Augendiagnose (Iridologie)

Diagnose über die Gewebestruktur der Augen

Behandlung IridologieDie Augendiagnose, auch Iridologie oder Irisdiagnostik genannt, ist eine Diagnosemethode aus der alternativen Medizin.

Hierbei wird davon ausgegangen, dass Erkrankungen und Schwächen des Organismus durch das Analysieren der Augen-Gewebestruktur festgestellt werden können.

In den meisten Fällen wird das Verfahren nur ergänzend eingesetzt, da sowohl theoretische als auch empirische Belege zur Wirksamkeit fehlen.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Augendiagnose.

 

Was ist die Augendiagnose?

 

Bei der Augendiagnose wird die Gewebestruktur der Augen analysiert. Auffälligkeiten oder Veränderungen der Iris sollen hierbei auf Krankheiten, Beschwerden und Schwächen des Organismus hinweisen.

Während die herkömmliche Wissenschaft davon ausgeht, dass die sogenannte Iris-Heterochromie (Farbunterschiede bestimmter Abschnitte der Iris) auf Vererbung zurückzuführen ist, sind Anhänger der Iridologie der Meinung, dass die Augen sich im Laufe des Lebens aufgrund von diversen Leiden verändern.

Durch die Analyse der Iris sollen demnach Krankheiten erkannt werden können. Das Verfahren wird aber in den meisten Fällen nur als Ergänzung zur Schulmedizin eingesetzt.

Die Augendiagnose sollte nicht mit der sogenannten Iris-Erkennung verwechselt werden. Hierbei handelt es sich nämlich um das Verfahren, bei dem eine Person über seine Augenstruktur identifiziert werden kann – wie es auch beim Fingerabdruck der Fall ist.

Ursprung & Entwicklung der Augendiagnose:

Die Geschichte der Iridologie geht bis ins alte Ägypten zurück. Die erste genaue Beschreibung der Grundlagen wurde jedoch erst 1665 von Philip Meyen von Coburg verfasst. Der ungarische Doktor Ignaz von Peczely prägte dann Mitte des 19. Jahrhunderts den Begriff Augendiagnostik, als er das Verfahren erforschte.

Seitdem versuchen zahlreichen Naturheilkundler, Homöopathen und Heilpraktiker allerlei Erkrankungen über die Analyse der Iris zu erkennen. In Deutschland gilt Emanuel Felke (auch als Lehmpastor bekannt) als einer der ersten, der die Augendiagnose anwandte.

Bis dato gibt es keine einheitlichen Grundlagen und Meinungen zur Durchführung des Verfahrens. Die Augendiagnose gilt also aufgrund unterschiedlicher Ansätze und verschiedener Entwicklungen nicht als standardisierter Zweig der alternativen Heilkunde.

 

Funktion, Wirkung & Ziele der Augendiagnose

 

Viele Augendiagnostiker berufen sich auf ein Buch von dem Mediziner Walter Lange, das im Jahr 1954 erschienen ist. Anhänger des Verfahrens sind der Meinung, dass Lange in seinem Werk bewiesen hat, dass Leitungsbahnen von allen Organen zur Iris hinführen. Die Bahnen sollen dabei über den Thalamus und das Rückenmark entlanglaufen.

Iridologen stützen sich außerdem auf ein Buch vom Heilpraktiker Josef Deck und dem Allgemeinmediziner Franz Vida. Dieses ist ebenfalls im Jahr 1954 erschienen und berichtet von einer Studie mit 640 Probanden. Anhänger des Verfahrens glauben, dass es bei der Augendiagnose an den Probanden zu einer Übereinstimmung von 74 % bezüglich der Erkrankungen gekommen ist.

Die Augendiagnose geht davon aus, dass die Iris sich – teils für ein Leben lang – aufgrund von folgenden Kriterien verändert:

 

  • Lebensweise
  • Nahrung
  • Erkrankungen und deren Therapien
  • Umwelteinflüsse (psychische, stoffliche und „informatorische“)

 

Dies soll durch eine Einlagerung von Farbpigmenten oder eine örtliche Verdichtung der Fasern geschehen.

 

Durchführung & Wirkungsweise der Augendiagnose:

Behandlung IridologieIrisdiagnostiker berücksichtigen bei ihrer Diagnose diverse Eigenschaften der Augen.

Hierbei kommen zwei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, eine sektorale und eine zirkuläre Topografie.
Die Aussagen der beiden Verfahren werden dann im Anschluss miteinander Verknüpft.

Die grundlegenden Informationen werden dabei mit einer Lupe erfasst, die eine vier- bis fünffache Vergrößerung ermöglicht.

Meistens wird außerdem ein spezielles Mikroskop verwendet, dass eine 10- bis 40-fache Vergrößerung ermöglicht und in einigen Fällen auch über eine Kamera verfügt.

Bei diesen Verfahren werden folgende Eigenschaften der Augen berücksichtigt:

  • Die Grundfarbe (braun, blau oder Mischformen)
  • Die Helligkeitsunterschiede vom Gewebe der Iris
  • Das Muster und die Struktur der Irisfasern (Stärke, Richtung, Verdichtung, Lockerung und Spannung)
  • Auf- und Einlagerungen (nebel-, flocken- und wolkenartig)
  • Pigmentflächen und –flecken
  • Veränderungen der Farbe des Augenweiß (Sklera)
  • Die Menge, die Füllung und die Schlängelung der Blutgefäße und Bindehaut

Da in den meisten Fällen das gesamte Auge und nicht nur die Iris beurteilt wird, sprechen sich viele Anhänger des Verfahrens für die Bezeichnung Augendiagnose statt Iridologie aus.

