Bronchien

Bronchien – Das zentrale Atmungssystem

Den menschlichen Körper mit genügend Sauerstoff zu versorgen, das ist die Hauptaufgabe der Lungen und Bronchien. Über das Ausatmen soll dabei genügend Kohlendioxid abgeführt werden. Gäbe es diesen Gasaustausch nicht, so gäbe es auch kein menschliches Leben. Doch wie funktionieren die Bronchien? Welche Funktionen und Aufgaben haben sie? Und welche Krankheiten können auftreten? Diese und andere wichtige Fragen sollen im Folgenden geklärt werden.

Was sind Bronchien?

Die Lunge zeichnet sich durch einen komplexen Aufbau und eine komplizierte Struktur aus. Den wichtigsten Bereich der Lunge bilden jedoch die Lungen. Ihnen kommt eine wichtige Funktion beim Bau des Luftwegs zu. als Bronchien werden verschiedene Abteilungen er Luftwege bezeichnet. Auch der sogenannte „Totraum“ sind die Bronchien, denn hier geht kein aktiver Gasaustausch vor sich.

Sich verjüngende und baumartige Verzweigungen der Luftröhre (Trachea) bilden die Grundstruktur der Bronchien. Sind Funktionsstörungen, Anbnormitäten im Bau oder andere Fehlstörungen vorhanden, so kann der Gesundheitszustand drastisch sinken.

Bronchien sind intensiv am Gasaustausch der Lunge beteiligt. Sie bilden eine gewebsbezogene Grundlage für die Lunge und weisen einen sehr feingliedrigen Aufbau aus.

Im allgemeinen werden die luftleitenden Anteile der Lunge unter dem Begriff Bronchien zusammengefasst. Zusammen mit der Luftröhre bilden sie die unteren Atemwege des menschlichen Körpers.

Funktionen und Aufgaben

Die eingeatmete Luft wird von den Bronchien von der Luftröhre bis zu den Lungenbläschen (Alveolen) befördert. Hier findet der wichtige Gasaustausch in der Lunge statt. Die mit Kohlendioxid angereicherte Luft wird nun über die Bronchien wieder aus den Lungen abtransportiert und ausgeatmet.

Die Lunge eines Erwachsenen bewegt sich etwa 25 000 Mal am Tag. Pro Minute wird die Luft also etwa bis zu 18 Mal über den Rachen, die Luftröhre oder Nase in die Lunge geführt und wieder ausgeatmet. jeder Mensch besitzt zwei Lungenflügel. Hier verzweigen sich Luftkanäle, die
wie Äste eines Baumes aussehen – die Bronchien. Kleinste Verzweigungen werden als Bronchiolen bezeichnet.

Auch die Bronchiolen verzweigen sich in noch kleinere Ästchen (Bronchioli respiratorii). Hier befindet sich das eigentliche Lungengewebe. Etwa 300 Millionen Lungenbläschen befinden sich an dieser Stelle. Diese machen eine etwa 100 m2 Fläche aus. genauso wie die Nase dienen die Bronchien dazu kleinste eingeatmete Schmutz – und Staubteilchen und Krankheitserreger mit Hilfe der Schleimhaut einzufangen und zu beseitigen.

In den Bronchien Sitzen Millionen Flimmerhärchen, die den Schleim samt den darin eingebundenen Krankheitserregern oder Staubpartikel aus der Lunge zu befördern. Der Schleim wird in der Regel herausgehustet und gelangt so mit Hilfe der „automatischen Reinigung“ nach außen.

Unterschieden wird zwischen einer Brust – und Bauchatmung. Durch die Anspannung der Zwischenrippenmuskeln hebt sich der Brustkorb bzw. die Rippen. Lungenflügel die sich an der Brustkorbwand befinden, dehnen sich dabei aus. Dadurch wird Außenluft angesaugt und strömt durch die oberen Atemwege und die Luftröhre in die Bronchien. Das wird als Brustatmung bezeichnet.

Bei einer Bauchatmung kommt es zum Anspannen des Zwerchfells. Dieses flacht sich ab und dehnt sich in den Bauchraum aus. Auch die Lungenflügel folgen dieser Bewegung und saugen Luft an. Bauch – und Brustatmung werden in der Regel kombiniert.

Bei der Ausatmung findet kein Muskelanspannen statt. Auf Grund der Eigenspannung Gehen alle am Prozess beteiligten Organe wieder in die Außenstellung zurück.

Doch wie wird der Atemimpuls ausgelöst? Im Grunde genommen liegt diesem ein chemischer Prozess zugrunde. Wie Fühler verhalten sich dabei die sogenannten Chemo – Rezeptoren, die sich in den Blutgefäßen befinden. Diese melden dem Atemzentrum im Gehirn, welche Menge an Sauerstoff – und Kohlendioxid im Blut vorhanden ist. Ist ein Mangel oder Überschuss an diesen Gasen vorhanden, so wird die Atmung entsprechend gesteuert. Demnach werden etwa sechs bis acht Liter Sauerstoff zum Einatmen benötigt. Bei sportlicher bzw. körperlicher Betätigung steigt der Bedarf auf bis zu 50 bis 100 Liter.

Funktionen und Aufgaben der Bronchien sind:

  • Gasaustausch
  • Befreiung von Krankheiterregern und Staubpartikeln o. Ä.
  • Versorgung des Körpers mit Sauerstoff

Anatomie & Aufbau

Bronchiolen und Bronchien bilden ein komplexes uns äußerst kompliziertes Luftröhrensystem. Dieses dient als Luftleitsystem des Körpers. Hier findet kein Gasaustausch statt. Im Vergleich zu den Bronchiolen besitzen die Bronchien durch Knorpelspangen verstärkte Wände. Auch der Durchmesser ist größer als bei den Bronchiolen.

Die Röhren sind mit glatten Muskelsträngen umgeben. Diese besitzen eine glatte Muskulatur. Kontrolliert werden diese vom vegetativen Nervensystem – Sympathicus und Parasympathicus. Der Sympathicus wird bei sportlicher Aktivität aktiv: die Muskulatur entspannt sich und die Bronchien können besonders viel Luft durchlassen. Der Parasympathicus. kommt in Ruhepausen zum Einsatz. Dieser sorgt für die Kontraktion der glatten Muskulatur. Der Durchmesser der Bronchien verengt sich dabei. In der Regel trägt das zur Unterstützung der Atmung bei. In äußersten Notfällen kann das aber auch zu Atemnot und zu einer Verkrampfung der Muskulatur führen (zum Beispiel Asthmaanfall).

Die Innenwände der Bronchiolen und Bronchien sind mit einer Schleimschicht ausgestattet. Diese fängt mögliche Krankheitserreger sowie Verschmutzungen auf und befördert diese aus der Lunge hinaus.

Aufbau der Bronchien – Genauer Vorgang

Wird Luft eingeatmet, so wird sie zu den Lungenbläschen transportiert. Hier findet der Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid statt. Nach Innen hin werden die Verzweigungen der Bronchien immer feiner und verzweigen sich immer mehr. Die Bronchien sehen also aus wie ein umgedrehter Baum. An den Spitzen dieser Ästchen befinden sich die Lungenbläschen (Alveolen). Etwa 23 Verzweigungen sind zwischen der Luftröhre und den Lungenbläschen zu finden.

An der Carina teilt sich die Luftröhre in die beiden Hauptbronchien. Diese führen bis zur rechten und linken Lunge. Ein paar Zentimeter weiter teilen sich die Bronchien wieder in die Lappenbronchien. Der rechte Hauptbronchus wird wiederum in drei Teile geteilt: drei Lungenlappen. Der linke Hauptbronchus teilt sich in nur zwei Teile: zwei Lungenlappen. Der dadurch entstehende Hohlraum beinhaltet das Herz. Die Lappenbronchien werden in Segmentbronchien unterteilt.

Die Bronchien verzweigen sich in sehr feine Äste. Diese werden als Bronchiolen bezeichnet. Sie befinden sich in den Lappenbronchien. Hier werden die Wände der Bronchiolen nicht mehr mit Knorpelspangen verstärkt sondern mit Knorpelplättchen. Dadurch werden die Bronchien immer dünnwandiger. Bronchiolen die ganz innen sitzen haben nur noch einen Durchmesser von 1 Millimeter. Die Wände haben keine Knorpelverstärkungen. Diese sind aus Muskelfaser aufgebaut.

Auch die Bronchiolen haben immer weitere Verzweigungen und gehen in die Bronchioli respiratorii über. Diese münden direkt in die Lunge über. In diesem Bereich findet die eigentliche Atmung statt. Hier befinden sich die Alveoragänge um die herum traubenförmig die Lungenbläschen liegen. Etwa 300 Millionen Lungenbläschen sind bei jedem Menschen zu finden. Umgeben ist jedes Einzelne von feinen Blutgefäßen. Diese sorgen für den Gasaustausch.

Knorpelplättchen und – Knorpelspangen übernehmen die Aufgabe die Bronchien für die Atemluft zu öffnen. Diese Wand besitzt Muskeln die sich zusammenziehen können. Anschließend verengen sich die Bronchien. Mit Hilfe der Muskelkontraktion wir die Atmung unterstützt. Ausgekleidet sind die Bronchien mit einer Schleimhaut, die von feinen Flimmerhärchen bedeckt wird. Diese sind immer feucht. Eingeatmeter Staub, Schmutz, Pollen oder Bakterien können so wieder nach außen gefördert werden. Aber auch die eingeatmete Luft wird durch die Flimmerhärchen befeuchtet. Die Schleimhaut ist sehr empfindlich und reagiert sofort auf alle möglichen Reize wie zum Beispiel das Rauchen, Infektionen oder Luftschadstoffe.

Krankeiten, Beschwerden und Störungen

Bronchien haben die Aufgabe den Körper mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Sind die Bronchien jedoch geschädigt oder weisen eine Fehlfunktion auf, so kann das zu ernsthaften Krankheiten und einer Einschränkung der Lebensqualität einhergehen.

Bronchiale Krankheiten können anhand folgender Symptome erkannt werden:

In einigen Fällen kann das einfach mit einer vorübergehenden Reizung der Atemwege zusammenhängen. Wird zum Beispiel Rauch eingeatmet oder chemische Substanzen, so können sich diese in den Bronchien für einige Tage festsetzen. Um die Bronchien zu befreien müssen diese erst herausgehustet werden, erst dann tritt eine Erleichterung ein.

Langjährige und schädliche Gewohnheiten können jedoch bleibende Schäden an der Lunge hinterlassen. Rauchen, der tägliche Umgang mit schädlichen Stoffen (v. a. chemische Zusammensetzungen). Auch das tägliche Einatmen hat oft schädliche Auswirkungen. In diesem Fall tritt oft Asthma ein. Dabei treten häufig Atembeschwerden, das Ansteigen der Atemfrequenz, Atembeschwerden beim Sprechen, die Herzfrequenz steigt auf mehr als 100 Schläge pro Minute.

Typische Symptome bei Asthmabeschwerden sind:

  • häufige Atemnot nachts und am frühen Morgen
  • erschwerte Ausatmung
  • brummenden und pfeifende Atemgeräusche
  • Kurzatmigkeit
  • Engegefühl in der Brust
  • trockene Hustenanfälle
  • trockener Reizhusten
  • glasig – zäher Schleim der sich nicht abhusten lässt

Asthma ist eine der häufigsten Erkrankungen der Bronchien. Je nach Art der Beschwerden wird zwischen verschiedenen Arten unterschieden: Dauerasthma, Schwerste Anfälle, Status asthmaticus und Asthmaanfall.

Neben Asthma ist Bronchitis eine häufig auftretende Krankheit. Dabei kommt es zu einer Reizung der Schleimhaut in der Lunge. Auch hier kann die Krankheit akut oder chronisch auftreten.

Das Chronische Husten tritt in der Regel bei Rauchern oder bei Atemwegsinfektionen auf. Auch die Schädigung bei Industriestäuben kann eine mögliche Ursache sein. Dabei hält der Husten länger als drei bis vier Wochen an.

Entzündung der Schleimhaut – Bronchitis

Eine Entzündung der Schleimhaut in den Atemwegen wird als Bronchitis bezeichnet. Tritt ein ständiger Husten mit Auswurf über mehrere Monate bis über zwei Jahre lang auf, so wird das als Chronische Bronchitis bezeichnet. Die häufigste Ursache ist das Rauchen. Dabei werden Reizstoffe eingeatmet die zu einer Entzündung der Schleimhaut führen.

Bei einer akuten Bronchitis kommt es zu einer Entzündung der Schleimhäute die von Fiber und weiteren unspezifischen Symptomen begleitet wird. Ausgelöst wird die Krankheit in der Regel von Viren oder Bakterien. Sind Viren die Auslöser, so heilt die Krankheit auch ohne Medikamenteneinsatz aus. Sind Bakterien die Auslöser, so muss auf jeden Fall Antibiotika eingenommen werden.

In manchen Fällen kann sich eine Chronische Bronchitis in eine chronisch obstruktive Bronchitis oder ein Lungenemphysem entwickeln. Deshalb soll darauf geachtet werden, dass die Auslöser wie Staub, Rauch o. Ä. fern gehalten werden. Mit Hilfe von speziellen Arzneimitteln kann eine chronische Bronchitis gemildert werden.

Bei einer akuten Bronchitis entzünden sich die Schleimhäute mit denen die Bronchien ausgestattet sind. Bei jungen Menschen zeigt sich die Krankheit in einem sehr starken Husten. Verwechselt werden kann sie mit einer gewöhnlichen Erkältung. In der Regel ist die Krankheit aber auch innerhalb von zwei Wochen überstanden. Ist schon eine chronische Erkrankung vorhanden oder ist der Betroffene älter, so kann die Krankheit länger andauern. Auch Folgeerscheinungen sind dann möglich. Besteht die Bronchitis länger als drei Monate lang, wird von einer chronischen Bronchitis gesprochen.

Symptome einer akuten Bronchitis sind:

Ursachen

Ursachen für eine Akute Bronchitis sind in der Regel Viren. Bakterien sind seltener Ursachen für Bronchitis, denn sie befallen in der Regel bereits geschwächte Bronchien. Ist das Gewebe der Bronchien oder der Lunge beschädigt, so können sich Infekte und insbesondere Bakterien hier besser vermehren. Ist eine Virenbronchitis vorhanden, so können sich bakterielle Superinfektionen herausbilden, die die Symptome verschlimmern.

Linderung
Schleimlösende oder hustenstillende Medikamente können Linderung bringen. Sind Bakterien für die Krankheit verantwortlich, so müssen Antibiotika eingenommen werden. Sehr wichtig ist es dabei viel zu trinken. Das Sekret bzw. der Schleim kann so verflüssigt werden. Danach fällt es dem Betroffenen leichter diesen herauszuhusten. Sind Herz – oder Nierenkrankheiten vorhanden, so muss auf jeden fall mit dem Arzt darüber gesprochen werden welche Menge an Flüssigkeit eingenommen werden darf. In manchen fällen hilft auch das Inhalieren mit einer Salzlösung.

Auf jeden Fall sollte viel getrunken werden, um dem in den Bronchien entstehenden Schleim entgegenzuwirken. Auch Abklopfen kann eine mögliche Behandlungsmethode sein, um den Schleim zu lösen. Ob die Einnahme von schleimlösenden Medikamenten sinnvoll ist, ist von der Forschung zur zeit sehr umstritten.

Typische und häufige Erkrankungen

 

  • Asthma bronchiale
  • Bronchiektasie (Bronchiektasen)
  • Bronchitis
  • Bronchopulmonale Dysplasie
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (copd)
  • Bronchialkarzinom

Fragen & Antworten

Wann sollte ich mich an den Arzt wenden?

Sollte der Husten länger als zwei Wochen andauern, so sollte man sich auf jeden Fall an einen Arzt wenden. Durch Untersuchungen sollte auf jeden Fall nachgewiesen werden, um welche Krankheit es sich dabei handelt. Um eine chronische Bronchitis nicht zu riskieren, sollte auf jeden Fall festgestellt werden, welche Ursachen für den Husten bzw. die jeweiligen Symptome verantwortlich sind. Kann der Arzt nicht genau sagen welche Ursachen den Symptomen zugrundeliegen, so sollte auf weiteren Untersuchungen bestanden werden.

Wie werden Erkrankungen der Bronchien behandelt?
Je nach Beschwerden und Art der Erkrankung werden verschiedene Medikamente verschrieben. Bei weniger seriösen Erkrankungen können auch Hausmittel wie Inhalationen helfen. Allerdings sollte davor immer der Arzt um Rat gefragt werden. Auch viel trinken hilft die Symptome zu mildern.

Mein Kind hat Bronchitis, was kann ich tun?
Ein Gang zum Arzt ist erst einmal das Wichtigste. Neben den verschriebenen Medikamenten, sollten unbedingt Inhalationen durchgeführt werden. Viel warmes Trinken ist genauso wichtig. Es ist sehr wichtig, dass insbesondere bei Kindern Bronchitis auf der Stelle erkannt und so schnell wie möglich behandelt wird. Ist die Krankheit zu weit fortgeschritten, so können Folgeerscheinungen auftreten. Zum Beispiel gehören dazu Asthma oder eine chronische Bronchitis.

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