Brustschmerzen

Herz in der Brust Symptome Brustschmerzen

Brustschmerzen, auch als Mastalgie, Thoraxschmerzen oder Mastodynie bekannt, können viele Ursache haben und treten in unterschiedlichen Stärken auf. Während einige lediglich ein leichtes Ziehen empfinden, leiden andere währenddessen unter Todesangst.

In den meisten Fällen liegen dem Symptom jedoch Erkrankungen des Herzens oder Behinderungen des Blutflusses zugrunde.

Brustschmerzen kommen im medizinischen Alltag regelmäßig vor. Doch woher kommen sie und wie werden sie behandelt? Diese und weitere Punkte werden im Folgenden ausführlich erklärt.

Was sind Brustschmerzen?

Bei Brustschmerzen oder auch Thoraxschmerzen handelt es sich um Symptome, die im Brustbereich auftreten oder auch in den Thorax (Brustkorb) einstrahlen.

Die Intensität der Schmerzen sowie die Art des Fühlens sind sehr unterschiedlich. Einige Patienten verspüren ein leichtes Ziehen, andere wiederum erleben einen Schmerz, der eine Todesangst bei ihnen auslöst. Zudem können die Schmerzen brennend, ziehend und auch dumpf sein.

Tipp: Die Art des Schmerzes gibt oftmals Aufschluss über die Ursache.

Brustschmerzen können verbunden sein mit Umständen, die eine falsche Körperhaltung, eine Belastung oder gar Atemprobleme aufweisen. Aber auch gefährliche Erkrankungen können von diesem Symptom begleitet werden. Hier sind oftmals das Herz, das Skelett, die Lunge sowie das Muskelsystem betroffen.


Ursachen von Schmerzen

Die Ursachen für Brustschmerzen sind sehr vielseitig, da sie an sich mit Erkrankungen aller Organe zusammenhängen können.

Vorherrschend sind hier die Erkrankungen des Herzens. Sobald Schmerzen auftreten, kann man von einer Störung des Blutflusses ausgehen. Blutgefäße, die sich im Brustkorb befinden, versorgen die Lunge vom Herzen aus mit Blut. Sollten sich diese verengen, so kann es zu Stau und Verstopfungen in der Ader kommen. In diesem Fall würde es sich um eine Lungenembolie handeln, die in vielen Fällen tödlich endet.

Ein Angina-Pectoris-Anfall (aus dem Lateinischen: „Enge in der Brust“) kommt zustande, wenn der Herzmuskel nicht mehr ausreichend Sauerstoff erhält. Hier treten herinfarktähnliche Symptome ein. Ursachen sind Anstrengungen sowie Aufregungen.

Nicht nur die „Enge in der Brust“ ist eine Möglichkeit für die Schmerzen, sondern das genaue Gegenteil. „Luft in der Brust“ entsteht meist von außen. Die Luft befindet sich inzwischen nicht mehr in Lungenbläschen oder auch in den Atemwegen, sondern auch zwischen Rippenfell und Lungengewebe. Ebenso kann eine starke Lungenentzündung verantwortlich für den Schmerz sein.

Leidet eine Frau unter Brustschmerzen, so kann dies ebenfalls auf die Menstruation zurückzuführen sein. Oftmals sind Spannungsgefühle oder auch ein leichtes Ziehen Anzeichen dafür, dass die Menstruation bevorsteht. Tritt diese ein, vergehen die Schmerzen auch schnell wieder. Aber auch ein unpassender BH kann zu einem Spannungsgefühl führen. Laut einer Studie tragen ungefähr die Hälfte aller Frauen eine falsche Größe.

Tipp: Sollten die Schmerzen unabhängig vom Zyklus eintreten, so ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Natürlich muss nicht immer eine Krankheit ausschlaggebend dafür sein, dass Schmerzen in der Brust eintreten. Stress sowie psychische Belastungen können hier die Oberhand gewinnen. Das liegt daran, dass der Hormonhaushalt komplett aus dem Ruder geworfen wird.

Wer zu viel gegessen hat, kann ebenfalls mit einem Spannungsgefühl in der Brust rechnen. Gerade nach dem Verzehr von fettreichem Essen ist dies als Ursache nicht auszuschließen. Weitere Gründe können jedoch auch ein Muskelkater, eine Gastritis oder eine Speiseröhrenentzündung sein. Diese Dinge sind vergleichsweise sehr harmlos und können ebenfalls stressbedingt sein, wie beispielsweise die Gastritis.

Übersicht der Krankheiten

Hier nochmal eine mögliche Übersicht der Krankheiten:


Diagnose & Verlauf

In erster Linie versucht der Arzt festzustellen, wo genau der Schmerz im Brustbereich liegt. Hiermit kann ein erster Anhaltspunkt für die Ursache festgemacht werden. Dafür findet zunächst eine Anamnese statt, bei der der behandelnde Arzt den Patienten ausführlich über seine Schmerzen befragt.

Folgende Fragen sind bei einer Anamnese zu Brustschmerzen typisch:

  • Wie stark sind die Schmerzen? Handelt es sich lediglich um einen leichten Druck oder ein leichtes Brennen? Oder handelt es sich um einen sogenannten Vernichtungsschmerz (Schmerzen, die mit Todesangst verbunden sind) ?
  • Wo genau tritt der Schmerz auf? Befindet er sich oberhalb der Brust, in den Seiten oder am Rücken?
  • Strahl der Schmerz aus oder ist er eindeutig zu lokalisieren?
  • Wie ist der Charakter der Schmerzen? Sind diese dumpf, brennend oder stechend?
  • Wie ist die Dauer der Schmerzen? Handelt es sich um lang anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen? Nehmen die Schmerzen mit der Zeit zu oder bleiben sie gleich?
  • Gibt es spezielle Umstände, während desser die Schmerzen auftreten? Sind die Brustschmerzen beispielsweise beim Atmen besonders stark zu fühlen oder von einer bestimmten Bewegung abhängig?

Zudem wird abgeklärt, ob die Beschwerden zyklusabhängig oder auch -unabhängig sind.

Sind die Beschwerden einseitig und zyklusabhängig, so kann eine Mammographie angefertigt werden. Auch eine Ultraschalluntersuchung ist notwendig, um ernste Erkrankungen wie Brustkrebs ausschließen zu können. Mit Hilfe von Blutstests können bestimmte Hormone untersucht werden. Dazu gehören Östrogene, Prolaktine und Gestagene.

Tipp: Ein Schmerztagebuch kann sehr hilfreich sein.

Sind die Beschwerden jedoch zyklusunabhängig, so findet man etliche Möglichkeiten, Untersuchungen anzustellen. Die notwendigen Diagnoseverfahren hängen von der ersten Verdachtsdiagnose des Doktors ab.

Hier einige Beispiele:

Daten & Häufigkeit

Überwiegend verstärkt sich die Häufigkeit mit zunehmendem Alter. Kinder und Jugendliche besitzen daher ein recht geringes Risiko, Senioren hingegen das höchste. Den Bundesländern kann man jedoch keine klare Linie entnehmen, da Berlin das niedrigste Auftreten aufweist, andere große Städte jedoch sehr gemischt sind.

In Rheinland-Pfalz und im Saarland ist das Auftreten der Beschwerden am Höchsten. Der Ausgleich jedoch ist relativ ähnlich. Männer weisen eine prozentuale Zahl von 54 auf und Frauen 46 Prozent.


Komplikationen

Wer an Brustschmerzen denkt, verbindet diese schnell mit einem Herzinfarkt. Ein Arzt jedoch geht nicht davon aus, solange die Person nicht zu jener Gruppe mit einem Risiko gehört. Dies kann dazu führen, dass einige andere Dinge abgeklärt werden, jedoch der Infarkt zu spät erkannt wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Beschwerden so genau wie möglich zu erklären.

Achtung: Da die Verbindung mit einem Herzinfarkt oft vorhanden ist, schürt der Patient schnell Panik. So kann es dazu führen, dass die Schmerzen in der Brust überkompensiert werden.

Genau dieser Grund des Überkompensierens kann dazu führen, dass Panikattacken entstehen. Auch weitere Psychische Erkrankungen können dadurch zum Vorschein kommen, die das Gefühl in der Brust zusätzlich verstärken. Somit entsteht ein Teufelskreis zwischen Psyche und Brustschmerz.


Wann zum Arzt?

Wann sollte man zum Arzt Gehen?

Brustschmerzen sind nicht zwangsläufig gefährlich und mit einer tödlichen Krankheit verbunden. Dennoch ist es bei Brustschmerzen ratsam, zur Sicherheit immer einen Arzt zu konsultieren. Bei einigen Warnzeichen ist es sogar nötig, einen Notarzt zu rufen.

Sind die Schmerzen stark oder halten mehr als 2-3 Tage an, so ist der Weg zum Arzt unverzichtbar. Dieser stellt genaue Untersuchungen an, da ein Schmerz in der Brust ebenfalls eine gefährlichere Krankheit mit sich führen kann. Deshalb sollte die Ursache unbedingt abgeklärt werden. Neben den lang anhaltenden Schmerzen sollten auch immer wiederkehrende Beschwerden mit einem Doktor abgeklärt werden.

Je nach Befund ist es dann möglich, die vorhandene Krankheit zu behandeln oder auch lediglich die Ursache, welche Stress und Co. sein kann.

Darüber hinaus sollten Personen, die bekanntermaßen an einer Angina Pectoris oder an Reflux-Erkrankungen leiden, einen Arzt konsultieren, wenn die Brustschmerzen sich hinsichtlich ihrer Intensität, ihres Charakters oder Orts verändern.

Des Weiteren ist bei Begleitsymptomen wie einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Fieber oder Benommenheit ein Arzt aufzusuchen.

Ein Notfall liegt bei folgenden Gegebenheiten bzw. Begleitsymptomen vor:

Behandlung und Therapie

Die Therapie der Brustschmerzen ist stets von ihrer Ursache und der Schmerzensstärke abhängig. Steht der Auslöser fest, wird die Grunderkrankung entsprechend behandelt. Bei sehr starken Beschwerden ist womöglich auch eine Gabe von schmerzlindernden Medikamenten sinnvoll.

Einige Beispiele für die Therapie von Brustschmerzen sind:

  • Antibiotika: Antibiotika werden bei bakteriellen Infektionen, wie etwa bei einer Lungenentzündung, verabreicht.
  • Blutgerinnungshemmende Arzneimittel: Medikamente wie Heparin, die die Blutgerinnung hemmen, werden z. B. bei Lungenembolien oder einem Herzinfarkt eingesetzt. Sie verhindern ein weiteres Anlagern von Blutgerinseln.
  • Gefäßerweiternde Medikamente: Substanzen wie Nitrat, die die Gefäße erweitern, werden gegen die Verengung von Herzgefäßen eingesetzt. Dabei klingen auch die Schmerzen schnell ab.
  • Protonenpumpenhemmer: Diese Arzneimitteln, zu denen auch Omeprazol gehört, unterdrücken die Produktion von Magensäure. Damit verhindern sie, dass sauerer Magensaft in die Speiseröhre gelangt.
  • Drainage: Eine Drainage wird zur Behandlung von gefährlichen Einrissen im Lungenfell angewandt.
  • Schmerzmittel: bekannte schmerzlindernde Mittel wie Diclofenac oder Ibuprofen können gegen die Schmerzen eingesetzt werden. Acetylsäuren (ASS) wirken ähnlich wie Antirheumatika. Sie helfen vor allem bei Schmerzen, die von den Gelenken, Knochen, Sehnen oder Muskeln ausgehen. Hierbei liegt auch oftmals eine Entzündung vor, weshalb die Gabe dieser Medikamente besonders sinnvoll ist. Schmerzmittel wie Paracetamol können indes auch Kindern verabreicht werden.
  • Stark wirkende Opioide: Bei sehr starken Schmerzen, die mit herkömmlichen Schmerzmitteln nicht ausreichend gelindert werden können, kann die Gabe von Opioiden wie Morphin (früher Morphium) sinnvoll sein. Hierbei werden sehr kleine Mengen verabreicht, die die Erweiterung des Schmerzes im Rückenraum und die Wahrnehmung der Schmerzen im Gehirn wirksam unterdrücken.


Vorbeugung & Prävention

An sich ist es nicht möglich, diesen Beschwerden vorzubeugen. Man kann lediglich auf eine gesunde Lebensweise achten. Hierzu zählt die Ernährung, ausreichend Sport und der Verzicht auf Nikotin, Schokolade, Alkohol und weiteren Dingen, die dem Körper und vor allem dem Herzen und der Lunge schaden können.


Prognose zur Heilung

Auch die Heilungschancen und Prognose hängen stark von der Ursache der Schmerzen ab. Wenn es sich beispielsweise um eine gutartige Veränderung von den Brustdrüsen handelt, ist die Prognose recht gut. Bei Bindegewebeveränderungen,  gutartigen Tumoren und Entzündungen liegt keine lebensbedrohliche Erkrankung vor, weshalb eine vollständige Heilung fast immer möglich ist. Brustdrüsen-Veränderungen erhöhen nur sehr selten das Risiko für Krebs.

Liegen Herz-Kreislaufs-Erkrankungen wie ein Herzinfarkt, koronare Herzkrankheiten oder eine Herzinsuffizienz vor, sind die Heilungschancen unterschiedlich. So ist eine Herzinsuffizienz zwar nicht heilbar, allerdings kann bei einer geeigneten Behandlung und Lebensweise eine Verschlechterung verhindert werden. Bei koronaren Erkrankungen des Herzen ist die Prognose positiv, wenn die Medikamente ordnungsgemäß eingenommen werden und der Engpass per Operation behoben wurde.

Bei einer Lungenentzündung hängt die Chance auf Heilung von der Art der Erreger, dem Alter des Patienten und der stärke seiner Abwehrkräfte ab. Hierbei ist auch entscheidend, welche Therapie eingesetzt wird und wie gut der Betroffene darauf anspricht.


Alternativen & Hausmittel

Alternative Behandlungsmethoden und Hausmittel

Da sich hinter den Brustschmerzen lebensbedrohliche Erkrankungen verstecken können, sollte stets ein Arzt zurate gezogen werden. Wurden ernste Ursachen jedoch ausgeschlossen, können einige Hausmittel weiterhelfen. Auch alternative Heilmethoden wie Homöopathie, Armomatherapie oder Schüssler-Salze können eine gute Wirkung erzielen.

Oft entstehen die Brustschmerzen aber lediglich durch Verspannungen. Sind sie also muskelbedingt, können gezielte Dehnungen Erleichterung verschaffen. Bei Schmerzen, die durch Fehlhaltungen entstanden sind, kann eine Physiotherapie weiterhelfen. Die Übungen können nach dem Erlernen auch zuhause durchgeführt werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter:

Atmungsbedingte

Schmerzen, die durch eine Fehlhaltung verursacht wurden, können mit Massagen oder Körpertherapien behandelt werden. Auch bewusstes Stehen und Sitzen ist hierbei sehr hilfreich.

Treten die Brustschmerzen nach dem Sport auf, handelt es sich wahrscheinlich um eine Überanstrengung. In diesem Fall sollte erst einmal eine Pause eingelegt werden und das Sportpensum dann eingeschränkt werden.

Bei Begleitsymptomen wie einem Brennen in der Speiseröhre, kann eine Ernährungsumstellung weiterhelfen. Mithilfe von viel Gemüse und basischer Kost wird einer Übersäuerung des Magens entgegengewirkt. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter:

Hinter Brustschmerzen können darüber hinaus auch seelische Ursachen stecken. Durch Stress kann sich beispielsweise die Bauch– und Brustmuskulatur zusammenziehen. Ängste verstärken diese diffusen Schmerzen noch weiter. Hierbei können Entspannungsübungen, Meditation, leichter Ausdauersport oder Autogenes Training weiterhelfen. Auch ausreichender Schlaf und eine gesunde Ernährung tragen zur Linderung von Stress bei. Weitere Informationen hierzu finde Sie unter:

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