Wimpern

Die Wimpern als Schutzfunktion zum Auge

Die Wimpern haben nicht nur einen ästhetischen Schönheitsaspekt sondern bieten dem Auge zugleich eine ganz besondere Schutzfunktion. Staub, Fremdkörper und Schweiß werden durch die Wimpern bewusst abgewehrt. Trotzdem können sich Krankheitserreger an den Wimpern festsetzen und für Beschwerden sorgen.

Was sind Wimpern?

Die Wimpern, oder auch Cilia genannt, sind Bestandteil des Auges. In direkter Anbindung zum oberen bzw. unteren Augenlid gelten die Wimpern als feine Härchen, die zur gesamten Körperbehaarung des Menschen zählen. Die Härchen weisen eine leicht geschwungene Form auf, sind extrem dünn und zudem leicht elastisch. Gut gepflegte Wimpern am Lidrand haben nicht nur eine optisch ansprechende Wirkung sondern erfüllen zugleich wichtige Funktionen. Die Wimpern stellen eine sogenannte Schutzmauer dar, die feinste Schmutzpartikel oder Fremdkörper vom Auge fern halten soll.

Funktionen und Aufgaben

Augenwimpern dienen nicht nur der äußeren und inneren Schönheit. Zu den Hauptaufgaben der Wimpern zählt die allgemeine Schutzfunktion zum Auge. Die feinsten Härchen sollen das Auge vor Fremdkörpern schützen sowie Schmutz- und Staubpartikel fern halten. Das Gleiche gilt für den eigenen Körperschweiß. Auch dieser darf nicht ungehindert ins Auge gelangen, da sich im Schweiß Schmutzpartikel befinden können. Ein weiterer Aspekt ist die Abwehr von schädlicher UV-Strahlung. Die Wimpern können die Strahleneinwirkung abschwächen und somit das Risiko fürs Auge minimieren.

In einer amerikanischen Studie konnten Forscher feststellen, dass die geometrische Anordnung der Wimpern bei Menschen und Tieren sehr ähnlich ist. Außerdem konnte einheitlich bewiesen werden, dass lange Augenwimpern nur eine abgeschwächte Schutzfunktion haben. Sie können dem Luftwiderstand schwerer trotzen und lassen deutlich schneller Schmutzpartikel hindurch.

Speziell Frauen sehen in den langen Wimpern aber auch einen unwiderruflichen Schönheitsaspekt. Je länger, desto besser lautet dann das Motto. Wimpern müssen eine kräftige Farbe aufweisen, sollen bestenfalls seidig schimmern und eine geschwungene Form aufweisen. Schon in der Antike wurden die Wimpern einer regelmäßigen Schönheitskur unterzogen. Mit Hilfe von kosmetischen Pflegeprodukten und pflanzlichen Heilmitteln versuchte man die innere Schönheit nach außen zu bringen und den Wachstumsprozess der Wimpern zu beschleunigen.

Über das Aussehen der Wimpern kann man z.B. kulturelle Unterschiede hervor bringen oder aber einen modischen Trend betonen. Extrem lange Wimpern werden als Zeichen der Verführung betrachtet und können ein äußerliches Erscheinungsbild zunehmend unterstreichen. Das Gleiche gilt aber auch für eine Komplettrasur, bei dem nicht nur die übrige Körperbehaarung weichen muss sondern auch die Wimpern und Barthaare. Die Form und das Aussehen der Wimpern spielt in der heutigen Gesellschaft eine sehr große Rolle und ist im Grunde genommen von den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben abhängig.

Die wichtigsten Funktionen kurz zusammengefasst:

  • Abwehrmechanismus für Schmutzpartikel
  • Schutz vor Schweiß, Staub und sonstigen Fremdkörpern
  • Fernhalten von Insekten
  • Schutz des Auges vor starker UV-Strahlung
  • wichtiger Schönheitsaspekt

 

Anatomie und Aufbau

Wimpernhaare ähneln stark der herkömmlichen Körperbehaarung und bilden in der Grundbausubstanz den Botenstoff Keratin. Keratine sind Faserproteine, die zum einen nicht wasserlöslich und zum anderen aminosäurehaltig sind. Man kann die Wimpern auch als hauteigene Hornsubstanz bezeichnen, die sich stets im Wachstumsprozess befindet. Denn jede einzelne Wimper besteht aus unzähligen abgestorbenen Hautzellen (Keratinozyten) und bildet ein starres Geflecht, das zudem noch leicht flexibel bleibt. Jedes Wimpernhaar gleicht einem kurzen Borstenhaar und wird von weiteren Schweiß- und Talgdrüsen umschlossen. Wenn man von den Talgdrüsen spricht, so fällt auch oftmals die Bezeichnung Melbom- und Zeis Drüsen. Sie sind verantwortlich für die Produktion des Augenlid Sekrets. In Fachkreisen spricht man auch von der „Augenbutter“, die das Maß der Tränenflüssigkeit auf einem bestimmten Maß hält. Ein Überlaufen des Auges kann so verhindert werden.

Der Wachstumszyklus der Wimpernhaare

Augenwimpern scheinen beim Menschen extrem langsam zu wachsen. Außerdem kommt schnell die Befürchtung auf, dass herausfallende Wimpern den Wimpernkranz schnell ausdünnen können. Die Lebensdauer eines einzelnen Haares beläuft sich tatsächlich nur auf 4-5 Monate. Somit werden wir also ständig von herausfallenden Wimpern geplagt, ohne dass man einen nachlassenden Wimpernkranz feststellen muss. Wimpern haben wie alle anderen Körperhaare auch die positive Eigenschaft, dass sie ständig nachwachsen können. Nach einer maximalen Lebensdauer von 100 bis 150 Tagen löst sich das Haar aus der Hautschicht und fällt einfach ab. Die Haarwurzel selber kann sich rasch regenerieren und beginnt einen neuen Wachstumszyklus. Dieser Vorgang dauert ein Leben lang an und endet mit dem Tod des Menschen. Die Ausnahme sind lediglich 10% der gesamten Wimpern, welche bereits im Endwachstumsprozess angekommen sind und nicht mehr nachwachsen können.

Das Wichtigste in Kurzform:

  • Lebensdauer: 100-150 Tage
  • Wachstumszyklus: 4-6 Monate
  • Wimpern regenerieren sich selbständig

 

Die Fülle des Wimpernkranzes

Über die Fülle der Wimpern entscheidet meist die genetische Veranlagung und die körpereigenen Hormone. Dieser Vorgang lässt sich nicht beeinflussen, wobei manchen Naturheilmitteln ungeahnte Kräfte vorhergesagt werden. Betrachtet man sich den Aufbau des Wimpernkranzes etwas näher, so muss man diesen grundsätzlich in das obere und untere Augenlid unterteilen.

Oberhalb des Auges befindet sich der obere Lidrand. Der Wimpernkranz besteht in der Regel aus dichten aneinander gereihten Härchen und ist für den ersten Blickfang verantwortlich. Die Anzahl der darin befindlichen Härchen variiert sehr stark zwischen den einzelnen Menschen. Wissenschaftler Gehen aber davon aus, dass der obere Wimpernkranz 150 bis 250 Einzelhärchen hat. Zusätzlich zur dichten Stellung der Wimpern kommt noch die allgemeine Wimpernlänge hinzu. Oberhalb des Auges können die Haare bis zu 1,2 cm lang werden.

Der untere Rand des Auges bildet das untere Lid. Die darin enthaltenen Wimpern weisen deutlich größere Lücken auf und bilden nur einen spärlichen Wimpernkranz. Ein Mensch hat am unteren Lid nur 50 bis 150 Härchen. Deutlich weniger als im Vergleich zum oberen Lid, das bis zu 250 Härchen umfasst. Das spärliche Wachstum schlägt sich auch auf die Wimpernlänge nieder. Diese liegt nur bei maximal 0,8 cm. Im Hinblick auf die allgemeine Wimpernfarbe kann man sich an der restlichen Körperbehaarung orientieren. Sowohl bei den Kopfhaaren als auch der restlichen Körperbehaarung geht man von einem identischen Farbschema aus.

Der obere Wimpernkranz:

  • dicht und buschig
  • 150-250 Einzelhärchen
  • Wimpernlänge: 0,8 – 1,2 cm

Der untere Wimpernkranz:

  • spärlich und dünn
  • 50-150 Einzelhärchen
  • Wimpernlänge: 0,6 – 0,8 cm

 

Krankheiten, Beschwerden und Störungen

Obwohl die Wimpern nur aus abgestorbenen Hautzellen bestehen, so können diese dennoch von Krankheitserregern befallen werden. Zu den hauptsächlichsten Beschwerden zählt der Wimpernbruch und der Wimpernausfall (Madarosis). Gleichzeitig kann man bereits anhand der Optik zahlreiche Wimpernfunktionsstörungen erkennen. Bleibt eine Erkrankung der Wimpern unbehandelt, so kann das schwerwiegende Folgen für den Patienten haben. Denn nicht immer verbirgt sich ein harmloser Infekt dahinter, welcher bereits nach kurzer Zeit selbständig wieder abklingt.

Veränderte Gesichtszüge mit einer auffälligen Lidstellung der Augen lassen bereits eine ernst zu nehmende Diagnose zu. Bei einem nicht vollständig geschlossenen Augenlid können z.B. folgende Erkrankungen vorliegen:

  • Lähmung des Lidschlussmuskels
  • beschädigte Gesichtsnerven
  • Gesichtslähmung (Teilbereiche lassen sich nicht mehr normal bewegen)
  • Erkrankung der Muskeln
  • Myasthenia gravis (Nerven und Muskeln können nicht mehr richtig miteinander kommunizieren)

Wird von Fachärzten eine Lidhauterkrankung diagnostiziert, so kann es dafür die verschiedensten Auslöser geben. Möglich wäre z.B. ein Herpes-Infekt, eine Pigmentstörung, Hautentzündungen, Fetteinlagerungen oder gar extremer Haarausfall. Sind hingegen die Talgdrüsen der Haut entzündet (Gerstenkorn, Hagelkorn), so müssen die Beschwerden unbedingt fachmännisch behandelt werden. Andernfalls können sich die bereits aufgetretenen Symptome weiter verschlimmern und zu einem schmerzhaften Infekt führen. Aufgrund einer Lidranderkrankung oder Bindehautentzündung kann es sogar zum totalen Wimpernausfall kommen.

Möglich, aber dennoch eher selten, ist ein plötzlich auftretender genetischer Defekt. In diesem Fall kann sich die allgemeine Haarstruktur samt Wimpernfarbe stark verändern. Als Ausgangspunkt kann man z.B. eine extreme Stressbewältigung nennen, eine Schwankung des Hormonspiegels, Vitaminmangel oder gar die Anwendung einer Chemo- / Strahlentherapie. Vor allem Krebspatienten müssen nicht nur um einen Verlust der Kopfbehaarung bangen sondern zugleich um einen totalen Wimpernverlust.

Für Frauen zählen die Wimpern auch zur Gesamterscheinung und spiegeln ein ideales Schönheitsbild der Frau wieder. Mit Hilfe unterschiedlicher Make-up-Produkte kann man die Dichtigkeit des Wimpernkranzes verändern oder gar zu einer Verdopplung der Wimpernlänge beitragen. Durch ein übermäßiges Schminken mit falschen Pflegeprodukten kann man die Wimpern langfristig schädigen. Eine unzureichende Pflege und Reinigung der Wimpern kann rasch zum Wimpernbruch / Wimpernschwund führen. Weitere Risiken sind das ständige färben der Wimpern oder sogenannte Naturheilmittel, mit deren Hilfe das Wimpernwachstum beschleunigt werden soll.

Ein zunehmender und andauernder Wimpernverlust kann beim Patienten schnell psychische Störungen hervorrufen. Die Patienten fühlen sich in ihrer eigenen Haut nicht mehr wohl, so dass letztendlich nur noch der Gang zum Schönheitschirurgen bleibt. Sogenannte Spenderhaare können einfach in das obere und untere Augenlid eingepflanzt werden. Je nachdem, wie viele Spenderhaare tatsächlich notwendig sind kann die Behandlung recht kostenintensiv werden.

Wimpernausfall

Wimpernausfall zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Wimpern und wird unter Fachärzten auch als Madarosis bezeichnet. Das Ausfallen der Wimpern kann verschiedene Ursachen haben. Bereits zunehmender Stress, eine Verbrennung am Körper oder ein nicht ausreichend abgedeckter Vitaminbedarf kann den Wimpernausfall begünstigen. Speziell Patienten, die an Krebs erkrankt sind, werden einen raschen Wimpernausfall feststellen. Die Haut ist durch die Chemotherapie stark in Mitleidenschaft gezogen und muss sich auf die lebenserhaltenden Funktionen beschränken.

Liegt hingegen eine Entzündung am äußeren Lidrand vor, so wird der Patient nicht nur einen Wimpernausfall feststellen. Zusätzliche Begleiterscheinungen sind ein juckendes Gefühl am Auge, eine Schwellung / Rötung am Lidrand oder gar verklebte Lidränder. Eine Behandlung ist in diesem Fall nur dann erfolgreich, wenn Salben mit Kortison oder Antibiotika zum Einsatz kommen.

Wimpernbruch

Ein Wimpernbruch liegt immer dann vor, wenn es zu keinem direkten Wimpernausfall kommt sondern die Wimpern vielmehr vor der Haut abbrechen. Natürlich kann auch hier eine ernst zu nehmende Erkrankung der Auslöser sein, doch oftmals verhält sich die Sachlage ganz einfach. Wimpernbruch wird vorrangig bei Frauen diagnostiziert. Ein übermäßiges Schminken oder gar eine unzureichende Pflege und Reinigung der Wimpern kann schnell zum Abbrechen der Härchen führen. Selbst der tägliche Gebrauch von künstlichen Wimpern kann die normalen Wimpern langfristig austrocknen und schädigen. Mit Hilfe von professionellen Abschminkutensilien müssen die Wimpern täglich gründlich gereinigt werden. Gleichzeitig wird der Feuchtigkeitshaushalt der Wimpern gestärkt.

Eingewachsene Wimpern

Wenn man von eingewachsenen Wimpern (Distichiasis) spricht, dann muss man sich das so vorstellen, dass die eigentlichen Wimpernhärchen nicht aus dem Augenlid heraus wachsen, sondern vielmehr hinein. Die Wuchsrichtung ist verkehrt herum und bewegt sich zum Auge hin. Des Weiteren bilden die hineinwachsenden Haare einen zweiten Wimpernkranz, welcher auch optisch gut zu erkennen ist. Die Erkrankung ist genetisch bedingt und kann bereits bei Säuglingen diagnostiziert werden. Die Gefahr bei einwachsenden Wimpern besteht überwiegend darin, dass das feine Härchen das Auge schädigen kann. Zuerst merkt man nur eine leichte Reizung und Entzündung der Bindehaut. Im weiteren Krankheitsverlauf bildet das Auge durch die Reizung vermehrt Tränenflüssigkeit. Außerdem können sich jetzt leichter Geschwüre auf der Hornhaut bilden.

Um eingewachsene Wimpern sicher entfernen zu können, sollte man unbedingt einen Augenarzt aufsuchen. Mit Hilfe einer Pinzette können die Härchen dann fachmännisch entfernt werden. Um jedoch bereits geschädigtes Gewebe effektiv behandeln zu können, sind je nach Krankheitsstadium verschiedene Wege möglich. Das betroffene Gewebe kann z.B. mit einem Kühlmittel eingefroren werden. Die Zellen werden zerstört und das Auge samt Wimpern kann sich wieder erholen. Etwas drastischer gestaltet sich wiederum die Elektroepilation. Dabei werden die eingewachsenen Wimpern chirurgisch entfernt und schadhaftes Gewebe herausgelöst.

Manchmal ist aber auch ein falsch ausgerichtetes Augenlid die Ursache. Die Wimpern wachsen eigentlich richtig, nur das Augenlid selber ist zum Auge hin gerichtet. Mittels einer Operation lässt sich das schnell wieder korrigieren und die eigentlichen Beschwerden gehören von nun an der Vergangenheit an.

Typische und häufige Erkrankungen

 

  • Wimpernausfall (Madarosis)
  • Wimpernbruch
  • Wimpernfunktionsstörung
  • Lidhauterkrankung
  • entzündete Talgdrüsen
  • falsche Schminktechnik
  • Wimpernscheuern

 

Fragen und Antworten

Was sind Wimpern?

Wimpern sind ein eigenständiges Gebilde aus abgestorbenen Hautzellen. Sie sind kräftig und biegsam zugleich und können nach dem Herausfallen neu nachwachsen.

Wie viele Wimpern hat ein Mensch?

Am oberen Augenlid sind es zwischen 150 und 250 Härchen und im unteren Augenlid 50 bis 150 Härchen.

Können Wimpern erkranken?

Grundsätzlich ja. Zu den häufigsten Erkrankungen zählt der Wimpernbruch oder Wimpernausfall. Doch auch eine einfache Bindehautentzündung kann zum vorzeitigen Verlust der Wimpern führen. In jedem Fall ist es ratsam einen entsprechenden Arzt aufzusuchen und entsprechende Symptome abklären zu lassen.

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