Stoffwechselkrankheiten

Unter Stoffwechsel versteht man die Gesamtheit der im Körper ablaufenden chemischen Reaktionen. Kohlenhydrate, Fette und Proteine werden mit der Nahrung aufgenommen und durch Verdauung unter Energiegewinnung in ihre Grundbausteine zerlegt (kataboler Stoffwechsel); diese werden zum Aufbau körpereigener Stoffe benötigt (anaboler Stoffwechsel).

Stoffwechselprozesse verlaufen häufig in Zyklen (Citratzyklus) und unterliegen komplexen Regulationsmechanismen. Unter dem Begriff „Stoffwechselkrankheiten“ werden alle Krankheitsbilder zusammengefasst, die durch Störung der Stoffwechselprozesse bedingt sind. Dazu gehören Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Hyperurikämie und Gicht.

Einteilung & Ursachen

Diabetes mellitus gehört zu den Erkrankungen des Kohlenhydratstoffwechsels. Man unterscheidet die jugendliche Diabetes, oder Typ 1, der autoimmun verursacht wird, und den Erwachsenen- oder Altersdiabetes, oder Typ 2, der meist infolge von Fehlernährung und Übergewicht entsteht. Bei Typ 1 liegt ein absoluter, bei Typ 2 dagegen ein relativer Insulinmangel vor. Der Insulinmangel führt zu erhöhtem Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) und bei zu Glucosurie.

Hyperlipoproteinämien gehören zu den Fettstoffwechselkrankheiten. Dabei können alle oder nur einzelne Blutfettwerte erhöht sein. Bei Werten von mehr als 250mg/dl spricht man von einer Hypercholesterinämie, bei Werten über 200mg/dl von einer Hypertriglyzeridämie. Ein geringer Teil der Hyperlipoproteinämien ist genetisch bedingt (primäre Hyperlipoproteinämie); die Erkrankung entsteht meist durch Ernährungsfehler, Fettsucht, übermäßigen Alkoholkonsum oder tritt als Folge von Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Unterfunktion der Schilddrüse auf. Auch durch Einnahme der Anti-Baby-Pille kann eine Hyperlipoproteinämie entstehen.

Hyperurikämie ist eine Störung des Purin-Stoffwechsels. Purine sind Bestandteil von Nukleinsäuren, also von dna und RNA. Die Erkrankung kann entweder erblich bedingt sein, durch erhöhte Harnsäurebildung z.B. durch Zelluntergang bei Leukämie entstehen oder auf verminderte Ausscheidung z.B. bei Nierenerkrankungen zurückzuführen sein. Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken löst einen Gichtanfall aus.

Angeborene Stoffwechselkrankheiten wie Phenylketonurie sind Erbkrankheiten und können durch ein Neugeborenen-Screening entdeckt werden.

Symptome

Die Symptome der einzelnen Stoffwechselkrankheiten sind je nach Ursache sehr unterschiedlich. Häufig wird das Körpergewicht beeinflusst. Bei Typ 1-Diabetes (Diabetes mellitus) kann infolge der Glucosurie Untergewicht entstehen; häufiger Gehen Stoffwechselstörungen jedoch mit Übergewicht einher. Fettstoffwechselstörungen verlaufen meist symptomlos und werden im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt.

Eine Behandlung ist dennoch erforderlich, da Fettstoffwechselstörungen als Risikofaktoren für Schlaganfall, Arteriosklerose und periphere arterielle Verschlusskrankheit die Gesundheit bedrohen.

Diagnose

Der Facharzt erhebt eine ausführliche Anamnese. Stoffwechselkrankheiten sind im Blut nachweisbar, z.B. durch erhöhte Glucose-, Cholesterin-, Triglyzerid– und Harnsäurewerte. Da Stoffwechselkrankheiten als Folge einer anderen Grunderkrankung auftreten können, empfiehlt sich ein Screening der Blutwerte anderer Organe wie Niere oder Schilddrüse.

Therapie

Eine eventuell vorliegende Grunderkrankung ist zu behandeln. Bei Stoffwechselkrankheiten sollten die Betroffenen eine ihrer Störung angepasste Diät einhalten, mit der Übergewichtige auch Abnehmen. Wenn Ernährungsumstellung, Bewegung und Entspannungstechniken keine Besserung erzielen, kann medikamentöse Therapie erfolgen, z.B. Lipidsenker bei Fettstoffwechselkrankheiten.

Diabetes bei Kindern und Jugendlichen wird immer mit Insulinsubstitution behandelt. Bei Alterdiabetes ist meist eine Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion ausreichend. Bei leichter Diabetes kann das homöopathische Mittel Datisca (Gelbhanf) in niederen Potenzen (D3 bis D12) angewendet werden. Homöopathische Mittel mit Hormondrüsenextrakten können den Stoffwechsel anregen oder regulieren, z.B. Hypophysenextrakt oder Schilddrüsenextrakt in niedrigen Potenzen (Staufen). Auch Hanteltraining und Ausdauersport regen den Stoffwechsel an und erleichtern die Gewichtsreduktion.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (82 Stimmen, Durchschnitt: 4,93 von 5)
Loading...
Top