Migräne

Steckbrief: Migräne

  • Name(n): Migräne; Augenmigräne
  • Art der Krankheit: Neurologische Erkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Nur symptomal
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Zw. 5 und 10% der Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologe; Hausarzt
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – G00-G99 – G40-G47 – G43

Migräne

Migräne

Neben Clusterkopfschmerzen gehört Migräne zu den häufigsten Kopfschmerzarten unter der Menschen leiden. Zwar können Männer, Frauen und Kinder gleichermaßen betroffen sein, doch hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass übermäßig viele Frauen mit dieser Erkrankung zu kämpfen haben.

Sie zeichnet sich vor allen Dingen dadurch aus, dass häufig nur eine Seite des Kopfes von Schmerzen betroffen ist und oftmals weite Teile der Motorik und Sensorik beeinflusst werden. Eine offensichtliche Ursache, wie beispielsweise eine Kopfverletzung oder Hirnblutungen gibt es jedoch bei dieser Erkrankung nicht. Ursächlich sind vielmehr diverse Trigger (Reizüberflutung, Reizstoffe etc.)

Obgleich es sich bei Migräne geradezu um eine Volkskrankheit handelt, sind ihre Ursachen noch wenig erforscht. Daher ist auch keine Heilung durch Therapie möglich. Lediglich die Symptome können durch einen Arzt verschiedentlich behandelt werden. In vielen Fällen verschwindet jedoch eine Migräne im Laufe der Zeit von allein wieder.

Definition Migräne?

Der Begriff “Migräne” leitet sich ursprünglich vom griechischen Wort für “halber Kopf” beziehungsweise “halber Schädel” ab. Denn es handelt sich hierbei um eine neurologische Erkrankung, die Kopfschmerzen vor allem in einer Schädelhälfte hervorruft, die in regelmäßigen Abständen anfallsartig auftreten können. Wesentlich ist dabei, dass kein primärer physische Auslöser, wie beispielsweise eine Kopfverletzung oder ein Hirntumor, für das Auftreten des Schmerzes verantwortlich sind. Zum einen ist diese Erkrankung recht bekannt und wird vor allem ALS Frauenleiden verstanden, obgleich selbstverständlich auch Männer unter Migräne leiden können. Zum anderen gehört der Migränekopfschmerz zu jenen Erkrankungen des Menschen, die noch nicht in Gänze erforscht sind und über die es noch eine Reihe von Unklarheiten gibt. So ist unter anderem die Ätiologie der Migräne noch nicht abschließend geklärt.

Das Krankheitsbild der Migräne ist insgesamt gesehen uneinheitlich. So gibt es beispielsweise Migränetypen, die weitgehend ohne Schmerzen verlaufen. Andere wiederum breiten sich teilweise auf beide Schädelhälften aus. Grob unterteilen lässt sich diese Erkrankung jedoch in die gewöhnliche und die klassische Migräne sowie ihre Mischform. Zum wesentlichen Unterscheidungsmerkmal wird dabei die sogenannte Aura. Es handelt sich dabei um sensorische Wahrnehmungsstörungen, die von leichtem Flimmern, Verzerrungen und Lichtblitzen bis hin zur temporären Blindheit reichen können.

Die gewöhnliche Migräne tritt ohne Aura auf. Hier sind typische Symptome der halbseitige Kopfschmerz sowie Übelkeit und Unwohlsein. Durch laute Geräusche und grelles Licht verstärken sich die Symptome, weshalb Patienten dies als besonders unangenehm empfinden. In der Medizin wird das als Photophobie beziehungsweise Phonophobie (Angst vor Licht und Ton) bezeichnet.

Die klassische Migräne tritt hingegen stets gemeinsam mit einer Aura in Erscheinung. Darüber hinaus finden sich ähnliche Symptome wie bei der gewöhnlichen Migräne. Aber auch ein Taubheitsgefühl bis hin zu motorischen Ausfällen einer Gesichtshälfte sind möglich. Je nach Ausprägung der Aura kann die klassische Migräne noch weiter unterteilt werden. Dann sind noch zusätzliche Merkmale möglich.

Die Mischform, die häufig als “vermutliche” Migräne bezeichnet wird, kann mit oder ohne Aura vollzogen werden. Bei dieser Form des Kopfschmerzes treffen alle Merkmale auf eine Migräne zu, es fehlt jedoch jeweils ein entscheidendes Element für eine absolut sichere Diagnose.

Unabhängig davon, welche Art der Migräne vorliegt, wird die in der Regel gut hinsichtlich der Symptome therapierbar sein. Betroffene können also trotz Diagnose Migräne zumeist ein normales, beschwerdefreies Leben führen. Eine gezielte Heilung dieser Erkrankung ist jedoch noch nicht möglich.


Was ist Migräne?

Bei der Migräne handelt es sich um ein neurologisches Leiden, das zum Teil immense Ausmaße annehmen kann. Nicht selten sind Personen, die gerade eine dahingehende Attacke erleiden für Tage am StüCK außer Stande, irgendetwas Produktives zu leisten oder sich auf sonstige Weise in den Alltag oder die Gesellschaft einzubringen. Die im Rahmen einer Migräne entstehenden Schmerzen sind horrend und das Gewicht derselben ist für Personen, die diesem Leiden glücklicherweise entgangen sind, zumeist nicht nachzuvollziehen. Darüber hinaus stellen sich nicht selten eine allgemeine Übelkeit, Erbrechen und eine immense Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen ein.

Vor dem Einsetzen einer Attacke können sich warnende Signale in Form einer sogenannten „Aura“ etablieren. Diese manifestieren sich auf verschiedene Art und Weise. Unter anderem kann es zu blitzähnlichen Lichterscheinungen, partieller Blindheit oder partieller Taubheit des Gesicht oder der Extremitäten kommen.

Mithilfe moderner Medikamente ist es jedoch möglich, viele allzu gravierende Symptome, die im Zuge einer Migräne auftreten, merklich zu lindern. Bisweilen ist es sogar möglich, eine Attacke komplett a priori zu verhindern. Durch diesen Umstand gewinnen die Geschädigten viel ihrer zuvor verlorenen Lebensqualität zurück. Darüber hinaus sollte man sich bei der Behandlung der vorliegenden Krankheit jedoch nicht ausschließlich auf die Schulmedizin verlassen. Auch Hausmittel, alternativmedizinische Methoden und dauerhafte Umstellungen der Lebensweise können dazu beitragen, dass sich die allgemeine Situation des Betroffenen erheblich verbessert.

Nichtsdestoweniger sollte man trotz der modernen medizinischen Möglichkeiten nicht aus dem Auge verlieren, dass es sich bei dem vorliegenden Leiden um eine unheilbare Erkrankung handelt. Zwar handelt es sich bei der Migräne um keine unmittelbar tödliche Krankheit, dennoch sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aufgrund der Attacken kommt es immer wieder zu Arbeitsausfällen und somit ebenso zu Verdienstausfällen. Auch das Sozialleben und das Privatleben können stark unter einer Migräne leiden. Darum ist es äußerst wichtig, sich adäquate Hilfe zu suchen.

Welche Ursachen gibt es?

Gleichwohl Forschung und Wissenschaft noch weit davon entfernt sind, die Ursachen einer Migräne vollends verstehen zu können, lässt sich doch vermuten, dass derselben aller Wahrscheinlichkeit nach eine Kombination aus Umweltfaktoren sowie genetischen Faktoren zugrunde liegt. Diese direkt verantwortlich zu machenden Auslöser bezeichnet man bisweilen auch als „Trigger“. Eine der gängigen Theorien postuliert darüber hinaus, dass einer Attacke eine empfindliche Störung des „Nervus trigeminus“ (Drillingsnerv) zugrunde liegen könnte. Dieser ist vergleichsweise empfindlich und reagiert bei Überreizung mit kaum auszuhaltenden Schmerzen. Auch nicht vollends auszuschließen ist eine gewisse fehlerhafte Ausbalancierung der Botenstoffe im Gehirn des Patienten – darunter unter anderem Serotonin. Dieses ist mitunter dafür verantwortlich, Schmerzen selbst und das Schmerzempfinden im Allgemeinen zu regulieren. Der Zusammenhang des Serotonins mit einer Migräne ist jedoch, wie alle soeben genannten Thesen weder bestätigt noch verworfen. Es bleibt alles in allem offen.

Nichtsdestoweniger konnte man erfolgreich beobachten, dass das Niveau an Serotonin im Gehirn während einer Attacke deutlich absinkt. Eine Reduktion dieses Stoffes sorgt dafür, dass der Körper vermehrt so genannten Neuropeptide ausschüttet, die wiederum zu den Meningen (Hirnhäuten) reisen und sich dort als Schmerz ausdrücken (können). Diese Theorie scheint daher als sehr wahrscheinlich. Sie gilt dennoch noch nicht als bewiesen.

Es handelt sich allerdings bei den hier erwähnten Thesen und Theorien lediglich um rein physiologische Ursachen und damit mehr um das mechanische Entstehen einer Migräne. Die Auslöser oder Trigger aber, die zu einer solchen führen scheinen bei jetzigem Stand der Forschung als wesentlich wichtiger, da sie medizinisch fassbar sind.

Diese Trigger können vielerlei Ursprung sein und variieren von Fall zu Fall meist sehr stark. Sprich: Die Migräne ist eine fallspezifische Erkrankung und lässt sich dadurch nur recht schwer katalogisieren. Jeder Mensch reagiert anders auf verschiedene Stoffe nd somit ist es nicht möglich, spezielle Auslöser allgemeingültig zu definieren. Dennoch gibt es hierzu einige Ansätze:

Typische Auslöser oder Trigger

Hormone
Diese Art des Auslösers betrifft vornehmlich Vertreter des weiblichen Geschlechts. Besonders hohe Fluktuationen des Östrogen-Haushalts spielen hierbei eine herausragende Rolle. So klagen Frauen zumeist während sowie kurz vor und kurz nach ihrer Periode über Kopfschmerzen oder Migräne. Dies wäre damit zu begründen, dass der Zyklus der Frau große Abfälle des Östrogenspiegels bedingt, sprich eine Fluktuation verursacht.

Darüber hinaus klagen auch viele Frauen über Migräne, wenn sie mit einem Kind schwanger gehen oder sich kurrent in der Menopause, bzw. den Wechseljahren befinden. Zudem können einige Medikamente ebenso dazu beitragen, dass Frauen einer Migräneattacke zum Opfer fallen. Dies gilt insbesondere für diejenigen Wirkstoffe, die Östrogene enthalten oder diese hemmen. Hierbei ist vorrangig die Anti-Baby-Pille zu erwähnen. Nichtsdestoweniger gibt es auch einige Frauen, die behaupten, dass die Einnahme der Pille ihnen dabei helfe, eine Migräne zu verhindern. Die Angaben sind also sehr ambivalent und man bemerkt bereits wieder, wie stark vom individuellen Fall abhängig eine Migräne sein kann.

Nahrung
Gewisse Nahrungsmittel sind dafür bekannt, dass sie Migräneattacken auslösen können. Hierbei sind insbesondere folgende Produkte zu nennen:

  • Alter (gereifter) Käse
  • Stark salzhaltige Speisen
  • Fertiggerichte
  • Stark gezuckerte Nahrung

Kurioserweise ist eine Migräne nicht aber allein durch die Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel auszulösen, sondern auch durch das Weglassen derselben oder gar durch Fasten. So kommt es nicht selten vor, dass bei Personen, die gerade einer Diät nachgehen, plötzlich eine Migräneattacke einsetzt. Auch hier zeigt sich wieder die ungeheure Ambivalenz der potentiell auslösenden Faktoren.

Nahrungszusätze
Nicht nur die Nahrungsmittel selbst können eine Migräne bedingen, sondern auch die der Nahrung oftmals beigefügten Zusätze. Die gilt natürlich nur für sog. „Processed Foods“. D.h. für Lebensmittel, die bereits kauffertig weiterverarbeitet wurden. Hierunter zählen u.a. Fertiggerichte, Büchsennahrung usw. Die besonders häufig in Zusammenhang mit Migräne erwähnten Zusätze in den Nahrungsmitteln sind dabei u.a.:

  • Aspartam (künstliches Süßungsmittel)
  • Mononatriumglutamat (MNG)
  • Hefeextrakt

Diese Stoffe stehen nur stellvertretend für eine immense Vielzahl an potentiell auslösenden Zusätzen, die in beinahe jedem nicht-frischen Lebensmittel zu finden sind.

Getränke
Wohingegen einige Getränke sehr förderlich auf Kopfschmerzen im Allgemeinen und Migräne im Speziellen einwirken können, so haben andere den exakt gegenteiligen Effekt. Hierunter zählen insbesondere Alkoholika und koffeinhaltige Flüssigkeiten. Vorrangig Rotwein scheint in Bezug auf Kopfschmerzen ein überaus häufig auftretender Verursacher zu sein. Dasselbe gilt jedoch auch für Kaffee, Tee und Energy Drinks.

Stress und Druck
Dass Stress und Druck ungesund sind weiß jeder. Dennoch lassen sie sich in der modernen Geschäftswelt nicht immer vermeiden. Gerade heutzutage sind die Stresslevel der meisten Arbeitnehmer wesentlich höher als im Vergleich zu früheren Dekaden. Das schadet am meisten dem Gehirn. Aber nicht nur Burn Out und Depressionen können in Folge einer chronischen Überbelastung eintreten, sondern auch eine Migräne. Der Vollständigkeit halber ist allerdings zu erwähnen, dass eine Migräne wohl eher nicht durch Stress alleine entsteht, wenn sie nicht bereits schon vorher vorlag. Dennoch kann derselbe sie auslösen. Stress als Trigger ist daher nicht zu unterschätzen und kann auch auf lange Sicht immer wieder ein Risiko für Betroffene darstellen.

Manche Sinneseindrücke
Es gibt gewisse sensorische Stimuli, die dafür sorgen können, dass es zu einer Migräneattacke kommt. In diesem Zusammenhang sind insbesondere starkes und grelles Licht sowie laute Geräusche zu nennen. Aber auch allzu starke Gerüche sind durchaus verantwortlich zu machen. Darüber hinaus klagen viele Migräne-Patienten auch darüber, dass sie besonders häufig eine Attacke durchleben, wenn sie Tabakrauch ausgesetzt sind. Dieser Umstand lässt sich aber wohl alleine auf den Geruch desselben zurückführen und hat weiter nichts mit dem Nikotin zu tun. Dieses ist ohnehin nur in sehr geringen Mengen in exhaliertem Rauch zu finden.

Schlafrhythmus
Personen, die zu viel oder zu wenig schlafen können damit jeweils eine Attacke provozieren. Daher ist es für Betroffene sehr ratsam, wenn diese so weit wie möglich einem strikten Schlafplan folgen und versuchen, nicht davon abzukommen. Gerade für Schichtarbeiter ist dies jedoch sehr kompliziert und teilweise unmöglich. Nichts zuletzt darum, finden sich auch wenige Migräne-Patienten im Schichtdienst. Ein weiterer empfindlicher Punkt ist für viele Betroffene der sog. „Jet Lag“. Dieser ist nicht selten dafür verantwortlich zu machen, dass die ersten Tage im Urlaub zu einer wahren Tortur werden können.

Physische Aktivität
Auch hierbei gilt es für Patienten, das richtige Maß zu finden. Sowohl zu viel als auch zu wenig physische Aktivität können ihrerseits jeweils einen Trigger darstellen. Darum sollten Erkrankte, insofern diese beispielsweise planen, ein strikteres Sportprogramm aufzunehmen, sich langsam vorantasten und nicht gleich voll damit einsteigen. Dies ist jedoch nicht immer möglich und ungeplante hohe physische Aktivität kann durchaus passieren. In diesem Fällen muss man schlicht damit rechnen, dass eine Attacke unabdingbar ist. Dasselbe gilt übrigens auch dann, wenn man plötzlich wesentlich weniger Bewegung bekommt als sonst oder sich generell sehr wenig körperlich betätigt.

Wetter
Insbesondere Umschwünge in der Großwetterlage sowie Veränderungen des Luftdrucks können Migräneattacken in Erkrankten auslösen. Die Deutschen sehen sich traditionell als ein sehr wetterfühliges Volk an. Darum erscheint dieser Grund als Auslöser sehr oft in heimischen Statistiken. Beweisen lässt sich eine Wetterfühligkeit medizinisch jedoch (noch) nicht.

Medikamente
Genauso wie einige Medikamente dazu in der Lage sein können, den von Migräne betroffenen Personen sehr große Abhilfe zu leisten, so sind einige Arzneien und Präparate genau zum Gegenteil imstande. Es gilt daher im Falle einer medikamentenabhängigen Migräne, unbedingte Rücksprache mit dem zuständigen Mediziner zu halten, sodass man das zur Debatte stehenden Medikament schleunigst auswechseln kann. Insbesondere Herzmedikamente, die Nitroglycerin enthalten sind dafür bekannt, dass sie Migränen auslösen können.


Symptome & Anzeichen

So unterschiedlich wie sich die Migräne im Kopf an verschiedenen Stellen äußern kann, so mannigfaltig sind die Symptome, die die Kranken verspüren. Viele Migränepatienten bemerken den ersten Anlauf ihrer Migräne durch die sogenannte Aura – je nach Patient kann es sich hierbei um Flimmern oder sogar um Blitze vor den Augen handeln. Eine große Zahl der Patienten übergeben sich mehrfach während einer Migräneattacke und können unter keinen Umständen Essbares oder Flüssigkeiten zu sich nehmen. Oftmals bessert sich der Anfall erst dann, wenn der Magen leer ist und sich beruhigt hat. Des Weiteren verspüren viele Patienten eine bleierne Müdigkeit und sie würden am liebsten stundenlang schlafen.

Für Gewöhnlich verläuft eine Migräneattacke in vier Phasen, somit treten auch die gängigen Symptome den Phasen entsprechend in vier Kategorien auf. Diese sind:

  1. Vorbotenphase (Prodrom)
  2. Auraphase
  3. Kopfschmerzphase
  4. Remission (Rückbildungsphase)

Hierzu eine jeweilige Zusammenfassung:

1. Prodrom
Etwa zwei bis drei Tage vor der eigentlichen Migräneattacke bemerken viele durch die Krankheit belastete Menschen bereits frühzeitige Warnsignale, die sie darauf aufmerksam machen sollte, dass es im Laufe der nächsten zeit zu einer Migräne kommt. Aber nicht alle Menschen verfügen über dieses Frühwarnsystem. Tatsächlich sind es weit weniger als die Hälfte aller Betroffenen. Einige Schätzungen gehen sogar davon aus, dass nur etwa zwischen 20 und 30% aller Erkrankten in der Lage dazu sind, eine sich anbahnende Attacke vorauszufühlen.

Dieses in den Körper integrierte Warnsystem kann sehr nützlich sein. Dies ist darum der Fall, da Betroffene sich mehr oder weniger gut auf die Attacke vorbereiten können. Das heißt im grunde nichts anderes, als dass sie ihre Pflichten und Aufgaben so weit erledigen, dass sie sich während der akuten Phase die Ruhe gönnen können, derer sie bedürfen. Personen, bei denen sich eine Migräne nicht a priori ankündigt, haben meist das Nachsehen.

Typische Symptome während des Prodroms sind unter anderem:

  • Verstopfungen oder Durchfälle
  • Starke Stimmungsschwankungen (beinahe bipolarer Natur)
  • Fressattacken
  • Steifheit der Glieder und Gelenke
  • Starker Durst und damit einhergehender Harndrang
  • Dauerhaftes Gähnen
  • Allgemeines Unwohlsein

Sollte man also eines oder mehrere dieser Symptome an sich bemerken und ist man überdies Migräne-Opfer, so sollte man durchaus davon ausgehen können, dass man bald mit einer Attacke zu rechnen hat.
2. Auraphase
Auren können sowohl während einer Attacke als auch davor oder danach erscheinen. Nichtsdestotrotz sollte man ebenso anmerken, dass die meisten Personen tatsächlich keine Auren ausbilden. Eine Aura rührt wohl vom Zentralen Nervensystem (ZNS) her – so zumindest die allgemein anerkannte Meinung der Wissenschaft. Sie können sich auf sehr viele verschiedene Arten und Weisen manifestieren. Unter anderem als regelrechte Lichtblitze, wellenförmige Prismen, Zickzackmuster, Unklarheiten oder sogar partielle Blindheit. Zudem ist es auch möglich, dass die Sicht lediglich verschwimmt.

Des Weiteren ist zu erwähnen, dass Auren nicht ausschließlich als visuelle Phänomene auftreten. Sie können sich ebenso in haptischen, verbalen, sensorischen oder auditiven Formen niederschlagen. Allerdings kommt dies sehr selten vor. In noch rareren Fällen kann es sogar soweit gehen, dass der Betroffene unter partieller Muskelschwäche leidet und / oder er sich so fühlt, als berühre ihn jemand, gleichwohl dem nicht so ist.

Eine Aura entsteht zumeist sehr langsam, verstärkt sich nach und nach und bleibt dann für ca. 20 bis 60 Minuten bestehen, bevor sie sich wieder verflüchtigt.

Eine kurze Übersicht über die etwaig auftretenden Phänomene:

  • Visuelle Phänomene: Zickzack-Linien, Verschwommenheit, Licht, partielle Blindheit
  • Haptische Phänomene: Inkorrekte Wahrnehmung von Temperatur oder Beschaffenheit von Oberflächen
  • Einschlafen der Arme und Beine
  • Einseitige Lähmungserscheinungen
  • Sprachstörungen, Wortfindungsstörungen
  • Hören von Stimmen oder Musik sowie Geräuschen, die nicht nicht existent sind
  • Unkontrollierte Zuckungen, Spastiken

3. Kopfschmerzphase

Die dritte Phasen mit der sich eine Migräne manifestiert ist die weitaus unangenehmste und schmerzhafteste. Sie kann, insofern man sie nicht behandelt oder behandeln lässt, zwischen vier und 72 Stunden andauern. Hierbei ist es jedoch nicht gesagt, dass man konstante Kopfschmerzen verspürt. Bisweilen verschwinden dieselben, nur um kurz darauf wieder aufzutauchen. Die Frequenz, mit der dies geschieht ist aber von Fall zu Fall der unterschiedlich.

Symptome, die sich während der dritten Phase häufig einstellen beinhalten unter anderem:

  • Einseitige oder beidseitige Kopfschmerzen
  • Pulsierender und bedrückender Schmerz
  • Übersteigerte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen, Gerüchen und Berührungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verschwommene Sicht
  • Schwindel und Ohnmacht

4. Remission

Die vierte und letzte Phase einer Migräneattacke zeichnet sich durch das Abklingen der gerade genannten Symptome aus. Manchen Betroffenen geht es bereits während dieses Stadiums merklich besser, während andere immer noch mit den Folgen der Attacke zu kämpfen haben. Nichtsdestoweniger sollte man davon ausgehen können, dass spätestens 24 Stunden nach Einsetzen der Remission das Gröbste überstanden ist.

Währenddessen können folgende Symptome auftreten:

  • Verwirrung
  • Empfindlichkeit
  • Allgemeine Missstimmung
  • Schwindel
  • Schwäche
  • Sensorische Überempfindlichkeit

Diagnose & Krankheitsverlauf

Im Rahmen einer Diagnose ist es in Bezug auf Migräne besonders wichtig, dass man zuvörderst eine Anamnese anstellt, also ein Patientengespräch. Es ist zwar möglich, einer Migräne auch alleine durch klinische Tests auf die Schliche zu kommen, nichtsdestotrotz bietet die direkte Kommunikation zwischen Arzt und Patient bei der vorliegenden Krankheit zumeist das größte Potential. Gehen aus der Anamnese die ausschlaggebenden Symptome hervor, so steht die Diagnose nicht selten bereits fest. Dennoch bedient man sich zur Absicherung darüber hinaus noch weiterer klinischer Tests. Diese sind unter anderem:

Computertomographie (CT)
Unter einem CT versteht man eine Art spezialisiertes Röntgen. Zumeist ist dieser Test der als erstes durchgeführte, wenn ein Patient mit einem Verdacht auf Migräne einen Arzt konsultiert. Das CT produziert sehr feine Schichtaufnahme des Gehirns, anhand derer man klar determinieren kann, ob eine Blutung vorliegt oder nicht. Bisweilen ist es darüber hinaus notwendig, dass man dem zu Behandelnden ein Kontrastmittel verabreicht, um den Fluss des Blutes besser zu verdeutlichen. Hierdurch entstehen dem Patienten jedoch in der Regel keinerlei zusätzliche Unannehmlichkeiten.

Magnetresonanztomographie (MRT)
Bei dieser Methode bedient man sich magnetischer Wellen, die in Paarung mit Radiowellen dazu in der Lage sind, sehr feine und detaillierte Bilder vom Inneren der Körpers zu erzeugen. Diese Bilder sind darüber hinaus sowohl in 2D als auch 3D herzustellen, was eine Diagnose im Zweifel sehr stark erleichtern kann. Aufgrund des gerade erwähnten Detailreichtums ist es möglich, etwaig sehr feine Details zu entdecken und somit für die auftretenden Symptome verantwortlich zu machen, also die Diagnose „Migräne“ stellen zu können.

Liquor cerebrospinalis Test
Bei dem sog. „Liquor cerebrospinalis“ handelt es sich um die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit. Bei speziellen Formen der Migräne kann es vorkommen, dass sich Erreger in dieser Flüssigkeit ansammeln. Ist dies der Fall, kann es schwer sein, das mittels eines CTs zu beweisen. Daher ist es unumgänglich, dass man zwecks einer Diagnose etwas dieser Flüssigkeit entnimmt und sie auf Rückstände von Erregern untersucht. Zur Gewinnung der Flüssigkeit bedient man sich einer Lumbarpunktion. Hierbei handelt es sich um eine Technik, bei der man eine Nadel direkt in das Rückenmark einführt und dort eine Probe entnimmt. Zugegebenermaßen findet diese Methode jedoch nur recht selten Einsatz und dient eher als Ultima Ratio.

Bluttest
Wie bei beinahe allen Erkrankungen, lassen sich wichtige Erkenntnisse aus der Untersuchung des Blutes des Patienten gewinnen. Man sollte sich hierbei jedoch keinen Illusionen hingeben. Zwar hilft eine Blutprobe dabei, die Wahrscheinlichkeit einer Migräne festzusetzen, sie bietet aber kein eindeutiges Ergebnis an. Schließlich und endlich lassen sich im Rahmen einer Untersuchung des Blutes lediglich Häufungen weißer Blutkörperchen nachweisen, die allgemein in die Richtung eines entzündlichen Prozesses oder einer Infektion hindeuten. Eine Migräne per se jedoch ist im Rahmen einer einfachen Blutuntersuchung nicht nachzuweisen.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Es ist davon auszugehen, dass weltweit etwa 15% der gesamten Bevölkerung des Planeten betroffen sind. In konkreten Zahlen bedeutet dies, dass rund eine Billion Menschen unter dieser Erkrankungen leiden. Dabei tritt sie, wie bereits erwähnt, statistisch gesehen weitaus häufiger bei Frauen auf, als bei Männern. Hierbei gilt jedoch ganz klar zu unterscheiden, wie oft Betroffene an einer Migräneattacke leiden. Manche Personen sind mehrmals im Jahr, andere nur einmal im Jahr oder nur einmal alle paar Jahre betroffen. Das ist sehr unterschiedlich und fallspezifisch, wie beinahe alles, was eine Migräne betrifft.

Darüber hinaus ist es erwähnenswert festzuhalten, dass man Personen, die unter Migräne leiden weitaus seltener in Afrika und Asien als in der westlichen Welt findet. Die Gründe hierfür sind noch unbekannt. Viele Forscher vermuten aber genetische Faktoren hinter diesem Kuriosum.

Von schwerwiegenden chronischen Ausprägungen der vorliegenden Krankheit sind weltweit in etwa zwischen 1 und 3% der Bevölkerung betroffen. Diese Menschen müssen damit rechnen, dass sie monatliche Attacken erleiden.

Ein weiterer maßgeblicher Faktor in Bezug auf die Migräne-Erkrankung ist das Alter. So beginnt ein solches Leiden meist zwischen dem 15 und dem 25 Lebensjahr. Sollte man bis zu diesem Zeitpunkte keine Migräne gehabt haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass man auch niemals eine haben wird. Dabei findet man jedoch abermals Häufungen bei den Altersgruppen zwischen 40 und 45. Hier kommt es zwar nicht oder nur sehr selten zur Ausbildung neuer Fälle, aber bereits Betroffene Personen erleben Attacken mit einer weitaus höheren Frequenz als in den Jahren davor und danach. Die genauen Gründe hierfür sind noch nicht erforscht.

Des Weiteren lässt sich bemerken, dass Frauen, gerade zu beginn ihrer Menopause, verstärkt Opfer dieses Leidens sind. Migräneattacken stellen sich sehr häufig ein und sind darüber hinaus auch wesentlich schwerwiegender und gravierender als zuvor. Dies ist ganz klar auf den sich veränderten Östrogenspiegel zurückzuführen.
Diagnosedaten
Die aus einer Diagnose hervorgehenden Daten sind von äußerster Wichtigkeit für den Patienten und für den Arzt. Beide profitieren gleichermaßen davon, wenn die Daten übersichtlich und gut verwertbar sind und ausfallen. Da gerade bei der Diagnose von Migräne primär bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen, ist es sicherlich nicht schlecht, wenn der behandelnde Arzt über ein gutes Auge verfügt. Erfahrung ist hier das absolute A und O. Gerade jungen Ärzten fällt es bisweilen etwas schwer, dahingehende Aufnahmen korrekt auszuwerten. Deswegen ist es nicht selten der Fall, dass sie einen älteren und / oder erfahreneren Arzt um Hilfe bitten. Dies ist jedoch seitens des Patienten nicht als Unfähigkeit misszuinterpretieren. Es handelt sich hierbei lediglich um einen natürlichen Lernprozess beim Mediziner.

Ansonsten kann die Stellung einer Diagnose im Falle der Migräne bisweilen etwas kompliziert sein. Nicht jedes bildgebende Verfahren ist dazu in der Lage, eine solche korrekt anzuzeigen. Dadurch sind meist mehrere Tests nötig, um Gewissheit über die vorliegende Erkrankung erlangen zu können. Das macht den diagnostischen Prozess oftmals sehr langwierig und anstrengend für den Patienten sowie den zuständigen Mediziner. Es gilt an dieser Stelle jedoch Durchhaltevermögen zu zeigen. Schließlich ist es besser, sich einige Zeit lang zu quälen und dann schlussendlich Gewissheit zu erlangen, als nach nur einem Test bereits aufzugeben und dafür ewig in der Schwebe zu darüber zu hängen, ob man nun erkrankt ist oder nicht.

Nichtsdestotrotz kann bisweilen eine Anamnese zwecks einer Diagnose schon ausreichen und damit weitere klinische Tests obsolet machen. Dies kommt aber sehr stark auf den vorliegenden Fall an.

Alles in allem also sind die zur Verfügung stehenden Diagnosedaten nicht immer einfach zu interpretieren. Dennoch sollte es erfahrenen Ärzten gelingen, anhand besagter Daten eine gute, fundierte und solide Diagnose zu stellen.


Komplikationen bei der Krankheit

Es gibt leider zahlreiche Komplikationen, die in Verbindung mit einer Migräne-Erkrankung zu nennen sind. Diese sind unter anderem:

  • Chronische Beschwerden / Erkrankungen im Abdomen
    Eine Migräne wirkt sich in sehr vielen Fällen direkt auf den Magen und den Darm aus. Warum dies so ist, gilt nicht als sicher bewiesen, dass es aber so ist dagegen schon. Tatsächlich können aufgrund dieser starken Belastung des Bauchbereiches Langzeitschäden entstehen, mit denen nicht zu spaßen ist. Insbesondere chronische Durchfälle oder Verstopfungen sind hierbei zu nennen. Dazu kommen oftmals noch chronische entzündliche Prozesse des Darms. Auch viele der gereichten Medikamente haben immens starke Nebenwirkungen auf das menschliche Abdomen und befördern damit die kontinuierliche Reizung desselben.
  • Überdosierungen
    Gerade dann, wenn Personen versuchen, ihre Migräneattacken mithilfe von rezeptfreien Medikamenten zu bekämpfen, kommt es nicht selten vor, dass sie schlicht zu viel davon einnehmen. Während eines akuten Schubes ist es einem in aller Regel egal, was die Packungsbeilage über die Dosierung sagt oder nicht. Man will schlicht, dass es einem besser geht und achtet nicht auf etwaige Nebenwirkungen. Darum neigen viele Betroffene dazu, Schmerzmittel überzudosieren. Hieraus ergeben sich aber nicht selten noch weitere Komplikationen, die einen zusätzlich zur Migräne quälen. Bisweilen kann es aufgrund der falschen Dosierung sogar geschehen, dass die akute Phase der Migräne sich unnötig in die Länge zieht. Darum Finger weg von zu vielen Tabletten, auch wenn es verlockend wirken mag.
  • Unfälle
    Bisweilen tritt das vorliegende Leiden sehr spontan in Erscheinung und überrascht Betroffene in sehr unpassenden Situationen. Dies kann ebenso am Arbeitsplatz der Fall sein, wie auch im Straßenverkehr. Sollte man gerade ein Auto oder gar einen LKW steuern, während sich eine Attacke einstellt, muss man um jeden Preis die nächstmögliche Haltestelle ansteuern. Alles andere wäre sich selbst und seinen Mitmenschen gegenüber unverantwortlich.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Trotz der Bekanntheit und doch recht häufigen Verbreitung der Krankheit kommt es nicht selten vor, dass man dennoch keinen Arzt aufsucht und sich dahingehend behandeln lässt. Die Gründe hierfür können unterschiedlicher Natur sein. Zum einen ist es mögliche, dass die Attacken so selten auftreten, dass der Betroffene denkt, es handle sich lediglich um gewöhnliche Kopfschmerzen, zum anderen besteht in vielen Ländern der Erde schlicht nicht die Möglichkeit, sich auf eine Migräne hin untersuchen zu lassen. Darum kann es empfehlenswert sein, wenn man eine Art „Kopfschmerz-Tagebuch“ führt. In diesem vermerkt man die Zeit, die Dauer, den Ort und den potentiellen Auslöser des Kopfschmerzes. Der behandelnde Arzt kann, wenn man ihm diese Daten übermittelt, hieraus zumeist bereits eine zutreffende Diagnose stellen, die eine Migräne entweder bestätigt oder negiert.

Aber nicht nur im Rahmen einer Routineuntersuchung kann es von Nutzen sein, wenn man man einen Mediziner konsultiert, manchmal ist es auch notwendig, den Notarzt zu rufen oder sich in die Notaufnahme zu begeben. Dies gilt insbesondere dann, wenn man entweder darum weiß, dass man in der Regel an sehr extremen Migräneattacken leidet, die darüber hinaus oftmals in einer Ohnmacht oder ähnlichem enden oder wenn man niemals zuvor Opfer derartigen Kopfschmerzes wurde.

Setzt ein extrem starker und persistierender Kopfschmerz blitzartig ein und ist das für einen selbst sehr untypisch, so sollte man nicht lange zögern und Nothilfe in Anspruch nehmen. Ein solcher Kopfschmerz kann auf vielerlei Ursachen zurückgehen. Dabei ist eine Migräne manchmal noch die harmloseste Variante. Auch Aneurysmen und dergleichen mehr können verantwortlich zu machen sein.

Alles in allem sollte man seine Symptome also nicht auf die leichte Schulter nehmen und bereits beim leisesten verdacht einen Mediziner zu Rate ziehen oder sich im Bedarfsfall sogar Notfallhilfe zukommen lassen. Vorsicht ist hier, wie bei jeder Krankheit, besser als Nachsicht.

Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung einer Migräne kann sich durchaus als schwierig gestalten. Im Gegensatz zu anderen Kopfschmerzarten helfen hier beispielsweise nicht die typischen Medikamente wie etwa Aspirin. Dennoch ist selbstverständlich eine medikamentöse Therapie das Mittel erster Wahl. Hierzu verordnen Ärzte in der Regel zu Beginn eine konzentrierte Gabe des Schmerzmittels Ibuprofen. Oftmals ist dies jedoch keinesfalls ausreichend Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass zeitnah eine Behandlung mit Triptanen erfolgt, um eine langfristige Erleichterung zu erreichen. Es handelt sich hierbei um eine Substanz, die bei verschiedenen Kopfschmerzarten (zum Beispiel auch Cluster-Kopfschmerzen) eingesetzt wird, um diverse Serotonin-Rezeptoren zu stimulieren und dadurch zum einen die für die Migräne verantwortlichen Blutgefäße im Hirn verengt und zum anderen Schmerzreize ausschaltet.

Obgleich Triptane in der Regel gut gegen Migräne eingesetzt werden können, sind sie doch mit einigen Risiken verbunden. Beispielsweise kann sich die Verengung der Gefäße negativ bei ohnehin bestehenden Gefäßerkrankungen auswirken. Sie haben darüber hinaus einen enormen Einfluss auf den Kreislauf und führen manchmal zu Durchblutungs- oder Herzrhythmusstörungen. Aus diesem Grund wird nach wie vor nach einer optimaleren Therapie der Migräne geforscht.

Unter anderem bemühten sich Forscher ein operatives Verfahren zu entwickeln, mit dem Migräne dauerhaft beseitigt werden könnte. Allerdings konnten auf diesem Gebiet bisher keine relevanten Ergebnisse erzielt werden, weshalb operative Verfahren nie über die Testphase hinausgekommen sind. Derzeit gibt es nur noch wenige dergestalte Versuche.

Aber auch in Bezug auf die Medikation gibt es unterschiedliche neue Ansätze. Diskutiert wird unter anderem der therapeutische Einsatz von LSD (Lysergsäurediethylamid) gegen Migräne, Clusterkopfschmerzen und andere neurologische Leiden. Allerdings ist die Behandlung zumindest in Deutschland bislang noch illegal. Unter anderem dies verhindert jedoch auch, dass bisher abschließende Test unternommen werden konnten, die verifizierbare Aussagen in Bezug auf die Heilung von Migräne geben können.

Alles in allem lässt sich also sagen, dass man mithilfe von diversen Medikamenten bisher sehr gut gegen eine Migräne ansteuern kann. Dies gilt sowohl für die Zeit der akuten Attacke selbst, als auch für die Zeit davor und danach. Das senkt den Leidensdruck der Betroffenen zum Teil erheblich und sie gewinnen dadurch ein großes Stück an Lebensqualität zurück, das zuvor aufgrund der vorliegenden Erkrankung für sie verloren war.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die Vorbeugung bezüglich einer Migräne setzt zumeist voraus, dass sich der Patient darüber im Klaren ist, dass er an einer Migräne leidet. Undiagnostizierte Erkrankungen sind natürlich nicht präventiv zu behandeln. Dieser Umstand kann bisweilen tatsächlich ein Problem sein, da nicht wenige Menschen, wie bereits erwähnt, ihre Migräne nicht als solche anerkennen und daher keine diesbezügliche Hilfe suchen und / oder in Anspruch nehmen. Dabei wäre es in den meisten Fällen nicht schwer, eine solide und zielgerichtete Abhilfe zu schaffen, die sich ebenso in Form einer schulmedizinischen Prophylaxe ausdrücken könnte.

Die hauptsächlichen Maßnahmen, die im Rahmen einer erfolgreichen Prävention gegenüber einer Migräne-Erkrankung zu ergreifen sind, setzen sich aus der Einnahme bestimmter Präparate zusammen, die zum einen die Chance auf eine Attacke senken sollen und zum anderen dafür sorgen, dass eine nicht abzuwendende Attacke nicht allzu gravierend ausfällt. Allein schon das Wissen darum, dass das zu erwartende Leiden, das direkt aus der Migräne hervorgeht, nicht so stark sein muss, wie es ohne Medikamente der Fall war, ist für viele Betroffene Anlass genug, um erleichtert aufzuatmen. Die Schmerzen sind doch oftmals horrend und kaum zu ertragen. Besonders schwere Schübe sollen den ein oder anderen Leidenden sogar schon in den Selbstmord getrieben haben.

Darüber hinaus ist es natürlich im Rahmen einer Prophylaxe zu empfehlen, dass man man auf die Trigger, bzw. Auslöser verzichtet, insofern man diese a priori erfolgreich identifizieren konnte. Zwar kann man durch Ausschneiden selbiger aus seinem Leben keine komplette Sicherheit dahingehend erlangen, dass es nie wieder zu einer Attacke kommt, aber die Wahrscheinlichkeit senkt sich doch nicht selten sehr stark ab und Betroffene können wesentlich entspannter durchs Leben gehen. Schließlich und endlich bedeutet konstante Angst vor der nächsten Attacke zusätzlichen Stress, wobei Stress ein mitverantwortliches Medium einer Attacke sein kann. Es kann hier also leicht zu einem regelrechten Teufelskreis kommen.


Prognose zur Heilung

Eine Prognose auf lange Sicht fällt eher gemischt aus. Zwar ist es nicht möglich, die vorliegende Erkrankung in einen direkten Zusammenhang mit Todesfällen zu bringen (von schmerzbedingten Selbstmorden einmal abgesehen), dennoch entstehen hieraus einige durchaus negative Situationen für den Betroffenen. Vornehmlich zu nennen sind hierbei die teils doch sehr langen Zeitstrecken, die ein Leidender nicht produktiv tätig sein kann.

Darüber hinaus gibt es aber auch gute Teilaspekte der allgemeinen Prognose. Dies gilt insbesondere für die Leute, die ohnehin nur mäßig schwer betroffen waren. Bei diesen Personen kommt es nämlich nicht selten vor, dass sich die Frequenz des Auftretens und die Intensität des Schmerzes im Laufe der zeit nach und nach zurückbilden. In äußerstes seltenen Fällen kann es sogar zu einer vollkommenen und dauerhaften Symptomfreiheit kommen. Dies ist allerdings, wie gerade erwähnt, kaum der Fall und man sollte sich darum nicht darauf einstellen.

Wesentlich düsterer hingegen fällt die Diagnose für jene Patienten aus, die von einer Migräne betroffen sind, die von einer Aura begleitet wird. Diese Personengruppe läuft erhöhte Gefahr, dass sie im laufe ihres Lebens einen Schlaganfall erleiden. Tatsächlich liegt die Chance darauf bei ihnen doppelt so hoch wie bei anderen Personen. Darum sollten sich diese Menschen auf jeden Fall vertrauensvoll an einen Mediziner wenden. Dieser kann zwar das Risiko eines Schlaganfalles nicht senken, er kann jedoch dafür Sorge tragen, dass der Erkrankte darauf eingestellt ist.

In den aller seltensten Fällen kommt es zudem zu dauerhaften kognitiven Einschränkungen. Diese treten aber nur dann auf, wenn auch die Migräneattacken selbst in abnormal hoher Frequenz auftreten. Ist dies der Fall, ist das Gehirn der Betroffenen oftmals derart stark überbelastet und überbeansprucht, dass es nach einer gewissen Zeit mehr oder weniger aufgibt. Das heißt im Umkehrschluss für den Patienten, dass er eine geistige und / oder motorische Behinderung davon tragen kann.


Migräne bei Kindern

Besonders drastisch kann eine Migräne sein, wenn sie speziell Kinder betrifft. Verschiedene Studien gehen davon aus, dass inzwischen etwa vier Prozent aller Kinder eine solche entwickeln können. Insbesondere, wenn die Eltern bereits unter diesem Typ des Kopfschmerzes leiden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Nachwuchs eine Migräne entwickelt. Zumeist verschwinden die Symptome erst mit dem Eintritt in die Pubertät wieder. Bei ungefähr 30 – 40 Prozent der Betroffenen wird sich jedoch eine lebenslange Migräne ausbilden. Ähnlich wie bei Erwachsenen sind hiervon vor allem Mädchen und weniger Jungen betroffen.

Ob des, im Vergleich zum Rest der Bevölkerung, eher seltenen Auftretens einer Migräne bei Kindern, wird diese häufig nicht diagnostiziert. Hierzu trägt auch bei, dass sich Kinder zum Teil noch nicht klar genug artikulieren können, um ihre Symptome in der Spezifik zu benennen, wie dies nötig ist für eine Diagnose. Immerhin gibt es eine Vielzahl verschiedener Unterformen und Varianzen diese Krankheit betreffend. Hinzu kommt, dass sich Migräne bei Kindern oftmals nicht auf die typische halbseitige Symptomatik beschränkt. Vielmehr ist es die Regel, dass sich bei sehr jungen Menschen Schmerzen auf beide Schädelhälften ausbreiten. Es ist zwar zumeist eine Seite stärker betroffen, als die andere, generell ist aber der einseitige Kopfschmerz bei Kindern eher selten. Nicht zuletzt ist auch die spezifische Schmerzlokalisation bei Kinder variierend. Zumeist ist lediglich der vordere Teil des Kopfes betroffen. Schmerzen äußern sich zumeist in den Schläfen, dem Bereich der Augen oder der Stirn. Besonders diese wird bei Erwachsenen jedoch kaum in Mitleidenschaft gezogen. Es hat sich zudem gezeigt, dass die weiteren Symptome einer Migräne, wie beispielsweise Übelkeit und Erbrechen, leichtes Fieber, Schwindelgefühle, erhöhte Pulsfrequenz oder Rötungen der Haut den Kopfschmerz bei Kindern überlagern könne. Folglich wird der Betroffene mehr über diese Symptome klagen, wodurch einem Arzt unter Umständen entgehen kann, dass das Leiden auf Migräne zurückzuführen ist. Es lässt sich also festhalten, dass eine Diagnose der Migräne bei Kindern generell schwieriger ist als bei Erwachsenen. Hier empfiehlt es sich mit dem Kind nach einer Attacke genau darüber zu sprechen, welche Schmerzen aufgetreten sind. Diese können dann in einem Tagebuch oder ähnlichem festgehalten werden. Denn in aller Regel treten sie im Laufe der Zeit immer wieder auf. Die gewonnenen Daten können schließlich bei der Diagnose hilfreich sein. Zudem zeigt sich dabei, welche Bereiche des Körpers besonders in Mitleidenschaft gezogen werden, wodurch eine Therapie einfacher angewiesen werden kann.

Eine besondere Bedeutung hat auch die Aura, die durchaus auch bei Kindern auftreten kann. Zumeist zeigt sie sich bereits vor der eigentlichen Kopfschmerzattacke und manifestiert sich als bunte Farben, Lichtblitze oder diverse Halluzinationen. Manchmal geht sie außerdem mit motorischen Störungen und Lähmungserscheinungen beziehungsweise Taubheitsgefühlen einher. Leider gibt es noch etliche weitere Erkrankungen, besonders im Kindesalter, die ähnliche Erscheinungen nach sich ziehen. Hier gilt es ganz genau zu beobachten, wie die Auramerkmale auftauchen. Es sollten ihr stets Schmerzattacken folgen. Darüber hinaus müssen sie in etwa einer halben Stunde, maximal einer Stunde, abgeklungen sein und keine bleibenden Schäden hinterlassen haben. Oftmals beginnen sie ganz plötzlich und verschwinden genauso unangekündigt wieder. Über das bereits genannte Tagebuch lässt sich ziemlich genau ermitteln, ob es sich bei sensorischen und motorischen Störungen um eine Aura handelt, oder ob diese längerfristig bestehen und vielmehr das Symptom einer anderen Erkrankung darstellen.

Wie sich eine Migräne genau bei Kindern entwickeln kann ist noch nicht abschließend geklärt. Zwar gibt es bereits einige Studien, in denen eine genetische Prädisposition nicht ausschließen ließ, ob jedoch die Genetik tatsächlich eine Rolle spielt, konnte noch nicht bewiesen werden. Hingegen ist es bereits möglich diverse Trigger der Erkrankung zu identifizieren. Bei Kindern gilt hier jedoch das Gleiche, was sich auch im Bezug auf Erwachsene beobachten lässt. Die Auslöser einer Migräneattacke können sehr spezifisch sein. Nicht jedes Kind reagiert auf einen Reiz gleich. Insgesamt konnte jedoch festgestellt werden, dass häufig körperlicher Stress den Ausschlag für das Einsetzen einer Attacke gibt.

Es wird vermutet, dass Kinder im Wachstum häufig nicht die nötige Energie besitzen, um den Körper im Gleichgewicht zu halten. Es kann daher gehäuft zu Flüssigkeitsmangel oder einem zu niedrigem Blutzuckerspiegel kommen. Außerdem kennen Kinder ihren Körper weniger gut, als Erwachsene. Sie neigen daher oftmals dazu, sich zu verausgaben. Erwachsene sollten gezielt darauf achten, dass ihre Kinder genügend Nahrung zu sich nehmen, bevor sie anstrengenden körperlichen Aktivitäten nachgehen. Beispielsweise sollte unbedingt etwa drei Stunden vor dem Sportunterricht etwas gegessen werden. Insbesondere bei kleineren Kindern hat der Körper noch keinen eingespielten Mechanismus des Flüssigkeitshaushaltes entwickelt. Es ist daher möglich, dass Kinder zu viel schwitzen und dennoch nicht ihre Wasserreserven auffüllen. Auch hier sind die Eltern gefragt, ihr Kind zum regelmäßigen Trinken anzuhalten.

Als wesentliche Ursache für eine Migräne bei Kindern wurde auch das unregelmäßige Schlafen herausgestellt. Generell benötigen Säuglinge, Kinder und Jugendliche wesentlich mehr Schlaf als Erwachsene. Beispielsweise sollte ein Kind von 5 Jahren pro Nacht ungefähr 12 Stunden schlafen. Es sollte also früh genug ins Bett gehen, um hernach lange genug ausschlafen zu können. Nicht selten geschieht es, dass Kinder nicht ins Bett gehen wollen, obwohl sie müde sind. Hier müssen Eltern konsequent sein. Es ist empfehlenswert einen festen Rhythmus für das Zubettgehen und das Aufstehen festzulegen. Hierdurch kann sich die biologische Uhr eines Kindes auf bestimmte Zeiten einstellen. Darüber hinaus wird das Einschlafen erleichtert, da es täglich zur selben Zeit geschieht. Und nicht zuletzt vermeidet man somit, dass das Kind, beispielsweise an Wochenenden, viel zu wenig Schlaf bekommt. Längeres Aufbleiben sollte ergo nur an sehr wenigen Tagen und zu ganz bestimmten Anlässen erfolgen, insofern es überhaupt nötig ist. Diese einfache Maßnahme kann nicht nur Migräne selbst vorbeugen, sondern auch dafür sorgen, dass keine Attacke einsetzt.

Neben den Belastungen, die sich durch Schlafmangel oder unregelmäßiges Schlafen ergeben, können auch andere Faktoren, die die Psyche eines Kindes negativ beeinflussen, eine Migräne hervorrufen. Hierzu zählen selbstverständlich Misshandlungen, gravierende Reizüberflutung oder schwere familiäre Konflikte. In den vergangenen Jahren wurde herausgefunden, dass sich zu hoher Leistungsdruck ebenso negativ auf die Gesundheit des Kindes auswirken kann. Dies halten Mediziner für einen Grund, weshalb die Fallzahlen gerade im Bezug auf Kinder drastisch gestiegen sind. Eltern sollten ergo darauf achten, dass sich ein Kind nicht zu viel zumutet. Darüber hinaus ist es angebracht, dass der Konsum diverser Medien wie beispielsweise Computerspiele oder Fernsehen eingeschränkt wird. Die sensorischen Fähigkeiten eines jungen Menschen müssen sich nämlich erst noch richtig entwickeln und sollten nicht frühzeitig übermäßig beansprucht werden. Es hilft, wenn auch ruhigere Aktivitäten mit weniger Input unternommen werden. Unter anderem können regelmäßige Spaziergänge mit Spielplatzbesuch helfen, das Kind körperlich und psychisch in einem geregelten Maße auszulasten und gleichzeitig für Entspannung zu sorgen. Permanente laute Geräusche und optische Reize sollten möglichst vermieden werden. Bei besonders empfindlichen Kindern kann bereits Straßenlärm eine Migräne auslösen. Es sollte folglich darauf geachtet werden, dass das Kinderzimmer eher zur straßenabgewandten Seite liegt und sich darüber hinaus gut verdunkeln lässt.

Letztlich zeichnen sich auch diverse Schadstoffe für das Entstehen einer Migräne bei Kindern verantwortlich. Eltern sollten beispielsweise auf keinen Fall vor ihren Kindern oder in der gemeinsamen Wohnung Rauchen. Hierauf reagieren junge Menschen ungleich stärker als Erwachsene. Und nicht zuletzt können sich durch Passivrauchen noch viele weitere Erkrankungen einstellen. Ähnliches gilt auch für verschiedene Raumsprays oder Parfüm. Wer zum Beispiel viel Haarspray verwendet, sollte nach Benutzung das eigene Kind lieber vom Badezimmer fernhalten, da die ausgestoßenen Gase durchaus zu einer Schmerzattacke führen können. Es ist darüber hinaus empfehlenswert, wenn in der Wohnung keinerlei Substanzen verbaut wurden, die als chemische Reizstoffe bekannt sind. Bei Tapeten, Lacken oder Fußböden sollte Wert auf ihre Unbedenklichkeit für Kinder gelegt werden. Hierzu kann man sich beispielsweise im Baumarkt beraten lassen.

Hin und wieder ist es möglich, dass verschiedene Nahrungsmittel für das Ausbrechen einer Migräne verantwortlich sind. Ein Übermaß an Schokolade oder der Genuss von Milchprodukten wird hier übermäßig häufig ins Feld geführt. Aber auch diverse Zitrusfrüchte können einen negativen Einfluss haben. Wer feststellt, dass sein Kind besonders häufig nach einer Mahlzeit unter Migräneattacken leidet, der kann einen Ernährungsberater aufsuchen, da dieser in der Regel ganz direkt nach bekannten Nahrungsmitteltriggern suchen wird.

Besonders drastisch ist für Kinder, dass Migräne nicht mit den gängigen Schmerzmitteln behandelt werden kann, wie dies für Erwachsene möglich ist. Zum Beispiel dürfen sie keine Triptane einnehmen. Eltern, die selbst an Migräne leiden sollten daher unter keinen Umständen einfach ihre Schmerzmittel an Kinder weitergeben. Abhängig vom Alter und der körperlichen Entwicklung des betroffenen Kindes kann ein Arzt verschiedene Kombipräparate verschreiben, die bei einer Migräneattacke eingesetzt werden können. Leider verspreche diese keine dauerhafte Linderung, da sich das Kind in einem permanenten Entwicklungsstadium befindet und Medikamentendosen nach einer bestimmten Zeit keine Wirkung mehr zeigen. Arztbesuche sollten daher vorsorglich regelmäßig erfolgen. Außerdem ist es Eltern angeraten, gemeinsam mit dem Kind einen Schmerzkalender zu führen, in welchem das Kind die Intensität einer Attacke bewertet. Dies kann ebenso gut mit dem Symptomtagebuch kombiniert werden. Je genauer die Daten erhoben werden, desto eher kann ein Arzt eine gezielte Therapie verordnen.

Neben der medikamentösen Therapie empfiehlt es sich mit dem Kind gemeinsam verschiedene Entspannungstechniken zu erlernen, die im Falle einer Attacke Linderung verschaffen können. Als günstig haben sich hier unter anderem das autogene Training oder diverse Meditationstechniken gezeigt. Bewährt hat sich aber auch der Einsatz gängiger alternativer Behandlungsmöglichkeiten. Ob ätherische Öle, Wärmeanwendungen oder Massagen hängt dabei von den spezifischen Vorlieben eines Kindes ab. Es lohnt sich hier durchaus ein wenig zu probieren und gemeinsam mit dem Kind eine gute Strategie zu entwickeln.

Relativ neu ist die Herangehensweise, bereits vor einer Migräneattacke Medikamente zu verabreichen, sodass diese gar nicht erst ausbricht. Bei Erwachsenen hat sich dies zum Teil bewährt. Im Bezug auf Kinder gibt es jedoch noch keine aussagekräftigen Studien, die eine Wirksamkeit belegen. Jedoch lassen sich etliche kritische Stimmen hierzu vernehmen. Denn bei diesem Therapieansatz sind viele Nebenwirkungen möglich, aber noch nicht umfassend erforscht. Da sich Kinder noch in der Entwicklung befinden könnten die eingesetzten Mittel, unter anderem Betablocker, tiefgreifende Entwicklunsgstörungen verursachen. Solche Maßnahmen müssen also ganz genau abgewogen werden und es empfiehlt sich unter Umständen auch eine zweite ärztliche Meinung zu diesem Thema einzuholen.

Es lässt sich also zusammenfassen, dass Migräne bei Kindern deutlich schwieriger zu diagnostizieren ist, als bei Erwachsenen. Aus diesem Grund sollte unbedingt ein Schmerztagebuch geführt werden. In diesem können nicht nur Trigger und Symptome, sondern auch die Intensität der Schmerzen vermerkt werden. Dadurch fällt es hernach leichter eine geeignete Therapie zu finden, welche dem betroffenen Kind die nötige Linderung verschafft. Es empfiehlt sich jedoch an der Behandlung ständig weiter zu arbeiten, da sie durch den sich verändernden Organismus des Kindes nur für eine Weile wirksam ist. Nicht zuletzt gilt es Trigger in der Umgebung des Kindes möglichst auszuschalten. Giftstoffe, übermäßige sensorische Reize und physischer wie psychischer Stress müssen also weitgehend vermieden werden beziehungsweise sollten in moderaten Mengen erfolgen.


Alternative Behandlungsmethoden

Bei den alternativen Heilmitteln verhält es sich im Falle der Migräne ähnlich, wie bei den Hausmitteln. Sie sind mehr oder weniger effektiv, wenn es darum geht, die Krankheit selbst zu bekämpfen. Dennoch gibt es auch hier einige Ansätze, die recht gut dafür sorgen können, etwas Abhilfe zu leisten. Dazu zählen unter anderem:

Welche Hausmittel können helfen?

Es gibt viele Hausmittel, die bei Kopfschmerzen Abhilfe leisten können. Bisweilen sind diese auch sehr probat und empfehlenswert. Nichtsdestotrotz sollte man hier nicht allzu experimentierfreudig sein und stets einen Arzt befragen, um einem bösen Erwachen aus dem Weg gehen zu können.

Im Folgenden einige Mittel, die es einem ermöglichen, die Frequenz der Attacken zu reduzieren. Diese sind unter anderem:

  • Rauchen aufgeben – Jede gerauchte Zigarette, Zigarre, Pfeife, Wasserpfeife usw. erhöht das Risiko einer Attacke
  • Auf Koffein verzichten
  • Gesunde Ernährung
  • Entspannung
  • Ruhe gönnen
  • Gesunde Ernährung und mäßige sportliche Aktivität

Es gibt jedoch auch einige Maßnahmen, die ergriffen werden können, wenn bereits eine akute Migräneattacke vorliegt. Als sehr einfaches aber wirksames Mittel hat sich speziell bei Migräne eine bestimmte Massagetechnik hervorgetan, die leicht mit einem Partner anwendbar ist. Hierbei wird der Kopf des Betroffenen umfasst und allseitiger leichter Druck ausgeübt. Die meisten Migränepatienten empfinden dies als sehr entspannend und leidlindernd. Davon abgesehen hilft es, sich möglichst in einem dunklen und stillen Raum zu befinden. Hin und wieder kann sich zudem durch Übelkeit eine Art Druckempfinden in der betroffenen Schädelregion einstellen. Hier kann es helfen, sich zu übergeben. Dies sollte jedoch nur selten und im äußersten Notfall getan werden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Baldrian
  • Frauenmantel
  • Holunder
  • Johanniskraut
  • Kamille
  • Lavendel
  • Melisse
  • Mistel
  • Rettich
  • Rosmarin
  • Wachholder
  • Weide

Die genannten Heilpflanzen versprechen natürlich keine vollständige Heilung. Nichtsdestoweniger können sie im Rahmen einer über die Schulmedizin herausreichenden Behandlung Einsatz finden. Es bietet sich an, selbige als Aufguss oder Tee einzunehmen, hierdurch beruhigt man Geschädigte zusehends. Das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn der Betroffene vor Schmerz außer sich ist. Aber auch als fertige Präparate sind diese Pflanzen erhältlich. Hierzu wendet man sich am besten an den Heilpraktiker des Vertrauens.

Es gilt jedoch vor jeder Anwendung mit dem zuständigen Mediziner zu klären, ob es sinnvoll oder potentiell schädlich ist. Insbesondere in Hinsicht auf etwaige Allergien.

Ätherische Öle

  • Ingwer
  • Lavendel
  • Majoran
  • Melisse
  • Minze
  • Rose

Die gerade erwähnten ätherischen Öle sind im Falle der Migräne lediglich in Form einer Aromatherapie anzuwenden. Die äußere sowie die innere Anwendung empfehlen sich hier nicht. Dies liegt zum einen an der Beschaffenheit der Öle und zum anderen an den oftmals nicht vorhersehbaren Effekten derselben auf den ohnehin schon stark beanspruchten Organismus.

Es gilt also auch hier, Vorsicht walten zu lassen und vor einer Anwendung einen Arzt zu konsultieren.

Homöopathie & Globuli

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Es gibt keine Diäten oder Ernährungspläne, die speziell für Migräne-Patienten erstellt worden wären. Nichtsdestotrotz kann eine allgemeine gesunde Ernährung diesbezüglich sehr förderlich sein und überdies noch vorbeugend wirken. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man auf Trigger oder Auslöser verzichtet, die mit der Nahrung aufgenommen werden.

Allgemeine Tipps sind daher:

  1. Vermeidung von Lebensmitteln, gegen die man allergisch ist, da diese als Auslöser oder Trigger fungieren können.
  2. Keinen Konsum von Alkohol oder alkoholhaltigen Waren (wie Pralinen und Torten)
  3. Absolutes Rauchverbot

Das ist aber nicht alles. Weitere Tipps schließen ein, dass man folgende Lebensmittel meist bedenkenlos konsumieren kann:

  • Obst und Gemüse (insofern keine Allergien vorliegen)
  • Meeresfrüchte
  • Milchprodukte (jedoch auf den Fettgehalt achten)
  • Hülsenfrüchte
  • Klares Wasser und Kräutertee (Limonaden usw. sind zu vermeiden)
  • Vollkornprodukte

Bei folgenden Lebensmitteln, sollte man eher aufpassen:

  • Rotes Fleisch
  • Tabakwaren
  • Raffinierter Zucker
  • Stark fetthaltige Speisen
  • Fertiggerichte
  • Alkoholika
  • Weißes Mehl
  • Fast Food

Betroffene einer Migräne sollten darauf achten, ob Attacken gehäuft nach den Mahlzeiten auftreten. Dies kann möglicherweise ein Hinweis darauf sein, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel ausschlaggebend ist. Oftmals ist es jedoch nicht möglich selbstständig den Trigger einer Migräneattacke zu ermitteln. Es empfiehlt sich daher, dies gemeinsam mit einem Ernährungsberater näher zu beetrachten.


FAQ – Fragen & Antworten

Begleitet einen eine Migräne ein Leben lang?

Vermutlich schon. In sehr seltenen Fällen kann es jedoch geschehen, dass die Symptome der Erkrankung mit voranschreitendem Alter immer geringfügiger werden und schließlich ganz verschwinden. Hierbei handelt es sich aber um eine verschwindend geringe Prozentzahl. Darum sollte man nicht darauf hoffen, sondern lernen, mit seiner Krankheit zu leben und umzugehen.

Ist eine Migräne erblich?
Es gibt weder stichhaltige Beweise die dafür noch dagegen sprechen. Daher ist diese Frage nicht zufriedenstellend zu beantworten. Zwar gibt es durchaus familiäre Häufungen von Migräne-Patienten, aber diese treten lediglich sporadisch in Erscheinung und sind nicht die Regel. Denn ebenso gibt es Familien, in denen nur eine Person von Migräne betroffen ist, während die anderen Mitglieder keinerlei derartige Symptome aufzeigen. Vermutlich also handelt es sich bei dem vorliegenden Übel nicht um eine primäre Erbkrankheit.

Stimmt es, dass jeder Schub schlimmer ist als der letzte?
In der Bevölkerung konnte sich der Irrglauben etablieren, dass jede neue Migräneattacke schwerwiegender sei als die vorausgehende. Hierfür gibt es aber keinerlei medizinische Beweise. Sicherlich mögen einzelne Individuen dies so empfinden, die Majorität von Betroffenen jedoch sagt aus, dass sie Intensität von Mal zu Mal schwankend oder gleichbleibend ist. Eine stetige Steigerung der Gravitude ist also nicht festzustellen. Somit herrscht dahingehende Entwarnung.

Darf man bei Migräne rauchen?
Diese Frage erübrigt sich eigentlich von allein. Tabakrauch ist generell schädlich und kann zu etlichen schlimmen Erkrankungen führen. Er ist jedoch auch einer der gängigen Trigger für eine Migräneattacke. Aus diesem Grund empfiehlt es sich selbstverständlich nicht, zu rauchen, wenn man bereits unter einer Migräne leidet. Dies gilt auch für Familienangehörige oder Mitbewohner. Wenn ein Migränepatient in der Wohnung lebt, sollte möglichst kein chemischer Reizstoff in dieser versprüht werden. Hierzu zählt nicht zuletzt also auch der Zigarettenrauch.

Wird man durch Migräne arbeitsunfähig?
In den Medien wird oftmals ein sehr drastisches Bild der Migräne gezeichnet. Dann sieht man Personen, die sich im Dunkeln einschließen, unter schrecklichen Schmerzen leiden und tagelang nicht das Haus verlassen können. Sicherlich kann diese Erkrankung solche drastischen Formen annehmen. Und bliebe sie unbehandelt, wäre ein normales Alltagsleben nur unter Schmerzen möglich. Allerdings treten Migränekopfschmerzen zum einen nicht zwangsläufig täglich auf. Es ist auch möglich, dass Betroffene nur selten eine Attacke bekommen. Darüber hinaus minimiert sich ihre Anzahl, wenn entsprechende Trigger umgangen werden. Zum anderen gibt es heutzutage diverse Möglichkeiten eine Migräne zu behandeln. Manchmal ist sogar eine präventive medikamentöse Therapie möglich, bei der es gar nicht erst zu einer Attacke kommt. Aus diesem Grund können Betroffene in aller Regel ein durchaus normales und schmerzfreies Leben führen. Es ist also in den meisten Fällen auch möglich, einer geregelten Arbeit nachzugehen, obwohl man an Migräne leidet. Es schadet dabei selbstverständlich nicht, darauf Acht zu geben, dass keine triggerreiche Arbeit ausgeführt wird. Einem Migränepatienten, der vor allem durch heftige sensorische Reize getriggert wird, empfiehlt es sich beispielsweise nicht, als Schweißer oder Bühnentechniker zu arbeiten.

Sind Migräne und Cluster-Kopfschmerzen das gleiche?
Auch die Cluster-Kopfschmerzen (auch Bing-Horton-Neuralgie) zeichnet sich dadurch aus, dass nur eine Seite des Schädels, oftmals im Bereich der Schläfe, betroffen ist. Patienten klagen jedoch bei Cluster-Kopfschmerz über einen weitaus schlimmeren Schmerz, als dies bei Migränepatienten der Fall ist. Darüber hinaus ergibt sich bei der Bing-Horton-Neuralgie keine Besserung dadurch, dass der Raum abgedunkelt und Geräusche minimiert werden. Hier können lediglich starke Schmerzmittel Linderung verschaffen. Generell gehören Cluster-Kopfschmerz und Migräne gemeinsam zu den sogenannten primären Kopfschmerzerkrankungen. Sie entstehen folglich ohne eine andere körperliche Ursache, wie etwa Hirnblutungen oder Hirntumore. Sie werden zudem beide von diversen Triggern ausgelöst. Jedoch kann Cluster-Kopfschmerz als eine drastischere Variante der Migräne aufgefasst werden. Zudem wird er in der Regel anders behandelt. An welcher Kopfschmerzerkrankung man leidet, kann abschließend jedoch nur durch einen Arzt diagnostiziert werden.

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