Sonnenbrille

Der Sommer naht und mit ihm fallen die Hüllen, Menschen nutzen jeden Moment des Tages um eine Dosis frische Luft und Sonnenwärme zu ergattern. Die Sonne brennt vom Himmel und neben der blendenden Helligkeit bringt diese auch noch UV Strahlung mit sich.

Wir alle lieben eine hübsch getönte und frisch wirkende Haut, die gut gepflegt und vor dem krebserregenden Einstrahlungen geschützt wird. Jedoch wird dabei ein Körperteil oft übersehen, das mindestens genauso viel Schaden erleiden kann, wie das größte Organ unseres Körpers. Die Schäden treten oft erst viele Jahre später zu Tage. Gegen das blendende Licht schützen wir uns bereits mit den eingefärbten Brillen und schmücken uns mit diesem oft modischen Accessoire für jeden Geldbeutel. Von den einen gemocht, bei anderen verpönt sind sie seid Langem ein nützlicher Teil unserer Welt.

Was ist eine Sonnenbrille

Eine Sonnenbrille ist ein vor Lichteinfall und im besten Falle vor UV Strahlung schützendes Objekt das am Gesicht getragen und von Nasenrücken und Ohren gestützt und gehalten wird mittels Bügeln.

Brillen leisten schon lange einen offensichtlichen Dienst am menschlichen Auge und helfen die Sehschärfe zu korrigieren oder das Auge zu schützen. Eine Sonnenbrille ist eine Brille mit farblich getönten Gläsern zum Schutz vor Helligkeit und UV-Strahlung. Anders, als Sehkraft korrigierende Brillen, werden Sonnenbrillen auch von Menschen getragen, die bereits über eine optimale Sehschärfe verfügen.
Geschichtlich gesehen, trugen bereits im alten Rom Menschen Smaragde um sich vor dem gleißenden Sonnenlicht zu schützen.

Formen, Arten & Typen

Heutzutage gibt es Brillen und Sonnenbrillen in sehr verschiedenen Formen. Ob als Frucht oder Herz, Wolke oder Kreisrund, ovale oder eckige Rahmen mit den entsprechend geschliffenen oder gepressten Gläsern, was die Fantasie hergibt, findet sich heute auf dem Ladentisch. Viele von diesen sind mehr modischen Zwecken und Scherzen angepasst als tatsächlich praktischem Nutzen.
Für den täglichen Gebrauch sollte jedoch genauer unterschieden werden, für welchen Zweck die Sonnenbrille eingesetzt wird, da nicht jede für alles einsetzbar ist.

Sonnenbrillen gibt es für

  • Strand und Straßenbedarf
  • Wassernähe und Gebirge
  • Astronauten mit Infrarotschutz
  • Arbeitsbrillen
  • Sportbrillen für Aktivitäten auf dem Wasser, Land und in der Luft
  • Sonnenbrillenclips
  • Sonnenbrillen mit Sehkorrektur
  • Phototrope Brille

Für Strand und Straßenbedarf wird die Sonnenbrille genutzt, die in jedem Laden zu finden ist, oder bei dem Optiker ihres Vertrauens. Wer unter einer Sehschwäche leidet, kann sie sich mit der nötigen Dioptrien für Kurz- und Weitsichtigkeit, sowie Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) zulegen.

Hier unterscheiden sich dann auch Einstärkengläser, Mehrstärkengläser oder Gleitsichtbrillen. Unterschiedliche Beschichtungen, wie Entspiegelung, Kratzfeste Beschichtungen, UV-Filter unterstützen den Tragekomfort und die Sicherheit, ebenso wie die Form der Bügel.

Auch spezielle Arbeitsbrillen wie Laborbrillen, Bildschirmarbeitsplatzbrillen oder Sehfehler korrigierende Prismenbrillen in der Augenheilkunde und die speziellen Sonnenbrillen von Astronauten können ebenfalls eingefärbt sein. Diese werden entweder vom Arbeitgeber gestellt oder vom Arzt verschrieben.

