Migräne

Migräne

MigräneMigräne ist eine Krankheit, die Männer und Frauen gleichermaßen betrifft, wobei gerade Männer diese chronische Krankheit verschweigen, um nicht negativ aufzufallen.

In den letzten Jahren hat sich der Blickwinkel der anderen Mitmenschen gewandelt, so dass Frauen nicht mehr lustige Sprüche hören müssen, wenn sie wegen einer Migräneattacke ausfallen.

Hat eine Frau Migräne oder Kopfschmerzen, sollte sie bestrebt sein, den Anfall auszukurieren, was im schlimmsten Fall einige Tage dauern kann.

Steckbrief: Migräne

  • Name(n): Migräne
  • Art der Krankheit: Neurologische Erkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Nur symptomal
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Zw. 5 und 10% der Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologe; Hausarzt
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – G00-G99 – G40-G47 – G43

Was ist Migräne?

Bei der Migräne handelt es sich um ein neurologisches Leiden, das zum Teil immense Ausmaße annehmen kann. Nicht selten sind Personen, die gerade eine dahingehende Attacke erleiden für Tage am Stück außer Stande, irgendetwas Produktives zu leisten oder sich auf sonstige Weise in den Alltag oder die Gesellschaft einzubringen. Die im Rahmen einer Migräne entstehenden Schmerzen sind horrend und das Gewicht derselben ist für Personen, die diesem Leiden glücklicherweise entgangen sind, zumeist nicht nachzuvollziehen. Darüber hinaus stellen sich nicht selten eine allgemeine Übelkeit, Erbrechen und eine immense Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen ein.

Vor dem Einsetzen einer Attacke können sich warnende Signale in Form einer sogenannten „Aura“ etablieren. Diese manifestieren sich auf verschiedene Art und Weise. Unter anderem kann es zu blitzähnlichen Lichterscheinungen, partieller Blindheit oder partieller Taubheit des Gesicht oder der Extremitäten kommen.

Mithilfe moderner Medikamente ist es jedoch möglich, viele allzu gravierende Symptome, die im Zuge einer Migräne auftreten, merklich zu lindern. Bisweilen ist es sogar möglich, eine Attacke komplett a priori zu verhindern. Durch diesen Umstand gewinnen die Geschädigten viel ihrer zuvor verlorenen Lebensqualität zurück. Darüber hinaus sollte man sich bei der Behandlung der vorliegenden Krankheit jedoch nicht ausschließlich auf die Schulmedizin verlassen. Auch Hausmittel, alternativmedizinische Methoden und dauerhafte Umstellungen der Lebensweise können dazu beitragen, dass sich die allgemeine Situation des Betroffenen erheblich verbessert.

Nichtsdestoweniger sollte man trotz der modernen medizinischen Möglichkeiten nicht aus dem Auge verlieren, dass es sich bei dem vorliegenden Leiden um eine unheilbare Erkrankung handelt. Zwar handelt es sich bei der Migräne um keine unmittelbar tödliche Krankheit, dennoch sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aufgrund der Attacken kommt es immer wieder zu Arbeitsausfällen und somit ebenso zu Verdienstausfällen. Auch das Sozialleben und das Privatleben können stark unter einer Migräne leiden. Darum ist es äußerst wichtig, sich adäquate Hilfe zu suchen.

Welche Ursachen führen zu Migräne?

Gleichwohl Forschung und Wissenschaft noch weit davon entfernt sind, die Ursachen einer Migräne vollends verstehen zu können, lässt sich doch vermuten, dass derselben aller Wahrscheinlichkeit nach eine Kombination aus Umweltfaktoren sowie genetischen Faktoren zugrunde liegt. Diese direkt verantwortlich zu machenden Auslöser bezeichnet man bisweilen auch als „Trigger“. Eine der gängigen Theorien postuliert darüber hinaus, dass einer Attacke eine empfindliche Störung des „Nervus trigeminus“ (Drillingsnerv) zugrunde liegen könnte. Dieser ist vergleichsweise empfindlich und reagiert bei Überreizung mit kaum auszuhaltenden Schmerzen. Auch nicht vollends auszuschließen ist eine gewisse fehlerhafte Ausbalancierung der Botenstoffe im Gehirn des Patienten – darunter unter anderem Serotonin. Dieses ist mitunter dafür verantwortlich, Schmerzen selbst und das Schmerzempfinden im Allgemeinen zu regulieren. Der Zusammenhang des Serotonins mit einer Migräne ist jedoch, wie alle soeben genannten Thesen weder bestätigt noch verworfen. Es bleibt alles in allem offen.

