MRSA Infektion


MRSA

Was ist eine MRSA-Infektion?

Zunächst einmal sollte geklärt werden, was sich hinter dem Kürzel „MRSA“ verbirgt. Die Abkürzung stammt aus dem Englischen und steht dort für: „Methicillin-resistant Staphylococcus aureus“ oder zu Deutsch: „Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus“. Diese Bedeutung ist aber nicht mehr länger allgemeingültig, das „M“ in „MRSA“ kann inzwischen auch für „Multi“ stehen, also: „Multi-resistenter Staphylococcus aureus“.

Diese Information wird dem Laien nun aber nicht viel helfen. Kurzgesagt ist eine MRSA-Infektion eine Infektion mit einem Staph-Bakterium,welcher Art auch immer, das im Laufe der Zeit eine natürliche Resistenz gegen alle gängigen Antibiotika entwickelt hat, die sonst benutzt wurden, um derlei Krankheiten auszumerzen.

Orte der Ansteckung sind meist solche, die zum Behandeln kranker und gebrechlicher Menschen dienen. Darunter fallen nicht nur Krankenhäuser, sondern auch Alten- und Pflegeheime, Dialysezentren, Palliativstationen usw. Aber dies sind nicht nur die wahrscheinlichsten Orte für eine Ansteckung mit einem MRSA-Erreger, sondern auch die Personen, die solche Orte krankheitshalber oder beruflich häufig oder gar dauerhaft frequentieren müssen, sind meist die, die sich anstecken.

Deshalb werden Maßnahmen zum Selbstschutz für Pflegepersonal auch immer wichtiger.
Besonders häufig treten multiresistente Infektionen auch bei Patienten auf, die zwar nur kurz hospitalisiert waren, sich aber einer Operation unterziehen mussten. Besonders häufig trifft es Personen, die eine Gelenkprothese oder die einen Eingriff an ihren Blutgefäßen bekommen haben. Selbst allerhöchste Hygienemaßregeln helfen manchmal nicht und es kommt immer wieder zu dergleichen Zwischenfällen. Manchmal spricht der Laie über MRSA-Erreger auch schlicht vom sog. „Krankenhauskeim“.

Welche möglichen Ursachen kann eine MRSA-Infektion haben?

Wie bereits erwähnt, ist es möglich, dass es man sich im Laufe einer Operation oder aufgrund zu langen Verweilens in medizinisches Einrichtungen aller Arten mit einem MRSA-Erreger ansteckt.
Weitere Ursachen können die Teilnahme an sog. „Kontaktsportarten“ sein (bspw. Ringen, Kickbosen usw.).

Ebenfalls ein möglicher Ansteckungsgrund sind schlechte Lebensbedingungen, d.h. überfüllte Häuser, schlechte hygienische Eigenschaften, wenig Raum um sich zurückzuziehen (dies trifft insbesondere auf manche Baracken, Kinderheime und Gefängnisse zu).

Aber ebenso homosexuelle Kontakte unter Männern können ein Förderungsgrund für MRSA-Erreger sein. Besonders dann, wenn sie ungeschützten Analverkehr ausüben und häufige Partnerwechsel vornehmen, steigt die Chance stark an.

Weitere Risikofaktoren können u.a. sein:

  • Menschen mit generell schwachem Immunsystem (bspw. HIV-Erkrankte, Lupus
  • oder Krebspatienten, Organtransplantatsträger und schwere Asthmatiker usw.)
  • Zuckerkranke bzw. Diabetiker
  • Süchtige nach intravenös eingenommenen Drogen (z.B. Heroin)
  • Chinolone-Antibiotika-Einnehmer
  • Ältere Menschen im allgemeinen
  • Schulkinder, die Sport
  • und Arbeitsmaterialien teilen (müssen)
  • Bewohner von Wohnheimen (Studenten, Obdachlose, Drogensüchtige usw.)
  • Frauen mit oftmaligen Blasen
  • oder Nierenentzündungen
  • Medizinisches Fachpersonal
  • Küstenbewohner mancher Regionen, in denen MRSA-Erreger im Wasser zu finden sind (bspw. Florida)
  • Tierärzte, Bauern, Viehhirten, Haustierhalter, Metzger und Schlachter
  • Lehrer, Kindergärtner (eher Ansteckung durch die Kinder ALS durch die Arbeitsbedingungen)
  • Touristen in Regionen mit hoher Betroffenenzahl

Welche Symptome und Anzeichen gibt es für eine MRSA-Infektion?

Alle Staph-Infektionen verlaufen zu Beginn ähnlich, so verhält es sich auch mit MRSA-Infektionen. Oftmals bilden sich auf der Haut des Betroffenen kleine gerötete Pusteln, die zunächst an Pickel oder Spinnenbisse Erinnern können. Selbige zeichnen sich oft dadurch aus, dass die wärmer als der Rest des Körpers erscheinen, voll mit Eiter oder anderen Wundflüssigkeiten sind und der Patient spontan hohes Fieber entwickelt.

Besagte Pusteln sind allerdings nur zu Beginn einer Infektion klein und Pickelähnlich – schreitet die Krankheit voran, dann vergrößern sie sich oft rapide und können sich binnen kürzester Zeit zu regelrechten Abszessen ausbilden, die tief in die Haut hineinreichen und zum Bersten mit Eiter o.ä. gefüllt sind. Es ist niemals eine gute Idee Abszesse selbst ausdrücken oder „trockenlegen“ zu wollen. Also Finger weg! Denn anders als bei beispielsweise normalen Pickeln, reichen Abszesse tief in die Haut hinein und können ihren Inhalt auch direkt in den Körper entladen. Das führt in beinahe allen Fällen zu starken und vermeidbaren Blutvergiftungen oder gar schlimmerem. – Darum ist es immer ratsam große Abszesse von einem Arzt behandeln zu lassen und nicht selbst Hand anlegen zu wollen.

Überhaupt sind diese Abszesse sehr gefährlich und stellen ein immenses Risiko für Leib und Leben des Betroffenen dar. Denn sie können auch ohne laienhafte Behandlungsversuche Eiter nach innen abgeben und somit das Blut vergiften. Aber damit nicht genug: manchmal befallen sie auch Knochen, Gelenke, Muskeln, Venen oder gar Lunge und Herz. All dies bietet ein extrem hohes Risiko mit dem nicht zu spaßen ist. Oft steht das Leben des Betroffenen auf dem Spiel.

Wie wird eine MRSA-Infektion diagnostiziert und wie verläuft eine Erkrankung?

Die diagnostischen Mitteln, um eine Infektion mit MRSA-Bakterien festzustellen sind zahlreicher Natur. Viele ähneln anderen gängigen Methoden zur Feststellung von Infektionen. Zudem werden ständig neue Praktiken entwickelt, mithilfe derer eine entsprechende Infektion schnell, sicher und effizient festgestellt werden kann.

Alles in allem allerdings ist zu sagen, dass es einem gezielten Vorgehen bedarf, wenn es darum geht gegen Antibiotika resistente Keime klar als Ursache der Erkrankung herauszustellen.

Man benötigt hierfür ausreichende Mengen untersuchbaren Materials (dazu gehören: Nasensekret, Hautproben, Urinproben, Blutproben, Sputum oder andere Körperflüssigkeiten).

Da eine exakte und sichere Diagnose heutzutage leider noch einiges an Zeit in anspruch nimmt, wird besonders im frühen Stadien der Krankheit oftmals schon auf „starken Verdacht“ hin eine Behandlung begonnen.

Die aus den ausgewerteten Körperflüssigkeiten gewonnenen Daten zeigen dem behandelnden Arzt dann später an, ob er sich für die korrekte Behandlungsform entschieden hat.

Reine Diagnosen ohne medizinische oder wissenschaftliche Tests sind mehr oder weniger nutzlos, da sie eventuell zwar die richtige Art der Infektion festzustellen imstande sind, sie aber nicht determinieren können, ob der Erreger multiresistent ist oder nicht.

Eien Infektion mit MRSA-Erregern kann mitunter grausame Folgen haben. Unbehandelte Infektionen dieser Art enden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer mit dem Tod des Patienten. Zudem verlaufen diese Infektionen meist atypisch, weshalb es schwer bis unmöglich ist vorherzusagen, wie das Individuum auf eine Infektion reagiert. Um sich einen Überblick über den entwaigen Verlauf zu verschaffen, widmet man sich am besten noch einmal den möglichen Symptomen.

Wie wird gegen eine Infektion mit MRSA-Bakterien vorgegangen?

Das Faktum, dass MRSA-Bakterien, wie schon ihr Name es sagt, resistent gegen Antibiotika sind, macht eine Behandlung heikel und schwierig.

Gerade als Bakterien anfingen Resistenzen gegen Antibiotika aufzubauen, waren Ärzte und Forscher oftmals stark überfordert, da sie nicht verstanden, warum die klassischen Heilungsmethoden keine Wirkung zeigten. Es dauerte einige Zeit, bis man feststellte, dass diese Keime sich weiterentwickelt hatten. Erst danach konnte man wieder versuchen gezielt gegen das Problem vorzugehen.

Nämliches Vorgehen besteht primär darin, neue wirksame Medikamente zu entwickeln, gegen die das Bakterium noch nicht resistent ist. Das mag zu Anfang auch nutzen, ist aber auf lange Sicht keine Lösung, da multiresistente Bakterien immer weitere Resistenzen aufbauen. Es ist ein Wettlauf, der nicht mithilfe von Medikamenten alleine gewonnen werden kann. Es bedarf hier einer ganz neuen Behandlungsstrategie.

Aber daran wird zur Zeit mit Nachdruck geforscht.

Ansonsten bleibt zu sagen, dass die jetzige Abhilfe mit neuen Medikamenten meistens vielversprechend ist. Also sollte man sich nicht allzu sehr vor einer Ansteckung fürchten.

Was kann man tun, um einer Ansteckung vorzubeugen?

Wie bereits erwähnt ist es empfehlenswert eine gute persönliche Hygiene zu betreiben, große Menschenansammlungen zu meiden, sich regelmäßig die Hände zu desinfizieren und medizinische Einrichtungen nur dann zu besuchen, wenn es absolut notwendig ist.

Des Weiteren kann eine Ansteckung niemals komplett ausgeschlossen werden. Jeder läuft Gefahr sich zu infizieren, wobei die meisten Menschen in Europa nicht zu der gefährdeten Risikogruppe gehören.

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