Sportbrillen sind meistens aus Kunststoff gefertigt, optimal sind hier auch die leichteren, bruchsicheren Kunststoffgläser um die Verletzungsgefahr zu senken. Eine hautfreundliche Beschichtung ist im Allgemeinen ebenso gegeben wie Sportbügel, die ein verrutschen vermeiden sollen. Dazu kommen gebogene, getönte Sonnengläser, um einen sicheren Rundumschutz sowohl vor Licht und UV Strahlung gewähren, als auch vor Zugluft, Wasserspritzern, Staub und Steinchen. Für Jogger, Langstreckenläufer oder ähnliche sportlich Aktive ist zusätzlich eine gute Belüftung interessant um ein Beschlagen der Gläser zu verhindern.

Die Sonnenbrille zum anklemmen ist eine Lösung für Brillenträger mit Dioptrien, da der Sonnenbrillenclip die Anfertigung einer zweiten kostspieligen Brille unnötig macht. Auf der anderen Seite erhöht dies die Chance auf zusätzliche Reflexionen und geringere Abschirmung. Alternativ werden auch Korrekturclips mit Dioptrienwert angeboten, welcher in der Sonnenbrille angebracht werden kann.

Eine Besonderheit unter den Sonnenbrillen ist die selbsttönende Brille. Je mehr UV-Licht auf die dünne Spezialbeschichtung trifft, desto dunkler färbt sich die Brille. Jedoch verlangsamt sich die Reaktion der Beschichtung nach etwa drei Jahren und reagiert immer langsamer.

Auch bei Erblindung oder bei Augenkrankheiten tragen einige eine Sonnenbrille um ihre Augen zu verbergen oder sie zu schützen.

Nach wie vor werden Sonnenbrillen mit traditionellen Gläsern aus Glas genutzt, aber auch solche mit Kunststoffgläsern. Beide Arten haben unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Die Vorteile von Kunststoffgläsern sind das Gewicht, da sie leichter als Mineralgläsern sind, dazu kommt die Bruchsicherheit. Aus diesem Grund eignen sich Kunststoffgläser auch für Kinder- und Sportbrillen, insbesondere da sie nicht splittern. Dank eines veredelnden Lacks sind Kunststoffgläser heute auch kratzfest und robust. Ein weiterer Vorteil von Kunststoffgläsern ist, das sie in allen Farben und Farbtönen gefärbt werden können.
Hier sind die Nachteile, dass sie nicht so kratzfest sind wie Mineralglas und für höhere Dioptrienwerte nicht geeignet sind.

Bei Mineralglas liegen die Vorteile in der erhöhten Kratzfestigkeit und die Möglichkeit der sanften Verschmelzung von unterschiedlichen Sehzonen, ohne unschöne Kanten. Selbst bei hohen Dioptrienwerten sind verhältnismäßig dünn geschliffene Gläser möglich, allerdings ist als Nachteil zu verzeichnen das Mineralglas schwerer als Kunststoff ist und splittern kann.

Aufbau, Funktion & Wirkungsweise

Als allererstes hat eine Sonnenbrille eine Schutzfunktion. Sie soll unsere Augen vor UV Strahlung, die wir auch als Haut schädigend kennen, schützen. Durch die Färbung der Gläser gibt es einen verdunkelnden Effekt, der die Augen vor den unangenehmen Wirkungen der Sonne und die körpereigenen Reaktionen darauf vermindert.

Eine Brille besteht aus dem Rahmen und den Brillengläsern. Der Rahmen, oder das Brillengestell besteht aus den Bügeln, dem Nasensteg mit den Nasenplättchen und dem Brillenrand. Die Gelenke der Bügel werden meistens mit winzigen Schrauben befestigt, ebenso wie die Stegplättchen, für die es mehrere Möglichkeiten der Verarbeitung geben kann. Sowohl die beweglichen Plättchen, als auch starre, unbewegliche.

Die Gläser werden geschliffen, getönt und schließlich beschichtet. Bei Kunststoffgläsern wird per Tauchverfahren Lack aufgetragen um das Brillenglas kratzfest zu machen. Aber auch Härtungs- und Entspiegelungsschichten und UV-Filter werden auf ein Grundglas aufgetragen.

Alle Brillengläser für die Sehkorrektur werden zu Linsen geschliffen, um je nach Stärke und Art der Seeschwäche bestmöglich zu funktionieren. Wird eine Sonnenbrille mit Seekorrektur benötigt ist es besonders wichtig, neben dem UV-Filter auch eine Entspiegelung vornehmen zu lassen, damit gestreutes und reflektiertes Sonnenlicht nicht noch verstärkt wird.

Eine dunkel getönte Sonnenbrille bewirkt, das sich die Pupillen weiter öffnen, als sie es ohne tun würden. Die getönten Gläser verringern das einfallende Licht. Ist kein UV-Filter vorhanden, können nun ungehindert große Mengen der UV-Strahlung in die Augen eindringen und direkt spürbare Schäden verursachen, aber auch Langzeitschäden, deren Wirkungen erst nach Jahren und Jahrzehnten eintreten.
Dies gilt jedoch nicht nur für Tage mit offensichtlichen Sonnenschein, sondern auch für bewölkte Tage. UV Strahlen durchdringen auch Wolken.
Die UV-Strahlung wird nur durch entsprechende UV-Filter aufgehalten oder durch blickdichte und eng gewebte Kleidung bzw. Objekte mit entsprechender Wirkung.

Neben den traditionellen Brauntönen und Grautönen, finden sich auch weitere Farben und Abstufungen im handelsüblichen Repertoire.
Die Farben haben unterschiedliche Wirkungen auf die Performance der Augen, da sie nicht nur die stärke der Sonneneinstrahlung absorbieren, sondern auch Farben verändern, oder sogar schlucken und somit unser Sehverhalten verändern und irritieren.

  • Grün-, Grau- und Brauntöne verfälschen den Farbeindruck am wenigsten und sind die traditionellen Sonnenbrillenfarben neben Schwarz.
  • Gelbtöne erhöhen den Kontrast, lassen aber viel UV-Licht durch, was besonders für nächtliche Autofahrten gut ist.
  • Rot und Orange verbessert die Sicht, erhöht die Kontraste in der Natur und die Umgebung wird dreidimensionaler. Die Netzhaut ist gut vor Sonnenstrahlen geschützt.
  • Blautöne verzerren die Farbwiedergabe, orangefarbene Objekte im Straßenverkehr verschwimmen und ihre Warn- und Leuchtkraft verliert sich.

Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Ohne eine adäquate Sonnenbrille, ist man der Sonneneinwirkung mit UV-Strahlung unmittelbar ausgesetzt. Die Augen besitzen die Möglichkeit durch zusammenziehen der Pupillen oder zwischen den Wimpern hindurch die Welt zu betrachten. Dennoch trifft trotzdem viel Licht und Strahlung auf Linse und Hornhaut. Eine Sonnenbrille ohne UV-Filter wird zwar den Sonneneinfall reduzieren, jedoch könnte die UV-Strahlung ungehindert eindringen und Schaden anrichten.

Neben den direkt spürbaren Wirkungen von zu viel Sonnenlicht, wie Kopfschmerzen, dunkle Flecken auf der Netzhaut, Sonnenbrand auf Hornhaut, Lid und Linse, gibt es eine Reihe von Spätfolgen, der erst im Alter auftreten, wenn zu viel UV Strahlung das Auge über Jahre geschädigt hat. Leider werden diese Schädigungen meistens zu spät erkannt. Es sei denn die Lichtempfindlichkeit und Häufiges Fremdkörpergefühl tritt oft nach Aktivitäten im Freien auf.

Schädigungen, wie zum Beispiel Grauer Star, eine Trübung der Linsen, kann operiert werden, während andere Langzeitschäden, wie Erblindung, Tumore oder altersabhängige Makuladegeneration (AMD) irreversibel sind.
Daneben finden sich auch weitere Hornhauttrübungen, Augenreizungen, wie das Fremdkörpergefühl sind lästig und können auch zu Bindehaut- und Hornhautentzündungen führen, oder ein Teil der Photokeratis sein.

Photokeratis tritt etwa zwischen 3-12 Stunden nach der übermäßigen Sonnenlicht und UV-Strahlung auf. Die Symptome sind Schmerzen in den Augen, das Gefühl von“Sand in den Augen“, übermäßiger Tränenfluss, Blindhautentzündung,-rötung oder Bindehautschwellung, Hornhautentzündung, ein Lidkrampf, der sich durch zwanghaftes Schließen der Augen durch eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und leichte Sehstörungen.

Linse und Hornhaut können ebenso wie die Haut der Lider Sonnenbrand erleiden und werden vor allem durch kürzerwellige UVB-Strahlen geschädigt. Mehr als die Hälfte der UVA und UVB Strahlen treffen auf die Linse und Hornhaut, ein Teil wird im Auge selbst absorbiert, während etwa 1-2% weiter ins Innere durchdringt.

Die Färbung wird in vier Blendschutz Kategorien beschrieben. Wobei Kategorie 1 mit 20-57% Tönung und 2 mit 57-82% für bedeckte Tage bzw. der normale Blendschutz für Sommertage in Mitteleuropa sein sollen.

Kategorie 1 ist unter 20% während 3 mit 80-92% für Wasserflächen, Strand und Berge, sowie südeuropäische Länder geeignet sein soll und 4 mit 92-97% für Hochgebirge und Gletscher gemacht werden, während sie für den Straßenverkehr damit ungeeignet sind.

Um die Augen möglichst Optimal vor Sonneneinstrahlung und UV-Licht zu schützen, sollten die Gläser groß genug sein um die Augen vor seitlicher Einstrahlung zu schützen und ebenso von oben und unten einfallenden Sonnenstrahlen. Dazu gehören auch Reflexionen, die ins Auge treffen könnten. Außerdem sollte der Rahmen schmal genug sein, um das Sehfeld nicht gravierend einzuschränken. Insgesamt bedeutet das, die Brille sollte mindestens die Augenbrauen erreichen und an den Seiten auch den Gesichtsrand um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten.

Fragen & Antworten zur Sonnenbrillen

Wie erkenne ich eine Sonnenbrille mit UV Schutz?

Seit 1995 gibt es die CE Kennzeichnung der EU für Sonnenbrillen. Die DIN Norm ISO 12312-1:2013 beschreibt die EU Mindestvoraussetzungen für Sonnenbrillen, bei der die Blockierung der UV Stahlen bis 380 mn verlangt.

Die Aufbringung CE und Aufschrift ISO 12312-1 auf dem Bügel bedeutet, das der Hersteller dieser Norm bei der Fertigung entsprochen hat. Jedoch gibt es aktuell keine Instanz der die Angaben der Hersteller überprüft.

Ebenso haben sich die Kennzeichnungen CE UV400 und CE 100% UV Filter eingebürgert, die dem internationalen Standard, wie auch der medizinischen Leitlinie entsprechen.

Was bedeutet die CAT Kennzeichnung?

CAT, die Abkürzung für Categories, also Kategorien, beschreiben die Tönung der Sonnenbrillen und ihren Verdunklungseffekt, wobei 0 kaum getönt ist, während 3 für Wasserflächen, Strand und Gebirge geeignet ist, 4 dagegen für das Hochgebirge und Gletscher. Diese sind nicht für den Straßenverkehr geeignet. Diese Kategorien haben nichts mit dem Schutz vor UV Strahlung zu tun.

Wie teuer ist eine gute Sonnenbrille mit UV-Schutz und wer kann diesen testen?

Sonnenbrillen gibt es in jeder Preiskategorie und die Qualität ist in jeder dieser Preisklassen sehr unterschiedlich. Preiswerte Brillen können ebenso über einen guten UV-Schutz verfügen, wie teure. Aber auch teure können bei diesem vollkommen versagen, genauso wie billige. Der Optiker kann ihre Sonnenbrille testen und wird Sie gegebenenfalls beraten. Markennamen sind eine Geschmacksfrage und haben keinen wirklichen Vorteil bei dem UV-Schutz vor No-Name Produkten.

Unser Fazit zur Sonnenbrille

Es ist wichtig eine optimal auf die Gegebenheiten abgestimmte Sonnenbrille mit dem international gültigen und medizinisch empfohlenen UV Filter von 400nm zu nutzen, um schmerzhafte Irritationen des Auges und krankhafte Spätfolgen zu vermeiden. Bevor eine Sonnenbrille ohne UV-Filter genutzt wird, sollte lieber ganz auf eine verzichtet werden.

Hier ist also ein deutliches Plus auf der Nutzenseite, da eine passende Sonnenbrille nicht nur ein top- modisches Sommer-Accessoire ist, sondern auch noch noch Gesundheitsfördernd.

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