Nichtsdestoweniger konnte man erfolgreich beobachten, dass das Niveau an Serotonin im Gehirn während einer Attacke deutlich absinkt. Eine Reduktion dieses Stoffes sorgt dafür, dass der Körper vermehrt so genannten Neuropeptide ausschüttet, die wiederum zu den Meningen (Hirnhäuten) reisen und sich dort als Schmerz ausdrücken (können). Diese Theorie scheint daher als sehr wahrscheinlich. Sie gilt dennoch noch nicht als bewiesen.

Es handelt sich allerdings bei den hier erwähnten Thesen und Theorien lediglich um rein physiologische Ursachen und damit mehr um das mechanische Entstehen einer Migräne. Die Auslöser oder Trigger aber, die zu einer solchen führen scheinen bei jetzigem Stand der Forschung als wesentlich wichtiger, da sie medizinisch fassbar sind.

Diese Trigger können vielerlei Ursprung sein und variieren von Fall zu Fall meist sehr stark. Sprich: Die Migräne ist eine fallspezifische Erkrankung und lässt sich dadurch nur recht schwer katalogisieren. Jeder Mensch reagiert anders auf verschiedene Stoffe nd somit ist es nicht möglich, spezielle Auslöser allgemeingültig zu definieren. Dennoch gibt es hierzu einige Ansätze:

Typische Auslöser oder Trigger

Hormone

Diese Art des Auslösers betrifft vornehmlich Vertreter des weiblichen Geschlechts. Besonders hohe Fluktuationen des Östrogen-Haushalts spielen hierbei eine herausragende Rolle. So klagen Frauen zumeist während sowie kurz vor und kurz nach ihrer Periode über Kopfschmerzen oder Migräne. Dies wäre damit zu begründen, dass der Zyklus der Frau große Abfälle des Östrogenspiegels bedingt, sprich eine Fluktuation verursacht.

Darüber hinaus klagen auch viele Frauen über Migräne, wenn sie mit einem Kind schwanger gehen oder sich kurrent in der Menopause, bzw. den Wechseljahren befinden. Zudem können einige Medikamente ebenso dazu beitragen, dass Frauen einer Migräneattacke zum Opfer fallen. Dies gilt insbesondere für diejenigen Wirkstoffe, die Östrogene enthalten oder diese hemmen. Hierbei ist vorrangig die Anti-Baby-Pille zu erwähnen. Nichtsdestoweniger gibt es auch einige Frauen, die behaupten, dass die Einnahme der Pille ihnen dabei helfe, eine Migräne zu verhindern. Die Angaben sind also sehr ambivalent und man bemerkt bereits wieder, wie stark vom individuellen Fall abhängig eine Migräne sein kann.

Nahrung

Gewisse Nahrungsmittel sind dafür bekannt, dass sie Migräneattacken auslösen können. Hierbei sind insbesondere folgende Produkte zu nennen:

  • Alter (gereifter) Käse
  • Stark salzhaltige Speisen
  • Fertiggerichte
  • Stark gezuckerte Nahrung

Kurioserweise ist eine Migräne nicht aber allein durch die Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel auszulösen, sondern auch durch das Weglassen derselben oder gar durch fasten. So kommt es nicht selten vor, dass bei Personen, die gerade einer Diät nachgehen, plötzlich eine Migräneattacke einsetzt. Auch hier zeigt sich wieder die ungeheure Ambivalenz der potentiell auslösenden Faktoren.

Nahrungszusätze

Nicht nur die Nahrungsmittel selbst können eine Migräne bedingen, sondern auch die der Nahrung oftmals beigefügten Zusätze. Die gilt natürlich nur für sog. „Processed Foods“. D.h. für Lebensmittel, die bereits kauffertig weiterverarbeitet wurden. Hierunter zählen u.a. Fertiggerichte, Büchsennahrung usw. Die besonders häufig in Zusammenhang mit Migräne erwähnten Zusätze in den Nahrungsmitteln sind dabei u.a.:

  • Aspartam (künstliches Süßungsmittel)
  • Mononatriumglutamat (MNG)
  • Hefeextrakt

Diese Stoffe stehen nur stellvertretend für eine immense Vielzahl an potentiell auslösenden Zusätzen, die in beinahe jedem nicht-frischen Lebensmittel zu finden sind.

Getränke

Wohingegen einige Getränke sehr förderlich auf Kopfschmerzen im Allgemeinen und Migräne im Speziellen einwirken können, so haben andere den exakt gegenteiligen Effekt. Hierunter zählen insbesondere Alkoholika und koffeinhaltige Flüssigkeiten. Vorrangig Rotwein scheint in Bezug auf Kopfschmerzen ein überaus häufig auftretender Verursacher zu sein. Dasselbe gilt jedoch auch für Kaffee, Tee und Energy Drinks.

Stress und Druck

Dass Stress und Druck ungesund sind weiß jeder. Dennoch lassen sie sich in der modernen Geschäftswelt nicht immer vermeiden. Gerade heutzutage sind die Stresslevel der meisten Arbeitnehmer wesentlich höher als im Vergleich zu früheren Dekaden. Das schadet am meisten dem Gehirn. Aber nicht nur Burn Out und Depressionen können in Folge einer chronischen Überbelastung eintreten, sondern auch eine Migräne. Der Vollständigkeit halber ist allerdings zu erwähnen, dass eine Migräne wohl eher nicht durch Stress alleine entsteht, wenn sie nicht bereits schon vorher vorlag. Dennoch kann derselbe sie auslösen. Stress als Trigger ist daher nicht zu unterschätzen und kann auch auf lange Sicht immer wieder ein Risiko für Betroffene darstellen.

Manche Sinneseindrücke

Es gibt gewisse sensorische Stimuli, die dafür sorgen können, dass es zu einer Migräneattacke kommt. In diesem Zusammenhang sind insbesondere starkes und grelles Licht sowie laute Geräusche zu nennen. Aber auch allzu starke Gerüche sind durchaus verantwortlich zu machen. Darüber hinaus klagen viele Migräne-Patienten auch darüber, dass sie besonders häufig eine Attacke durchleben, wenn sie Tabakrauch ausgesetzt sind. Dieser Umstand lässt sich aber wohl alleine auf den Geruch desselben zurückführen und hat weiter nichts mit dem Nikotin zu tun. Dieses ist ohnehin nur in sehr geringen Mengen in exhaliertem Rauch zu finden.

Schlafrhythmus

Personen, die zu viel oder zu wenig schlafen können damit jeweils eine Attacke provozieren. Daher ist es für Betroffene sehr ratsam, wenn diese so weit wie möglich einem strikten Schlafplan folgen und versuchen, nicht davon abzukommen. Gerade für Schichtarbeiter ist dies jedoch sehr kompliziert und teilweise unmöglich. Nichts zuletzt darum, finden sich auch wenige Migräne-Patienten im Schichtdienst. Ein weiterer empfindlicher Punkt ist für viele Betroffene der sog. „Jet Lag“. Dieser ist nicht selten dafür verantwortlich zu machen, dass die ersten Tage im Urlaub zu einer wahren Tortur werden können.

Physische Aktivität

Auch hierbei gilt es für Patienten, das richtige Maß zu finden. Sowohl zu viel als auch zu wenig physische Aktivität können ihrerseits jeweils einen Trigger darstellen. Darum sollten Erkrankte, insofern diese beispielsweise planen, ein strikteres Sportprogramm aufzunehmen, sich langsam vorantasten und nicht gleich voll damit einsteigen. Dies ist jedoch nicht immer möglich und ungeplante hohe physische Aktivität kann durchaus passieren. In diesem Fällen muss man schlicht damit rechnen, dass eine Attacke unabdingbar ist. Dasselbe gilt übrigens auch dann, wenn man plötzlich wesentlich weniger Bewegung bekommt als sonst oder sich generell sehr wenig körperlich betätigt.

Wetter

Insbesondere Umschwünge in der Großwetterlage sowie Veränderungen des Luftdrucks können Migräneattacken in Erkrankten auslösen. Die Deutschen sehen sich traditionell als ein sehr wetterfühliges Volk an. Darum erscheint dieser Grund als Auslöser sehr oft in heimischen Statistiken. Beweisen lässt sich eine Wetterfühligkeit medizinisch jedoch (noch) nicht.

Medikamente

Genauso wie einige Medikamente dazu in der Lage sein können, den von Migräne betroffenen Personen sehr große Abhilfe zu leisten, so sind einige Arzneien und Präparate genau zum Gegenteil imstande. Es gilt daher im Falle einer medikamentenabhängigen Migräne, unbedingte Rücksprache mit dem zuständigen Mediziner zu halten, sodass man das zur Debatte stehenden Medikament schleunigst auswechseln kann. Insbesondere Herzmedikamente, die Nitroglycerin enthalten sind dafür bekannt, dass sie Migränen auslösen können.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (92 Stimmen, Durchschnitt: 4,75 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise