Smogalarm und Gesundheit bei Auslandsaufenthalten

Smogalarm und was bei Auslandsaufenthalten zu beachten ist

Was bedeutet ein Smogalarm?

Jeder hat dieses Wort schon einmal gehört, doch was bedeutet ein Smogalarm eigentlich für die Gesundheit?

Smog setzt sich aus den englischen Wörtern smoke, was Rauch bedeutet, und fog, was Nebel bedeutet, zusammen. Dieser Begriff bezeichnet eine Luftverschmutzung die durch Emissionen, als Ausstöße von Luftschadstoffen, verursacht wird und besonders über dicht besiedelten Gebieten auftritt.

Auch wenn sich die Luftqualität in den meisten Ländern Europas in den letzten Jahrzehnten verbessert hat, sind die Auswirkungen auf die Gesundheit immer noch schädlich und sollten nicht unterschätzt werden. Bei Smogalarm kommt es zu ansteigenden Sterblichkeits- und Krankheitszahlen. Auf viele verschiedene Weisen kann Smog den Körper schädigen. Asthma kann verstärkt werden, den es kann zu einer verminderten Lungenfunktion kommen. Außerdem können entzündliche Reaktionen der Atemwege und Atemwegsbeschwerden bei körperlicher Anstrengung ausgelöst werden. Das enthaltene Ozon steht im Verdacht krebserregend zu sein und der Feinstaub kann bis in das Lungengewebe und den Blutkreislauf eindringen. Dies kann unter anderem Schleimhautreizungen, Entzündungen in der Luftröhre und den Bronchien verursachen sowie Thromboseneigungen erhöhen. Daher sollte sich jeder ausreichend über Smog und besonders gefährdete Gebiete und Länder informieren.

Informationen über Smogalarm

Wo kann ich mich über Smogalarme informieren?
Wer sich einen Überblick über die aktuellen Werte verschaffen möchte stößt oftmals auf recht unverständliche und unübersichtliche Angaben. Aus diesem Grund gibt es die sogenannten Indexwerte, die zu besserem Verständnis führen. Einige Länder veröffentlichen den Air Quality Indices (AQI), so können sich Interessierte über aktuelle Werte der Konzentrationen der wichtigsten Luftschadstoffe informieren.

Durch eine Forschungsinitiative in der EU kam es zu Vorschlägen für einen Index und es wurde auch eine vorläufige Berichterstattung erarbeitet. Noch immer berichten einige Länder auf der in diesem Rahmen entwickelten Internetseite http://www.airqualitynow.eu/de/comparing_home.php über ihre Indexwerte.
Auch in den USA setzte man sich mit diesem Thema auseinander. Die Umweltbehörde (Environment Protection Agency) der USA unterteilte die Indexwerte in sechs Kategorien von 0-500 zum besseren Verständnis:

  • Gut: 0-50
  • Mittelmäßig: 51-100
  • Ungesund für sensible Gruppen: 101-150
  • Ungesund: 151-200
  • Sehr ungesund: 201-300
  • Giftig: 301-500

Zusätzlich wurde eine Broschüre erstellt in der sich Informationen und Erklärungen über den Index sowie Handlungsempfehlungen zur Gesundheitsvorsorge befinden.
Die amerikanische Botschaft in Peking führte eine Initiative durch und erarbeitete eine gut verständliche, aktuelle Zusammenstellung. Diese stellt die weltweiten Indexwerte auf der Webseite farblich dar. In den Kategorien von grün, gelb über dunkelviolett bis braun lässt sich die Situation im Zielland schnell beurteilen. Ein Überblick auf der Weltkarte lässt sich so gut verschaffen. aqicn.org/map/world/

Darüber hinaus bieten mittlerweile viele Software-Entwickler Apps an, die aufzeigen wie hoch die Luftverschmutzung in bestimmten Gebieten und besonders in Großstädten ist. Bezogen werden die Daten von den Regierungen. Da Firmen dazu verpflichtet sind die entsprechenden Daten den lokalen Behörden zu melden, können sich die Nutzer der Apps auch auf den Wahrheitsgehalt der Daten verlassen. Umweltaktivisten sehen in dieser Entwicklung und der Nutzung von sozialen Netzwerken zur Aufklärung eine Chance. Zum einen wird den Menschen ermöglicht ansonsten schwer interpretierbare Umweltdaten zu nutzen und zum anderen wird ihnen ein wertvolles Werkzeug an die Hand gegeben ihre Bedenken zu äußern. So geht es nicht nur um reinen Informationsaustausch sondern auch darum auf umweltschädliche Fabriken mehr Druck ausüben zu können.

Länder mit hohen Luftverschmutzungswerten

Welche Länder weisen hohe Luftverschmutzungswerte auf?
Wer einen Auslandsaufenthalt plant sollte sich vor der Reise und unter Umstände nochmals vor der Abreise darüber informieren ob im Zielland hohe Luftverschmutzungswerte vorkommen. Im Jahre 2016 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Studie die die Luftbelastung weltweit ermittelt. Diese Studie zeigt, dass vor allem Städte in ärmeren Ländern Werte verzeichnen, die weit über den empfohlenen liegen.Häufig hohe und sehr hohe Werte erreichen zum Beispiel Städte in Indien, China, der Mongolei, Brasilien, sowie einige Regionen Afrikas und einige Länder im Nahen Osten. In Europa kommt es vor allem in den Wintermonaten zu hohen Luftverschmutzungen. Hier empfiehlt sich die Informationsbeschaffung für zum Beispiel Paris, London, viele Großstädte im Mittelmeerraum sowie in Osteuropa.

Risikogruppen

Wer ist besonders von Luftverunreinigungen betroffen?
Bei der Planung von Auslandsaufenthalten sollte sich nicht nur mit eventuellen Smogalarmen und erhöhten Indexwerten im Zielland beschäftigt werden. Der Reisende sollte sich auch die Frage stellen, ob er zur Risikogruppe zählt.

Unter den Risikogruppen befinden sich unabhängig vom Gesundheitszustand ältere Menschen, Kinder und Schwangere. Diese Gruppe reagiert empfindlicher als andere Bevölkerung auf die Belastung durch Smog. Ältere Menschen haben einen geschwächten Organismus, Säuglinge und Kleinkinder haben, bezogen auf ihre Körpergröße, ein relativ erhöhtes Atemvolumen, so dringen mehr Schadstoffe in den Körper ein. Bei Schwangeren sollten alle unnötigen Belastungen vermieden werden, so auch die des Blutkreislaufes durch Feinstaub und Ozon.

Zu den Risikogruppen bei hohen Indexwerten unabhängig des Alters zählen:

  • Menschen mit Atemwegserkrankungen wie chronischer Bronchitis oder Asthma sowie Vorschädigungen der Atemwege
  • Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Personen die an der Außenluft körperlich aktiv sind, zum Beispiel Fahrradkuriere, Bauarbeiter oder Landschaftsgärtner
  • möglicherweise Personen, die an Diabetes und/oder Fettleibigkeit leiden; dies ist aber noch nicht nachgewiesen

Körperliche Aktivitäten bei hohen Indexwerten

Obwohl Sport im Freien normalerweise gesund ist, sieht es bei hoher Luftverschmutzung anders aus. Mediziner raten dazu körperliche Aktivitäten und Sport im Freien einzuschränken, da die Folgen fatal sein können.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich weltweit mehr als drei Millionen Menschen an Folgen von Luftverschmutzung sterben. Die Schadstoffe in der Luft belasten den Körper mehr bei körperlichen Aktivitäten. Durch besonders erhöhte Tätigkeit der Lunge und des Blutkreislaufs dringen noch mehr Schadstoffe in den Körper ein. Das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko wird durch den Feinstaub erhöht.

In einer Studie haben Wissenschaftler aus Brüssel nachgewiesen, dass eine erhöhte Ozon- und Feinstaubbelastung den Körper bereits ab dem ersten Tag negativ beeinflusst. In einem Test wurden zehn gesunde Freiwillige zwei Stunden Dieselabgasen ausgesetzt. Solange sich die Teilnehmer der Studie in Ruhe befanden hatte die Luftbelastung keinen negativen Einfluss auf den Lungenkreislauf. Bei körperlicher Aktivitäten verschlechterten sich die Werte jedoch merklich. Die Ergebnisse wurden auf einer Konferenz der „European Society of Cardiology“ vorgestellt.
Empfohlen wird im Hinblick auf hohe Ozonkonzentrationen die körperliche Anstrengungen an der Außenluft soweit wie möglich einzuschränken. Diese sollten möglichst nicht in den Mittags- und Nachmittagsstunden erfolgen, besser ist es den Sport auf die Morgenstunden zu verlegen. Der Grund dafür ist, dass bei hohen Temperaturen das Ozon höher konzentriert ist.

In einer Übersicht der Umweltbehörde der USA (EPA) wird dargestellt, welche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit empfohlen werden. Bei mittelmäßigen Werten (51-100) wird Personen, die ungewöhnlich sensibel sind, geraten, hohe oder andauernde Anstrengungen zu reduzieren. Geachtet werden sollte auf Husten und Kurzatmigkeit und die Anstrengung dementsprechend angepasst werden.
Im Indexbereich 101-150 sollten sensible Gruppen ihre Belastung reduzieren und mehr Pausen einlegen. Dies gilt besonders bei Husten und Kurzatmigkeit. Asthmakranke sollten ihre Medikamente bereithalten. Unter Herzkrankheiten Leidende sollten auf Symptome wie ungewöhnliche Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Herzklopfen achten, denn dies könnten ernstzunehmende Hinweise sein und ein Arzt sollte aufgesucht werden.

