Rückenschule

Für die Gesundheit des Rückens

Behandlung Rückenschule

Die Rückenschule beschäftigt sich im weitesten Sinne mit der präventiven (vorbeugenden) oder rehabilitativen (wiederherstellenden) Gesundheit der Wirbelsäule und des Muskel- und Bänderapparats im Rückenbereich.

Mit verschiedenen, meist physiotherapeutischen Maßnahmen und Übungen wird versucht die geringste Belastung auf die Wirbelsäule anzuwenden.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Rückenschule. 

Rückenschule – Was ist das?

Die Rückenschule hilft, ganz im Sinne der WHO (world health Organisation = Weltgesundheitsorganisation) allen teilnehmenden Patienten ein eigenverantwortliches, gesundheits- sowie zukunftsorientiertes Handeln anzutrainieren oder weiter auszubilden. Das individuelle Gesundheitspotential wird dadurch genauso gefördert, wie das Selbstbewusstsein während Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL = activities of daily live).

In Kursen, die allein oder in der Gruppe abgehalten werden können, werden rückenfreundliche Bewegungsabläufe, Ausgleichs- und Kräftigungsübungen der Muskulatur und rückenschonende Bewegungen für Abläufe des Alltags gemeinsam erarbeitet und iin jeder neuen Übungseinheit wiederholt. So wird gewehrleistet, dass die erlernten Skills (Fähigkeiten) später im Alltag wie selbstverständlich angewendet werden können.

Sowohl Sportgeräte ALS auch krankengymnastische Aufgaben helfen den Patienten dabei für jede Alltagssituation die richtigen Bewegungsabläufe einzustudieren, um die Abnutzung des Rückens und der Bandscheiben insbesondere so gut wie möglich zu vermeiden.

Rückenschule – Ursprung und Entwicklung

Die erste offizielle Rückenschule wurde Ende der 60er Jahre in Schweden gegründet, was dort sofort großen Anklang fand. Mitte der 70er öffneten auch in Deutschland erstmalig Rückenschulen. Die durchgeführten Therapieformen unterschieden sich allerdings stark voneinander. Es gründeten sich mit der Zeit neun größere Verbände, die fast alle unterschiedliche Konzepte hatten.

Aufgrunddessen, und weil die Wirkung der Rückenschule statistisch keine nennenswerten Erfolge zu verzeichnen hatte, geriet das Verfahren ca. ab 1993 stark in die öffentliche Kritik.

Erst Anfang 2004 schlossen sich alle neun Verbände zur KDDR (Konföderation der deutschen Rückenschulen) zusammen und arbeiteten ein gemeinsames Konzept mit allen zu vermittelnden Inhalten und der Mindestdauer der Praktik aus. Im Jahr 2007 entstand aus dieser Konföderation ein verbindlicher Leerplan. Man spricht auch von der „neuen Rückenschule“.

Funktion, Wirkung, Ziele – Behandlung und Therapie

Rückenschule ist ein Überbegriff für sämtliche Übungen, Kurse, Bücher etc., die sich mit der Gesundhaltung und langfristig auch mit der Instandhaltung der Wirbelsäule und der Rückenmuskulatur befassen. Eine verbesserte Körperhaltung durch Rückentraining kann erheblich dazu beitragen Rückenleiden hinauszuzögern oder sogar vollends zu verhindern

In qualifizierten Kursen, wie in Volkshochschulen, bei Ergo-/Physiotherapeuten, in Fitnessstudios oder anderen Therapiezentren kann die Rückenschule abgehalten werden. Die Krankenkasse übernimmt einmal jährlich bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten für den Kurs.

Abschließende Ziele der Rückenschule sind

  • Gesunderhaltung der Wirbelsäule
  • Stärkung der Muskulatur, die die Wirbelsäule unterstützt
  • Entlastung in für den Rücken anspruchsvollen Situationen
  • Entlastung für den Rücken, wenn man viel sitzt
  • Linderung bereits vorhandener Rückenbeschwerden durch schonende Bewegungen

Rückenschule – Durchführung und Wirkungsweise

Training in der Rückenschule bezieht sich gezielt auf die Muskeln, die die Wirbelsäule unterstützen. Das sind nicht nur die großen Rückenmuskeln, sondern auch noch die Gesäß- und gerade sowie schräge Bauchmuskulatur. Zusätzlich werden auch die kleinen Rückenmuskeln positiv beeinflusst.

Durch gymnastische Übungen, z.B. mit dem Theraband, am Seilzug oder auf dem Gymnastikball, wird die Muskulatur durchdacht gekräftigt. Außerdem erlernt man eine ganze Menge rückenfreundlicher Bewegungen, die den Alltag erleichtern. Rückenschonend bücken, (auch schwere) Dinge aufheben, Sitzen und stehen sind einige Beispiele hierfür.

Behandlung Rückenschule Alle Übungen werden entweder allein mit persönlichem Therapieplan, als Gruppe oder zu Hause durchgeführt und müssen, um nachhaltig Erfolge zu erzielen, mindestens dreimal pro Woche wiederholt werden.

Dabei kommt es jedoch nicht auf die Dauer der einzelnen Übungseinheiten an.
Dreimal pro Woche eine viertel Stunde ist effektiver als einmal wöchentlich eine Stunde Training.

Durch mehrmaliges wiederholen der Kräftigungsübungen wird die Muskulatur gestärkt und kann langfristig die Wirbelsäule besser unterstützen. Das Wiederholen der Alltagsbewegungen bewirkt, dass sie sich als Bewegungsabläufe im Gehirn einspeichern und irgedwann völlig unbewusst passieren können.

Rückenschule – Hilft gegen:

Die Praktiken der Rückenschule helfen u.A. gegen

  • Rückenschmerzen bei viel sitzen
  • Rückenschmerzen verursacht durch Bandscheibenvorfälle
  • Durch LWS- BWS- oder HWS-Syndrom bedingte Schmerzen
  • Falschbelastung und darauf folgende Schäden
  • Verkümmerte Rückenmuskulatur
  • Gesund- und Aufrechterhaltung des Rumpfes

Hinweis:

Bei den Syndromen steht WS jeweils für Wirbelsäule. Die Anfangsbuchstaben definieren genauer, ob sich das Syndrom an der Lenden-, der Brust-, oder der Halswirbelsäule befindet. Dennoch ist das *WS-Syndrom noch ein breitgefächerter Begriff für vielerlei Beschwerden.

Jeder Mensch hat ein individuelles Krankheitsbild und verschiedene Wünsche. Der Behandler kann dafür sorgen, dass der Patient am Ende mit einem verbesserten Selbstbewusstsein und verminderten Beschwerden aus der Therapie hervorgeht.

Rückenschule – Fördert und Stärkt

Folgende Dinge können durch Training in der Rückenschule gefördert und gestärkt werden

  • Erweitertes Bewegungsausmaß (z.B. nach Bandscheibenvorfall)
  • Erleichterungen bei Anstrengungen im Alltag
  • längere körperliche Unversehrtheit durch verbessertes Bewegungsverständnis
  • Verbesserung des Selbstbewusstseins
  • Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens
  • sensiblere Schmerzwahrnehmung durch Kennenlernen seines Körpers und dessen Schwachstellen
  • längere Instandhaltung des gesunden Rückens

Rückenschule – Diagnose und Untersuchungsmethoden

Die erste Diagnose sollte immer von einem Arzt, bestenfalls Orthopäde, häufig auch Hausarzt, gestellt werden. Dies ist der erste Weg, den man bei länger anhaltenden Rückenschmerzen verfolgen sollte.

Durch die Anamnese (Patientenbefragung) und eine körperliche Untersuchung kann leicht festgestellt werden, ob muskuläre Probleme ursächlich sind. Häufig sind überkontrahierte (zu stark angespannte) Rückenstrecker oder der m. Trapecius für den Schmerz verantwortlich.

Aber auch die Wirbelsäule selbst oder ein Bandscheibenvorfall (Prolaps) können immense Beschwerden verursachen. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT können hier zum Einsatz kommen.

Je nach ärztlicher Diagnose und eigenem Schmerzermessen kommen nun viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Frage. Von einer einfachen Physiotherapie mit Rückenschule oder Massagen bis zur Operation ist alles möglich. Hierüber entscheidet nicht zuletzt der behandelnde Arzt.

Häufig wird die Rückenschule nicht gesondert verordnet. Stattdessen kommt sie in Kombination mit weiteren Therapieverfahren gegen die Beschwerden, oder um eben solche zu verhindern, zum Einsatz.

Oftmals wird sie in Verbindung mit folgenden Verfahren empfohlen:

  • Massage
  • Fango-/Wärmepackung
  • Wirbelsäulengymnastik´
  • Manuelle Therapie
  • postoperativ (z.B. Nach Bandscheiben-OP)
  • Krankengymnastik

Rückenschule – Risiken und Nebenwirkungen

Teilnehmer einer Rückenschule sollen durch diese Maßnahme Risikofaktoren minimieren bzw. bereits bestehende Schmerzen lindern. Jedoch ist der gesamte Körper ein aneinandergekettetes System. Alle Krankheiten, die ein Patient zuvor gehabt hat, müssen mit einbezogen werden, um keine Gefährdung aus Nachlässigkeit zu provozieren.

Hierbei spielen auch Krankheitsbilder eine Rolle, die für den Laien auf den ersten Blick nichts mit dem Rücken zu tun haben, so beispielsweise Herzprobleme oder Bluthochdruck. Sämtliche Leiden und weitere Angaben sind hilfreich die perfekte Intensität und den Schweregrad aller Übungen auf den Einzelnen abzustimmen.

Das Risiko, dass Übungen der Rückenschule nicht für den jeweiligen Patienten geeignet sind sinkt deutlich, wenn die Therapie von einer entsprechend ausgebildeten Person (in etwa Arzt, Physiotherapeut oder Sportlehrer) durchgeführt wird.

Nicht speziell dafür ausgebildete Behandler bringen oft nicht das nötige Zusatzwissen mit. Genauso wenig ein Patient, der gymnastische Rückenschulübungen zu Hause auf einer DVD sieht und diese nachahmt. Die individuelle Belastungs- und Schmerzgrenze ist hier nicht gewehrleistet.

Rückenschule – Gruppen- oder Einzeltherapie

Natürlich ist es entscheidend welche Schwerpunkte gesetzt werden und wie gut die Verfassung des Einzelnen ist. Klar ist, dass in einer Einzelsitzung mehr und intensiver auf die Bedürfnisse des Patienten eingegangen werden kann.

Übungen in der Gruppe sind allerdings oftmals angenehmer, weil der Fokus nicht nur auf einem selbst liegt und man sich unbewusst einiges von anderen abschauen kann. Außerdem wird der Ehrgeiz ungleich größer, wenn man in der Gruppentherapie bemerkt, dass andere besser in etwas sind und man strengt sich selbst mehr an. Doch vorsicht, denn dies kann sich bei psychisch labilen Patienten schnell negativ auswirken.

Am Ende entscheiden der Behandler und der Patient selbst was die beste und wirksamste Therapieform ist. Natürlich sind auch Kombinationen möglich. So werden die Kräftigungsübungen häufig eher mit jedem einzeln, die Alltagsübungen oft in Gruppen trainiert.

Rückenschule – Wer behandelt?

Folgende Personen sind potentiell (bei entsprechender Weiterbildung) berechtigt professionell zu behandeln

Nahezu jeder im mediziischen Bereich tätige Mensch kann die Fortbildungen absolvieren, die man für die Rückenschule braucht. Je nach genauem Berufsfeld ist das natürlich mehr oder weniger sinnvoll und muss individuell entschieden werden.

Rückenschule – Unser Fazit

Wer bereits an Rückenbeschwerden leidet, Probleme mit der Wirbelsäule oder den Bandscheiben hatte, einen Beruf ausübt, bei dem er viel sitzt oder durch starkes Übergewicht, sowie bestimmte Krankheiten Risikofaktoren ausgesetzt ist, für den ist die neue Rückenschule definitiv eine empfehlenswerte Option.

Sie fördert nicht nur die Gesundhaltung des Bewegungsapparats, sondern steigert auch das Wohlbefinden und Körperbewusstsein. Da es bei Professioneller Behandlung kaum Risiken gibt, ist sie ungefährlich.

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