Die Augendiagnostiker gehen davon aus, dass Leitungsbahnen von allen Organen zu einer entsprechenden Stelle der Iris führen. Daher sollen Veränderungen des Auges auch eine genaue Auskunft über den Ort des Leidens geben können.

 

 

 

 

Die Augendiagnose hilft bei:

Über die Analyse der Augen soll, den Anhängern des Verfahrens nach, der Zustand folgender Körperbereiche erkannt werden können:

 

 

Mit dem Verfahren soll es generell möglich sein, die Krankheitsdisposition und die Konstitution eines Menschen zu beurteilen. Je nachdem, in welchem Bereich des Auges eine Veränderung auftritt und wie diese ausfällt, können, den Irisdiagnostikern zufolge, akute und chronische Leiden festgestellt werden. Daher soll das Verfahren es ermöglichen, eine Erkrankung zu behandeln, bevor diese richtig ausbricht.

 

 

Früherkennung mittels Augendiagnose:

Anhängern der Augendiagnose zufolge, vermittelt die Analyse der Iris Erbinformationen. So soll zum Beispiel festgestellt werden können, ob ein Kind die Erberkrankung seines Elternteils gerbt hat. Die Iridologen sind der Meinung, dass gefährdete Personen auf diese Weise bestimmte Verhaltensregeln einhalten können, die das Risiko verringern, dass die Krankheit auch tatsächlich ausbricht.

 

Diagnose & Untersuchungsmethoden

 

Die Augendiagnose sollte ausschließlich als ergänzende Diagnosemethode zur Schulmedizin eingesetzt werden. Bisher gibt es nämlich weder theoretische noch empirische Belege für die Wirkung des Verfahrens. Insofern mögliche Symptome mit einem Arzt abgeklärt wurden, kann die Augendiagnose jedoch eingesetzt werden, um womöglich eine Auskunft über den eigenen gesundheitlichen Zustand zu erlangen.

Risiken & Nebenwirkungen:

 

  • Fehldiagnose

 

Das Verfahren an sich bringt keine nachgewiesenen Risiken oder Nebenwirkungen mit sich. Es wurde allerdings mehrfach nachgewiesen, dass jede wissenschaftliche Grundlage in der Augendiagnose fehlt. So wurden bereits viele klinische Studien durchgeführt, in denen die Treffsicherheit der Augendiagnose im Bereich der Zufallserwartung lag.

 

Daher sollte das Verfahren ausschließlich ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt werden. Wird mittels Irisanalyse eine Diagnose gestellt, sollte diese stets auch von einem herkömmlichen Arzt bestätigt werden. Anderenfalls kann die vermeidliche Therapie zu Kontraindikationen oder Nebenwirkungen führen.

 

Wer behandelt?

  • Naturheilkundler
  • Homöopathen
  • Heilpraktiker

 

Da die Augendiagnose kein standardisierter medizinischer Zweig ist, kann eigentlich jeder die Analyse durchführen. Das Verfahren wird in vielen alternativen Heilpraktiken angeboten.

 

Unser Fazit:

Da die Wirkung der Augendiagnose bisher keineswegs wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, sollte das Verfahren und die daraus resultierende Therapieempfehlung stets auch mit einem Arzt der Schulmedizin abgeklärt werden.

 

Insofern keine kontraindizierten Medikamente verabreicht oder andere Behandlungen empfohlen werden, die Nebenwirkungen hervorrufen können, kann die Augendiagnose jedoch bei Interesse problemlos durchgeführt werden. Das Verfahren an sich ist weder schmerzhaft noch gefährlich.

 

 


 

Das Verfahren der Augendiagnose wird auch Irisdiagnose genannt, da die Regenbogenhaut des Auges, die Iris, der Diagnose dient. Mit ihren Linien, Flecken und Pigmentierungen spiegelt sie das Geschehen im ganzen Organismus wider. Begründet wurde diese Diagnoseform Ende des 19. Jahrhunderts durch den ungarischen Arzt Dr. Ignaz von Peczely. Die Untersuchung der Iris erfolgt mit einem Irismikroskop oder Fotos der Iris, die über einen Computer auf einen Bildschirm projiziert werden

Die Augen (Iris)-Diagnose ordnet die rechte Iris der rechten Körperseite und die linke Iris der linken zu. Sie unterscheidet verschiedene Zonen innerhalb der Regenbogenhaut: Die obere Zone hat eine Beziehung zum Kopf, die mittlere Zone zum Leib, die untere zum Unterleib und den Beine. Für die Diagnose ist die Färbung und ihre Form entscheidend. Der Iris-Diagnostiker interpretiert weiße Male als Entzündungen oder Überreizungen, dunkle Male weisen auf Unterstimulierung und verringerte Funktion hin, schwarze Male werden als Substanzverlust gelesen.

Des Weiteren wird von der Pupille nach außen in drei Kreiszonen unterteilt. Die innerste Zone soll dabei vor allem den Verdauungsorganen entsprechen, die mittlere den Stoffwechsel- und Ausscheidungsfunktionen und die äußere vornehmlich dem Knochengerüst und der Haut. Innerhalb dieser Kreise werden Segmente unterschieden, die mit einzelnen Organen bzw. Organsystemen im Zusammenhang stehen.

 


 

Weitere Informationen zur Augendiagnose/Irisdiagnose:

Fachverband Deutscher Heilpraktiker: https://www.fdh-sh.de/index.php/16-therapien/17-augendiagnose-irisdiagnose

Ausbildungszeiten:

(diese Angaben sind Richtwerte, die je nach Form und Ort der Ausbildung und Vorwissen variieren):
ca. 8 Tage

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