Fluconazol

Der Wirkstoff Fluconazol wird typischerweise gegen Pilzinfektionen eingesetzt. Er zählt zu der Gruppe der Antimykotika und wird daher gegen viele verschiedene Arten von Pilzinfektionen eingesetzt. Die Einnahme erfolgt in der Regel in Form von Kapseln.

Um was es sich eigentlich bei Fluconazol handelt, wie der Wirkstoff wirkt und auf welche Art und Weise dieser eingesetzt werden kann, wird neben einigen weiteren Fragen in den folgenden Absätzen umfangreich beantwortet.

Was ist Fluconazol?

Fluconazol , Antimykotika , Pilz

Fluconazol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Azol-Antimykotika, welche typischerweise gegen Pilzerkrankungen oder Erkrankungen, welche von Pilzen hervorgerufen werden, eingesetzt werden.

Daher findet Fluconazol hauptsächlich in der Therapie gegen diese Art von Erkrankungen seine Anwendung und wird hier ärztlich angeordnet.

Gleiches gilt für den Einsatz zur Hemmung von einem Pilzwachstum, wodurch eine Pilzerkrankung ebenfalls geheilt werden kann.

Ebenfalls erfolgt die Anwendung zur Unterstützung zytostatischer Behandlungen – hier werden für den Körper schädliche oder gefährliche Zellen gezielt zerstört.

Bei einer immundrückenden Therapie kommt Fluconazol darüber hinaus häufig begleitend zum Einsatz.

In seiner Reinform handelt es sich bei Fluconazol um ein weißes und kristallin erscheinendes Pulver. So lässt sich der Wirkstoff in vielen Medikamenten vorfinden, welche gegen Pilzerkrankungen verschrieben – und eingesetzt werden.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Hemmung von Pilzerkrankungen, welche meist die Schleimhäute betreffen – können teilweise auch organisch lokalisiert sein
  • Vorbeugung von Pilzinfektionen bei Menschen mit wenigen weißen Blutkörperchen
  • Unterstützung zytostatischer Behandlungen
  • Begleitung von immundrückender Therapie

Allgemeines

Allgemeines
NameFluconazol
Andere Namen
  •   2-(2,4-Difluorphenyl)-1,3-bis (1H-1,2,4-triazol-1-yl)-2-propanol
  • Fluconazolum (Latein)
SummenformelC13H12F2N6O
WirkstoffklasseAntimykotikum

Wirkungsweise

So wirkt Fluconazol

Grundsätzlich wirkt Fluconazol wachstumshemmend im Bezug auf Pilze beziehungsweise Pilzerkrankungen.

Wird Fluconazol eingenommen und vom Körper verarbeitet, so gelangt der Wirkstoff im Blutkreislauf zu den schädlichen Zellen, aus welchen die Pilze bestehen.

Hier dockt der Wirkstoff an und sorgt für die Hemmung von 14-alpha-Demethylase. Es handelt sich dabei um ein Pilz-Enzym, welches mitunter verantwortlich für das Wachstum und die Aufrechterhaltung von Ergosterin ist.

Durch die Hemmung von Ergosterin wird nun automatisch auch das Pilzwachstum gehemmt.

Bei Ergosterin wiederum, handelt es sich um einen Baustein, welcher verwandt mit Cholesterin ist und eine ähnliche Aufgabe besitzt:

Der Baustein sorgt für die Funktionsfähigkeit der Zellmembran von Pilzzellen. Dadurch ist Ergosterin verantwortlich für die Entstehung und Vermehrung von Pilzzellen.

Wird der Baustein Ergosterin nun jedoch durch Fluconazol gehemmt, so kann sich ein vorhandener Pilz nicht mehr vermehren und stirbt langsam ab, bis dieser vollständig verschwunden ist.

Die pilzwachstumshemmende Wirkung von Fluconazol wird daher auch als „fungistatisch“ bezeichnet.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Fluconazol

Die Einnahme von Fluconazol erfolgt oral. Erst im Darm wird der Wirkstoff über die Darmwand aufgenommen und gelangt so ins Blut.

Eine halbe Stunde bis eineinhalb Stunden nach der Einnahme erreicht der Wirkstoff seine höchste Konzentration im Blut und gelangt damit in sämtliche Körperbereiche, in welchen sich auch Pilze befinden.

