Home » Wirkstoffe » Ibuprofen

Ibuprofen

by Danaae

Der Wirkstoff Ibuprofen ist wohl einer der bekanntesten zur Linderung von leichten bis mittelstarken Schmerzen, Entzündungen oder Fieber.

Da er als sicher und außerdem gut verträglich eingestuft wird, ist Ibuprofen als Medikament einer der meistverkauften Wirkstoffe zur Schmerzbehandlung, ohne das ein Rezept benötigt wird.

Wie jeder andere Wirkstoff kann auch Ibuprofen Nebenwirkungen (z.B. MagenDarm-Beschwerden) hervorrufen.

IbuprofenWas ist Ibuprofen?

Ibuprofen ist ein Schmerzmittel, das zu der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) gehört.

Das Entstehen von Entzündungen und die Schmerzwahrnehmung werden gelindert, indem die Bildung von Prostaglandinen frühzeitig gestoppt wird. Dies erfolgt durch die Hemmung der Cyclooxygenasen COX-1 und COX-2.

Eben dieser Vorgang ist aber auch dafür verantwortlich, dass bei der Einnahme von Ibuprofen MagenDarm-Beschwerden auftreten können, da Prostaglandine für den Aufbau der schützenden Magenschleimhaut verantwortlich sind. Ibuprofen kann in unterschiedlichster Form eingenommen werden.

Auf dem freien Markt erhältlich sind unter anderem Cremes, Zäpfchen, Weichkapseln, Tabletten, Granulat zum Auflösen in Wasser oder Filmtabletten.

Der Wirkstoff ist zwar apothekenpflichtig, aber bis zu einer Dosierung von 400 mg rezeptfrei. Höher dosierte Medikamente, also die 600 mg und 800 mg Varianten, können nur von einem Arzt verschrieben werden.

Interessant ist, dass in einigen Ländern wie den USA, Niederlande, Polen oder Norwegen, beschränkte Mengen an Ibuprofen sogar im freien Verkauf im Supermarkt zu erwerben sind.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?


Allgemeines

Allgemeines
NameIbuprofen
Andere Namen
  • (RS)-2-(4-Isobutylphenyl)propionsäure
  • (±)-2-(4-Isobutylphenyl)propionsäure
  • rac-2-(4-Isobutylphenyl)propionsäure
  • (RS)-2-[4-(2-Methylpropyl)phenyl]propansäure (IUPAC)
  • Ibuprofenum (Latein)
SummenformelC13H18O2
Kurzbeschreibungweißer, fast geruchloser Feststoff

Wirkungsweise

So wirkt Ibuprofen

Seit 1969 ist Ibuprofen auf dem Markt präsent. Damals war der Wirkstoff allerdings noch unter dem Namen „Brufen“ bekannt. So wie ASS und Diclofenac gehört auch Ibuprofen zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

Im Gegensatz zu den steroidalen Antirheumatika, wie zum Beispiel Cortison, ist die Gefahr schwerer Nebenwirkungen bei den NSAR deutlich geringer.

In erster Linie bewirkt Ibuprofen, dass entzündungsfördernde Enzyme, also die Cyclooxygenase COX-1 und COX-2, in ihrer Entstehung gebremst werden. Es greift also in die Biosynthese der Prostaglandine ein, die maßgeblich an der Schmerzentstehung, der Entstehung von Fieber und an Entzündungsreaktionen beteiligt sind.

Infolge dessen wirkt Ibuprofen antipyretisch (fiebersenkend), analgetisch (schmerzstillend) und antiphlogistisch (entzündungshemmend).

Allgemein gesprochen sind Prostaglandine eine Gruppe von Gewebshormonen. Durch verschiedene Synthasen entstehen sie aus dem Prostaglandin H2. Auch Prostaglandine finden Anwendung in der Medizin.

In der Augenheilkunde findet man sie etwa in Augentropfen, während man sie in der Gefäßmedizin einsetzt, um die Durchblutung bei arteriellen Gefäßverschlüssen oder -verengungen zu verbessern.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Ibuprofen

Erfolgt die Einnahme von Ibuprofen oral, dauert es circa 1 bis 2 Stunden, bis es zu wirken beginnt. Bei rektaler Anwendung dauert es sogar bis zu 4 Stunden zur maximalen Plasmakonzentration.

