Woher kommt Schielen bei Kindern?

Schielen (Strabismus) ist eine Fehlstellung der Augen, bei der die Augen in verschiedene Richtungen schauen. Diese Fehlstellung kann ständig (manifest) oder latent (Heterophorie) auftreten. Zu echten Sehstörung führt das manifeste Schielen während das latente Schielen meist keinerlei Beschwerden verursacht.

Eine besondere Form des manifesten Schielens ist der Mikrostrabismus, bei dem die Abweichung so gering ist (< 5°), dass das Schielen schwer entdeckt werden kann.

Ob Euer Kind schielt, lässt sich schon durch äußere Eindrücke feststellen. Wenn Euer Kind eine ungewöhnliche Blickrichtung hat, sich ein Auge ständig zuhält, oft blinzelt oder den Kopf unentwegt schief hält, können das Symptome für einen Strabismus sein. Auch Verhaltensauffälligkeiten sind relevant. Sollte das Kind gereizt reagieren oder eine ungeschickte Fortbewegung an den Tag legen, kann auch das dem Schielen zugeschrieben werden. Beide Augen müssen in dieselbe Richtung schauen können, damit der Raum im Gehirn in ein dreidimensionales Bild umgewandelt wird. Schaut ein Auge in eine andere Richtung, dann kann das Gehirn den Seheindruck nicht mehr dreidimensional wiedergeben. Das Kind sieht Doppelbilder.

Wenn dann nicht reagiert wird und der Zustand anhält, konzentriert sich die Sehwahrnehmung des Gehirns auf das führende gesunde Auge. Das schwächere schielende Auge nimmt dann immer mehr an Sehkraft ab.

Wichtig. In den ersten Wochen kann es sein, dass gelegentliches Schielen auftritt, da das Kind die Bewegung der beiden Augen noch nicht richtig koordinieren kann. Kommt das Schielen noch nach einem halben Jahr vor, ist eine Vorstellung beim Augenarzt unumgänglich.

Ursachen für Schielen bei Kindern

In einem Großteil der Fälle liegt die Ursache des Kinderschielens in der Vererbung einer Sehschwäche durch eines oder beide Elternteile. Auch Risikofaktoren bei Schwangerschaft oder Geburt sind relevant.

Oft liegen die Ursachen beim Auge selbst. Ein angeborener grauer Star (einseitige Linsentrübung), ungleiche Brechungsfehler oder, sehr selten, Tumore können zum Schielen führen.

Nach Kinderkrankheiten mit hohem Fieber oder Unfällen sowie bei schweren seelischen Krisen kann es vorkommen, dass ein Kind plötzlich anfängt zu schielen.

Dann ist eine augenärztlich-orthoptische Untersuchung unumgänglich.

Die Behandlung

Grundsätzlich gibt es drei Behandlungsmöglichkeiten.
Um Brechungsfehler zu korrigieren, wird der Augenarzt Euer Kind mit einer Brille versorgen.

Eine Behandlung ist die Okklusionstherapie, also die Versorgung mit einem Augenpflaster. Das stärkere Führungsauge wird zeitweise abgeklebt, um das schielende Auge zu trainieren. Das zeitweise Abkleben wird vom Augenarzt individuell bestimmt, denn das nicht-schielende Auge soll dabei nicht an Sehkraft verlieren. Bei dieser Therapie ist Euer Mitwirken zur strengen Einhaltung der Abdeck-Intervalle gefordert. Mehr Informationen dazu erhaltet Ihr unter augenpflaster.com.

Die dritte Behandlungsmöglichkeit ist die operative Korrektur, bei der die Augenmuskeln umgelagert werden. Diese Behandlung wird notwendig, wenn der Schielwinkel so groß ist, dass die beiden anderen Therapiemöglichkeiten nicht zu einer beidäugigen Zusammenarbeit führen.

Jedes Schielen im Kindesalter ist gefährlich und kann zu einer weiteren Schwächung der Sehkraft führen, wenn es nicht behandelt wird.

Deshalb solltet Ihr Euer Kind beim geringsten Verdacht und besonders, wenn Risikofaktoren oder Schielen in der Familie vorliegen, bereits im Alter von 6 bis 12 Monaten augenärztlich untersuchen lassen.

Auch wenn Euer Kind keine Auffälligkeiten zeigt, solltet Ihr mit ihm vorsorglich im Alter von 2,5 bis 3,5 Jahren schon einmal beim Augenarzt vorstellig werden.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (52 Stimmen, Durchschnitt: 4,93 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise