plazenta von der Gebärmutter löst, entstehen bei der werdenden Mutter starke Schmerzen. Der Schmerz kann sich über einen Berührungsschmerz äußern oder über Schmerzen im Rücken und im Bauch. Eine Blutung entsteht ebenfalls. Diese Blutung muss aber nicht sichtbar sein.

Wenn die Lösung des Mutterkuchens von einem Arzt diagnostiziert wurde, wird das Kind kontinuierlich von einem Facharzt überwacht. Diese Überwachung ist notwendig, damit das Kind permanent mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Sollten Blutungen auftreten, die sichtbar sind, wird die werdende Mutter in ein Klinikum eingewiesen und dort beobachtet, damit weder die Mutter noch das Kind einer Gefahr ausgesetzt werden. Wenn man sich gegen Ende einer Schwangerschaft befindet, kann es passieren, dass zur Not direkt ein Kaiserschnitt durchgeführt wird.

Ist das Kind aber noch nicht genug ausgereift, werden beide zur Beobachtung im Krankenhaus behalten. Wenn man bei der Plazentaablösung von der Retention placentae spricht, handelt es sich um die Phase nach der Geburt.


Weitere Komplikationen

Wenn die normale Dauer von 30 Minuten bei der Nachgeburt überschritten wird und demnach auch mehr Blut verloren wird als 300 ml, dann nennt man dieses Retention placentae. Dies kann viele Ursachen haben. Entweder wurde die Plazenta in der Gebärmutter eingeklemmt oder eine gefüllte Blase ist daran Schuld.

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Eine weitere Möglichkeit wäre das starke Zusammenziehen der Gebärmuttermuskeln oder auf Grund eines verlängerten Geburtsverlaufs reicht die Kraft der Muskeln nicht aus, um den Mutterkuchen vollständig abzulösen. Wenn eine solche Diagnose gestellt wurde, wird zunächst die nächste halbe Stunde abgewartet. Sollte die Plazenta sich in diesem Zeitraum noch nicht von alleine gelöst haben, kann von den Geburtshelfern ein Medikament zur Muskelentspannung und Blasenentleerung verabreicht werden.

Nach Einnahme diese Medikamente sollte die Plazenta sich vollkommen von der Gebärmutter lösen. Wenn dies nicht der Fall ist, kann von den Geburtshelfern ein Griff angewendet werden, der den Mutterkuchen in den meisten Fällen vollständig löst. Sollte dies aber immer noch nichts bringen, wird ein instrumenteller Eingriff notwendig.

Sollte es auf Grund der Plazentalösung dann zu einer sehr starken Nachblutung kommen, bei der der Blutverlust mehr als 500 ml beträgt, spricht man nicht mehr von einem normalen Blutverlust, sondern von einer atonischen Nachblutung. In den meisten Fällen kommt es zu einer atonischen Blutung wenn es sich um eine Mehrlingsgeburt handelt oder wenn sehr viel Fruchtwasser ausgetreten ist.

Wenn die Muskel so weit überdehnt werden, dass die Gefäße nicht mehr verschlossen werden können, erhöht sich der Blutverlust und es kommt zu einer atonischen Blutung. Um die Gefäße wieder zu verschließen ist in den meisten Fällen kein operativer Eingriff notwendig.

Es werden Medikamente verabreicht, die die Gefäße von allein wieder verschließen oder die Blutungen werden durch Abdrücken oder Ausstopfen der überdehnten Gefäße gestillt. Dies wird vom Geburtshelfer oder von einem Arzt erledigt.


Im Überblick

Fassen wir also nochmal zusammen, welche Komplikationen auftreten können:

  • Störung des Blutflusses
  • Fehllage der Plazenta
  • Plazentainsuffizienz
  • atonische Blutung
  • Nachblutungen
  • Veränderungen der Blutgefäße
  • Vollständige Ablösung der Plazenta während der Schwangerschaft
  • Nichtablösen des Mutterkuchens nach der Geburt
  • Komplikationen bei der Nachgeburt

Typische Erkrankungen

Typische und häufige Erkrankungen der Plazenta

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Bei Störungen kann ein frühzeitiger Kaiserschnitt nötig sein

  • Plazentainsuffizienz
  • Vena Cava Kompressionssyndrom
  • Plazentablutungen
  • Störung des mütterlichen Blutflusses
  • Fehllage der Plazenta
  • Vorzeitige Lösung der Plazenta
  • Retention placentae (Überschreitung der Nachgeburtsphase)
  • Nachblutung

Häufige Fragen & Antworten

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Plazenta.

Absenkung – Bedeutung?

Was bedeutet eine Absenkung der Plazenta?

Wenn die Plazenta abgesenkt ist, spricht man von einer Placenta praevia. Sie bezeichnet eine Fehllage des Mutterkuchens. Die Plazenta ist in der Nähe des Gebärmutterhalses verankert und liegt über dem Geburtskanal. Feststellbar ist dies aber erst ab der 25. Schwangerschaftswoche. Vorher ist es nicht möglich die Diagnose zu stellen, da es vorher möglich ist, dass die Plazenta noch nach oben an ihren ursprünglichen Platz wächst.

In der Regel kommt diese Erkrankung der Plazenta bei 0,4% aller Schwangerschaften vor. Häufiger hiervon betroffen sind allerdings Schwangere, die mehr als ein Kind gebären.

Welche Ursachen dies genau hat, ist noch nicht geklärt. Da die Absenkung des Mutterkuchens häufig nach Kaiserschnitten, Fehlgeburten, Ausschabungen, vorangegangene Geburten oder manuellen Plazentalösungen auftreten, könnten dies mögliche Gründe für die Absenkung sein.

Hierbei kann es zu einer Absenkung der Plazenta kommen:

  • nach einem Kaiserschnitt
  • bei einer frühen, erneuten Schwangerschaft
  • nach einer Ausschabung auf Grund einer Ausschabung
  • bei einer Mehrlingsschwangerschaft
  • nach einer Fehlgeburt
  • nach einer manuellen Plazentalösung

Placenta accreta?

Was bedeutet placenta accreta?

Unter einer placenta accreta versteht man die gestörte Haftung des Mutterkuchen bei einer Geburt. Das bedeutet genau, dass sich die Plazenta nach der Geburt eines Kindes nicht von alleine löst und es zu starken Nachblutungen kommt. In der Regel kommt diese Form der Fehlhaftung der Plazenta bei einer von 3.000 Schwangerschaften vor. Die Plazenta verwächst in diesem Fall mit der Muskulatur der Gebärmutter.


Grade & Reife?

Warum wird die Plazenta mit Graden beschrieben?

Mit der Bezeichnung Plazenta Grad 1 meint man die Reife des Mutterkuchens. Die Plazenta ist ein Organ mit kurzer Lebensdauer. Dadurch verkalkt sie sehr schnell. Die Funktionstüchtigkeit wird dann also in Grade eingeteilt. Es gibt vier Grade der Plazenta. Grad 0 ist der Reifegrad bis hin zur 12. Schwangerschaftswoche, also dem ersten Trimenon. Grad 1 bezeichnet eine gesunde Plazenta zwischen der 13. Schwangerschaftswoche und der 32.

Schwangerschaftswoche. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche ist Plazenta Grad 2 eine normale Diagnose. Bis zur Geburt wird die Plazenta mit Grad 3 bezeichnet. Bei einer Komplikation auf Grund des Mutterkuchens ist das die Plazenta Grad 4.

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