Ibuprofen hat eine Halbwertszeit von 2 bis 3 Stunden. Bedeutet, dass es innerhalb dieses Zeitraums bereits zur Hälfte abgebaut wurde.

Die Wirkung allerdings ist dann noch nicht verflogen, da sich der Wirkstoff in Gelenken und Gewebe sammelt und so noch nachwirken kann.

Wie lange Ibuprofen braucht, um komplett abgebaut zu werden ist von Individuum zu Individuum unterschiedlich. Bekannt ist, dass der Wirkstoff zu zwei Dritteln über die Niere und zu einem Drittel über die Leber ausgeschieden wird.


Anwendungsgebiete

Wann wird Ibuprofen eingesetzt?

Im Folgenden sind die Hauptanwendungsgebiete aufgelistet:

  • Verspannungen
  • Rückenschmerzen
    In dieser schnelllebigen Zeit möchte niemand lange von Rückenschmerzen geplagt werden, um so vom Alltagsgeschehen abgehalten zu werden. Ibuprofen schafft Abhilfe und lindert den Schmerz innerhalb kurzer Zeit. So ist eine Mobilisation des Körpers prompt wieder möglich.
  • Fieber
  • Sportverletzungen (Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen)
    Um zu vermeiden, dass schon kleinere Sportverletzungen wie die oben genannten zu einer Zwangspause führen, sollten auch diese schnellstens behandelt werden. Nicht immer ist hier eine ärztliche Behandlung notwendig. Neben Schonung und Kühlung des betroffenen Körperteils spielt die Schmerz- und Entzündungshemmung eine wichtige Rolle. Dieser Effekt kann mit der Einnahme von Ibuprofen erzielt werden.
  • Entzündungen
  • Gelenkschmerzen
    Betroffene mit Gelenkerkrankungen greifen ebenfalls auf Ibuprofen zurück. Der Wirkstoff dient dazu die Entzündungen in den Gelenken zu bekämpfen. Folglich werden die Gelenke wieder wendiger und die alltäglichen Haus-, Garten- oder Berufsarbeiten können in der Regel wieder ausgeführt werden.

Richtige Anwendung

So wird Ibuprofen angewendet

Am häufigsten wird der Wirkstoff in Form von Tabletten eingenommen. Durch die orale Einnahme wird der Stoffwechsel des Körpers weniger belastet und das Risiko für Nebenwirkungen ist weniger hoch.

Sportler allerdings bevorzugen Gels oder Cremes, da diese gezielt auf die betroffene Körperstelle aufgetragen werden können und eine höhere Wirkstoffdosis ermöglichen. Kindern wird oftmalig ein aromatisierter Saft oder auch Zäpfchen mit dem Wirkstoff verabreicht.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Ibuprofen?

Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die den Wirkstoff Ibuprofen enthalten. Im Weiteren werden ein paar dieser Medikamente aufgeführt.

Medikamente zur äußerlichen Anwendung:

  • Dolgit Mikrogel / Schmerzcreme / Schmerzgel
  • Ibuprofen AL 600 Zäpfchen
  • Ibutop Creme / Schmerzgel
  • NUROFEN 24 Stunden Schmerzpflaster

Medikamente zur Einnahme

  • Dolormin 400 mg Weichkapseln / extra / Schmerztabletten / Migräne
  • Esprenit 400 mg – 600 mg Filmtabletten
  • IbuHEXAL 400 / 600 / 800
  • Ibuprofen AL

Handelsnamen

Monopräparate mit Ibuprofen

  • Brufen (Originalpräparat)
  • Aktren
  • Anco
  • Dismenol
  • Dolgit
  • Dolormin Extra
  • Esprenit
  • Eudorlin Extra
  • Gyno-Neuralgin
  • Ibuflam
  • IbuHEXAL
  • Ibutop
  • Ibubeta
  • Kontagripp
  • Migränin Ibuprofen
  • Neuralgin extra
  • Nurofen
  • Opturem
  • Spalt Weichkapseln
  • Spidifen
  • Tispol
  • Urem

Indikationen

Ibuprofen wird hauptsächlich zur Schmerzbehandlung eingesetzt. Zu den Indikationen zählen zum Beispiel:


Gegenanzeigen

Wann darf Ibuprofen nicht verwendet werden?

Ibuprofen sollte in folgenden Fällen nicht verwendet werden:

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Grundsätzlich sollte die Einnahme während der Schwangerschaft mit dem Arzt abgesprochen werden. Dies gilt besonders im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft.

Im letzten Drittel sollte aufgrund erhöhter Komplikationen für Mutter und Kind ganz auf die Einnahme verzichtet werden. Ibuprofen geht lediglich in geringen Mengen in die Muttermilch über, daher ist eine Einnahme während der Stillzeit möglich.

Bei höheren Dosierungen sollte ein Abstillen in Betracht gezogen werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kindern, die jünger als sechs Monate sind, darf kein Ibuprofen verabreicht werden. Ab einem Alter von sechs Monaten hängt die Dosierung von Alter und Gewicht des Kindes ab. Man spricht von einer Menge von circa 20 – 30 mg/kg Körpergewicht.

Die entsprechende Menge sollte über mehrere Dosen am Tag verteilt gegeben werden. Um Überdosierungen zu umgehen, sollte man dennoch immer vorerst mit dem Arzt sprechen.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Ibuprofen?

Wie jeder andere Wirkstoff, können auch Medikamente, die Ibuprofen enthalten, Nebenwirkungen verursachen. Oft hängt das Auftreten der Nebenwirkungen von der Dauer der Einnahme und der Dosierung ab.

Nachfolgend zeigen wir Ihnen die am häufigsten bis seltensten auftretenden Nebenwirkungen im Überblick.

Häufige Nebenwirkungen:

Aufgrund der fehlenden Prostaglandine, kommt es vermehrt zu Margen-Darm-Beschwerden bei der Einnahme von Ibuprofen. Aus diesem Grund sollte bei längerer Einnahme zusätzlich ein Magenschutz verabreicht werden.

Des Weiteren ist es schonender für den Magen, wenn die Medikamente nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden.

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Seltene Nebenwirkungen:

Risiken einer Überdosierung:

Bei einer kurz andauernden Überdosierung treten in der Regel nur leichte bis keine Nebenwirkungen auf. Eine länger andauernde Überdosierung hingegen kann schwerwiegende Folgen haben.

Symptome für eine Überdosierung sind unter anderem Übelkeit und Erbrechen, Blutdruckabfall und Schwindel, Bewusstseinstrübungen oder auch Herzrhythmusstörungen.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Ibuprofen?

Im Zusammenspiel mit weiteren Medikamenten kann es bei der Einnahme von Ibuprofen zu Wechselwirkungen kommen. Diese hängen von der Dosierung und der Darreichungsform des Wirkstoffes ab.

  • Durch eine erhöhte Konzentration bei der gleichzeitigen Einnahme von Digoxin oder Lithium, kann es zu Vergiftungen kommen.
  • Wenn Mittel gegen Diabetes zur gleichen Zeit wie Ibuprofen eingenommen werden, müssen die Blutzuckerwerte ärztlich kontrolliert werden, da die blutzuckerspiegelsenkende Wirkung verstärkt wird.
  • Bei parallel eingenommenen ace-Hemmern wird die Wirkung abgeschwächt. Gleichzeitig steigt das Risiko eine Nierenschädigung hervorzurufen.
  • Patienten, die hiv-positiv sind und an einer Bluter-Krankheit leiden, haben mit verstärkten Gelenkblutungen und Blutergüssen zu kämpfen, wenn zusätzlich zu Ibuprofen Zidovudin eingenommen wird.
  • Bei Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) ist Vorsicht geboten. Die blutverdünnende Wirkung kann durch zeitgleiche Einnahme von Ibuprofen gesenkt werden. Das Risiko, dass Blutgerinnsel entstehen steigt enorm.
  • Alkohol und Ibuprofen stellen eine gefährliche Kombination dar, da es verstärkt zu unvorhersehbaren Wechsel- und Nebenwirkungen kommen kann.

Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Ibuprofen zu beachten?

Experten zufolge sollte Ibuprofen nicht länger als drei bis sieben Tage eingenommen werden, da sonst das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen enorm zunehme.

