CK

Auch bekannt als: 

ck, Gesamt-ck, (veraltet: CPK)
Bezeichnung: Creatin-Kinase, (veraltet: Creatin-Phosphokinase)
Ähnliche Tests: ck-mb, Myoglobin, Kardiale Biomarker, Troponin


Auf einen Blick

Warum wird die ck untersucht?

Als Untersuchung bei einem Herzinfarkt oder bei einer anderen Schädigung von Muskelzellen.

Wann sollte man ck untersuchen lassen?
Bei Zeichen oder Symptomen eines Herzinfarktes (z.B. Brustschmerzen), bei Mus-kel¬Schmerzen oder Muskelschwäche.

Aus welchem Probenmaterial wird der ck Test durchgeführt?
Aus einer Blutprobe, die mittels Kanüle aus einer Armvene entnommen wird.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Creatin-Kinase ist ein Enzym, das in Herz, Hirn, Skelettmuskel und anderen Gewe-ben gefunden wird. Enzyme sind Proteine, die der Zelle helfen, ihre normale Funktion auszuführen. Bei Muskel- und Herzmuskelzellen sind sie z.B. als Voraussetzung für die Kontraktion der Muskelzellen erforderlich.

Es gibt drei verschiedene Formen der ck im menschlichen Körper und diese werden als Isoenzyme bezeichnet:

  • ck-MM: Skelettmuskel, Herzmuskel
  • ck-mb: vor allem in Herzmuskelzellen
  • ck-BB: vor allem in Gehirnzellen.

Die niedrigen ck-Normalwerte im Blut werden größtenteils durch ck-MM aus der Skelettmuskulatur bestimmt. Die ck aus den Gehirnzellen tritt fast nie in das Blut über.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Mittels Kanüle wird eine Blutprobe aus einer Armvene entnommen.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Die ck-Blutspiegel steigen bei Schädigung von Herz– oder Skelettmuskelzellen an. Die ck wird v.a. bei Brustschmerzen und anderen Zeichen bzw. Symptomen eines Herzinfarktes getestet. Bei einem Herzinfarkt beginnt nach den ersten 4-6 Stunden die ck-Konzentration im Blut zu steigen. Sie erreicht ihre höchsten Werte nach 18-24 Stunden und sinkt danach binnen 2-3 Tagen auf Normalwerte ab. Die ck-Blutkonzentration steigt bei einer Schädigung der Skelettmuskulatur ebenfalls an.

Wann wird der Test angefordert?
Die ck wird v.a. bei Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt bestimmt. Der Test wird normalerweise bei Eintreffen des Patienten in der Notaufnahme einer Klinik durchge-führt. Im Abstand von 4-6 Stunden wird die Untersuchung wiederholt, bis insgesamt 3 Bestimmungen vorliegen. Bei Muskelschwäche oder Muskelschmerzen und ähnli-chen Beschwerden kann der ck-Test durchgeführt werden, um eine Schädigung der Skelettmuskelzellen zu erkennen oder auszuschließen.

Was bedeutet das Testergebnis?
Eine erhöhte oder ansteigende ck bedeutet im Allgemeinen, dass eine Schädigung der Herz- oder Skelettmuskelzellen vorliegt. Es kann aber auch heißen, dass man schwere Muskelarbeit verrichtet hat.
Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt und ist die ck-Blutkonzentration erhöht, wird man einen spezifischeren Test, wie Troponin oder ck-mb durchführen, um eine Herzmuskelschädigung zu bestätigen oder auszuschließen. Nach neueren Festle-gungen ist die Bestimmung der ck alleine jedoch nicht ausreichend, da kleine Herz-infarkte manchmal keine ck-Erhöhung machen. Es wird empfohlen, grundsätzlich das empfindlichere herz¬spezifische Troponin zu bestimmen.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Menschen mit größerer Muskelmasse haben höhere ck-Blutkonzentrationen als Normalpersonen. Afroamerikaner können höhere ck-Blutkonzentrationen als andere ethnische Gruppen haben. Schwere körperliche Betätigung wie Gewichtheben, Kon-taktsport oder intensives Training können die ck-Blutkonzentrationen erhöhen. Auch andere Ursachen der Muskelschädigung wie ein Sturz, ein Verkehrsunfall, eine Ope-ration oder eine Injektion in den Muskel können die ck erhöhen. Ebenso kann es un-ter verschiedenen Medikamenten zu einem Anstieg der ck-Blutkonzentrationen kom-men (z.B. Muskelschädigung durch cholesterinsenkende Medikamente). Nimmt man solche Medikamente ein, sollte man seine(n) Arzt/Ärztin über auftretende Muskel-Schwäche oder Muskelschmerzen unterrichten. Hoher Alkoholkonsum kann zu einer ck-Erhöhung im Blut beitragen. Auch im frühen Stadium einer Schwangerschaft werden teilweise erhöhte ck- Blutkonzentrationen beobachtet.


Hinweise & Störungen

Probenmaterial

Serum oder Heparinplasma

Stabilität und Probentransport
Stabilität bei Kühlschranktemperatur ca. 1 Monat, bei RT ca. 4 h;
ungekühlter Versand nur bei kurzen Transportzeiten.

Referenzbereich
Abhängig von unterschiedlichen Faktoren (Alter, Geschlecht, Population, Testmethode u.a.). Daher muß der Referenzbereich des jeweiligen Labors verwendet werden.

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Lichtexposition der Proben vermeiden

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Die Bestimmung der ck unterliegt der RiliBÄK, eine Teilnahme an der externen Qualitätssicherung (Ringversuche) ist verpflichtend.


Häufige Fragen

Was bedeutet Herzinfarkt?

Herzinfarkt bedeutet, dass einige Muskelzellen im Herzen zu Grunde gegangen sind. Ein medizinischer Fachausdruck dafür ist die „myokardiale Infarzierung“. Häufig beginnt ein Herzinfarkt mit Brustschmerzen oder Druck auf der Brust mit Schmerzausstrahlung in den linken Arm oder den Hals, mit Atemnot, Kurzatmigkeit, Schwächegefühl und kalten Schweißausbrüchen.

Ein Herzinfarkt tritt gewöhnlich dann auf, wenn eines der Blutgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen (Koronararterie), verstopft ist. Am häufigsten ist ein Thrombus die Ursache, der sich an einer bereits bestehenden, Schädigung der Blutgefäßwand bildet. Diese Schädigung besteht meist in Fettablagerungen bei gleichzeitigem Elastizitätsverlust des Gefäßes (Atherosklerose).

Bedeutet jeder Brustschmerz, dass man einen Herzinfarkt hat?
Der Brustschmerz kann viele verschiedene Ursachen haben und anhand des Schmerzcharakters ist es nicht immer möglich, einen Herzinfarkt sicher zu erkennen oder auszuschließen. Eine Zerrung der Brustmuskulatur, ein eingeklemmter Nerv, ein Riss in der Gefäßwand der großen Körperschlagader, von der Lunge ausgehende Probleme, von Speiseröhre und Magen hervorgerufene Beschwerden u.a. können die Ursache von Brustschmerzen sein.

Der Brustschmerz kann aber auch ein Warnsignal einer GefäßErkrankung (Atherosklerose) der Herzkranzarterien sein (koronare Herzerkrankung). Ein Brustschmerz, der unter Belastung, Stress oder schwerer Arbeit auftritt, wenige Minuten andauert und dann wieder verschwindet, wird Angina Pectoris genannt. Hält der Brustschmerz längere Zeit an und/oder tritt in Ruhe auf, sollte wegen der Gefahr eines Herzinfarktes umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Was sind die anderen Tests bei Herzinfarkt?
Ärzte können mehrere verschiedene Tests zur Erkennung eines Herzinfarkts anfordern. Die Bestimmung des herzspezifischen Troponins wird im Allgemeinen als der beste Test angesehen. Die ck-mb ist zum Nachweis einer Schädigung der Herzmuskelzellen ebenfalls ein wichtiges Instrument. Myoglobulin und Creatin-Kinase steigen bei Patienten mit Herzinfarkt häufig an, sind aber als alleinige Tests wenig spezifisch, da auch andere Erkrankungen einen Anstieg dieser Parameter bewirken können.

Was tun, wenn man sich nicht sicher ist, ob man einen Herzinfarkt hat?
Falls man anhaltende Brustschmerzen hat, die sich auch in Ruhe nicht zurückbilden, oder falls bei einer bekannten Angina Pectoris die verschriebenen Medikamente die Beschwerden nicht beheben oder lindern können, sollte umgehend ein(e) Arzt/Ärztin gerufen werden. Viele Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, sterben bevor sie den Rettungsdienst gerufen oder die Notaufnahme erreicht haben.

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