Tetanus (Wundstarrkrampf) Impfung für Erwachsene

Infektionskrankheit Tetanus – Tod durch Wundstarrkrampf nicht ausgeschlossen

 

Die Infektionskrankheit Tetanus, zu Deutsch Wundstarrkrampf, wird durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst. Es ist stäbchenförmig und grampositiv, benannt nach dem dänischen Bakteriologen Hans Christian Gram. als Inhaber eines Lehrstuhls für Pharmakologie an der Universität Kopenhagen hat er  in den Jahren vom 19. zum  20. Jahrhundert alle Bakterien in die beiden Gruppen grampositiv und gramnegativ unterteilt.

Das Tetanusbakterium ist anaerob mit der Bildung von Endsporen. Anaerob bedeutet ein  Existieren  ohne Sauerstoff. Das Bakterium Clostridium tetani bildet bei anaeroben Wundinfektionen, dem Tetanus den Giftstoff Tetanolysin mit einer auflösenden Wirkung der Erythrozyten, der roten Blutkörperchen. Das giftige Tetanolysin schädigt diejenigen Nervenzellen, von denen die Muskeln im menschlichen Körper gesteuert werden. Die Folge davon sind Muskelkrämpfe. Darüber hinaus ist das Toxin Tetanolysin auch noch herzschädigend.

Der griechische Mediziner Hippokrates von Kos als einer der ganz berühmten Ärzte des Altertums definierte bereits mehrere Jahrhunderte vor Christi Geburt die sogenannte „Tetanus-Triade“ mit den drei Stufen „Wunde – Kieferkrampf – Tod“. In den vergangenen ein, zwei Jahrhunderten befassten sich zahlreiche Forscher, Wissenschaftler und Mediziner mit dem Tetanusbakterium. Dessen Sporen sind überaus anpassungs- und widerstandsfähig. Wenn die Schluck- und/oder die Atemmuskulatur von den Tetanuskrämpfen befallen wird, dann erstickt der  Erkrankte.

 

Kleine Hautverletzungen mit mehrwöchiger Inkubationszeit

 

Das Tetanusbakterium findet seinen Weg über kleine bis hin zu kleinste Verletzungen hinein in den menschlichen Körper. Das ist sowohl ohne als auch mit einem Fremdkörper möglich; beispielsweise zusammen mi einem Holzsplitter, mit einem Nagel oder mit einem Dorn. Selbst Bagatellverletzungen, die kaum sichtbar sind und die gar nicht beachtet werden, können infektiös sein. Das Bakterium befindet sich als Spore im Ruhestadium.

Im Körper verwandelt sich die Spore wieder in ein aktives Bakterium. Das erzeugt den oder die infektiösen Giftstoffe. Der Betroffene ist jetzt mit Tetanus infiziert. Das Beruhigende  an dieser Situation ist die Tatsache, dass Tetanus nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist; untereinander besteht also keine Ansteckungsgefahr. Das Bakterium hält sich im Erdreich auf sowie im tierischen Kot, vorzugsweise in dem vom Pferd.

Eine Tetanuserkrankung ist in jedem Alter möglich, vom Kleinkind bis hin zum Hochbetagten. Naturgemäß ist die Gefährdung für das Neugeborene besonders stark. Bei mangelhafter hygienischer Versorgung finden die Keime nach der Geburt einen direkten Weg durch die Nabelschnurwunde in den kleinen Körper hinein. Der kann sich dagegen buchstäblich nicht wehren. Die Inkubationszeit liegt zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen. Erfahrungen zeigen wiederholt, dass der Krankheitsverlauf umso schwerer ist, je früher die ersten Symptome nach der Infektion erkennbar sind und sichtbar auftreten.

Aufgrund der hohen Impfdichte und Impfraten ist Tetanus heutzutage, Mitte der 2010er Jahre hier in Deutschland eher eine Seltenheit. Und wenn doch, dann sind davon vielfach die Erwachsenen 45 bis 50plus betroffen. Sie gehören zu der Altersgruppe ohne frühzeitige Grundimmunisierung.

 

Tetanus mit Grippeähnlichen Erscheinungen bis zu Kieferklemme und Teufelsgrinsen

 

Das Krankheitsbild einer Tetanusinfektion kann harmlos beginnen und schrecklich enden. Die anfänglichen grippalen Symptome mit Schwindel, Kopfschmerzen und erhöhter Temperatur Gehen fast nahtlos über in das nächste Stadium mit Mattigkeit, allgemeiner Unruhe, Gliederzittern, Muskelschmerzen bis hin zu Schweißausbruch.

Der Betroffene merkt deutlich, „dass mit ihm etwas nicht stimmt“. Noch ist es nicht zu spät, um die Situation zu retten. Wenn die Verletzung zeitnah  gereinigt und der Verletzte medizinisch behandelt wird, dann sind die Aussichten ausgesprochen gut, den Ausbruch von Tetanus zu verhindern. Anderenfalls kann  der weitere Krankheitsverlauf kaum noch beeinflusst oder gestoppt werden.

Zu den weiteren Erscheinungen gehört  die Kieferklemme als Beeinträchtigung des Mundöffnens. Die Kaumuskulatur ist von einem toxischen Krampf befallen. Der hindert den Erkrankten daran, den Mund überhaupt und wenn, nur unter starken Schmerzen zu öffnen. Die Behinderung der Mundschließung wird als Mundsperre bezeichnet. Das Verkrampfen  der Gesichtsmuskulatur als solcher verursacht vielfach einen grinsenden Gesichtsausdruck; fachsprachlich Risus sardonicus genannt, zu Deutsch Teufelsgrinsen.

Der weitere Verlauf führt zu krampfhaften Anspannungen der gesamten Rückenmuskulatur. Im Endstadium werden Arme, Beine, Zwerchfell bis hin zu Kehlkopf von den minutenlangen Krämpfen befallen. Auslöser sind oftmals kleinste äußere Reize, die akustisch, mechanisch oder auch optisch ausgelöst werden. Unbehandelt erstickt der Patient, aber auch  die beste Behandlung ist nicht immer erfolgreich. Zu den häufigen Todesfolgen gehören auch heutzutage Atemnot sowie Herzversagen. Nicht das Tetanusbakterium selbst ist Verursacher, sondern die von ihm abgesonderten, in dem Sinne ausgeschiedenen Gifte.

 

Tetanus begrenzt meldepflichtige Erkrankung nach dem IfSG

 

Nach dem IfSG, dem Infektionsschutzgesetz ist Tetanus lediglich als Erkrankung sowie im Todesfall meldepflichtig. Mit Ausnahme in den Bundesländern Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern besteht eine  namentliche Meldepflicht gegenüber dem örtlichen Gesundheitsamt. Sofern im Kindes- oder Jugendalter noch keine Grundimmunisierung durch eine Tetanusimpfe erfolgt ist, kann beziehungsweise sollte die im Erwachsenenalter auf jeden Fall nachgeholt werden. Erwachsen ist in diesem Sinne jeder ab dem 17. Lebensjahr aufwärts.

Die STIKO, Ständige Impfkommission am Berliner Robert-Koch-Institut empfiehlt die Tetanusimpfe bei einer nicht vorhandenen  Grundimmunisierung sowie spätestens 10 Jahre nach der vorangegangenen Auffrischungsimpfung. Diese Folgeimpfung sollte bei Erwachsenen im Zehnjahresrhythmus erneuert werden beziehungsweise auch früher bei einer Verletzung mit Infektionsgefahr.

Die Auffrischungsimpfe ist eine gute Gelegenheit als Kombiimpfe Tetanus/Pertussis, also Wundstarrkrampf und Keuchhusten. Der Impfstoff enthält ein unschädlich gemachtes Gift des Tetanusbakteriums; die Impfe selbst kann keine Tetanuserkrankung auslösen.

 

Keine nennenswerten Nebenwirkungen und Reaktionen zu befürchten

 

Die Tetanusimpfe ist insgesamt, wie es genannt wird, gut verträglich. Reaktionen einer körpereigenen Abwehr wie Hautrötung und Hautschwellung rund um die Einstichstelle der Impfinjektion sind eher positive Zeichen. Zu denen weiteren möglichen Reaktionen gehören Allgemeinsymptome wie Frösteln, Erhöhte Temperatur, vorübergehende Müdigkeit bis hin zu Verdauungsbeschwerden.

Derartige Impfreaktionen  sind üblich, sofern sie nach einigen Tagen von selbst nachlassen. Mögliche Nebenwirkungen liegen im statistischen 1:1000-Bereich und darunter. Zu denen gehören allergische Reaktionen an Atemwegen sowie  Haut. Äußerst seltene Krankheitssymptome sind Erkrankungen am Nervensystem, starker Erschöpfungszustand bis hin zu ersten Lähmungserscheinungen. Abhängig davon, welcher Kombiimpfstoff vom Impfarzt verwendet worden ist, können im Einzelfall noch andere Nebenwirkungen auftreten. Sie sind selten und medizinisch sowohl erklär- als auch nachvollziehbar. Der Arzt hat genügend Erfahrung, um vor der Tetanus-Kombiimpfe auf bestimmte, zu erwartende Reaktionen und/oder  Nebenwirkungen aufmerksam zu machen.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (85 Stimmen, Durchschnitt: 4,90 von 5)
Loading...
Top