Ab einem Wert von 200 sollten Herz-Kreislauf-Erkrankte, ältere Menschen und Kinder sowie Schwangere Anstrengungen weitestgehend vermeiden. Zudem weist die EPA darauf hin, dass ein Aufhalten im Innenraum als Schutzmaßnahme nur sinnvoll ist, wenn über eine Filteranlage die Außenluft zugeführt wird. Klimaanlagen sollten bei Smog-Episoden auf Umluft gestellt werden.

Staubbelastungsreduzierung

Möglichkeiten zur Reduzierung der Staubbelastung
Zur Verringerung der Feinstaubbelastung kann jeder Einzelne etwas beitragen, indem ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt gepflegt wird. Das Umweltbundesamt hält dafür ein paar Tipps für die Bevölkerung bereit:

  • Nachrüsten von Altfahrzeugen mit vollwertiger Partikelabscheidung
  • Fahrgemeinschaften oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen
  • Bei PKW-Fahrten Fahrgeschwindigkeit reduzieren
  • Kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen
  • Fahrzeuge mit niedrigem Feinstaubausstoß und Kraftstoffverbrauch nutzen, empfehlenswert sind neue Dieselfahrzeuge mit Partikel- und Stickoxidfiltern nach EURO 6-Norm
  • Holzverbrennung abstellen, die in Kleinfeuerungsanlagen ohne Abgasreinigung erfolgen; zum Beispiel offene Kamine und Einzelöfen nicht nutzen
  • Verzicht auf Holz- und Laubverbrennung im Garten
  • Emissionsarme und energiesparende Gebäudeheizungen nutzen; empfohlen werden Brennwertkessel mit NOx-armen Brennern, die mit Erdgas befeuert werden

Zudem weist das Umweltbundesamt darauf hin, dass viele Maßnahmen zur Einsparung von Energie auch der Verringerung der Luftverschmutzung durch Feinstaub und dessen Vorläuferstoffen. Wichtig sind dabei die Erhöhung der Effizienz (Energieausbeute) sowie die Nutzung von erneuerbaren Energieträgern.
Das können zum Beispiel sein:

  • Erneuerbare Energien zur Strom- und Warmwassererzeugung
  • Wärmedämmung – durch Energieeinsparung wird die Luftverschmutzung indirekt verringert
  • Energiesparsame Haushaltsgeräte nutzen und die Leistung bewusst verringern

Um die persönliche Staubbelastung in einer Smog-Episode zu reduzieren hat die Botschaft der USA in Peking einige nützliche Tipps zusammengestellt. Diese Empfehlungen beinhalten die schon erwähnten Einschränkungen der körperlichen Aktivitäten, besonders an der Außenluft. Weiter sollte bei einem Smogalarm eine Atemschutzmaske bei Verlassen des Innenraums getragen werden. Wird eine Feinstaubmaske benutzt, sollte beachtet werden, dass Mund und Nase komplett umschlossen werden um so einen seitlichen Luftstrom zu verhindern. Sollte der Aufenthalt in einer Smogregion längere Zeit andauern, zum Beispiel aus beruflichen Gründen, kann man bestimmte Maßnahmen anwenden um die Risiken soweit wie möglich zu minimieren.

Die Räume der Unterkunft sollten mit einer Klimaanlage mit Filterfunktion ausgestattet sein. Während eines Smogalarms sollte diese auf Umluftbetrieb geschaltet werden. Ist dies nicht möglich, sollte zumindest ein Raum mit einer Klimaanlage versehen sein. Dort sollte sich hauptsächlich aufgehalten werden. Befindet sich in der gesamten Unterkunft keine Anlage, sollte so oft wie möglich eine Wohnung oder ein öffentliches Gebäude mit Klimaanlage mit Filterfunktion aufgesucht werden. Zusätzlich können Luftreinigungsgeräte eingesetzt werden; sie reduzieren die Partikelzahl in der Raumluft. Die Luft wird vom Luftreiniger durch Ventilatoren ins Innere des Geräts gesaugt. Im Inneren durchläuft die Raumluft mehrere Filterstationen und wird anschließend als gereinigte Luft wieder ausgegeben. Meist wird eine Kombination aus verschiedenen Filtern genutzt um eine möglichst saubere Luft zu erhalten.

Um ein Eindringen von Feinstaub zu verhindern sollten Fenster und Türen geschlossen gehalten werden. Bei erhöhten Ozonwerten sollte das Lüften auf die Morgenstunden verlegt werden. Außerdem sollten weitere Quellen für Luftverschmutzungen wie zum Beispiel Gasflammen, Kerzen oder offene Feuerstellen vermieden werden. Alle Räume sollten immer sauber gehalten und mit einem Gerät mit Feinstaubfilter (HEPA-Filter) gestaubsaugt werden. Auch das Rauchen in Innenräumen sollte selbstverständlich eingestellt werden. Direkt am Hauseingang sollte die Straßenkleidung abgelegt werden und die Tageskleidung sollte nicht in den Schlafraum gelangen.

Wer sich also ausreichend informiert und bei Smogalarmen die richtigen Maßnahmen ergreift kann sich schützen und die Gefahren minimieren.

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