Fadenpilze

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Dermatophyten zählen zu den pathogenen Fadenpilzen

Fadenpilze sind überall auf der Erde zu finden. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Arten. Den größten Teil davon nehmen wir gar nicht bewusst wahr. Sie sind in einigen Käsesorten genauso aktiv, wie in den Wäldern oder als Grundlage für einige Arzneimittel.

Als Dermatophyt, Hautpilz, können wir sie auch unmittelbar, meistens äußerst unangenehm, im Alltag erleben. Sie können Keratin, also abgestorbene Haut- und Haarzellen, verdauen und sind daher sehr hartnäckig. Derzeit sind 38 krankheitserregende Arten bekannt.

Was für Beschwerden oder Krankheiten diese verursachen können, wie sich sich ausbreiten können und alle weiteren wichtigen Informationen, erläutern wir nachfolgend.

Was sind Fadenpilze?

Fadenpilze, Hyphomyceten oder auch Hyphenpilze werden aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes so genannt. Hyphen, das sind die fadenförmigen Zellen, aus denen sich ein Fadenpilz zusammensetzt.

Dabei ist jede Hyphe sozusagen ein Individuum, weshalb die Aussage, dass Fadenpilze, trotz vieler Hyphen, zu den Einzellern zählen, nicht weiter verwundern sollte. Sie vermehren sich durch Sporen (Konidien).

Wenn es bei Schimmelpilzen oft um Verderbnis, um Substanzen gegen bestimmte Bakterien oder die Herstellung edler Geschmäcker geht, dann geht es bei Fadenpilzen meistens um die Dermatophyten.

Das sind Hautpilze oder Nagelpilze, die sich von organischem Material (meistens Kohlehydraten) ernähren. Besonders hartnäckig sind sie durch ihr Vermögen mittels Keratinase auch Keratin (abgestorbene Hautzellen, Nägel) zu verdauen. Weil diese Art der Fadenpilze den Menschen schaden, werden sie auch humanpathogene Fadenpilze genannt. Ein Befall mit Fadenpilzen kann harmlose Hauterscheinungen, aber auch lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen.

Haut Dehnungsstreifen Schwangerschaftsstreifen

Die Pilze können sich von Keratin, also abgestorbenen Haut- und Haarzellen, ernähren

Bekannt sind 38 Arten dieser (für Menschen und/oder Tiere) pathogenen Dermatophyten. Davon haben rund 10 Arten eine sogenannte klinische Relevanz.

Alle 38 Arten werden in drei Gattungen eingeteilt:

  • Microsporum
  • Trichophyton
  • Epidermophyton

Zur besseren Einordnung: Das Reich der Pilze wird in der Biologie aktuell in fünf Bereiche unterteilt. Weder die Bezeichnung Fadenpilz noch Schimmelpilz spielen dabei eine Rolle.

Fadenpilze, Schimmelpilze, Flechten oder Hefen (Sprosspilze) stellen keine biologische Einteilung dar. Sie fassen lediglich eine Gruppe von Pilzen nach ihrer Lebensweise oder ihrem Aussehen zusammen. Sie können jeweils in allen der fünf Abteilungen vorkommen, in die das Pilzreich systematisch eingeteilt ist.


Vorkommen & Eigenschaften

Ganz grob lässt sich sagen, dass Fadenpilze überall dort vorkommen, wo organisches Leben existiert. Die meisten davon bemerken wir gar nicht und sie sind auch nicht schädlich für Mensch und Tier, im Gegenteil. Sie sind für den Fortbestand organischer Materie (z. B. für die Wälder) notwendig.

Anders sieht das bei der Gruppe der Hautpilze (Dermatophyten) aus. Auch sie gibt es weltweit und sie fühlen sich an allen Orten, die warm und feucht sind wohl. Das betrifft sowohl Stellen an der Haut, wie die Zehenzwischenräume, als auch bestimmte öffentliche Orte in der Stadt, wie das Schwimmbad oder die Sauna. Die häufigsten Arten dieser Hautpilze gehören zu den Fadenpilzen.


Krankheiten & Beschwerden

Je nach Art und Stamm können Fadenpilze diverse Krankheiten und Beschwerden auslösen. Welche das sich, erläutern wir nachfolgend im Einzelnen.

Pilz (Haut, Haar, Nagel)

Haut-, Haar– und Nagelpilz

In der Dermatologie (Hautkunde) spricht man bei Pilzinfektionen der Haut und Hautanhangsgebilde sowie der behaarten Kopfhaut von Dermatomykosen.

Fußpilz

Die mit Abstand „prominenteste“ Dermatomykose durch Fadenpilze dürfte der Fußpilz sein:

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Die Pilze können sich z. B. aufgrund eines Vitaminmangels ausbreiten

Ursachen & Faktoren

Begünstigende Faktoren für eine (zunächst) oberflächliche Pilzerkrankung durch Fadenpilze sind:

  • kleine Hautverletzungen (Mikrorisse)
  • Feuchtigkeit durch Synthetikwäsche
  • Synthetisches Schuhwerk
  • SchweißFüße
  • Schwimmbad-, Saunabesuche
  • Fettleibigkeit
  • Antibiotika
  • Vitaminmangel
  • genetische Disposition

Symptome

Die Hauptsymptome dieser Pilzerkrankungen durch Fadenpilze sind:

  • Rötungen
  • starker Juckreiz
  • Blasenbildung
  • Schuppenbildung
  • Nässen
  • Eiterungen
  • Zerstörung des Keratinaufbaus (Haare, Nägel)

Die meisten Pilzerkrankungen von Haut, Haaren und Nägeln werden durch die nachfolgend kurz vorgestellten drei Pilzarten, die der Gruppe der Fadenpilze angehören, verursacht.

Microsporum

Diese Pilzarten befallen Haut und Haar bei Mensch und Haustier. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt von Mensch, Tier oder Erdboden zu Mensch. In der Folge kommt es zu einer Hautmykose (rot, schuppig, sich zentral nach außen ausbreitend) oder Haarmykose (brüchige Haare bis zum Haarausfall).

Die Diagnostik erfolgt durch die Beobachtung von Haut- oder Haarmaterial in einer Anzuchtschale im Labor. Therapiert wird lokal mit unterschiedlichen Wirkstoffen in Salben und Tinkturen, wie zum Beispiel Fluconazol oder Itraconazol.

Trichophyton

Die Sporen dieser Pilzart befallen Haut (besonders Hornhaut), Nägel und das Haar von Menschen und Haustieren. Der Trichophyton kann besonders lange überleben und bleibt dabei infektiös. Haut und Haare zeigen die gleichen Symptome wie beim Microsporum. Die Nägel werden bräunlich und brüchig.

Das Diagnoseverfahren und die Therapie unterscheiden sich nicht nennenswert von den angewendeten Verfahren bei einem Befall mit dem Microsporum.

Epidermophyton

Wieder sind Haut und Nägel betroffen, jedoch sind es bei dieser Erregergattung bevorzugt Hautareale der Leistengegend und im Bereich der Zehen. Bei der Hautmykose (tinea Corporis) sind es wieder schuppende, rote, sich vom Zentrum her ausbreitende Effloreszenzen auf der Haut (Tinea pedis) oder Nagelmykosen mit brüchig bräunlichen Nägeln.

Diagnose und Therapie erfolgen nach den gleichen Mustern wie bei den zuvor beschriebenen Gattungen.


Risiken & Gefahren

Fadenpilz, Risiken einer Erkrankung

Gesunde Menschen überstehen einen Befall mit homopathogenen Fadenpilzen in der Regel ohne Krankheitserscheinungen. Wenn es doch zu Symptomen kommt, dann treten die typischen Erscheinungen meistens nur oberflächlich an Haut, Haaren und Nägeln auf.

Eine Behandlung durch trocken halten, Hygiene und fungizid wirksamen Mitteln (Terbinafin, Ciclopirox, Triazole) sorgen für ein rasches Abklingen der Beschwerden. Doch gleichzeitig muss auch das Immunsystem, insbesondere die Darmflora, mit behandelt werden.

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (aids), mit Durchblutungsstörungen oder Stoffwechselstörungen (Diabetes) sind besonders gefährdet. In diesen Fällen besteht sogar die Gefahr, dass sich der Pilz systemisch ausbreitet. Das heißt, er überwindet die (Schleim)Hautbarriere und gelangt in den Blutkreislauf. Dadurch kann er sich auf die inneren Organe ausbreiten und dort lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen.

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