Außerdem sollte die Dosis 1200 mg pro Tag nicht überschreiten. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass Ibuprofen nicht an mehr als 10 Tagen im Monat eingenommen wird.

Alles, was über diese Angaben hinaus geht, sollte individuell mit dem Arzt abgesprochen werden. Dieser kann am besten beurteilen, inwieweit Organe wie Niere, Magen, Herz und Leber beobachtet werden müssen.

In Tablettenform wird das Medikament unzerkaut und mit reichlich Flüssigkeit eingenommen. Bei einem empfindlichen Magen sollte das Medikament während der Mahlzeiten zu sich genommen werden.

Sollte doch einmal eine zu hohe Menge an Ibuprofen eingenommen worden sein, wenden Sie sich umgehend an einen Arzt oder an ein Krankenhaus in Ihrer Nähe. Von dort aus kann das Risiko der Überdosis besser eingeschätzt werden.

Falls die Einnahme einmal verpasst wurde, sollte bei der nächsten Gabe in keinem Fall die doppelte Menge eingenommen werden. Fahren Sie mit der gewohnten Menge mit der Einnahme fort.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Ibuprofen

  • Bis zu einer Dosierung von 400 mg ist Ibuprofen in Apotheken rezeptfrei erhältlich.
  • Ab einer Dosis von 600 mg Ibuprofen ist das Medikament vom Arzt anzuordnen (verschreibungspflichtig).

Geschichte

Seit wann ist Ibuprofen bekannt?

Die Entdeckung von Ibuprofen war, wie so oft, ein Zufallstreffer. Stewart Adams suchte in den 1950er Jahren nach einem Stoff, der gegen rheumatoide Arthritis helfen sollte, zudem aber möglichst wenig Nebenwirkungen hervorrief.

Nachdem die Untersuchung von Acetylsalicylsäure erfolglos war, konzentrierten sich die Forscher auf Moleküle mit Carboxylgruppen. In diesem Schritt stießen sie auf den Wirkstoff Ibuprofen. Nach der Patentierung kam das Produkt 1969 auf den Markt.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Es wird immer wieder empfohlen vor der Einnahme von Ibuprofen mit einem Arzt zu sprechen. Vor allem ältere Patienten sollten den Wirkstoff mit Vorsicht genießen, da Nebenwirkungen häufiger auftreten.

Soweit machbar, sollte das Medikament in einer möglichst geringen Dosis über einen möglichst kurzen Zeitraum eingenommen werden, um zum Beispiel einen Durchbruch der Magenwand zu verhindern.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist vor jeder Einnahme individuell abzuwägen!


Quellen

  • Shah, S.S.: Ibuprofen for the prevention of patent ductus arteriosus in preterm and/or low birth weight infants, in: Cochrane Database Syst Rev (2006), CD004213
  • Kellner, H.: Vorsicht bei Ibuprofen mit Acetylsalicylsäure, in: Pharmazeutische Zeitung 28/2004
  • Huber, H. et al.: Checkliste Schmerztherapie, Georg Thieme Verlag, 2005
  • Moore, N.: Ibuprofen: a journey from prescription to over-the-counter use, in: J R Soc Med (2007), Ausgabe 100, Suppl. 48, 2-6
  • McQuay, H.J. et. al.: Dose-response in direct comparisons of different doses of aspirin, ibuprofen and paracetamol (acetaminophen) in analgesic studies, in: Br J Clin Pharmacol (2007), Ausgabe 63(3), 271-8
  • Heisel, J. & Jerosch, J.: Schmerztherapie der Halte- und Bewegungsorgane, Springer Verlag, 2007
  • Kunz, R. et al.: Kompendium der medikamentösen Schmerztherapie, Springer Verlag, 2012
  • Riemann, J.F.: Gastroenterologie, Georg Thieme Verlag, 2008
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH, D, USA, UK)
  • Mitteilung der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) im Vergleich: Risiko von Komplikationen im oberen Gastrointestinaltrakt, Herzinfarkt und Schlaganfall, in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 110, Heft 29-30, 22
  • Europäisches Arzneibuch PhEur
  • Medizinisches Informationsportal des Springer Verlags: www.springermedizin.at (Abruf: 28.11.2013)
  • Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin: www.embryotox.de (Abruf: 28.11.2013)

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns: