Analgesie

Wenn Schmerzen schmerzlos sind

Behandlung Analgesie

Ein Patient mit Analgesie kann keinen Schmerz empfinden. Die leitenden Nervenbahnen sind unterdrückt oder gar unterbrochen.

Eine Analgesie kann bewusst zu Therapiezwecken hervorgerufen werden, oder aber durch schwerwiegende Verletzungen entstehen.

Hauptsächlich findet die Analgesie jedoch in Zusammenhang mit der Anästhesie Verwendung. Auch für Therapiezwecke kann sie eingesetzt werden.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Analgesie. 

Was genau ist die Analgesie?

 

Hierbei handelt es sich um einen medizinischen Fachausdruck, der die Ausschaltung des Schmerzempfindens durch Medikamente beschreibt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass das Schmerzempfinden eines Patienten durch einen genetischen Defekt oder schwere Unfälle, die das zentrale Nervensystem geschädigt haben, verschwunden ist.

Häufig wird der Begriff „Analgesie“ auch ALS Synonym für die Anästhesie benutzt, jedoch gibt es einen markanten Unterschied zwischen Analgesie und Anästhesie.

Bei der Anästhesie wird das komplette Empfinden unterdrückt, wohingegen bei der Analgesie zum Beispiel die Druckempfindlichkeit vorhanden bleibt.

 

Bei einer Lokalanästhesie wird der Wirkmechanismus einer lokalen Analgesie als Vorteil genutzt, denn durch Gabe von entsprechenden Medikamenten (sog. Analgetika oder Sedativa), wird das Schmerzempfinden in dem speziellen Bereich unterdrückt.

Zur medikamentösen Analgesie zählen viele unterschiedliche Medikament, die je nach Bedarf eingesetzt werden können um Schmerzen zu unterdrücken. Des Weiteren gibt es jedoch noch andere Arten der Analgesie, welche vor allem zu Therapiezwecken bei Schmerzpatienten eingesetzt werden.

 

Schmerzpatienten haben über einen langen Zeitraum immer Schmerzen, wodurch es beinahe unmöglich wird eine effiziente Schmerztherapie durchzuführen. Können die Schmerzen gelindert werden, wird es auch für den Patienten leichter zum Beispiel physiotherapeutische Übungen durchzuführen umd damit seinen körperlichen Zustand verbessern zu können.

 

Durch aktuelle Studen wurde deutlich, dass die Analgesie immer mehr an Bedeutung gewinnt. Um nur ein Beispiel zu nennen, können Schmerzpumpen bei Patienten mit chronischen Schmerzen verwendet werden um deren Alltag wieder lebenswert zu gestalten.

 

Entwicklung und Ursprung

 

Wie entwickelt sich diese Erkrankung?

Generell entsteht sie durch eine temporäre oder dauerhafte Unterdrückung bzw. Ausschaltung der Schmerzen, d.h. die Schmerzen werden nicht an das Gehirn weitergeleitet. Dieser Zustand kann durch schwerwiegende Verletzungen wie Nervendurchtrennung, Nervenquetschung oder gar eine toxische Schädigung der Nerven verursacht werden.

Aber auch durch Narkosen wird dieser Zustand erreicht. Bei einer Vollnarkose werden die Schmerzreize auch nicht weiter an das Gehirn geleitet, und somit hat der Patient kurzfristig keine Schmerzen.

 

Behandlungen & Therapien

 

Zu den wichtigens Behandlungen und Therapien zählt ohne Zweifel die medikamentöse Analgesie. Durch Gabe von speziellen Medikamenten kann das Leiden der Patienten sehr gut gelindert werden. Die Analgesie kann aber auch als Schmerztherapie eingesetzt werden. Im folgenden Absatz liegt der Fokus auf der medikamentösen Analgesie.

Das Einsatzgebiet der Medikamente ist sehr breit gefächert, denn Schmerzmittel werden sehr häufig eingesetzt. Ob zu Behandlung leichter Schmerzen, Entzündunen oder aber auch bei sehr starken Schmerzen. Für jeden Bedarf gibt es das passende Medikament, damit die Schmerzen gelindert werden können.

 

Häufig verwendete Wirkstoffe

 

  • Acetylsalicylsäure
  • Ibuprofen
  • Opioide wie Morphin
  • Carbamazepin
  • Zikonotid
  • Ketamin

Durchführung & Wirkungsweise

 

Bei der medikamentösen Analgesie werden unterschiedlichste Medikamentengruppen eingesetzt und je nach Bedarf eingesetzt. Die am häufigsten eingesetzten Medikamente sind die sogenannten Nichtsteroidale Antirheumatika. Zu ihnen zählen bekannte Wirkstoffe wir Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Metamizol.

Alle genannten Wirkstoffe wirken nicht nur schmerzstillend, sondern auch entzündungshemmend. Das Wirkprinzip von Paracetamol ähnelt den genannten, jedoch hat es keine entzündungshemmende Wirkung. Es wirkt nur analgetisch. Der typische Einsatzbereich dieser Wirkstoffe bezieht sich hauptsächlich auf leichte bis mittlere Schmerzen, bei leichten Entzündungen und zur Fiebersenkung.

 

Behandlung AnalgesieOpioide, also Medikamente auf Morphonbasis, werden nur zur Unterdrückung bei starken Schmerzen verwendet, wie zum Beispiel bei vielen Krebspatienten. Die Gabe von Opioiden wird generell sehr kritisch gesehen, da sie einen sehr hohen Suchtfaktor haben und in den meisten Fällen unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

In seltzenen Fällen kann es auch zu Atemaussetzern kommen, da diese Medikamente eine leicht lähmende Wirkung auf den Atemapparat haben.

 

Seit mehreren Jahren gibt es Medikamente mit dem Wirkstoff Zikonotid, welches eine ähnlich starke schmerzhemmende Wirkung wie Opioide aufweist. Es ist ein synthetisch hergestellter Wirkstoff, der dem Gift der Kegelschnecke ähnelt.

Im Vergleich zu Morphin hat es eine 1000 Mal höhere analgetische Wirkung. Der Vorteil gegenüber der Opioide ist auf jeden Fall, dass dieser Wirkstoff keine Abhängigkeit hervorruft. Cannabis weist auch eine analgetische Wirkung auf.

 

Andere Arten der Analgesie werden zum Beispiel zur therapeutischen Schmerzlinderung eingesetzt werden. Die einfachste Methode ist hierbei das Ruhigstellen der betroffenen Körperareale. Dadurch werden die Schmerzrezeptoren weniger gereizt. Auch Krankengymnastik und Bewegungstherapie können dazugezählt werden. In Extremfällen können Nervenstränge chirurgisch durchtrennt und somit der Schmerz unterbunden werden.

 

Hilft gegen:

 

Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen werden häufig zur Linderung leichter Schmerzen oder Entzündungen eingesetzt. Zur Behandlung von migränebedingten Schmerzen wird häufig Ergotamin eingesetzt. Der Wirkmechanismus beruht in diesem Fall auf einer Vasokonstriktion, d.h. Blutgefäße ziehen sich zusammen.

Zur Behandlung neuropathischer Schmerzen werden gerne adjuvante Analgetika eingesetzt, denn sie verfügen über die analgetische Wirkung hinaus noch die Fähigkeit Ionenkanäle zu hemmen. Diese Wirkstoffe findet man vor allem in trizyklischen Antidepressiva und Antiepileptika.

 

Fördert & stärkt

 

  • vor allem Opioide fördern Abhängigkeit
  • Schmerzlinderung
  • Genesungsprozess

Die Gabe von analgetischen Medikamenten hat definitiv sehr viele Vorteile für den Patienten. Einerseits können starke Schmerzen unterdrückt werden, damit der Patient sich schneller erholen kann, andererseits darf man jedoch nicht Vergessen, dass sehr viele dieser eingesetzten Medikamente starke Nebenwirkungen mit sich bringen.

Daher sollte im Vorfeld immer genau abgewogen werden, welches Medikament verabreicht wird und welche Folgen es mit sich bringt. Als Beispiel wären hier die Opioide zu nennen, denn diese haben ein besonders hohes Suchtpotential.

 

Die patientenkontrollierte Analgesie (PCA)

 

Die patientenkontrollierte Analgesie wird immer wichtiger. Bei chronischen Schmerzen kann dem Patienten eine sogenannte Schmerzpumpe eingesetzt werden, bei der selbst bestimmt werden kann, wann das Schmerzmittel verabreicht wird. Dadurch kann der Patient die Abgabe viel besser dosieren und somit die Schmerzlinderung maximieren.

Diese Tatsache hat einen positiven Effekt auf den Genesungsprozess, da der Patient selbstbestimmt handeln kann und somit das Gefühl vermittelt bekommt, mehr in den gesamten Prozess eingebunden zu sein. Sind die Schmerzen gelindert, können auch andere Therapieformen angewandt werden.

 

  • PCA gewinnt immer mehr an Bedeutung
  • vor allem für Patienten mit chronischen Schmerzen
  • Dosierung nach persönlichen Empfinden
  • psychische Stabilität

Vorteile der patientenkontrollierten Analgesie

 

  • genauere Dosierung
  • selbstbestimmtes Handeln
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • besseres Ansprechen auf alternative Therapien wie zum Beispiel Physiotherapie
  • individuelle Schmerzlinderung

Durch den Einsatz von Schmerzpumpen kann der klinische Alltag verbessert werden, da die Patienten aktiv am Genesungsprozess beteiligt sind und selbst über die, für sie individuell passende, Dosierung entscheiden können.

 

Risiken, Gegenanzeigen und Vorteile der patientenkontrollierten Analgesie

 

  • Abhängigkeit
  • Eigenständigkeit des Patienten
  • schnellerer Genesungsprozess
  • positiver Einfluss auf Psyche

Wie aus der Aufzählung ersichtlich wird, gibt es prinzipiell nur ein starkes Argument gegen die PCA, nämlich die Problematik der Abhängigkeit. Es ist jedoch davon abhängig, welche Medikamente verabreicht werden.

Zu den großen Vorteilen der PCA zählen definitiv die Eigenständigkeit der Patienten. Sie können selbst entscheiden, ob sie ein Analgetikum benötigen und falls ja, in welcher Dosis. Die Schmerzpumpen sind so konzipiert, dass es zu keiner Überdosierung kommen kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der positive Einfluss auf die Psyche. Haben Patienten jahrelang chronische Schmerzen, werden sie über eine dauerhafte Schmerzlinderung überglücklich sein und somit wird wiederum der Heilungsprozess beschleunigt, da der Patient entsprechende andere Therapien ohne Schmerzen machen kann.

 

Wer behandelt?

 

  • Anästhesist
  • behandelnder Arzt
  • Patient

In der Regel ist der Mediziner verantwortlich zur Gabe des Analgetikums. Seit mehreren Jahren gibt es jedoch die Möglichkeit, dass der Patient selbstgesteuert die Gabe der Medikamente durchführen kann. der Begriff patientenkontrollierte Analgesie (PCA) gewinnt dadurch mehr und mehr an Bedeutung.

Vor allem Patienten mit chronischen Schmerzen profitieren an dieser Stelle. Ihnen kann eine sogenannte Schmerzpumpe eingesetzt werden und dadurch können sie selbst steuern wann und wie viel Analgetikum abgegeben wird.

 

Unser Fazit

 

Durch stetig medizinische Forschung ist es mittlerweile möglich, beinahe sämtliche Schmerzen zu lindern. Der Teilbereich der Analgesie ist sehr umfassend, jedoch unverzichtbar für jeden Patienten.

Durch technische Innovationen wie die Schmerzpumpe, können Patienten mit chronischen Schmerzen endlich wieder am Leben teilhaben, da diese Pumpen die Dosierung so präzise durchführen, dass viele Patienten nach jahrelangem Leiden endlich wieder schmerzfrei, oder beinahe schmerzfrei, sein können.

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