Röteln

Auch bekannt als:

Rubella
Bezeichnung: Röteln-Antikörpertest, Röteln-HAH, Röteln-elisa, Rubella-Antikörpertest
Ähnliche Tests: hiv–Antikörper, TORCH


Auf einen Blick

Warum werden Röteln untersucht?

Zur Bestimmung einer aktuellen oder abgelaufenen Infektion oder ob ein ausreichender Schutz vor einer Infektion besteht.

Wann sollte man Röteln untersuchen lassen?
Bei Planung einer Schwangerschaft oder bei Symptomen einer Röteln Infektion.

Aus welchem Probenmaterial wird Röteln durchgeführt?
Aus einer Blutprobe einer Armvene.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Röteln ist eine virale Infektion (durch das Rubella-Virus) die einen zarten Ausschlag und Grippeähnliche Symptome, wie Fieber, Krankheitsgefühl und Infektionen der oberen Luftwege,  hervorruft. Der rote Ausschlag beginnt im Gesicht und im Nacken und breitet sich auf den Körperstamm und die Extremitäten aus. Bei Jugendlichen und Erwachsenen können schwerere Symptome, wie zum Beispiel Gelenkschmerzen, auftreten, die einige Wochen anhalten können. Normalerweise sind Röteln eine harmlose Erkrankung die ohne besondere Behandlung von selbst abheilt. Wird jedoch eine schwangere Frau in den ersten 3 Monaten ihrer Schwangerschaft infiziert, so können schwere kindliche Schädigungen, Fehlgeburt oder Todgeburt die Folge der Infektion sein.

Die Röteln Infektion findet durch Übertragung von infektiösen Sekreten, aus Nasen- und Rachenraum einer Person mit akuter Erkrankung statt. Bei Kontakt mit Röteln besteht Ansteckungsgefahr eine Woche vor und eine Woche nach Auftreten des Ausschlages. Bei Kindern verlaufen die Röteln meist nur mit milden Symptomen, so dass die Infektion manchmal auch nicht erkannt wird. Die Zahl der Neuerkrankungen an Röteln in Deutschland ist seit der Empfehlung der STIKO (ständige Impfkomission) zur Impfung in der Kindheit mit einem Kombinationsimpfstoff für Masern, Mumps und Röteln sehr niedrig. Leider steigt durch ein gewisse „Impfmüdigkeit“ das Risiko wieder an. Der Immunschutz gegen Röteln wird im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge bei allen Schwangeren überprüft.

Der Test kann zu jeder beliebigen Zeit durchgeführt werden und gibt Auskunft über die Immunitätslage der Person gegen den Virus.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Es wird Blut mit einer Spritze aus einer Armvene entnommen.


Der Test

 


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Bei Raumtemperatur ist die Probe für 5 Tage stabil, während dieser Zeit können Antikörper zuverlässig bestimmt werden. Bei Lagerung bei 4°C ist die Probe für 4 Wochen stabil. Bei Lagerung bei -20°C können Antikörper auch nach Jahrzehnten noch nachgewiesen werden.

Referenzbereich
Normalerweise werden keine Antikörper nachgewiesen.
Referenzbereich: Negativ
Der Grenzwert für positive Ergebnisse kann bei unterschiedlichen Methoden schwanken, da es keine Standardisierung der Referenzbereiche gibt. Die für den Befund gültigen Referenzbereiche sollten daher die im Laborbefund angegeben werden. Für den HAH-Test (Hämagglutinationstest) werden vom RKI (Robert-Koch-Institut) Titer angegeben, bei denen von einer sicheren Immunität ausgegangen werden kann. Diese sind in den Mutterschutzrichtlinien niedergelegt. Da neuere ELSA-Methoden hier bessere Ergebnisse liefern, ist eine entsprechende Abänderung der Mutterschaftsrichtlinien geplant.

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Antikörper werden bevorzugt aus Serum gemessen. Die Verwendung von EDTA- bzw. Heparinplasma oder auch Citratplasma sollte nur erfolgen, wenn die entsprechenden Testsysteme dafür evaluiert wurden und dies in der Testbeschreibung angegeben ist.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Es besteht keine Ringversuchspflicht nach den RiLiBäk. Die Methode ist soweit möglich normiert und standardisiert. Jedoch können gerade bei der Bestimmung von Antikörpern auf verschiedenen Testsystemen oft erhebliche quantitative Titerunterschiede auftreten, sodass Titerverläufe nur auswertbar sind, wenn sie mit dem selben Test durchgeführt wurden. Qualitätskriterien sind definiert und werden in verschiedenen externen Ringversuchen geprüft.


Häufige Fragen

Sollten schwangere Frauen gegen Röteln geimpft werden?

Die Rötelnimpfung sollte nicht bei schwangeren Frauen durchgeführt werden und eine Frau sollten nach einer Impfung ein Monat verhüten. Wird eine Impfung jedoch versehentlich bei einer Schwangeren durchgeführt, so stellt dies – im Gegensatz zu einer echten Infektion mit Röteln keinen Grund zum Schwangerschaftsabbruch dar. Dennoch sollte auf die Impfung mit dem abgeschwächten Lebendimpfstoff-Röteln während einer Schwangerschaft verzichtet werden

Hat die Impfung Risiken?
Der Impfstoff enthält einen abgeschwächten lebenden Virus, der nicht die Probleme einer normalen Infektion hervorrufen kann. Einige Personen – v.a. bei Impfung im Erwachsenenalter – entwickeln einen Ausschlag, der für 2-3 Wochen nach der Impfung bestehen bleibt, und Gelenkschmerzen, vor allem in den Händen und Handgelenken. Selten werden Nebenwirkungen bei geimpften Kindern gesehen. Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, sollte die Problematik einer Impfung bei stark immunsupprimierten Patienten oder Kindern mit angeborenen Immudefekten mit einem spezialisierten Immunologen besprochen werden.

Wie ist die Behandlung eines an Röteln Erkrankten, der keinen Impfschutz hat?

Antibiotika sind nicht wirksam gegen Viren, es gibt auch kein antivirales Medikament oder ein Hyperimmunglobulin (passive Immunisierung nach Infektion), das eine Infektion verhindern oder heilen kann oder das Risiko für ungeborene Kinder bei Infektion reduzieren kann.

Wie schnell nach Exposition gegenüber Röteln, tritt die Erkrankung auf?
Die Symptome beginnen nach ca. 15-17 Tagen nach Kontakt mit dem Rötelnvirus mit Ausschlag, was allerdings auch länger als 3 Wochen dauern kann.

 

AWMF Leitlinien virale Meningoencephalitis
https://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/030-100.htm

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