Abgebaut wird Fluconazol nur teilweise vom Körper und so findet die Ausscheidung hauptsächlich über das Urin statt, sodass die Wirkstoffkonzentration im Blut nach etwa 30 Stunden nur noch bei der Hälfte liegt.


Anwendungsgebiete

In erster Linie wird Fluconazol bei sämtlichen Pilzinfektionen angewendet, welche am Körper beziehungsweise im Körper auftreten.

Darüber hinaus kann eine vorsorgliche Anwendung erfolgen. Ebenso findet in einigen Fällen eine unterstützende Behandlung mit dem Arzneistoff statt.

Wann wird Fluconazol eingesetzt?

Die Anwendung von Fluconazol erfolgt in der Regel bei Pilzinfektionen, welche die Schleimhäute des Körpers betreffen. Es kann sich dabei um Pilzinfektionen handeln, welche die Schleimhäute des Mundes, der Nase oder des Rachens betreffen.

Ebenso findet eine Anwendung bei vaginal auftretenden Pilzinfektionen statt – zum Beispiel bei dem Auftreten des Hefepilzes Candida in der Scheide. Gleiches gilt für Pilzinfektionen, welche die Speiseröhre oder die oberen Luftwege betreffen.

Eine Anwendung erfolgt zudem auch bei Pilzinfektionen, welche auf der Haut auftreten. Häufig wird Fluconazol auch bei Nagelpilzen angewendet.

Teilweise findet auch eine Anwendung des Wirkstoffes bei Pilzen statt, welche die inneren Organe sowie die Hirnhaut betreffen.

Patienten, welche aufgrund einer Vorerkrankung einen niedrigen Wert an weißen Blutkörperchen aufweisen, erhalten häufig eine Therapie durch Fluconazol zur Vorbeugung von Pilzen, da diese hier besonders schnell entstehen können.

Darüber hinaus kann auch bei Kindern eine Anwendung erfolgen. Dies ist meist der Fall bei einer Pilzinfektion der Mund – und Rachenschleimhaut, bei einer Pilzinfektion der inneren Organe oder des Harntraktes sowie bei einer Pilzinfektion des Gehirns.


Richtige Anwendung

Die Anwendung von Fluconazol kann in keinem Fall selbst bestimmt werden – diese wird stets vom behandelnden Arzt festgelegt und kann individuell in einer unterschiedlichen Wirkstoffmenge und Behandlungsdauer resultieren.

So wird Fluconazol angewendet

Typischerweise erfolgt die Anwendung von Fluconazol ausschließlich oral und so wird der Wirkstoff meist in Form von Kapseln eingenommen.

Es findet in der Regel eine tägliche Anwendung statt, bei welcher die Wirkstoffmenge zwischen 50 mg und 400 mg schwanken kann – festgelegt wird diese vom behandelnden Arzt in Abhängigkeit des jeweiligen Falls.

In sehr schweren Fällen kann die Wirkstoffmenge auch höher ausfallen.

Je nach Erkrankung unterscheidet sich auch der Behandlungszeitraum: So kann diese bei einigen Erkrankungen wenige Tage oder Wochen betragen. Bei anderen Erkrankungen wiederum kann der Behandlungszeitraum auch mehrere Monate bis hin zu Jahren betragen.


Medikamente

Fluconazol lässt sich in mehreren Medikamenten verschiedener Hersteller wiederfinden. Dazu zählen in erster Linie die Hersteller Phizer und Ratiopharm.

Die verschiedenen Präparate unterscheiden sich in ihrer Wirkstoffmenge und können demnach auch für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden.

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Fluconazol?

  • Diflucan 50 mg Hartkapseln (20, 50 oder 100 Stück pro Packung)
  • Diflucan-Derm 50 mg Hartkapseln (42 Stück pro Packung)
  • Diflucan 100 mg Hartkapseln (20,50 oder 100 Stück pro Packung)
  • Diflucan 200 mg Hartkapseln (20, 50 oder 100 Stück pro Packung)
  • Fluconazol-ratiopharm 50 mg Hartkapseln
  • Fluconazol ratiopharm 100 mg Hartkapseln
  • Fluconazol-ratiopharm 150 mg Hartkapseln

Handelsnamen

Monopräparate

  • Canifug-Fluco
  • Diflucan
  • Flunazul
  • Fungata
  • Generika

Indikationen

Indiziert ist Fluconazol zur Behandlung von systemischen und lokalen Pilzinfektionen wie beispielsweise:

  • Systemische Pilzinfektion
  • Schleimhautcandidose
  • Schwere Pilzinfektionen der Schleimhaut und Haut

Der Wirkstoff wird darüber hinaus auch bei immunschwachen Personen, wie hiv-Kranken, Krebs-Patienten oder Transplantationspatienten, vorsorglich gegen Pilzinfektionen eingesetzt.


Gegenanzeigen

Wann darf Fluconazol nicht verwendet werden?

Zum einen darf die Anwendung von Fluconazol nicht erfolgen, wenn eine Allergie gegen den Wirkstoff vorliegt, da es hier zu starken Nebenwirkungen kommen kann.

Zum anderen darf die Anwendung von Fluconazol nicht bei einer gleichzeitigen Einnahme von bestimmten anderen Medikamenten erfolgen – dazu in den nachfolgenden Absätzen mehr.

Außerdem sollte keine Anwendung bei Patienten mit einer stark eingeschränkten Leberfunktion erfolgen – bei einer eingeschränkten Leberfunktion sollte generell im Voraus eine Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, damit eine Anwendung von Fluconazol erfolgen kann.

Gleiches gilt für Patienten, welche eine stark eingeschränkte Nierenfunktion aufweisen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Schwangere sollten grundsätzlich nur in dringlichen Fällen eine Einnahme von Fluconazol erwägen.

Außerdem ist hierzu eine besondere ärztliche Beratung erforderlich, da die Einnahme von Fluconazol über einen langen Zeitraum während der Schwangerschaft sogar zu Schäden bei der Entwicklung des Kindes führen kann.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung von Fluconazol ist schon bei Neugeborenen zugelassen – jedoch nur in niedriger Dosierung und in besonderen Fällen. Generell muss die Dosis von Fluconazol bei Kindern genau von einem Arzt angepasst werden.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Fluconazol?

Wie bei jedem Wirkstoff, kann es auch durch die Einnahme von Fluconazol zu Nebenwirkungen kommen. Jede Nebenwirkung kann dabei unterschiedlich häufig auftreten.

So gibt es Nebenwirkungen, welche durch die Einnahme von Fluconazol sehr häufig auftreten und Nebenwirkungen, welche wiederum selten auftreten. Grundsätzlich gilt: Bei starken Nebenwirkungen sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Häufige Nebenwirkungen:

Häufiger kann es durch die Einnahme von Fluconazol zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Diese Nebenwirkungen treten bei 1 von 100 Patienten auf.Gelegentliche Nebenwirkungen:

Gelegentlich kann es wiederum zu folgenden Beschwerden kommen:

Diese Nebenwirkungen treten bei 1 von 1.000 Patienten auf.Seltene Nebenwirkungen:

Selten kommt es durch die Einnahme von Fluconazol zu:

  • Blutbildveränderungen
  • erhöhten Cholesterinwerten
  • veränderten Kaliumwerten
  • Krampfanfälle
  • Veränderungen der Herzaktivität
  • Lebererkrankungen
  • Haarausfall

Diese Nebenwirkungen treten lediglich bei 1 von 10.000 Patienten auf.Sehr seltene Nebenwirkungen:

Darüber hinaus gibt es auch Nebenwirkungen, welche bei sehr selten auftreten und damit kaum noch im messbaren Bereich liegen. Zu diesen zählen:

  • schwere Überempfindlichkeitsreaktionen
  • schwere Hauterkrankungen
  • Veränderungen der Nierenwerte

Wechselwirkungen

Es darf keine Anwendung von Fluconazol stattfinden, wenn diese gleichzeitig mit bestimmten anderen Medikamenten erfolgt, denn so kann es Wechselwirkungen kommen.

Das liegt daran, dass es durch die gleichzeitige Einnahme mit anderen Medikamenten zu einer hohen Konzentration toxischer Stoffe im Blutkreislauf kommen kann.

Welche Wechselwirkungen zeigt Fluconazol?

Zu den Medikamenten, mit welchen Fluconazol nicht eingenommen werden darf, zählen unter anderem Terfenadin, Pimozid und bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen.

Außerdem darf keine gleichzeitige Einnahme mit dem Medikament Cisaprid erfolgen. Gleiches gilt für die gleichzeitige Einnahme mit dem Neuroleptikum Pimozid. Hier kann es durch die gleichzeitige Einnahme von Fluconazol sogar zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Bei der Einnahme einiger Medikamente ist außerdem eine Anpassung der Dosis beziehungsweise eine Absprache mit dem behandelnden Arzt erforderlich.

Dies ist der Fall bei den Antidepressiva Amitriptylin und Nortriptylin, Gerinnungshemmern, Epilepsie-Mitteln, Opioiden und Medikamenten gegen Asthma.

Ebenso muss eine genaue Anpassung der Dosis bei der gleichzeitigen Einnahme bestimmter Antibiotika, dem Entwässerungsmittel Hydrochlorothiazid, Alfentanil, Benzodiazepine, Calciumkanalblockern, Celecoxib, Zytostatikum Cyclophosphamid, Fentanyl, Statine, Halofantrin, Losartan und Methadon erfolgen.

Erfolgt eine gleichzeitige Einnahme mit nicht steroidalen Antirheumatika, Prednison, Saquinavir, bestimmten Immunologika, Sulfonylharnstoffe, Theophyllin, Vitamin-A-Säure und Zidovudin, so ist ebenfalls eine Anpassung der Dosis erforderlich.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Fluconazol zu beachten?

Zu der Anwendung von Fluconazol gibt es einige wichtige Hinweise zu beachten.

Dazu zählt unter anderem die Anwendung unter ärztlicher Beratung, denn Fluconazol sollte zu keinem Zeitpunkt ohne eine ärztliche Beratung eingenommen werden. Zudem sollte nie die verschriebene Dosis überschritten werden.

Wird in der Behandlung bestimmter Symptome kein Fortschritt gemacht, so sollte der behandelnde Arzt darüber benachrichtigt werden.

Darüber hinaus sollte beachtet werden, den Behandlungszeitraum genau einzuhalten, da dieser von dem behandelnden Arzt auf eine bestimmte Dauer festgelegt wird.

Wird dieser überschritten, so kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Zudem erhält der Körper in diesem Fall einen Wirkstoff, welcher dieser gar nciht mehr benötigt.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Fluconazol

In Deutschland liegt für sämtliche Medikamente mit dem Wirkstoff Fluconazol eine Rezeptpflicht vor. Ein Rezept muss also von dem behandelnden Arzt ausgestellt werden, um Fluconazol zu erhalten.


Geschichte

Seit wann ist Fluconazol bekannt?

Antimykotika wurden grundsätzlich schon ab dem Jahr 1969 entwickelt und zunächst nur für die orale Einnahme ausgestellt. Circa 10 Jahre später wurde ein Präparat entwickelt, welches auch injiziert werden konnte, jedoch zu starken Leberschäden führen konnte.

Über die nächsten Jahre wurde daher viel geforscht, bis die positiven Effekte des Wirkstoffes Fluconazol entdeckt wurden. Fluconazol wurde letztendlich im Jahr 1990 zugelassen.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu Fluconazol

Es sollte beachtet werden, dass Patienten mit einer Reizleitungsstörung am Herzen Fluconazol nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden sollten. Oftmals kommt es hier zu einer Dosisanpassung. Gleiches gilt für verschiedene Arten von Nierenfunktionsstörungen.

Unterliegt der Mineralhaushalt von Patienten einer Störung, so sollte diese im Voraus behoben werden, um eine Behandlung mit Fluconazol zu beginnen. Außerdem müssen die Leberwerte jedes Patienten, welcher mit dem Wirkstoff behandelt wird, regelmäßig kontrolliert werden.

Bei weiblichen Patienten muss darüber hinaus eine Schwangerschaft vor der Anwendung von Fluconazol ausgeschlossen werden.

Eine Absetzung von Medikamenten mit dem Wirkstoff Fluconazol ist grundsätzlich erforderlich, wenn es zu Rötungen der Haut kommt oder eine Blasenbildung vorliegt.

Zuletzt sollte stets beachtet werden, dass das Reaktionsvermögen durch die Einnahme von Fluconazol eingeschränkt werden kann und das Autofahren beziehungsweise das Bedienen von Maschinen somit zu einer Gefahr werden kann.


Quellen

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
  • ABDATA Pharma-Daten-Service

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